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Beats Weblog


Angefangen am 18 Apr 2015 - 12:54 - Version 1

Apple-Ärger

  • Das iOS-Spiel Die Siedler HD für iPad verschenkt (CHF 5.-)
  • Die App startet auf dem iPad, nach 10 Sekunden bleibt der Bildschirm schwarz
  • Ein Reboot des iPads bringt nichts
  • Ein Blick auf iTunes zeigt, dass die App am 16.11.2010 zum letzten Mal aktualisiert worden ist und mindestens iOS 3.2 erfordert. Auf dem iPad ist iOS 8.3
  • Auf der Seite Die Siedler HD Support von Gameloft ist das Spiel nicht mal mehr aufgeführt
  • Die App erscheint in der Familienfreigabe weder beim Schenker noch beim Verschenkten unter den gekauften Apps, damit ist weder das Testen der App auf einem anderen iPad noch das Zurückgeben der App möglich.
  • Nachdem man die App gelöscht hat, lässt sie sich auch nicht mehr neu installieren:
    • Sie erscheint nicht unter den gekauften Apps
    • Der Geschenkgutschein lässt sich nicht erneut nutzen: Er wurde bereits eingelöst
  • iTunes unter Windows stürzt auf zwei unterschiedlichen Computern reproduzierbar ab, wenn die Seite Einkaufsstatistik abgerufen wird.

Nein, ich will nichts mehr dazu sagen.


 
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Angefangen am 17 Apr 2015 - 09:34 - Version 1

Der Blahfaselgenerator

Vor einer Woche habe ich in meinem Einstiegsreferat Aus dem fernen Digitalien an den edudays 2015 für den Einstieg einen Leitmedienwechsel-Blahfaselgenerator gezeigt, der tausend und abertausend Varianten der seit 30 Jahren in allen Schul-ICT-Strategiepapieren allgegenwärtigen Aussage Wir leben in einer Informationsgesellschaft und die Schule muss darauf reagieren produziert.

img020.jpg

Jochen Robes (Biblionetz:p02243) hat dies in seiner Blog-Erwähnung zwar als "launischen Einstieg" bezeichnet (und diese Funktion hatte es auch), der Blahfaselgenerator hatte aber auch ernsthafte Hintergründe. Diese spricht z.B. Gabi Reinmann (Biblionetz:p01980) in ihrem Blogposting an:

Aber hängen geblieben bin ich eben vor allem am Blahfaselgenerator – schon allein wegen des Klangs dieses schönen Wortes ;-). Ich denke, einen solchen Blahfaselgenerator wirft man seit vielen Jahren in wohl jedem Bildungskontext in regelmäßigen Abständen an

Als Gegenmassnahme schlägt Gabi Reinmann unter anderem akive Medienarbeit vor:

Und hier kommt wieder Beats Blahfaselgenerator ins Spiel – nämlich als Instrument für das eigene Ausprobieren: Denn die beste Sensibilisierung gegen das digitale Gefasel ist wahrscheinlich, sich in der Formulierung sinnarmer Sätze zur Notwendigkeit der “Digitalisierung von Bildung“ zu üben. Früher nannte man das aktive Medienarbeit.

Genau das schlage ich am Ende meines Edudays-Referats auch vor: In der Primarschule selbst einen Blahfaselgenerator zu programmieren. Im Deutschlehrmittel ist die Idee einer sprachverarbeitenden Maschine bereits vorhanden in Form einer Wörtersortiermaschine:

img085.jpg

Doch statt nur einer rezeptiven Sprachsortiermaschine lässt sich in der Primarschule durchaus eine sprachgenerierende Maschine erstellen, z.B. mit Scratch. Bereits dieses kleine Programm demonstriert eindrücklich, wie viele verschiedene Sätze dank der kombinatorischen Explosion möglich sind:

img086.jpg

Das gezeigte Programm produziert bei jedem Händeklatschen einen neuen Satz:

img087.jpg

Und nun zum ernsten Hintergrund.
(Denn in der Primarschule geht es mir nicht primär darum, dass Schülerinnen und Schüler hohle Phrasen als solche erkennen...)

Für mich ist der Blahfaselgenerator in Scratch ein Beispiel für eine Kombination von Informatik-Unterricht und Deutsch-Unterricht. Durch das Erstellen eines Blahfaselgenerators lernen die Kinder etwas über die Funktionsweise eines Computerprogramms und den Aufbau einer Sprache. Sie werden mit unterschiedlichen Wortarten, unterschiedlichen Fällen, unterschiedlichen Geschlechtern von Substantiven etc. konfrontiert, aber nicht in Form von bekannten Zuordnungsübungen etc. sondern in Form von zu meisternden Herausforderungen, damit der Blahfaselgenerator korrekte deutsche Sätze generiert.

Und was ist daran nun ernst? Mir liegt viel daran, mit diesem Beispiel zeigen zu können, dass Informatik nicht nur mit Beispielen aus der Mathematik, der Geometrie und den Naturwissenschaften verbunden werden kann. Computer verarbeiten nicht nur Zahlen, Computer können nicht nur rechnen. Computer verarbeiten Symbole.

Aus meiner Sicht ist es eine gefährliche Entwicklung, wenn Einführungen in die Informatik in der Primarschule - insbesondere ins Programmieren - nur mit mathematischen und geometrischen Problemstellungen vorgenommen werden. Ja, das Zeichnen von Dreiecken, Vierecken und n-Ecken ist seit Seymour Paperts Logo ein Klassiker, der seine Berechtigung hat. Sich aber im Informatik-Unterricht darauf zu beschränken scheint mir im Jahr 2015 kontraproduktiv zu sein. Es besteht die Gefahr, dass Informatik als Mathematik wahrgenommen wird (mit den bekannten Vorurteilen der Mathematik gegenüber) und dass die Universalität des Computers nicht gespürt wird.

Konkret finde ich es aus diesen Überlegungen problematisch, wenn
  • zum Einstieg ins Programmieren eine Programmierumgebung verwendet wird, die nur oder primär Zahlen verarbeiten kann.
    (noch konkreter: Logo-Programmierumgebungen sind perfekt auf Geometrie ausgerichtet, können aber meist kaum mit Buchstaben umgehen)
  • bei der Umsetzung des Lehrplan 21 der Kompetenzaufbau Informatik der Mathematik zugeordnet wird (und der Kompetenzaufbau Medien dem Fach Deutsch)
    denn damit findet bereits auf der Stundenplanebene die Zuordnung Informatik = Mathematik statt. Selbst wenn diese Zuordnung stattfindet, muss sichergestellt werden, dass Informatik nicht nur an mathematischen Beispielen gelehrt und gelernt wird!

Damit ist es mir sehr ernst.

P.S.: Den Nonsense-Generator unter http://beat.doebe.li/nonsense/ict habe ich nicht selbst entwickelt, sondern vom Projekt http://nonsense.sourceforge.net/ profitiert. Ich musste nur eine einzige Textdatei mit einem Texteditor bearbeiten, aber nichts programmieren.


 
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Angefangen am 11 Apr 2015 - 17:12 - Version 1

Aus dem fernen Digitalien

Diese Woche durfte ich in Krems die edudays 2015 eröffnen. Es fiel mir schwer, ein Thema zu finden, über das nicht schon tausend Mal geschrieben und gesprochen worden ist. Nach langem Nachdenken habe ich mich entschlossen, genau das zum Thema des Einstiegsreferats zu machen.

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Unter dem Titel Aus dem fernen Digitalien... habe ich in einem ersten Teil versucht, den Leitmedienwechsel (Biblionetz:w02306) erlebbar zu machen und gleichzeitig das "Alles ist schon mal gesagt worden, nur noch nicht von mir" halb scherzhaft, aber eben doch mit einem ernsten Hintergrund zu präsentieren.

Ich habe die Tatsache, dass 250 Leute da waren, obwohl mein Vortrag mit einem Blindtext-Abstract angekündigt worden war, zum Anlass genommen, mit dem Publikum einen Teil des NYT-Tests vom März 2015 durchzuführen: Wurden diese Texte von einem Menschen oder von einem Computer geschrieben?

Dieser Test eignet sich aus meiner Sicht derzeit gut, um aufzuzeigen, dass Automatisierung nicht beim Schalterbeamten und Lageristen haltmacht, sondern auch anfängt Berufe zu gefährden, die eigentlich als intellektuell anspruchsvoll gelten.

Um zu zeigen, wie auswechselbar all die Texte der letzten 40 Jahre mit Forderungen für digitale Bildung sind, habe ich im Anschluss den Test mit sechs entsprechenden Texten erweitert. Die dabei verwendeten Texte stammten einerseits aus der besagten Zeitspanne von 40 Jahren, andererseits von meinem rasch zusammengebastelten Leitmedienwechsel-Blahfaselgenerator (mehr dazu vielleicht ein andermal).

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Im zweiten Teil des Referats habe ich dann 6 Empfehlungen an die digital education community gerichtet, damit wir endlich mehr Breitenwirkung erzielen:

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  1. Nicht zu den Konvertierten sprechen
    Alle edudays, barcamps etc. sind gut und wichtig. Aber da versuchen immer Überzeugte, andere Überzeugte zu überzeugen. Man ist einerseits glücklich, dass alle gleicher Meinung sind und man ist gleichzeitig gemeinsam unglücklich, dass die da draussen nicht derselben Meinung sind. Aus meiner Sicht müsste die digital education community viel stärker an andere Konferenzen, Tagungen und Weiterbildungen Auftreten: Inklusion, Fachdidaktik, Heterogenität, Ganztagesschulen etc. und dort die Potenziale digitaler Medien aufzeigen.
     
  2. Präzise formulieren und argumentieren
    Digital ist nicht per se gut. Das wissen wir eigentlich, aber oft sind wir im Alltag schlampig in unseren Argumentationen oder nehmen die Tatsache, dass Digital eine Realität ist als nicht mehr zu begründende Selbstverständlichkeit hin.
     
  3. Die Argumente der Kritiker kennen
    Pointiert formuliert sollten wir die Argumente der Kritiker besser kennen als diese selbst. Dazu lohnt es sich, gehaltvolle Kritik zu lesen und die bestehende Sammlung gegen Digitales in der Bildung Durchzusehen.
     
  4. Sowohl-Als-Auch statt Entweder-Oder
    Wir sind uns meist bewusst, dass es nicht um ein Entweder-Oder geht, sondern um ein Sowohl-Als-Auch In der euphorischen Diskussion vergessen wir jedoch zeitweise, dies auch wieder mal deutlich zu sagen, was dann zu sinnlosen entweder-oder-Diskussionen führt.
     
  5. Digitales nicht zum Selbstzweck
    Diese Empfehlung ist eine Folge aus "Digital ist nicht per se gut" und "sowohl-als-auch": Wir sollten bei unseren Beispielen gut überlegen, ob sie wirklich einen Mehrwert bieten oder ob das gezeigte Beispiel ohne digitale Medien nicht sogar effektiver wäre.
     
  6. Mehr als ein Beispiel auf Lager haben
    Und zum guten Schluss sollten wir für unsere Behauptungen und Wünsche mehr als ein Beispiel auf Lager haben. Zu oft werden viele Unterrichtsmethoden, Lernumgebungen etc. mit immer dem gleichen Beispiel untermauert. In der Breite kann aber alles nur wirksam werden, wenn es massiv mehr als ein Beispiel gibt...

So, mit dieser Zusammenfassung lässt sich nun leichter entcheiden, ob und wenn ja welche Teile des Referats sich genauer anzuschauen lohnt. Derzeit sind die Folien inkl. Literaturverweise online, kommende Woche wird die Videoaufzeichnung folgen.


sms2sms / dissent-is meint via Twitter:

  1. konvertite sind gläubige. du willst zu den (noch) ungläubigen reden? ähm... die unterscheidung führt dich in teufels-küche...
  2. präzision ist eine idee aus der linear-kausalen logik einer idee-logik, welche die welt als eine maschine begreift... ähm...
  3. alle kritiken von allen kritikern kennen zu MüSSEN, meint, verdammt zu sein, alles zu lesen, was je geschrieben worden ist... ähm...
  4. es gibt im (implizit zitierten) tetralemma eine fünfte position... ähm...
  5. digital vs selbstzweck. digital vs. anaolog. digital vs. real. ähm. unterscheidungen löschen? ja! aber was ist die unterscheidung hier?
  6. beispiele auf lager haben. wozu? um bekehren zu können? ähm... #rerelgion geht es darum, dass wir eine horde gläubiger werden? welche von beispielen mundtot gemacht worden sind?

 
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Angefangen am 02 Apr 2015 - 09:27 - Version 1

Schlussbericht der Arbeitsgruppe zu Medien und Informatik im Lehrplan 21

Heute (2.04.2015) wurde mit der Druckfassung des Lehrplans 21 (Biblionetz:w02172) auch der Schlussbericht der Arbeitsgruppe zu Medien und Informatik im Lehrplan 21 PDF-Dokument (Biblionetz:t17700) veröffentlicht.

Neben einer Zusammmenfassung der Entstehungsgeschichte des Teillehrplans Medien und Informatik (Biblionetz:t17600) enthält er vor allem Empfehlungen zur Umsetzung des Lehrplans in den Kantonen (Aus- und Weiterbildung, Lehrmittel und Infrastruktur).

Ich bin sehr froh, dass dieser Bericht nun öffentlich verfügbar ist, den viele Kantone sind schon seit längerem mit der Umsetzungsplanung beschäftigt.

Gerne verweise ich in diesem Zusammenhang auch nochmals auf meine Auslegeordnung "Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen für den Lehrplan 21 (Biblionetz:t17550).

factsheet.jpg

Beide Dokumente machen deutlich, dass hier etwas Neues auf die Schule zukommt, das zur Einführung entsprechene Ressourcen benötigt.


 
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Angefangen am 07 Nov 2014 - 10:06 - Version 2

Teillehrplan "Medien und Informatik" in Tabellenform

Update: Heute (2.04.2015) wird um 10:00 die Druckfassung des Deutschschweizer Lehrplans 21 (Biblionetz:w02172) in einer Medienkonferenz vorgestellt. Der Lehrplan ist jetzt vollständig unter http://vorlage.lehrplan.ch/ abrufbar. Dies ist die letzte Version der D-EDK, nun folgen (nur) noch die kantonal angepassten Versionen.

Heute (7.11.2014) wird um 10:00 die Endfassung des Deutschschweizer Lehrplans 21 (Biblionetz:w02172) in einer Medienkonferenz vorgestellt. Der Lehrplan ist bereits jetzt vollständig unter http://vorlage.lehrplan.ch/ abrufbar.

Zum Lehrplan 21 gehört auch der Teillehrplan Medien und Informatik (Biblionetz:t17600). Offiziell ist er derzeit erst in linearer Form als PDF PDF-Dokument erhältlich. Wie bereits beim Entwurf vor anderthalb Jahren finde ich eine tabellarische Darstellung lesefreundlicher, da sich somit Themen- als auch Stufenbezüge einfacher machen lassen.

medien-und-informatik-01.jpg
Offizielle Darstellung des Kompetenzen

Ich habe mir deshalb wiederum die Mühe gemacht, den Inhalt des offiziellen Dokuments in eine Tabelle umzugiessen und Stelle diese Darstellung hier in zwei Datenformaten zur Verfügung:

(Copy&Paste-Fehler vorbehalten, bitte melden wink )

medien-und-informatik-02.jpg
Die drei Teilbereiche als drei Tabellen

Der Teillehrplan Medien und Informatik gliedert sich neu in die drei Teilbereiche
  • Medien
  • Informatik
  • Anwendungskompetenzen


 
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Angefangen am 16 Mar 2015 - 16:55 - Version 6

Wenn "Medien und Informatik" von der Projektleitung als "auch mit neuen Medien arbeiten" wahrgenommen wird...

Ich bin grad etwas schockiert und ratlos. Im aktuellen Schulblatt des Kantons Zürich ist ein Interview PDF-Dokument (Biblionetz:t17604) mit den beiden Umsetzungsverantwortlichen des Lehrplans 21 (Biblionetz:w02172) im Kanton Zürich, Kathrin Schmocker und Roland Fischer.

In diesem Interview sagt Frau Schmocker:

Schmocker: Gerade der Bereich Medien und Informatik veranschaulicht, dass der Lehrplan 21 nicht für alle Lehrpersonen bahnbrechende Neuerungen bringt, sondern für einige bloss schriftlich festhält, was sie bereits tun: Im Unterricht auch mit neuen Medien zu arbeiten.

Nein. Und nochmals nein. Im Modullehrplan geht es nicht um das Arbeiten mit neuen Medien im Unterricht.

Es geht um Kompetenzen in Informatik und Medienbildung und um das effiziente Nutzen von digitalen Medien (Anwendungskompetenzen). Es geht um Informatik, Medien und Anwendungskompetenzen als Unterrichtsthema, nicht als (beiläufiges) Werkzeug im Unterricht. Insbesondere im Bereich Informatik dürfte sich der Prozentsatz der Lehrpersonen, die das bereits tun, im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen.

Um es nochmals deutlich zu sagen: Informatik ist ein neues Thema für die Volksschule, das stand bisher weder im Lehrplan noch wird das von wenigen Ausnahmen abgesehen derzeit in der Schule behandelt.

Frau Schmocker ist nicht nur Co-Projektleiterin der Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich. Sie war auch von 2009-2014 Leiterin des Projekts Lehrplan 21 in der D-EDK. Es ist also die ehemalige Projektleiterin des Lehrplans 21 und jetzige Umsetzungsverantwortliche im grössten Schweizer Kanton, die den Modullehrplan "Medien und Informatik" mit "im Unterricht auch mit neuen Medien zu arbeiten" charakterisiert. Das schockiert mich.

Es nährt meine im Februar 2015 geäusserten Bedenken, dass das Modul "Medien und Informatik" vergessen gehen könnte. Wie so frage ich mich, sollte das Bewusstsein, dass da etwas Neues und Grosses auf die Schulen zukommt wachsen, wenn selbst die ehemalige Projektleiterin des Lehrplans öffentlich solche Aussagen macht?

Vorschläge sind willkommen.


Ich bin nicht sicher, ob der Name der Leiterin des Projektes Lehrplan 21 in der D-EDK richtig geschrieben ist. Müsste man das "m" nicht weglassen?

-- WernerHartmann - 17 Mar 2015

Genauso schockiert und ratlos war ich an unserer Schule vor zwei Tagen, als es um die Frage der Umsetzung des neuen ICT-Konzeptes an unserer Schule ging. Und in diesem Konzept geht es zentral um Kompetenzen im Zusammenhang mit den neuen Medien. Die meisten meiner Kollegen waren aber genau der Meinung von Frau Schmocker: für sie geht es um das Arbeiten mit neuen Medien im Unterricht, um entsprechende Apps und effizienteres Lernen mit Tablets.

-- KurtJakob - 18 Mar 2015

Der Kommentar von Kurt Jakob eignet sich gut für meine Ergänzung: Wäre Kathrin Schmocker mit ihrer Interpretation alleine, würde ich mir weniger Sorgen machen. In meinem Berufsalltag nehme ich jedoch verschiedentlich entsprechende Aussagen wahr, die von Frau Schmocker ist halt schön öffentlich im offiziellen Schulblatt des grössten Schweizer Kantons und stammt von jemandem, die sich seit langem mit dem Lehrplan 21 auseinandersetzt...

-- BeatDoebeli - 19 Mar 2015

Dazu passt unsere Illustration! https://blog.phzh.ch/kompetenzorientierung/2014/11/26/116/ Ist der Junge nun medienkompetent?

-- KoLeP21 - 01 Apr 2015

 
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Angefangen am 26 Mar 2015 - 15:41 - Version 1

Die Lüge vom digitalen Entweder-Oder

Dieser Tage ist das Buch von Gerald Lembke und Ingo Leipner mit dem reisserischen Titel Die Lüge der digitalen Bildung (Biblionetz:b05879) erschienen.

Die beiden Autoren kritisieren in 13 Kapiteln die aus ihrer Sicht fehlgeleitete Nutzung digitaler Medien bei Kindern und Jugendlichen von der Zeit vor der Geburt bis ins Studium. Ihre Aussagen sind meist sehr plakativ und folgen einer schwarz-weissen Entweder-Oder-Logik:

[Es] zeigt sich in der bisherigen Praxis, dass es pädagogisch keinen echten Sinn macht, vor dem 12. Lebensjahr Computer im Unterricht einzusetzen.

Aussagen wie diese (Biblionetz:a01257) eignen sich zwar für plakative Aussagen zur Steigerung der Verkaufszahlen, spiegeln aber die heutige Realität in keiner Art und Weise wider.

Die Forschung gibt klare Antworten: Kinder brauchen eine starke Verwurzelung in der Realität, bevor sie sich in virtuelle Abenteuer stürzen. Ihr Gehirn entwickelt sich besser, wenn kein Tablet oder Smartphone reale Welterfahrung verhindert. Kinder sollten lieber im Matsch spielen als mit Tablets – das ist der beste Weg, um für das digitale Zeitalter fit zu werden.

Kinder benötigen reale und nicht virtuelle Erfahrungen (Biblionetz:a00295) ist ein typisches Beispiel eines plakativen Dilemmas, das aber im realen Alltag nicht viel weiterhilft. Niemand würde ernsthaft der Aussage widersprechen wollen, dass Kinder reale Erfahrungen benötigen und dass der Wald dafür eine gute Lernumgebung darstellt. Aber weder verhindern digitale Medien den Aufenthalt im Wald noch sind Kindergärten und Schulen ohne digitale Medien häufiger im Wald als solche mit digitalen Medien. Natürlich (!), es ist eine Frage des Masses. Aber mit den im Buch gemachten plakativen Aussagen wird die Frage des Masses eben gerade nicht gestellt.

Die Autoren beziehen sich in ihrer Argumentation auf die Stadien der kindlichen Entwicklung nach Piaget (Biblionetz:w01735) und konstatieren dann, dass vor dem Erreichen des formal-operativen Denkens die Nutzung digitaler Medien nicht sinnvoll sei, da Kinder vorher ja digitale Medien nicht wirklich durchschauen und kompetent nützen könnten. Auch dies ist wieder eine sehr plakative, übervereinfachte Sichtweise.

Geschätzt die Hälfte der im Buch gemachten Aussagen lässt sich relativ einfach relativieren, indem man den Bücher-Check macht und den Begriff elektronische Medien durch Bücher ersetzt.

Interessant ist die Untermauerung der im Buch gemachten Aussagen. Die Autoren häufen in einer erstaunlichen Mischung Experten- und Medienmeinungen aufeinander, pochen einerseits auf die Aussagekraft akademischer Abschlüsse, zitieren aber bereits im nächsten Abschnitt die Bildzeitung:

Diesen Aussagen kann Prof. Thomas Fischer nur zustimmen. Er hat die Welt in vielen Facetten studiert und drei Studienfächer abgeschlossen (Betriebsökonomie, Jura und Psychologie). Seit 2011 ist er Lehrbeauftragter für Führungspsychologie, und zwar an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz. Daher hat er einen Überblick, wohin einseitigen Entwicklungen in der Kindheit führen.

Fischer: »Meine Sorge ist es, dass die Digitalisierung den Kindern zu wenig Raum gibt, sich wirklich physisch im Leben einzuleben.« Es sei viel einfacher, »ein Kind vor die Flimmerkiste zu setzen, als mit ihm draußen im Wald spazieren zu gehen, wo man einen Tannenzapfen aufheben und fortwerfen kann.« Der Psychologe verweist auf Piaget: »Zu Beginn des Lebens werden motorische Schemata neurophysiologisch aufgebaut, die großen Verbindungen im Gehirn.« [...]

In dieser Frage bekommt Fischer Schützenhilfe aus einer erstaunlichen Ecke. Die Bild-Zeitung sorgt sich auch um das Wohl der Kinder, die im digitalen Zeitalter groß werden. Sie stellt in einer Überschrift am 09. September 2014 die Frage: »Ab wann braucht mein Kind ein Smartphone?« Der Tipp für Vater und Mutter: »Vor dem dritten Geburtstag sollte kein Kind ein mobiles Gerät in die Hand bekommen – auch nicht das der Eltern.

Soso, gewinnt die Aussage von jemandem, der drei Studienfächer abgeschlossen hat an Gewicht? Und auf der gleichen Seite zitiert man aus der BILD-Zeitung als Beleg für eine Aussage? Gerade bei einem Buch über Medienkompetenz aus meiner Sicht eine seltsame Art der Quellenbewertung. Aus dem Buch ist auch nicht ersichtlich, woher die Zitate von Thomas Fischer stammen, eine entsprechende Quellenangabe ist im Buch nicht zu finden. Gerade in solchen Abschnitten des lockeren Erzählens macht das Buch leider den Eindruck eher mit schneller Feder geschrieben worden zu sein.

Mein Fazit: Wenig wirklich brauchbare Kritik. Digitale Mediennutzung benötigt Kritik, aber die plakative Form dieses Buches bringt die Diskussion nicht wirklich weiter. Statt des Buches kann auch wieder einmal die Sammlung der aktuell 67 Argumente gegen digitale Medien in der Bildung überflogen* werden. Geht schneller.

* Wer mehr Zeit hat, pickt sich aus den dort aufgeführten Argumenten ein ernstzunehmendes aus und überlegt sich Gegenargumente....

 
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Angefangen am 19 Mar 2015 - 10:39 - Version 1

Das Swisspass-Gefasel vom Kundennutzen

Auf August 2015 plant der Verband öffentlicher Verkehr (und nicht die SBB!) in der Schweiz, die Einführung einer RFID-Karte (Biblionetz:w01588) für alle möglichen Abos des öffentlichen Verkehrs.

swisspass.png

Die entsprechende Medienmitteilung spricht vom zusätzlichen Kundennutzen:

Die öV-Karte heisst «SwissPass» und wird zusätzlichen Kundennutzen bieten

Die Branche des öffentlichen Verkehrs hat neben dem Branding auch den Namen für die öV-Karte beschlossen: «SwissPass». Diese mit einem Chip ausgerüstete Karte vereinfacht den Zugang zum öffentlichen Verkehr der Schweiz weiter. Auf dem Chip integriert werden ab Mitte 2015 General- und Halbtax- sowie schrittweise auch Verbund-Abonnemente. Die Grundidee: Eine einzige Karte für möglichst viele Mobilitäts­dienstleistungen. Bereits auf die Einführung im zweiten Halbjahr 2015 wird der «SwissPass» auch für den Zugang zu PubliBike?, SchweizMobil? und verschiedenen Skigebieten benützt werden können. Beabsichtigt ist zudem die Integration von Mobility Carsharing.

Die öV-Karte kommt ganz in Rot daher, heisst «SwissPass» und bietet ab ihrer Einführung in der zweiten Hälfte 2015 eine ganze Reihe zusätzlicher Nutzungsmöglichkeiten für die Kundinnen und Kunden. Der SwissPass? ist ein erster Schritt Richtung E-Ticketing. Mit ihm erreicht der öffentliche Verkehr bereits bei der Einführung der Karte mindestens drei Millionen Kundinnen und Kunden. An Einsatz und Nutzung der heutigen Abonnemente ändert sich nichts.

Der «SwissPass» ist eine Karte mit einem Chip und setzt auf die bewährte RFID-Technik, die in der Schweiz beispielsweise in Skigebieten bereits erfolgreich im Einsatz ist. Auf der Karte sind nur Name, Vorname und eine Kundennummer aufgedruckt. Auf dem «SwissPass» wird lediglich eine unpersönliche Identifikationsnummer gespeichert. Die öV-Abonnemente und Dienst­leistungen von Partnern sind auf dem Lesegerät des Kontrollpersonals ersichtlich, sobald eine Kundin oder ein Kunde den Chip an das Gerät hält. Die Anforderungen des schweizerischen Datenschutzes sind erfüllt.

Der «SwissPass» schafft eine Plattform, auf der schrittweise Fahrausweise und ergänzende Angebote im Bereich Mobilität integriert werden können. Der bei der Lancierung vorgestellte Plan, den Kundinnen und Kunden mit der öV-Karte zusätzliche Angebote zur Verfügung zu stellen, die auf Reisen mit dem öV nützlich sind, ist auf gutem Weg: Jetzt schon steht fest, dass der «SwissPass» auch für Angebote von PubliBike und SchweizMobil benützt werden kann, beabsichtigt ist zudem die Integration von Mobility Carsharing. Auch die Skitickets verschiedener Schweizer Skidestinationen werden die Kundinnen und Kunden auf den «SwissPass» laden können. Ziel ist es, den Fahrgästen den Zugang zu Mobilitäts- und Freizeit-Angeboten weiter zu vereinfachen und sukzessive weitere Partnerangebote auf den SwissPass zu integrieren.

Mir ist bis heute unklar, worin mein zusätzlicher Kundennutzen denn bestehen soll, im Gegenteil. Ich sehe drei Aspekte, bei denen ich eher einen Nachteil haben werde im Vergleich zur jetzigen Situation:

  • Usability: Als regelmässiger Bahnfahrer habe ich mein GA extra so im Portemonnaie, dass ich dieses nur auffalten und dem Kontrolleur zeigen kann, die Karte aber nicht herausklauben muss. Das wird mit dem Swiss Pass nicht mehr möglich sein. Ich werde die Karte herausnehmen und dem Kontrolleur hinstrecken müssen, damit er den RFID-Chip auslesen kann. Auch das Ablaufdatum meines Abos werde ich künftig nicht mehr ohne technische Hilfsmittel ablesen können, denn es wird nicht mehr auf die Karte aufgedruckt sein.
  • Automatische Verlängerung: Aus mir unerfindlichen Gründen verknüpft der VÖV die Einführung des SwissPass mit der automatischen Verlängerung von Abos und verkauft das als kundenfreundlich. Obwohl ich das GA meist nahtlos verlängere, hinterlässt dieser Schritt ein ungutes Gefühl, ist für mich aber nicht der Hauptgrund, mich über den SwissPass zu ärgern.
  • Datenschutz: Es klingt ja gut, wenn in der Medienmitteilung steht, dass die Anforderungen des schweizerischen Datenschutzes (Biblionetz:w00714) erfüllt seien. Spätestens seit Snowden wissen wir jedoch, dass diese Garantie oft den Bildschirm nicht wert sind, auf dem sie angezeigt werden. Es besteht die Gefahr, dass mein Mobilitätsverhalten aufgezeichnet wird. Dies widerspricht dem Prinzip der Datensparsamkeit (Biblionetz:w01211). Ich habe ein GA und kann damit beliebig oft öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Zur Abrechnung ist somit das Aufzeichnen meines Fahrverhaltens nicht notwendig. (Das Gegenargument, dass mein Mobiltelefon noch viel genauere Bewegungsprofile ermögliche, sticht nicht wirklich: Das Mobiltelefon kann ich auch abschalten oder zu Hause lassen und trotzdem ÖVs nutzen, die Swisscard nicht. Und nur weil an einem Ort Bewegungsdaten anfallen, ist das noch kein Grund, dies grundlos auch andernorts zu tun).

Neben diesen problematischen Aspekten habe ich noch keinen einzigen Kundennutzen für mich gefunden. Das Argument, ich hätte dann weniger Plastikkarten im Portemonnaie, rechtfertigt den Aufwand keineswegs. Zudem gibt es durchaus Situationen, wo ich eigentlich die verschiedenen Mobilitätskarten gerne getrennt habe: Wenn ich Skifahre, muss ich mein GA nicht dabei haben (es erhöht die Gefahr, dass ich es in der Skijacke vergesse) und wenn ich mit dem Mobility-Auto im Ausland unterwegs bin, brauche ich weder den Skipass noch das GA.

Klar, das sind keine weltbewegenden Probleme. Aber gerade als Befürworter von digitalen Innovationen ist es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass nicht alles Digitale nur deshalb befürwortet werden sollte, nur weil es digital und neu ist.

 
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Angefangen am 16 Mar 2015 - 10:24 - Version 1

Alte iOS-Apps migrieren

tl>dr; Probleme beim Migrieren eines iPhones mit verschlüsseltem Backup und nicht mehr im iTunes-Store verfügbaren Apps. Also ein unwichtiges Posting.

Im Allgemeinen geht das Wechseln von einem iPhone auf ein neues erstaunlich problemlos: Lokales Backup des alten Geräts auf dem eigenen Computer, neues iPhone aufgrund des gemachten Backups einrichten. Alle Apps, alle Daten und alle Einstellungen sind auf dem neuen Gerät vorhanden. Funktioniert auch bei Modellwechsel. Ist das Backup verschlüsselt, werden auch alle Passwörter (WLAN etc.) mit übertragen.

Seit gestern sind mir zwei Probleme bekannt, wo es dann eben nicht so einfach geht.

Das erste: Wenn man das Verschlüsselungs-Passwort seines iPhone-Backups nicht mehr weiss, so sind nicht nur alle bisher gemachten Backups unrettbar/unlesbar (das kann man sich ja denken). Was ich bis gestern nicht wusste: Das iPhone lässt ohne Eingabe des Backup-Passwortes auch keine unverschlüsselten Backups mehr zu (ausser man setzt das iPhone komplett nue auf). Wer also sein Backup-Passwort vergessen hat, verliert jegliche Möglichkeit für ein aktuelles Backup seines iPhones mit iTunes. Eher mühsam (ich habe mich dann entschlossen, mich wieder an mein Passwort zu erinnern).

Das zweite: Wenn man nicht vorgesorgt hat, so werden Apps, die zum Migrationszeitpunkt nicht mehr im App-Store verfügbar sind, nicht auf dem neuen Gerät installiert. Anders formuliert: Auf dem alten iPhone befindet sich eine App, die wunderbar funktioniert, aber nicht mehr im App-Store erhältlich ist. Diese App wird nicht auf dem neuen Gerät installiert werden, wenn man nicht ein lokales Backup auf dem eigenen Computer zur Verfügung hat, das zu einem Zeitpunkt gemacht worden ist, als die App noch im App-Store verfügbar war. Anders formuliert: iTunes backupt nur Apps, die zum Backupzeitpunkt im App-Store erhältlich sind.

iphone-migration.png

Es kann die Freude am neuen iPhone trüben, wenn eine nicht mehr erhältliche App auf dem Gerät nicht mehr verfügbar ist. Konkret bei mir z.B. eine App, mit der ich remote die Festplatten meines Notebooks durchsuchen und gewünschte Dokumente aufs iPhone laden kann (sehr praktisch, wenn man unterwegs Zugriff auf ein Dokument auf dem eigenen Rechner benötigt (und nicht alles per default in der cloud lagern will)).

Zur Lösung des Problems bin ich gestern auf die (derzeit) kostenlose Beta-Version des Programms Copy Trans App gestossen. Damit lassen sich beliebige Apps backupen und auf einem anderen Gerät wieder installieren, auch solche, die im App-Store nicht mehr verfügbar sind. Geht doch.

(Wie lange (kostenlos) ist eine andere Frage...).

 
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Angefangen am 26 Feb 2015 - 14:24 - Version 5

Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen für den Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 (Biblionetz:w02172) wurde im Oktober 2014 von der Plenarversammlung der D-EDK verabschiedet und zur Umsetzung an die Kantone übergeben. In den Kantonen und den Pädagogischen Hochschulen sind nun Umsetzungverantwortliche daran, Aus- und Weiterbildung für den Lehrplan 21 zu planen. Dies sind keine ICT-Fachleute, entsprechend unterschiedlich ausgeprägt ist das Bewusstsein und Wissen bezüglich Teillehrplan Medien und Informatik (Biblionetz:t17000). Da ich in verschiedenen Kontexten gemerkt habe, dass hier Unsicherheiten bestehen, habe ich versucht, einige grundlegende Fakten zum Thema Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen zusammen zu stellen.

Entstanden ist eine kurzes Auslegeordnung PDF-Dokument (Biblionetz:t17550) mit folgendem Inhalt:

factsheet.jpg

Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen für den Lehrplan 21

Auslegeordnung zur Planung von Aus- und Weiterbildung
Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, 26.02.2015

Der im Oktober 2014 von der D-EDK zuhanden der Kantone verabschiedete Lehrplan 21 enthält einen Teillehrplan „Medien und Informatik“. Das Unterrichten dieses Teillehrplans stellt erhöhte Anforderungen an die digitalen Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern der Volksschule. Dies erfordert eine entsprechende Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen. Diese Auslegeordnung bietet eine Unterscheidung und einheitliche Benennung der notwendigen Kompetenzen auf verschiedenen Bildungsstufen.

Digitale Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Lehrplan 21

Der Teillehrplan Medien und Informatik unterscheidet drei Kompetenzbereiche:
  • Anwendungskompetenzen: „Schülerinnen und Schüler nutzen Informations- und Kommunikationstechnologien in allen Fach- und Lebensbereichen effektiv und effizient.“
  • Medien: „Schülerinnen und Schüler können an der Mediengesellschaft selbstbestimmt, kreativ und mündig teilhaben und sich sachgerecht und sozial verantwortlich verhalten.“
  • Informatik: „Schülerinnen und Schüler verstehen Grundkonzepte der automatisierten Informationsverarbeitung, nutzen sie zur Entwicklung von Lösungsstrategien in allen Lebensbereichen und zum Verständnis der Informationsgesellschaft.“

Der Lehrplan 21 enthält für die beiden Bereiche Medien und Informatik einen Kompetenzaufbau und sieht vor, dass diese Bereiche im Modul Medien und Informatik unterrichtet werden. Die Anwendungskompetenzen werden zwar im Modullehrplan Medien und Informatik aufgelistet, sollen jedoch gemäss Lehrplan 21 in anderen Fachbereichen integriert unterrichtet werden.

factsheer2.jpg

Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen zur Umsetzung des Lehrplans 21

Bei Planung, Ausschreibung und Durchführung von Aus- und Weiterbildungen für Lehrpersonen sind folgende Kompetenzbereiche von Lehrpersonen zu unterscheiden:
  • Anwendung:
    • Eigene Anwendungskompetenzen: Als Lehrperson digitale Medien technisch effektiv und effizient einsetzen können.
    • Fachdidaktische Kompetenzen Anwendung: Als Lehrperson Schülerinnen und Schülern Anwendungskompetenz vermitteln können.
  • Medien:
    • Eigene Medienfachkompetenzen: Als Lehrperson über das notwendige Fachwissen im Kompetenzbereich Medien verfügen, um dieses vermitteln zu können.
    • Fachdidaktische Kompetenzen Medien: Als Lehrperson über das notwendige didaktische Wissen verfügen, wie der Kompetenzbereich Medien vermittelt werden kann.
  • Informatik:
    • Eigene Informatikfachkompetenzen: Als Lehrperson über das notwendige Fachwissen im Kompetenzbereich Informatik verfügen, um dieses vermitteln zu können.
    • Fachdidaktische Kompetenzen Informatik: Als Lehrperson über das notwendige didaktische Wissen verfügen, wie der Kompetenzbereich Informatik vermittelt werden kann.

Unabhängig vom Lehrplan 21 benötigen Lehrpersonen auch mediendidaktische Kompetenzen, um in allen Fächern digitale Medien als Werkzeuge didaktisch effektiv und effizient einsetzen zu können.

Da Anwendungskompetenzen gemäss Lehrplan 21 in anderen Fachbereichen integriert ver-mittelt werden sollen, benötigen ALLE Lehrpersonen der Volksschulstufe gewisse dieser Kompetenzen, nicht nur diejenigen, welche Informatik- oder Medienkompetenzen unterrichten.

Anhang: Nicht im Lehrplan 21 geregelte Aspekte

  • Die Kantone entscheiden selbständig, ob und wie der Teillehrplan Medien und Informatik umgesetzt wird. Erste Kantone haben bereits kommuniziert, in der Primarschule keine eigenen Zeitgefässe für Medien und Informatik vorzusehen, sondern die Kompetenzen integriert in andere Fachbereiche unterrichten zu wollen.
  • Der Lehrplan 21 macht keine Aussagen, ob und wie die Kompetenzen im Teillehrplan Medien und Informatik benotet werden sollen.
  • Geklärt werden muss, wer diese Kompetenzen unterrichten soll. Je nach Verortung der Kompetenzen sind es alle Klassenlehrpersonen und/oder alle Fachlehrpersonen oder ausgewählte Fachpersonen. Die Klärung dieser Frage ist für die Aus- und Weiterbildung grundlegend.
  • Der Lehrplan 21 macht keine Aussage, ob es für das Unterrichten eines Moduls eine spezifische Lehrbefähigung braucht. Dies müsste seitens der EDK (für die schweizweite Anerkennung) und der Kantone geklärt werden und hat Auswirkungen auf den Formalisierungsgrad und somit wohl auch auf den Umfang der Ausbildung (Diplomreglement) und die Weiterbildung (Nachqualifikation vs. Weiterbildung).

Im März 2015 wird zusammen mit der Druckversion des Lehrplans 21 ein Expertenbericht der D-EDK zur Umsetzung des Teillehrplans „Medien und Informatik“ veröffentlicht werden. Er wird unter anderem Aussagen zu den gemäss Experten benötigten Ressourcen in der Stundentafel auf der Zielstufe sowie zum notwendigen Umfang der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen enthalten.

Goldau, 26. Februar 2015
Beat Döbeli Honegger (beat.doebeli@phsz.ch)

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Topic revision: r31 - 13 Feb 2013 - 08:39:07 - BeatDoebeli
 
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