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Beats Weblog


Angefangen am 18 Jul 2014 - 08:56 - Version 1

Erste, aktualisierte und erweiterte Auflage

Es gibt ja bekannte Schritte, wie man Grafiker in den Wahnsinn treibt oder wie man das Gleiche mit Informatikern macht. Je länger ich das Biblionetz betreibe, desto mehr Schritte lerne ich kennen, wie man Bibliothekare in den Wahnsinn treibt. Heute morgen ist mir wieder ein schönes Exemplar begegnet:

1., aktualisierte und erweiterte Auflage 2013

Moment, ist das nicht ein Widerspruch in sich selbst?

Doch es geht weiter. Im Impressum dieses Buches steht:

© 2010 by Tony Buzan. All rights reserved. Consultant Editor: James Harrison. This translation of THE Mind-Map BOOK – UNLOCK YOUR CREATIVITY, BOOST YOUR MEMORY, CHANGE YOUR LIFE 01 Edition is published by arrangement with Educational Publishers LLP, a joint venture between Pearson Education Limited and the BBC Worldwide Limited.

Die englische Originalausgabe erschien 2010 bei BBC Active, an imprint of Educational Publishers LLP, part of the Pearson Education Group unter dem Titel The Mind Map Book.

Hmm, aber ich habe doch seit längerem ein Buch mit dem Titel "Das Mind-Map-Buch" im Büchergestell? Mal nachschauen, was da steht:

mm-buch3.jpg

4. Auflage, 1999? wtf?

mm-buch4.jpg

Halten wir (uns) fest: Gleiche Autoren, gleicher Titel, gleicher Verlag, unterschiedliche Übersetzer, verwirrende Auflagen- und Erstpublikationsangaben.

Bestätigt irgendwie mein Bauchgefühl, dass Mind-Maps etwas schwammige Dinger sind wink (und sicher nicht das Gleiche wie Concept-Maps (Biblionetz:a00503))

mm-buch1.jpg mm-buch2.jpg

 
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Angefangen am 01 Jul 2014 - 14:00 - Version 1

Road Banking !?

Eine übliche Situation:

road-banking-01.jpg

Interessant, was ist denn road banking ? Klick...

road-banking-02.jpg

grummel. Tipp...

road-banking-03.jpg

Aha. Klick...

road-banking-04.jpg

Prokrastination (Biblionetz:w02244) ist so spannend, dass es sogar einen MOOC (Biblionetz:w02343) dafür gibt. Ist da eine hohe Abbruchquote (Biblionetz:w00618) ein Erfolgskriterium?

 
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Angefangen am 27 Jun 2014 - 08:58 - Version 1

Hype-Alert: Wearable Learning

Vorsicht, die nächsten Hype-Begriffe im Bereich des technologie-enhanced-learning warten an der Ecke:

wearable-learning.jpg

wearable learning (Biblionetz:w02461) ist einer der ersten Begriffe des post-mobile-Zeitalters und wird zu BYOW (bring your own wearable) und WYOD (Wear Your Own Device) etc. führen. Nein, nicht meine Erfindung, sondern erwähnt von Jane Hart in ihrem Blogposting Wearable Learning : the next big thing!. Sie hat auch bereits einen entsprechenden Weblog Wearable Learning eingerichtet...

Aber das können wir auch. Schliesslich ist wearable computing sicher nicht das Ende der Fahnenstange. Als nächstes werden wir Computer schlucken und implantieren, wobei sich beim Schlucken Digitales und Chemisches mischen wird. Darum, reservieren wir doch schon mal folgende Domains:

  • pill learning
  • swallow learning
  • injected learning
  • under skin learning
  • skin deep learning
  • in the flesh learning
  • ...

und freuen wir uns auf folgende euphorische Zeitungsartikel:

  • Wenn Lernen unter die Haut geht
  • Den Schulstoff einfach schlucken
  • Wenn der Schulstoff in Fleisch und Blut übergeht
  • ...

Happy hyping! sage ich da nur!

w01398.jpg
Der Hype cycle (Biblionetz:w01398)

 
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Angefangen am 16 Jun 2014 - 11:47 - Version 3

Wenn es an Primärerfahrung mangelt - Eine weitere Lektion in Medienbildung

Vergangenen Mittwoch (11.06.2014) hat die Projektleitung des Lehrplans 21 (Biblionetz:w02172) zu einem Hearing in Sachen Teillehrplan ICT und Medien (Biblionetz:t15600) geladen und ca. 50 Vertreterinnen und Vertreter von Kantonen, Pädagogischen Hochschulen und Interessen-Verbänden kamen. Es ging darum, die Arbeit der Expertengruppe II zum Teillehrplan ICT und Medien zu diskutieren, die in der Folge der allgemeinen Lehrplanvernehmlassung in Auftrag gegeben worden war.

Dies könnte man als Wirklichkeit 1, kurz W1 bezeichnen.

Am gestrigen Sonntag hat die NZZ am Sonntag über den Anlass berichtet. Der berichtende Journalist war selbst nicht am Anlass (weil keine Journalisten eingeladen waren), sondern musste sich auf ihm zugespielte Unterlagen und Berichte von Anwesenden (= W2) stützen.

Der Journalist schreibt also seinen Artikel (= W3) und speist ihn ins Redaktionssystem der NZZ ein. Vermutlich der Produzent macht einen kurzen, knackigen Titel dazu: Programmieren als Pflichtstoff (Biblionetz:t16654), ohne am Anlass gewesen (W1) zu sein oder mit den Anwesenden gesprochen zu haben (W2). Die NZZ stellt den Artikel nicht online, er ist also nur für Abonnentinnen und Abonnenten der NZZ am Sonntag wahrnehmbar.

Dazu gehört auch die Redaktion der Gratiszeitung 20 Minuten. Sie verfasst noch am Sonntag ihrerseits einen Artikel (= W4 ), dessen Inhalt einzig und allein aus dem Artikel der NZZ am Sonntag stammt. 20 Minuten war weder am Anlass, noch hat 20 Minuten die relevanten Unterlagen oder hatte Gelegenheit mit Personen zu reden, die am Anlass waren. Am Sonntagmittag erscheint der Artikel unter dem Titel Programmieren als Pflichtfach ab 3. Klasse (Biblionetz:t16662)

t16662.jpg

Wie immer bei 20 Minuten stürzt sich nun eine Horde von Online-Kommentatoren auf den Artikel und verfasst bis am Sonntagabend über 80 Kommentare (W5) ohne am Anlass gewesen zu sein (W1), die Unterlagen dazu gelesen oder mit Anwesenden gesprochen zu haben (W2), den Artikel in der NZZ am Sonntag zu kennen (W3) oder - wenn man gewisse Kommentare liest - auch nur den Artikel in 20 Minuten (W4) genau gelesen zu haben.

Aus dem Entwurf des Teillehrplans ICT und Medien des Lehrplans 21:

können an einfachen Beispielen Vor- und Nachteile von Primärerfahrungen, Medienbeiträgen und Erfahrungen in virtuellen Lebensräumen beschreiben (z.B. Naturerlebnis, Film, Geschichte, Lernprogramm). (Quelle)

und

Schülerinnen und Schüler können Funktion und Bedeutung der Medien für Kultur, Wirtschaft und Politik beschreiben und darlegen, wie gut einzelne Medien diese Funktion erfüllen (z.B. Manipulation, technische Abhängigkeit, Medien als vierte Gewalt).

Das lese ich auf inside.it
8<--- Nun also doch: Im Lehrplan 21 soll Programmieren einen festen Platz im Unterricht erhalten. Das Modul wird nun "Medien und Informatik" heissen. Laut der 'NZZ am Sonntag' sollen sich Kinder bereits ab der dritten Klasse eine Lektion pro Woche mit Computern, Programmen und neuen Medien auseinandersetzen. In der Oberstufe seien zwei Lektionen pro Woche eingeplant. So der Vorschlag der Expertengruppe der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK), weiss die Sonntagszeitung.
8<--- Was davon gehört zu W1 und was zu Wn - oder anders rum gefragt: Welche Änderungen soll es gegenüber der ursprünglichen Fassung geben?

-- PeterSomm - 24 Jun 2014

 
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Angefangen am 21 Jun 2014 - 17:53 - Version 3

Informatikkompetenzen im Übergang Kindergarten - Primarschule

Im Entwurf des Lehrplanteils ICT und Medien (Biblionetz:t15600) vom Juni 2013 steht als Kompetenzstufenbeschreibung im Zyklus 1 (Kindergarten und 1./2. Klasse):

Die Schülerinnen und Schüler erkennen und verstehen formale Anleitungen und können diese befolgen (z.B. Koch- und Backrezept, Tanzchoreografie, Bastelanleitung).

(Ja, auch wenn Medienberichte derzeit einen anderen Eindruck erwecken: Informatikkompetenzen waren auch bereits Bestandteil des im Juni 2013 veröffentlichten Lehrplanentwurfs...)

Da ich in Bezug auf die Stadien der kindlichen Entwicklung nach Piaget (Biblionetz:w01735) schon hören musste, dass diese Kompetenzstufenbeschreibung nicht altersgerecht sei, hier eine unwissenschaftliche n=1-Schilderung aus dem häuslichen Alltag.

Kind (n=1) kommt nach den Sommerferien in die Schule und benötigt deshalb ein Pult. Vater fährt deshalb mit Kind in die Informatik-Kompetenz-Enhancement-Anstalt (kurz: IKEA)* und kauft dort besagtes Pult.

Zu Hause will Kind dieses Pult aufbauen und sucht deshalb im Paket nach der Anleitung. Es erkennt das bedruckte Papier als Anleitung und sagt: "Das müssen wir jetzt der Reihe nach machen." Vater schliesst daraus: Formale Anleitung als solche erkannt.

Kind macht sich enaktiv (Biblionetz:t01892) ans Aufbauen des Pultes und befolgt dabei die formale Anleitung, bis es auf folgende ikonische Repräsentation (Biblionetz:w01893) stösst:

ikea-if-then-goto.jpg

Auf die Frage des Vaters, was es da sehe, meint das Kind: 2 Pulte. Geübt im Spiel "Finde die 10 Unterschiede" sieht es auf Nachfrage auch den Unterschied zwischen den beiden Pulten und meint auf die nächste Frage: "Und, was musst Du denn jetzt tun?" "Wir wollen den Kasten rechts, also müssen wir auf Seite 24 weitermachen!" (Das Suchen der Seite 24 ist dann eine andere, erst im Aufbau begriffene Kompetenzstufe...).

Auch wenn das Programmieren mit Sprüngen unter echten Informatikern verpönt ist ("Go To Statement Considered Harmful") (Biblionetz:p00243), kann doch konstatiert werden, dass Kind (n=1) fähig war, eine if ... then goto ... Anweisung vom Ikonischen ins Orale und schliesslich ins Enaktive zu übersetzen.

QED.

* Wer nicht glaubt, dass für die IKEA Informatikkompetenzen notwendig sind, möge einmal versuchen, eine IKEA ohne Backtracking zu verlassen:

ikea-labyrinth.jpg

Braucht es Backtracking, wenn es nur einen möglichen Weg gibt? wink

-- NandoStoecklin - 23 Jun 2014

 
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Angefangen am 15 Jun 2014 - 14:20 - Version 1

Baustelle Schul-IT: 20 Jahre und kein Update

Relativ konsterniert liest sich das Editorial der aktuellen Ausgabe 14/2014 (Biblionetz:b05683) der Zeitschrift c't (Biblionetz:j00010) zum Schwerpunktthema Baustelle Schul-IT: 20 Jahre und kein Update

baustelle-schul-ict.jpg

Dorothee Wiegand beklagt sich in diesem Editorial, dass in Deutschland das Kultusministerium seit Jahren (genauer: 1995) betont, wie wichtig digitale Medien für die Bildung seien, sich in der Schulpraxis aber vergleichsweise wenig bewege:

So gibt es keinen Zeitplan für die flächendeckende Ausstattung aller Schulen mit Breitbandanschlüssen. Es fehlt immer noch ein bundesweit gültiger Bildungsstandard, wie ihn die KMK für viele andere Fächer festgelegt hat. In der gymnasialen Oberstufe können Schüler mit Informatik nicht ihre Belegungsverpflichtung für die Naturwissenschaften erfüllen, denn Informatik ist den Fächern Biologie, Chemie und Physik nicht gleichgestellt.

Der Schwerpunkt enthält vier Artikel, die sich mit verschiedenen Aspekte von ICT in der Schule beschäftigen:

Für meinen Geschmack hätten die Artikel etwas mehr Konzepte enthalten dürfen, doch die c't setzt vor allem auf anschauliche Praxisbeispiele. Ich bin gespannt, ob und was die Artikelserie beim c't-Publikum auslöst.

Leider sind die Artikel mit Ausnahme der Editorials (bisher) nur auszugsweise online.

 
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Angefangen am 06 Jun 2014 - 12:47 - Version 1

Warum ich weiterhin von 1:1 spreche, auch wenn der Begriff bereits veraltet ist

One-to-One-Computing (Biblionetz:w02173) beschreibt die Situation in höheren Schulstufen eigentlich bereits nicht mehr korrekt. Wenn die Schule das Mitbringen von persönlichen Geräten erlaubt, nehmen Studierende und SchülerInnen der Sekundarstufe II meist mehr als ein einziges Gerät mit. Neben dem Smartphone ist oft noch das Notebook oder das Tablet oder gar beides in der Mappe. Hochschulen rechnen bereits heute mit ca. 2.5 benötigten IP-Adressen pro StudentIn (und beklagen mangelnde IPV4-Adressen, wenn die Studierendengeräte "echte" IP-Adressen erhalten sollten).

Damit ist der Begriff One-to-One-Computing ja eigentlich veraltet. Ich verwende ihn aber weiterhin. Alle bisher gehörten Vorschläge für einen moderneren Begriff wie Many-to-One-Computing, Personal Learning Environment etc. sind mir zu schwammig und bringen den Paradigmenwechsel einer 1:1-Ausstattung aus meiner Sicht zu wenig prägnant auf den Punkt.

Für mich ist eine 1:1-Ausstattung ein Wendepunkt, ein singularity point. Bei einer 1:1-Ausstattung kippt die Situation, ab dann sind digitale Geräte verfügbar und wir können uns um inhaltliche und didaktische Fragen kümmern, statt logistische Herausforderungen zu lösen. So wie die Veränderungen von einer 1:6 zu einer 1:4-Ausstattung eher gradueller Natur sind (und mich bildungspolitisch seit längerem nicht mehr interessieren, obwohl es im Schulzimmer natürlich einen Unterschied macht), so sind es auch nur graduelle Unterschiede, ob Lernende 1.0, 1.5 oder 2.5 digitale Geräte zur Verfügung haben.

Das war schon früher so: Der Wendepunkt war, als alle Schülerinnen und Schüler einen Stift zum Schreiben hatten. Wie viele Farbstifte heute zur Verfügung stehen, ist irrelevant.

One-to-One-Computing ist für mich die technokratische Metapher für die Aussage "Liebe Schule, digitales Lernen und Arbeiten ist alltäglich."

One-to-One-Computing ist darum eine relevante bildungspolitische Forderung. Alles darüber hinaus sind dann wieder Detaildiskussionen, die von SpezialistInnen geführt werden sollen.


 
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Angefangen am 22 Aug 2013 - 10:32 - Version 2

Welches BYOD denn?

Die Diskussion Der Hype um Bring Your Own Device (BYOD) (Biblionetz:w02286) in der Schule nimmt zu. Es gibt immer mehr entsprechende Schulprojekte und selbst der Präsident des Schweizerischen Lehrerverbandes, Beat Zemp (Biblionetz:p01625) schlägt BYOD in der Sonntagspresse als Methode zur Umsetzung des Lehrplans 21 (Biblionetz:w02172) vor (siehe Biblionetz:t15505).

Doch wenn man genauer hinschaut, muss man nachfragen: "Welches BYOD denn?" BYOD ist nämlich, wie fast alle Begriffe, nicht wirklich scharf definiert, was man insbesondere merkt, wenn man das Verhältnis von BYOD zu einer 1:1-Ausstattung (Biblionetz:w02173) zu definieren versucht. Ich habe das für mich mal gemacht und bin zu folgender Darstellung gekommen:

byod-arten.jpg

1:1-computing beschreibt das Ausstattungsverhältnis von Lernenden zu digitalen Geräten, während BYOD die Herkunft der Geräte beschreibt. Aus meiner Sicht lassen sich somit drei Arten von BYOD-Projekten unterscheiden:

Bezeichnung Beschreibung
"Freiwilliges, reines BYOD" Es wird ausschliesslich mit denjenigen Geräten gearbeitet, welche die Lernenden freiwillig mitbringen, d.h. es ergibt sich nicht zwingend eine 1:1-Ausstattung.
"BYOD mit Schulergänzung" Lernende bringen freiwillig eigene Geräte mit, die Schule stellt für die anderen Lernenden Geräte zur Verfügung, um eine 1:1-Ausstattung zu erreichen.
"Obligatorisches BYOD" Die Lernenden werden verpflichtet, ein eigenes Gerät mitzubringen.

Diese drei Arten von BYOD haben sowohl finanzielle, technisch-organisatorische als auch pädagogische und didaktische Implikationen. Es wäre somit aus meiner Hinsicht hilfreich, wenn in Diskussion zu BYOD jeweils erwähnt würde, welche Art von BYOD gemeint ist.

Detailliertere Darstellung (Juni 2014)

Die Realität ist ja immer komplizierter als die schönen Grafiken. Hier deshalb eine detaillierte Darstellung, die den Homogenitätsgrad der Ausstattung berücksichtigt:

byod-arten-2.png


 
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Angefangen am 23 Sep 2013 - 14:41 - Version 6

Ist BYOD ökologisch?

In meinen Vortrag Ohne Geräte keine Apps - Bringt BYOD endlich den Durchbruch bei 1:1-Ausstattungen? an unserer diesjährigen Fachtagung Apps und Games habe ich vier Argumente für BYOD gebracht:

Im Gespräch danach wurde ich gefragt, ob das mit ökologisch wirklich ernst gemeint sei, ob BYOD (Biblionetz:w02286) nicht einfach ein Trick für Schulen sei, den Eltern die ökologische Verantwortung für den Kauf von Computern in die Schuhe zu schieben. Ob das ökologische Argument gerechtfertig sei, habe ich mir schon länger überlegt, aber bisher noch nie unter diesem Blickwinkel.

Wie vermutlich immer bei solchen Fragen gibt es aus meiner Sicht keine absolute Antwort, sondern nur relative. Meine aktuelle Begründung, warum BYOD ökologisch sei (Biblionetz:a01171), läuft folgendermassen:

Wenn immer mehr Kinder immer früher privat mindestens ein digitales Gerät besitzen, welches sich sinnvoll in der Schule nutzen liesse, dann ist es doch besser, wenn dieses Gerät auch in der Schule eingesetzt wird, statt dass die Schule nochmals Geräte mit viel grauer Energie drin beschaffen, während die privaten Geräte zuhause unbenutzt herumliegen. Im Extremfall lässt sich der Hardwareverbrauch halbieren (private Geräte werden auch schulisch genutzt statt in der Schule nochmals eine Vollausstattung anzustreben).

Selbstverständlich geht auch diese Argumentation von gewissen impliziten Annahmen aus:

  • Die private Hardwareausstattung von Kindern und Jugendlichen wird weiter zunehmen. Dies ist ein nicht veränderbare gesellschaftliche Entwicklung.
  • Eine 1:1-Ausstattung mit Geräten in der Schule ist wünschenswert.

Es liesse sich auch anders argumentieren: Der ökologische Fussabdruck solcher Geräte ist so gross, dass die Schule auf Vollausstattungen verzichten und im Gegenteil sogar darauf hinwirken sollte, dass Kinder und Jugendliche zuhause nicht zu viele dieser Geräte erhalten. Immerhin gibt es in meiner Sammlung von Argumenten gegen 1:1-Ausstattungen 4 Umweltarugmente:

Ich neige jedoch auch in der ökologischen Dimension wie bei der Strahlenbelastungsfrage (Biblionetz:a00882) und der Datenschutzdebatte (Das schulische Cloud-Dilemma) zu einer pragmatischen Haltung: Würde man alle Bedenken zu Ende denken, dürfte man keinerlei digitalen Geräte in der Schule (und eigentlich auch im Privaten) mehr benutzen. Eine solche Haltung scheint mir aber für die Schule lebens- und gesellschaftsfremd. Die Schule soll bis zu einem gewissen Grad die gesellschaftliche Entwicklung aufnehmen und daraus das Beste machen.

(Und ich hab mal naiv gemeint, einen Bogen um Green-IT (Biblionetz:w02419) machen zu können wink )

Ich habe jetzt unter dem Titel was anderes erwartet, nämlich ob BYOD zu den übrigen Schulkomponenten passt, ob es sich passgenau in das Gesamt-Schulsetting einbetten lässt (wäre IMHO durchaus eine spannende Frage). Vielleicht wäre in deiner Übersicht der Begriff "ressourcenschonend" oder "umweltfreundlich" geeigneter?

-- NandoStoecklin - 23 Sep 2013

Lieber Beat Danke für deine Gedanken auf meine/unsere Reaktion in Twitter an der Tagung vom Samstag. Hm, tönt plausibel: Die Schüler sollen ihre Geräte zur Schule bringen, wenn sie diese eh schon gekauft haben. Und damit heizen wir wohl den Wettlauf unter den Schülern an: Wer hat den schelleren Tablet-PC, wer den grösseren Speicher, schon mit iOS7? – Oha, geht nicht mehr, also ein neues Taplet usw. Ich denke, das Argument «ökologisch» sollten wir besser nicht aufbringen, da kann man nur verlieren…

-- JuergFraefel - 23 Sep 2013

Lieber Beat, Lieber JuergFraefel

Das mit dem "Wettrüsten" auf dem Pausenhof findet ja jetzt schon mit den Smartphones statt und stimmt mit meinen Beobachtungen überein.

Ein anderes Argument für die Ökologie: Konsequentes BYOD fängt mit der virtualisierung des Clients und seiner Applikationen an. Die benötigte Leistung für BYOD findet dadurch im RZ statt und kann dort ökologischer bereit gestellt werden. D. h. auch auf der anderen Seite es braucht nicht das neueste Gerät und das begreifen auch die Schüler und Eltern wenn Sie dadurch keinen Nachteil erfahren. Längere Nutzungdauer des Clients ist gewährleistet und das ist logisch ökologisch.

-- NiklausLang? - 23 Sep 2013

Das Argument von NiklausLang? spricht ja für Chromebooks - die wird sich aber kaum ein Schüler wirklich als einziges Endgerät kaufen wollen, oder?

-- TorstenOtto - 24 Sep 2013

 
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Angefangen am 24 Apr 2014 - 23:57 - Version 4

Wenn eine Online-Zeitschrift ihre Artikel und sich selbst versteckt

Ach ja, das ewig gleiche Thema: Website-Relaunch, neues URL-Schema, alte Links tot.

Ich habe mich ja schon fast daran gewöhnt, murmle nur leise vor mich hin: Publizierte Webadressen dürfen nicht sterben (Biblionetz:a00150) (und lebe das übrigens mit dem Biblionetz seit 1998 auch vor...)

Heute habe ich aber eine Steigerung des Begriffs Linksterben erlebt: Nicht nur, dass die alten URLs nicht mehr funktionieren. Nein, beim Aufruf einer alten URL wird weder eine Fehlerseite noch die Startseite der Domain angezeigt, sondern schlicht eine leere Seite

medienpaed01.jpg

Ein durchschnittlicher Internetuser hat bei diesem Anblick keine Ahnung, was los ist: Ist die Seite noch am Laden? Gibt es die Seite noch? Ist das Internet abgestürzt? Ist die URL falsch?

Eine suboptimaler Eindruck für Websites jedwelcher Art.

Doch es handelt sich um den Webauftritt einer reinen Online-Zeitschrift! Deren einzige Präsenz ist das Internet! Wird sie da nicht gefunden, so ist sie faktisch inexistent. Dass eine Online-Zeitschrift schon nur bestehende URLs ändert, ist ein grosser Fehler. Aber dann auch noch potenzielle Leser buchstäblich im Leeren hängen lassen? Kommt einem publizistischen Selbstmord gleich.

So, und um die Sache noch ein bisschen schrecklicher zu machen: Es handelt sich um eine Online-Zeitschrift mit dem Thema Medienpädagogik...

seufz Wenn selbst denen das grundlegende Verständnis davon fehlt, wie das Publizieren in digitalen Welten funktioniert...

Bitte, liebe medienpaed.com-Herausgeber, macht das rasch heile und findet doch auch eine Lösung für die bisherigen Artikel-URLs (das Konzept von automatischen Weiterleitungen ist schon erfunden worden...)

OK, ich geb's zu: Ich übertreibe. Aber nur ein klein wenig.

P.S.: Im Biblionetz sind derzeit folgende 24 Links nicht mehr gültig:

http://www.medienpaed.com/02-1/biffi1.pdf
http://www.medienpaed.com/02-2/breiter1.pdf
http://www.medienpaed.com/02-2/kerres_dewitt1.pdf
http://www.medienpaed.com/02-2/reinmann1.pdf
http://www.medienpaed.com/03-2/seufert1.pdf
http://www.medienpaed.com/05-1/reinmann2.pdf
http://www.medienpaed.com/05-2/moser05-2.pdf
http://www.medienpaed.com/05-2/petko05-2.pdf
http://www.medienpaed.com/05-2/schelhowe05-2.pdf
http://www.medienpaed.com/05-2/zimmermann_michel05-2.pdf
http://www.medienpaed.com/15/petko0811.pdf
http://www.medienpaed.com/19/bachmair1103.pdf
http://www.medienpaed.com/19/pimmer1103.pdf
http://www.medienpaed.com/19/seipold1104.pdf
http://www.medienpaed.com/19/wolf1105.pdf
http://www.medienpaed.com/2009/bachmair0903.pdf
http://www.medienpaed.com/2009/kerres0908.pdf
http://www.medienpaed.com/2011/kyas1105.pdf
http://www.medienpaed.com/2012/stoecklin1206.pdf
http://www.medienpaed.com/21/grell_rau1111.pdf
http://www.medienpaed.com/21/kamin1110.pdf
http://www.medienpaed.com/21/mayrberger1201.pdf
http://www.medienpaed.com/21/moser1111.pdf
http://www.medienpaed.com/21/schaumburg1108.pdf


Lieber Beat da war irgendwie noch der Wurm drin. Falsche Eingaben sollten nämlich automatisch eine Suche auslösen. Inzwischen scheint das wieder zu funktionieren. Eine Mail an die Redaktion oder unser Webcenter hätte uns da mehr geholfen als die öffentliche Rüge ...

Ich finde welchselnde Links ebenfalls mühsam und nehme das gelegentlich auch persönlich. Aber selbst Personen- und Ländernamen, AHV- und Telefonnummern, Mail-Adressen oder die deutsche Rechtschreibung ändern sich im Lauf des Lebens. Das Schweizer Fernsehen heisst mal DRS, mal SF oder SRF. Eben noch war es über sf.tv zu erreichen, jetzt heisst die URL srf.ch. In mühsamer Kleinarbeit erstellte Linklisten mit Hinweisen auf Schulfernsehsendungen kann ich also vergessen, weil die «mySchool»-Beiträge schon wieder umgezogen sind.

Laut neuer Systematik auf www.medienpaed.com sollten jetzt alle Artikel über einen Anker zu finden sein, der auf nameJJMM lautet. Ich finde es immer etwas unpassend, wenn publizierte Links auf ein PDF zeigen und man sich dann nicht im Kontext des jeweiligen Heftes (oder was auch immer) wiederfindet. Deshalb sollen direkte Links auf die PDF-Dateien der Artikel künftig vermieden werden. Zum einen wären die URLs aufgrund der neuen Ordnerstruktur (auf die ich leider keinen Einfluss habe) länger und damit komplizierter, zum anderen wollen wir Links, die direkt zum betreffenden Artikel im jeweiligen Heft führen (mit Angaben zu Autor, Titel, Datum, Abstract sowie Dokumentdownload). Man sieht also gleich, in welchem Themenkontext oder Jahrgangsheft der Beitrag erschienen ist und was dort sonst noch zu finden ist.

Die rund 200 Artikel sind im Archiv alle alphabetisch nach Autoren aufgeführt und gemäss Chicago Manual of Style bibliografiert, damit man auch exemplarisch sieht, wie sie zitert werden können.

Die falschen Linkangaben in den Kopf- oder Fusszeilen der früheren Artikel-PDFs sind an vielen Stellen schon behoben und sollen nach und nach überall angepasst werden. Wir bleiben dran und bitten für allfällige Unannehmlichkeiten um Entschuldigung. Da hat es also auch Vorteile, dass im Netz nicht alles für die Ewigkeit ist: Man kann korrigieren, anpassen und es das nächste Mal besser machen.

Und wenn alles nicht klappt, hoffen wir, dass unsere User den «Medienkompass» gelesen haben (z.B. auf Seite 59 im «Medienkompass 2») oder sonst schon so internetkompetent sind, dass sie die fehlerhafte URL von hinten schrittweise abschneiden, bis eine Seite erscheint, auf der man suchen oder im Archiv stöbern kann.

Mit herzlichem Gruss, Daniel

-- DanielAmmann - 20 May 2014


Lieber Daniel,

ich gebe zu: Eine direkte Mail an die Redaktion wäre netter gewesen. Aber das systematische Missachten der publizierte URLs dürfen nicht sterben-Regel ist ein rotes Tuch für mich und da neige ich zu Überreaktionen. Sorry.

Ja, Institutions- und Personennamen etc. ändern. Aber das von dir gebrachte Schweizer Fernsehen ändert vielleicht den Namen oder den Webauftritt, aber möglichst selten ihre Ausstrahlfrequenz, weil das der zentrale Kommunikationskanal des Schweizer Fernsehens ist. Und für eine wissenschaftliche Online-Zeitschrift ist es ihr Online-Auftritt und damit ihre URLs. Wenn das neue Contentmanagement-System es notwendig macht, dass das URL-Schema ändert, dann gibt es für bereits publizierte Artikel immer noch die Möglichkeit der automatischen Weiterleitung. Klar, das ist dann Handarbeit, pro Artikel eine Weiterleitung einzurichten (ausser alles funktioniert nach dem gleichen Schema). Aber beim primären Publikatonskanal sollte man diesen Aufwand treiben. Man will ja gefunden werden. (Ich habe diesen Aufwand kürzlich für die wichtigesten alten Adressen der PH Schwyz getrieben, damit die Seiten weiterhin abrufbar sind, obwohl wir nicht mehr die PHZ Schwyz (schwyz.phz.ch), sondern die PHSZ (www.phsz.ch) sind und die Ordnerstruktur sich geändert hat.)

Mit Gruss
Beat

-- BeatDoebeli - 20 May 2014

Lieber Beat

laut Webcenter wurde die integrierte Suche bereits angepasst und optimiert. Die veralteten Links sollten also nicht mehr ins Leere laufen. Und ja: Der (webredaktionelle) Kampf für link- und lebenserhaltende Massnahmen geht weiter. Auch bei mir.

Beste Grüsse und Danke für dein Engagement, Daniel

-- DanielAmmann - 22 May 2014

 
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Topic revision: r31 - 13 Feb 2013 - 08:39:07 - BeatDoebeli
 
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