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Beats Weblog


Angefangen am 16 Dec 2014 - 10:03 - Version 1

Kurs: Persönliches Wissensmanagement mit digitalen Werkzeugen

Seit einigen Jahren leite ich jeweils im Januar einen Weiterbildungskurs an der PHSZ:

Persönliches Wissensmanagement mit digitalen Werkzeugen

Kursziel
Lehrpersonen sind Knowledge-Worker. Sie benötigen Strategien und Werkzeuge, um die zunehmende Informationsfülle bewältigen und sich selbst à jour halten zu können. Der Kurs bietet Gelegenheit, die eigenen Wissensmanagementstrategien zu überdenken sowie digitale Werkzeuge für das eigene Wissensmanagement kennen und besser nutzen zu lernen.

Kursinhalt
So wenig Theorie wie nötig, dafür Erfahrungsaustausch und praktische Arbeit am eigenen Computer sollen den Kurs prägen, der aber auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden eingehen möchte.

Mögliche Themen:

  • Wenn ich wüsste, was ich weiss!
  • Dokumentenmanagement auf den eigenen digitalen Geräten (Notebook, Tablet, Smartphone).
  • Mit der Mailflut umgehen.
  • Suchen und Recherchieren im Internet.
  • Präzis informiert bleiben mit RSS & Co.
  • Visualisieren und strukturieren mit Papier und Notebook (Mind Maps/Concept Maps)

Der Kurs lässt sich schlecht vorbereiten, denn ich will auf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen und diese ändern sich auf der konkret technischen Ebene praktisch jedes Jahr. War es vor wenigen Jahren noch ein Thema, den USB-Stick durch einen Cloudspeicher abzulösen, so war letztes Jahr unter anderem das Thema der Datensynchronisation im eigenen Gerätezoo relevant. Der Kurs liefert somit nicht primär vorbereitete Inputs, sondern Zeit um sich mit der eigenen Arbeitsweise zu beschäftigen und neue (digitale) Werkezuge zu diskutieren und auszuprobieren.

Ich lerne bei diesen Kursdurchführungen selbst auch relativ viel, z.B. wie unterschiedlich persönliche Arbeitsweisen und schulische Vorgaben und Ausstattungen bei Lehrpersonen sind. Weder im Kurs noch in einem Schulhaus lässt sich eine Lösung für alle verordnen - Persönliches Wissensmanagement ist eben persönlich wink

Alle Kursnotizen sind - welch Überraschung - in einem Wiki öffentlich zugänglich.

pwmdw2.jpg

Was ich auch lerne: Die Nachfrage nach diesem Kurs schwankt von Jahr zu Jahr. Während der Kurs manchmal doppelt geführt werden muss, fehlen in anderen Jahren die Anmeldungen. Dieses Jahr z.B. hat es noch freie Plätze (2x3h am 14. und 28. Januar 2015 in Goldau)...

 
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Angefangen am 16 Dec 2014 - 08:55 - Version 1

Projektschule für einmal auf Französisch

Normalerweise freuen sich nichtschweizerische Besucherinnen und Besucher dieses Blogs, wenn ich wiedermal einen Radio- oder Fernsehbeitrag aus der Schweiz vermelde, in welchem Schweizerdeutsch gesprochen wird. Heute kann ich etwas anderes bieten:

Gestern Abend hat das Westschweizer Fernsehen in der Tagesschau einen Bericht zum Thema "Smartphones in der Schule" (Biblionetz:w01971) ausgestrahlt und dabei das Gymnase intercantonal de la Broye und die Projektschule Goldau (Biblionetz:w02462) besucht sowie den Leiter der Fachstelle http://www.fri-tic.ch, Nicolas Martignoni interviewt. Der Bericht ist selbstverständlich auf Französisch:

Fazit: Lieber das Gerät auf als unter dem Tisch!

 
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Angefangen am 15 Dec 2014 - 10:57 - Version 1

Mister Statistik

Hans Rosling kannte ich bereits seit längerem. Er ist der etwas langweilig aussehende Professor, der in einem berühmten TED-Talk die staubtrockensten Statistiken zu Lebenserwartung und Kinderanzahl mit information visualization (Biblionetz:w01834) in eine spannenden Sportreportage verwandelt und damit ernsthafte Themen verständlich und attraktiv präsentiert:

mister-statistik-01.jpg

Diese 20 Minuten lohnen sich, denn sie zeigen, wie statistische Daten im digitalen Zeitalter zu Leben erwachen können und nicht mehr statisch auf Papier kleben müssen. Bemerkenswert ist auch Roslings Aussage "Durchschnittswerte verbergen die wahren Verteilungen." (Hattie, ich hör Dich trappsen)

Ich fand Hans Rosling somit schon bisher cool. Ich habe ihn mir jedoch als relativ theoretischen Büromenschen vorgestellt. Ein Artikel in der gestrigen Sonntagszeitung (Biblionetz:t17354) (den es leider nicht online gibt), berichtet nun jedoch, dass Hans Rosling früher Epidemologe in Moçambique war und jetzt nach seiner Emeritierung in Liberia vor Ort versuchen will, mit statistischen Methoden die Verbreitung von Ebola einzudämmen. Sehr eindrücklich!

P.S.: Die *Gapminder-Software gibt es jetzt auch als offline-Version

 
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Angefangen am 05 Dec 2014 - 16:38 - Version 1

Wenn Tastaturschreiben der Handschrift gleichgestellt wird

Derzeit macht grad die Nachricht die Runde, dass im finnischen Lehrplan das Tastaturschreiben die Handschrift ersetzt, ablöst, verdrängt, ergänzt. !? Was jetzt genau?

Gar nicht so einfach das herauszufinden. silicon.de berichtet:

Finnland verabschiedet sich von der Handschrift

01.12.2014 13:57 Uhr von Martin Schindler

Maschinenschreiben und Texting wird ab 2016 auf dem Lehrplan finnischer Grundschulen das Schreiben mit der Hand ablösen.

Finnland will Handschrift aus dem Curriculum streichen. (Bild: Shutterstock) Flüssiges Maschinenschreiben ist eine wichtige Kultur-Technik, die jedes Kind beherrschen sollte. Diese Ansicht vertritt Minna Harmanen, Mitarbeiterin im finnischen Kultusministerium. Daher wird in dem Lehrplan für finnische Grundschulen ab Herbst 2016 “Handschrift” nicht mehr zwingend vorgeschrieben sein.

Die Kinder müssen dann nicht mehr zwingend Kalligraphieübungen absolvieren und auch keine zusammenhängende Handschrift mehr erlernen.

Statt dessen sollen die finnischen Kinder in der Verwendung von Tastaturen und im ‘Texting’ geschult werden, wie das finnische Blatt Savon Sanomat berichtet. Damit sollen auch diejenigen Kinder diese Fertigkeit erlernen können, die im Elternhaus keinen Zugriff auf solche Geräte hätten.

Interessant, aber nun soll man sich ja nie auf nur eine Quelle verlassen, bevor man eine Nachricht weitergibt. Da müssten doch schon andere Medien darüber berichtet haben. Bisher auf deutsch: Fehlanzeige. Und silicon.de ist mir bisher noch nie begegnet, eignet sich also nicht als einzige Quelle des Vertrauens. Also rufen wir den finnischen Originalbericht auf.

Dumm nur, dass der finnisch ist. Google Translate hilft auch nur beschränkt weiter:

handschrift01.jpg

Social media und native speakern sei dank (Danke!) meine ich nun, folgendes herausgefunden zu haben:

Im Lehrplan der finnischen Primarschule/Grundschule wird ab Herbst 2016 das Obligatorium für die zusammenhängende Handschrift ("Schnüerlischrift") abgeschafft, die Basisschrift wird weiterhin erwähnt, daneben aber die zunehmende Bedeutung des Schreibens mit dem Computer betont. Letztendlich - wie meistens in Finnland - entscheiden die Lehrpersonen, was genau im Unterricht geschieht.

Hoho, ein mutiger Schritt denken nun wahrscheinlich viele und sind unterschiedlicher Meinung ob das mutig nun weise oder dumm bedeutet. Aber typisch finnisch, denn seit PISA muss man ja nach Finnland gucken um zu wissen, was gute Schule ist...

Für einmal muss man jedoch nicht nach Finnland gehen, um solche Veränderungen zu finden. Es reicht ein Blick in den Kanton Schwyz. Dort hat der Erziehungsrat...

... anlässlich seiner Sitzung vom 30. November 2012 beschlossen, das Tastaturschreiben ab der 4. Klasse der Primarstufe einzuführen (ERB vom 30. Nov. 2012 PDF). Das Tastaturschreiben (10-Finger-System) soll künftig im Sinne eines individuellen Lehrgangs im Rahmen von offenen Unterrichtsformen mittels geeigneter Tastaturschreib-Lernprogramme systematisch gelernt werden. Fürs Erlernen des Tastaturschreibens wird also kein eigenes Fach konzipiert, sondern Zeitgefässe (ca. 10-15 Min. pro Woche) in anderen Fächern, insbesondere im Deutschunterricht, zur Verfügung gestellt. Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das Tastaturschreiben auch zuhause am Computer zu üben. Zugleich soll den Schülerinnen und Schülern vermehrt die Möglichkeit gegeben werden, Texte (z.B. im Deutschunterricht) am Computer zu schreiben, um das Zehnfinger-Tastaturschreiben anwenden zu können.
Am Ende der 6. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler fähig sein, einen unbekannten zusammenhängenden Text mit mindestens 500 Anschlägen (50 Anschläge pro Minute) in 10 Minuten am Computer einzugeben und auszudrucken, ohne dabei mehr als drei Fehler zu machen.
Quelle: www.sz.ch

An seiner Sitzung vom 10.06.2014 hat der Schwyzer Erziehungsrat nun auch die Umsetzung beschlossen. Dort steht:

Aufgrund der Empfehlungen aus dem Schulversuch von 2007-2009 werden die Leistungen im Tastaturschreiben benotet und mit 50% in die Schriftnote eingerechnet.
Quelle: www.sz.ch

Mindestens notenmässig ist damit die *Handschrift (Biblionetz:w02259) dem Schreiben mit dem Computer (Biblionetz:w01911) gleichgestellt.*

Das wird noch hohe Wellen werfen, denn gemäss meiner Erfahrung ist die Handschrift ein hoch emotionales Thema.

Ich bin innerlich gespalten, ob ich das Vorgehen des Kantons Schwyz positiv oder negativ sehe (obwohl ich am Entscheid nicht unbeteiligt war als Mitautor der ICT-Strategie des Kantons Schwyz (Biblionetz:t14412)).

Schreiben mit dem Computer bietet zahlreiche Potenziale:
  • Biblionetz:a00673 Der Computer kann das Lesen- und Schreibenlernen fördern.
  • Biblionetz:a00732 Schreiben am Computer erleichtert die Überarbeitung von Texten
  • Biblionetz:a00740 Schreiben am Computer erleichtert die Veröffentlichung der eigenen Arbeit
  • Biblionetz:a01138 Schülerinnen und Schüler schreiben am Computer längere Texte als von Hand
  • Biblionetz:a01139 Schreiben am Computer kann die Schreibmotivation fördern.
  • Biblionetz:a01169 Schreiben am Computer vereinfacht das gemeinsame Erarbeiten von Texten

Abgesehen von diesen Potenzialen geht es auch schlicht um die Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern: Da ist das Schreiben am Computer zunehmend relevant und das Schreiben von Hand verliert an Bedeutung. (Man beachte: "verliert an Bedeutung" und nicht "ist unwichtig". Weder Finnland noch der Kanton Schwyz schafft die Handschrift ab. Also bitte nicht in Weltuntergangsstimmung verfallen...

Beim Erlernen des 10-Fingersystems auf heutigen Tastaturen frage ich mich jedoch, ob wir nicht gleich wieder einen Murks produzieren. Seymour Papert (Biblionetz:p00192) spricht 1982 in seinem Buch Mindstorms (Biblionetz:b00130) explizit vom QUERTZ-Phänomen:

Das erste brauchbare, wenn auch noch primitive Produkt einer neuen Technologie hat die Tendenz, sich ferstzusetzen. Ich habe dieses Phänomen das QWERTZ-Phänomen genannt.
Die oberste Reihe einer Standardschreibmaschine zeigt die Buchstabenfolge QWERTZ. Für mich ist dies ein Symbol dafür, dafi die Technik allzuoft nicht dem Fortschritt dient, sondern dafür sorgt, das an Altem festgehalten wird. Fur die QWERTZ-Anordnung gibt es keine rationale Erklärung, lediglich eine historische. Sie wurde als Lösung eines Problems aus der ersten Zeit der Schreibmaschine eingeführt: Die Tasten verklemmten sich des öfteren. Dieses Problem sollte dadurch minimalisiert werden, dass die Tasten, die häufig nacheinander gebraucht werden, getrennt wurden. Ein paar Jahre später beseitigte der allgemeine Fortschritt in der Technik das Problem des Verklemmens, aber QWERTZ blieb. Einmal angenommen, zog die Anordnung Millionen von Schreibmaschinen und eine Methode (sogar ein Curriculum) des Tippenlernens nach sich. Die sozialen Kosten einer Veränderung (z. B. eine Anordnung, bei der die meistbenutzten Tasten auf der Tastatur zusammen liegen) stiegen mit dem persönlichen Interesse an der alten Anordnung, das entstand, weil immer mehr Finger gelernt hatten, der QWERTZ-Tastatur zu folgen. QWERTZ ist geblieben, obwohl es andere, «vernünftigere» Systeme gibt.
Biblionetz:t17008

Klar, bereits 1982 sagte Klaus Haefner (Biblionetz:p00188) das baldige Ende der Tastatur aufgrund von Spracherkennung (Biblionetz:w02442) voraus und bis heute ist noch nicht viel davon zu sehen. Aber trotzdem: Ist es zukunftsgerichtet, die QUERTZ-Anordnung in die Lehrpläne aufzunehmen? Schreiben am Computer ist ja nicht das Gleiche wie Tastaturschreiben.

Ich finde es begrüssenswert, dass neben der Handschrift noch andere Arten des Schreibens Eingang in den Lehrplan finden. Ob das 10-Fingersystem die richtige Antwort ist, bezweifle ich wie die Strategie des Schweizer Buchzentrums, aufgrund des Umsatzrückgangs bei Büchern nun vermehrt auf den Verkauf von DVDs zu setzen (Biblionetz:t17344).

Ach seufz, dieser Leitmedienwechsel (Biblionetz:w02306).

P.S. Nochmals der Hinweis für Kulturpessimisten: Weder in Finnland noch im Kanton Schwyz soll die Handschrift abgeschafft werden.

P.S.2: Für die deutsche Sprache gibt es mindestens zwei optimierte Tastaturlayouts:

 
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Angefangen am 03 Dec 2014 - 23:17 - Version 1

Die Schweiz ist ein (schönes) Büro

Kürzlich war ich nach langem wieder einmal in einer richtigen Buchhandlung und habe dort einen speziellen Reiseführer entdeckt:

b05817.jpg
Katrin Gygax: Die Schweiz ist ein Büro (Biblionetz:b05817)

Katrin Gygax beschreibt in diesem Buch 60 Orte, an denen es sich in der Schweiz arbeiten lässt, von Biliotheken und Lesesäälen über geeignete Zugs- oder Schifffahrten, Cafés und Hotel-Lobbies zu Gemeinschaftsbüros und Arbeitsplätzen in der freien Natur. Jeder der Orte wird portraitiert und erhält eine Tabelle mit den wichtigsten Informationen:

die-schweiz-ist-ein-buero.jpg

Ich finde das sehr cool, denn eigentlich nehme ich mir seit Jahren vor, an ungewohnten Orten zu arbeiten. Doch leider mache ich das von wenigen Ausnahmen abgesehen, viel zu selten. Jahrelange hatte ich ein GA 1. Klasse und bin trotzdem wenig in der Schweiz herumgereist. Sieben Jahre arbeitete ich am Fuss der Rigi, bis ich endlich mal im Novembernebel die Bahn übers Nebelmeer genommen habe.

Zwischen den Ort-Portaits sind im Buch verschiedene Geschichten und relevante Informationen zu finden, so z.B. zur Internetsicherheit unterwegs oder - was mich besonders gefreut hat - Travel Kit Essentials:

die-schweiz-ist-ein-buero2.jpg

 
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Angefangen am 28 Nov 2014 - 10:10 - Version 1

ICILS konkret III: Wenn der deutsche Lehrerverbandspräsident vor totaler Computerisierung warnt

Die ICIL-Studie (Biblionetz:w02484) hat vor allem in Deutschland für hohe Wellen gesorgt, erscheint Deutschland doch in zahlreichen Ranglisten relativ weit unten. Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus äussert sich (bei bild.de) zur Studie:

icils4.jpg

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, warnt jetzt vor einer „totalen Computerisierung“!

„Natürlich müssen wir unseren Schülern auch den Umgang mit den neuen Medien beibringen. Aber ich warne vor der totalen Computerisierung und Digitalisierung des Klassenzimmers“, sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus zu BILD.

Kraus weiter: „Wir dürfen damit nicht schon in der Grundschule anfangen, nicht in jedem Schulfach und wir brauchen keine Laptop-Klassen.“

[...]

Kraus warnt: „Die Gefahr ist, dass eine totale Digitalisierung die Flüchtigkeit der Schüler fördert. Der Mangel an Konzentration und Durchhaltevermögen ist eine weitere Folge. Auch verlieren die Kinder die Fähigkeit, handschriftlich zu schreiben. Damit geht ein Stück Individualität verloren. Außerdem suchen die Schüler nur noch das, was genau in ihr Weltbild passt.“

Statt nur an die Förderung der Digitalisierung zu denken, sollte die Politik lieber in die Schulbibliotheken investieren und damit die Fähigkeit zum Lesen fördern. Das Internet fördere die Bequemlichkeit und animiere viele Schüler zum Beispiel zu „Copy and Paste“-Referaten.

Schwierig. Und zwar nicht primär, weil Kraus eine andere Meinung vertritt als ich. Sondern weil die Argumente so platt und pauschal sind. Teilweise mag dies dem interviewenden Medium geschuldet sein, aber ich würde vom Präsidenten eines Lehrerverbandes eine differenziertere Haltung erwarten...

Ich mag mir jetzt nicht die Mühe machen, den Aussagen von Kraus hier zu widersprechen. Aber ich notiere mir, meiner Argumentensammlung gegen digitale Medien in der Schule wieder mehr Beachtung zu schenken...

Es gibt noch viel zu tun.

 
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Angefangen am 28 Nov 2014 - 09:42 - Version 1

Technischer Hinweis: Yahoo Pipes gesperrt für diese Website

Dieser Weblog ist zeitweise praktisch nicht zu erreichen, weil der Server überlastet ist. Nun gut, könnte man einwenden, wer nutzt denn schon ein Perl-basiertes Wiki als Weblog? Eigentlich funktioniert das (seit 2005) recht gut, ausser wenn der Crawler von Yahoo Pipes vorbeikommt.

Yahoo Pipes ist eigentlich ein cooler Dienst, mit dem sich individuelle Datenströme zusammenstellen lassen. Problematisch an Yahoo Pipes ist nur, dass deren Crawler etwa alle 30 Minuten geschätzte 50 Anfragen in der gleichen Sekunde auf arme kleine Webserver loslässt und damit schlecht skalierende Webserver (wie dieser Wikiserver) in die Knie zwingt (weil mein RSS-Feed halt eine Suche über alle Wikiseiten auslöst).

Yahoo Pipes lässt sich nicht mässigen. Deren Supportseite erklärt nur, wie man sie aussperrt, nicht aber wie man z.B. das Updateintervall runterschrauben kann (sie befolgen nicht mal robots.txt, da sie ja kein Webrawler seien...)

Tja, sorry, dann sperre ich halt Yahoo Pipes aus.

 
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Angefangen am 26 Nov 2014 - 17:34 - Version 2

Ja, es gibt noch aktuelle Tablet-PCs

Nachdem ich in den letzten Tagen mehrfach zu meinem Tablet-PC (Biblionetz:w00414) befragt worden bin ("dank welcher Software können Sie da auf dem Bildschirm schreiben?" etc.), hier wieder mal ein Update zum Thema Tablet-PC (nein, nicht zum Thema Tablets) (Biblionetz:a01108)

  • Ja, ich nutze immer noch einen Tablet-PC, derzeit ein HP Elitebook 2760 mit I7-Prozessor und 512GB SSD. Der hat einen drehbaren Bildschirm mit Touchscreen und Wacom-Stift (welcher den Touchscreen deaktiviert).

  • Nein, von Apple gibt es keine Macbooks mit Tablet-PC-Funktionalität. Bisher sagt Apple "Entweder iPad oder Macbook".

  • Wenn ich mir aktuell einen neuen Tablet-PC kaufen müsste, würde ich vermutlich zum HP Pro x2 612 G1greifen, einem Business Tablet-PC mit abnehmbarem Bildschirm, auch sowohl mit Touchscreen als auch Wacom-Stift. (Es würde mir nur nicht einleuchten, warum das neue Gerät weniger RAM und weniger SSD-Speicherplatz hat als mein aktuelles Gerät).

hp-x2-612.jpg

 
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Angefangen am 26 Nov 2014 - 09:53 - Version 2

ICILS konkret II: Wenn Mädchen medienkompetenter* als Knaben sind

* CIL-kompetenter (Biblionetz:w02485)

Bereits gestern habe ich einen Aspekt aus der kürzlich veröffentlichten ICIL-Studie (Biblionetz:w02484) zur Messung der Computer- und Informationskompetenz herausgepickt (Wenn nur die Hälfte eine Website aufrufen kann). Heute möchte ich mich einem anderen Aspekt widmen: Der Genderthematik (Biblionetz:w01766).

Bisher war im Bereich der ICT-Literacy klar: Mädchen mussten gefördert werden, weil sie
  • weniger Zugang zu digitalen Technologien hatten
  • sich weniger zutrauten im ICT-Bereich
  • und in der Folge auch weniger ICT-Kompetenzen aufwiesen

Die aktuelle ICIL-Studie zeigt nun ein anderes Bild, auch wenn einschränkend festzuhalten ist, dass früher eher techniknahes Anwendungswissen und bei ICILS Computer- und Informationskompetenz kombiniert erfasst wurde (CIL, Biblionetz:w02485).

  • ICILS bestätigt den Trend der letzten Jahre, dass Zugangsunterschiede zu digitalen Medien zwischen Mädchen und Knaben zunehmen verschwinden.
  • ICILS bestätigt den Trend der letzten Jahre, dass die Selbstwirksamkeitsunterschiede im ICT-Bereich zwischen Mädchen und Knaben abnehmen (Mädchen trauen sich nicht mehr weniger zu als Knaben). (Bei basalen Aufgaben trauen sich Mädchen und Knaben gleich viel zu, bei anspruchsvolleren Aufgaben trauen sich Knaben noch immer mehr zu).

Interessant ist nun aber vor allem, dass Mädchen in allen Ländern bei der CIL-Kompetenzmessung besser abschnitten als Knaben:

icils3.jpg
Quelle: Computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Mädchen und Jungen im internationalen Vergleich Biblionetz:t17320

Das ist neu. Eine mögliche Erklärung besteht darin, dass Mädchen insgesamt zunehmend bessere Schulleistungen erbringen als Knaben und dass hier Computer- und Internetkompetenzen keine Ausnahme darstellen.

Spannender ist jedoch die Frage, wie wir damit umgehen. Was bedeutet es nun,

  • wenn wir die Computer- und Informationskompetenz insbesondere von Knaben fördern sollten
  • noch immer massiv mehr junge Männer ICT-Berufe ergreifen als junge Frauen (ja, ICT ist nicht gleich CIL...).

Insofern hat ICILS schon neue Aspekte in die Diskussion gebracht oder mindestens stärker akzentuiert.

 
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Angefangen am 25 Nov 2014 - 09:52 - Version 1

ICILS konkret: Wenn nur die Hälfte eine Website aufrufen kann

Gestern habe ich auf die die internationale Studie ICILS (Biblionetz:w02484) zur Messung der Computer- und Informationskompetenz von 8. Klässlern hingewiesen. Hier nun ein erstes Detail, an dem ich hängen geblieben bin:

Eine der Aufgaben bestand darin, dass Schülerinnen und Schüler eine in einer Mail angegebene Webseite öffnen sollten. Die entsprechende URL war aber kein anklickbarer Link, sondern normaler Fliesstext:

icils.jpg

Gemäss dem internationalen Bericht (Biblionetz:b05808) haben insgesamt nur 49% der Achtklässlerinnen und Achtklässler diese Aufgabe korrekt gelöst (siehe Tabelle unten). Über die Hälfte der Schülerinnen und Schüler waren anscheinend mit dieser simplen (!?) Aufgabe überfordert.

Ich muss zugeben, dass mich dieser Befund schockiert: Die Mehrheit der Untersuchten ist unfähig, eine URL aus einer Mail per Copy & Paste in einen Webbrowser zu übernehmen.

War die Aufgabe konkret so schwer zu lösen (Usability-Probleme der Testumgebung) oder haben sich die Teilnehmenden beim Lösen der Aufgaben keine Mühe gegeben (Motivationsfrage)? Oder waren sie mit der Aufgabe wirklich überfordert?

Sollte dies wirklich der Fall sein: Was ist zu tun?

  • Nichts: Digitale Medien werden immer einfacher zu bedienen, solche Kompetenzen werden künftig gar nicht mehr benötigt
  • Mehr Mediennutzung in der Schule: Digitale Medien müssen stärker im Schulalltag Einzug halten, dann tauchen öfter solche Probleme auf und werden dann auch gelöst.
  • Vermittlung von Informatikkenntnissen: Wussten die Schülerinnen und Schüler nicht, was eine URL und was ein Browser ist? Würde das Ergebnis besser, wenn ihnen grundlegende Informatikkenntnisse vermittelt worden wären (in diesem Fall: Wie funktioniert das WWW? (Wie wir das bereits 1997 zu vermitteln versucht haben, siehe Biblionetz:b00321)

icils2.jpg
Fraillon et al. Preparing for Life in a Digital Age (Seite 79) Biblionetz:b05808

 
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Topic revision: r31 - 13 Feb 2013 - 08:39:07 - BeatDoebeli
 
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