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Beats Weblog


Angefangen am 26 Feb 2015 - 14:24 - Version 3

Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen für den Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 (Biblionetz:w02172) wurde im Oktober 2014 von der Plenarversammlung der D-EDK verabschiedet und zur Umsetzung an die Kantone übergeben. In den Kantonen und den Pädagogischen Hochschulen sind nun Umsetzungverantwortliche daran, Aus- und Weiterbildung für den Lehrplan 21 zu planen. Dies sind keine ICT-Fachleute, entsprechend unterschiedlich ausgeprägt ist das Bewusstsein und Wissen bezüglich Teillehrplan Medien und Informatik (Biblionetz:t17000). Da ich in verschiedenen Kontexten gemerkt habe, dass hier Unsicherheiten bestehen, habe ich versucht, einige grundlegende Fakten zum Thema Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen zusammen zu stellen.

Entstanden ist eine kurzes Auslegeordnung PDF-Dokument mit folgendem Inhalt:

factsheet.jpg

Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen für den Lehrplan 21

Auslegeordnung zur Planung von Aus- und Weiterbildung
Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, 26.02.2015

Der im Oktober 2014 von der D-EDK zuhanden der Kantone verabschiedete Lehrplan 21 enthält einen Teillehrplan „Medien und Informatik“. Das Unterrichten dieses Teillehrplans stellt erhöhte Anforderungen an die digitalen Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern der Volksschule. Dies erfordert eine entsprechende Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen. Diese Auslegeordnung bietet eine Unterscheidung und einheitliche Benennung der notwendigen Kompetenzen auf verschiedenen Bildungsstufen.

Digitale Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Lehrplan 21

Der Teillehrplan Medien und Informatik unterscheidet drei Kompetenzbereiche:
  • Anwendungskompetenzen: „Schülerinnen und Schüler nutzen Informations- und Kommunikationstechnologien in allen Fach- und Lebensbereichen effektiv und effizient.“
  • Medien: „Schülerinnen und Schüler können an der Mediengesellschaft selbstbestimmt, kreativ und mündig teilhaben und sich sachgerecht und sozial verantwortlich verhalten.“
  • Informatik: „Schülerinnen und Schüler verstehen Grundkonzepte der automatisierten Informationsverarbeitung, nutzen sie zur Entwicklung von Lösungsstrategien in allen Lebensbereichen und zum Verständnis der Informationsgesellschaft.“

Der Lehrplan 21 enthält für die beiden Bereiche Medien und Informatik einen Kompetenzaufbau und sieht vor, dass diese Bereiche im Modul Medien und Informatik unterrichtet werden. Die Anwendungskompetenzen werden zwar im Modullehrplan Medien und Informatik aufgelistet, sollen jedoch gemäss Lehrplan 21 in anderen Fachbereichen integriert unterrichtet werden.

factsheer2.jpg

Digitale Kompetenzen von Lehrpersonen zur Umsetzung des Lehrplans 21

Bei Planung, Ausschreibung und Durchführung von Aus- und Weiterbildungen für Lehrpersonen sind folgende Kompetenzbereiche von Lehrpersonen zu unterscheiden:
  • Anwendung:
    • Eigene Anwendungskompetenzen: Als Lehrperson digitale Medien technisch effektiv und effizient einsetzen können.
    • Fachdidaktische Kompetenzen Anwendung: Als Lehrperson Schülerinnen und Schülern Anwendungskompetenz vermitteln können.
  • Medien:
    • Eigene Medienfachkompetenzen: Als Lehrperson über das notwendige Fachwissen im Kompetenzbereich Medien verfügen, um dieses vermitteln zu können.
    • Fachdidaktische Kompetenzen Medien: Als Lehrperson über das notwendige didaktische Wissen verfügen, wie der Kompetenzbereich Medien vermittelt werden kann.
  • Informatik:
    • Eigene Informatikfachkompetenzen: Als Lehrperson über das notwendige Fachwissen im Kompetenzbereich Informatik verfügen, um dieses vermitteln zu können.
    • Fachdidaktische Kompetenzen Informatik: Als Lehrperson über das notwendige didaktische Wissen verfügen, wie der Kompetenzbereich Informatik vermittelt werden kann.

Unabhängig vom Lehrplan 21 benötigen Lehrpersonen auch mediendidaktische Kompetenzen, um in allen Fächern digitale Medien als Werkzeuge didaktisch effektiv und effizient einsetzen zu können.

Da Anwendungskompetenzen gemäss Lehrplan 21 in anderen Fachbereichen integriert ver-mittelt werden sollen, benötigen ALLE Lehrpersonen der Volksschulstufe gewisse dieser Kompetenzen, nicht nur diejenigen, welche Informatik- oder Medienkompetenzen unterrichten.

Anhang: Nicht im Lehrplan 21 geregelte Aspekte

  • Die Kantone entscheiden selbständig, ob und wie der Teillehrplan Medien und Informatik umgesetzt wird. Erste Kantone haben bereits kommuniziert, in der Primarschule keine eigenen Zeitgefässe für Medien und Informatik vorzusehen, sondern die Kompetenzen integriert in andere Fachbereiche unterrichten zu wollen.
  • Der Lehrplan 21 macht keine Aussagen, ob und wie die Kompetenzen im Teillehrplan Medien und Informatik benotet werden sollen.
  • Geklärt werden muss, wer diese Kompetenzen unterrichten soll. Je nach Verortung der Kompetenzen sind es alle Klassenlehrpersonen und/oder alle Fachlehrpersonen oder ausgewählte Fachpersonen. Die Klärung dieser Frage ist für die Aus- und Weiterbildung grundlegend.
  • Der Lehrplan 21 macht keine Aussage, ob es für das Unterrichten eines Moduls eine spezifische Lehrbefähigung braucht. Dies müsste seitens der EDK (für die schweizweite Anerkennung) und der Kantone geklärt werden und hat Auswirkungen auf den Formalisierungsgrad und somit wohl auch auf den Umfang der Ausbildung (Diplomreglement) und die Weiterbildung (Nachqualifikation vs. Weiterbildung).

Im März 2015 wird zusammen mit der Druckversion des Lehrplans 21 ein Expertenbericht der D-EDK zur Umsetzung des Teillehrplans „Medien und Informatik“ veröffentlicht werden. Er wird unter anderem Aussagen zu den gemäss Experten benötigten Ressourcen in der Stundentafel auf der Zielstufe sowie zum notwendigen Umfang der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen enthalten.

Goldau, 26. Februar 2015
Beat Döbeli Honegger (beat.doebeli@phsz.ch)

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Angefangen am 24 Feb 2015 - 12:05 - Version 1

Reflexion^2

Das wird unsere Studierenden freuen, die sich bereits mit "Reflektierst Du noch oder lebst Du schon?" begrüssen wink

 
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Angefangen am 24 Feb 2015 - 11:20 - Version 1

Call for Papers: Medienbildung und informatische Bildung – quo vadis?

Nicht nur in der Schweiz mit dem Teillehrplan Medien und Informatik (Biblionetz:t17000) des Lehrplans 21 stellt sich die Frage des Verhältnisses von Medienbildung (Biblionetz:w01779) und informatischer Bildung (Biblionetz:w02382). Auch in anderen Ländern bewegt sich das Pendel hin und her.

verhaeltnis.jpg

Grund genug für ein Themenheft der Zeitschrift MedienPädagogik haben wir (Heinz Moser, Horst Niesyto, Klaus Rummler und ich) uns gesagt. Seit kurzem ist der Call for Papers PDF-Dokument draussen:

Medienbildung und informatische Bildung - quo vadis?

Zum Verhältnis von Medienbildung und informatischer Bildung

Die Zeitschrift MedienPädagogik wird sich in einem eigenen Themenheft 2015 breit mit dem Verhältnis Medienbildung und informatische Bildung auseinander setzen. Der vorliegende Call bittet um Themenvorschläge (im Rahmen eines Abstracts von ca. 150-200 Wörtern), welche sich auf folgende Fragebereiche beziehen:
  • Wie wird der Verlauf der Informatikdiskussion innerhalb der Medienpädagogik in den letzten Jahrzehnten eingeschätzt, und welche Schlüsse müssen daraus für die Zukunft gezogen werden?
  • Was sind mögliche Gründe für die aktuellen Bestrebungen in Teilen der Informatik, sich von Medienbildung abzugrenzen? Wurden seitens der Medienpädagogik die Thematisierung informatischer Methoden, Sichtweisen und Prozesse vernachlässigt?
  • Gibt es zwischen Medienbildung/ Medienpädagogik und informatischer Bildung einen kohärenten Bereich oder müsste die informatische Bildung unabhängig davon konzipiert werden? Gibt es gemeinsame pädagogische und didaktische Ziele, die für beide Bereiche gelten? Gibt es sich ergänzende, wechselseitig bedingende Aufgaben und Ziele?
  • Welche medienbezogenen Kompetenzen sind bei Lernenden und Lehrenden in einer digitalen Gesellschaft erforderlich? Und was bedeutet dies für die Medienbildung sowie für die informatische Bildung?
  • Welchen Stellenwert soll die informatische Bildung im Konzept einer medienpädagogischen Grundbildung bzw. einer „Grundbildung Medien“ an Hochschulen und Schulen erhalten? Wie sieht dies in den einzelnen schulischen Bildungsplänen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus? Welche zusätzlichen bildungspolitischen Forderungen wären zu stellen? Ist angesichts der Fülle medienbezogener Aufgabenstellungen der rein fächerintegrative Ansatz an Schulen gescheitert? Bedarf es eines eigenen Schulfachs, um hinreichend Grundlagen für eine fächerintegrative Perspektive zu legen?
  • Welche Begründungen für Medienbildung und informatische Bildung gibt es und wie sollen die damit verbundenen Anliegen im Rahmen eines umfassenden Verständnisses in der schulischen Bildung umgesetzt werden?
  • Wie lassen sich bei ausserschulischen Aktivitäten Medienbildung und informatische Bildung kombinieren? Welche herausragenden Projekte gibt es hier bereits? Welche Umsetzungsperspektiven in die Breite sind hier sinnvoll und notwendig?
  • Wie sind die Entwicklungen im deutschsprachigen Raum in den internationalen Diskurs einzuordnen? Ergibt sich aus dieser Perspektive ein zusätzlicher Handlungsbedarf?

Die eingereichten Beiträge sollen theoretisch und empirisch fundiert sein, sich auf wichtige Aspekte der Thematik beziehen und bisher unveröffentlicht sein (Originalartikel). Sie sollten ca. 30.000 bis max. 40.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen. Ein Abstract von 150–200 Wörtern fasst die zentralen Aussagen und Ergebnisse kurz zusammen. Sowohl Titel wie Abstract des Beitrags müssen in deutscher und englischer Sprache vorliegen und zusammen mit dem Artikel eingereicht werden.

Alle Beiträge werden einem double-blind peer-review-Verfahren unterzogen.

Zeitplan:
  • Einreichung der Abstracts: bis 31. März 2015
  • Einladung zur Einreichung der Beiträge bis 30. April 2015
  • Abgabe der Manuskripte: bis 31. August 2015
  • Begutachtung (Peer-Review-Verfahren): bis 31. Oktober 2015
  • Evtl. Überarbeitung der angenommenen Beiträge: bis 10. Januar 2016
  • Produktion (Layout, Aufschaltung): bis 31. März 2016

 
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Angefangen am 22 Feb 2015 - 22:43 - Version 1

Rollkoffer reloaded

Seit bald einem Jahr besitze ich einen Rollkoffer (klar, denn das Digitale Meeting-Notfall-Set wird immer umfangreicher). Das wäre aber noch kein Blogposting wert. Das Besondere an diesem Rollkoffer von Samsonite ist das integrierte Trotinett von micro scooter. Mit einem kurzen Handgriff lässt es sich herunterklappen:

rollkoffer-reloaded-01.jpg

Das Fazit nach etwas mehr als 3/4 Jahren: Es bewährt sich. Zwar lässt sich der Rollkoffer nicht so leicht lenken wie sonstige Microscooter, aber bei einigermassen gerader Strecke und ebenem Belag rollt es sich rasch und effizient. Man merkt dem Produkt an, dass sich hier zwei Kenner ihres jeweiligen Gebiets zusammen getan haben. Der Koffer ist regendicht, die Reissverschlüsse haben mein Würgen und Zerren bisher schadlos überstanden und die Innenausstattung des Koffers ist praktisch: Hinten Kleider/Schuhe oder bulkigere Dinge, vorne Laptop, Tablet und Papierunterlagen. Mehr Platz als in meinem früheren IKEA-Rucksack hat es jedoch nicht.

rollkoffer-reloaded-02.jpg

Der Micro luggage, wie er offiziell heisst, ist von den Massen her als Handgepäck zugelassen (erfolgreich getestet, auch wenn er mit meiner Vollbepackung vermutlich über dem erlaubten Gewicht war). Der einzige Wermutstropfen der ersten Version, die für grössere Menschen etwas kurze Stange beim Ziehen des Koffers wurde in der zweiten Version mit einer Teleskopverlängerung ausgestattet. Zudem ist die zweite Version besser lenkbar und lässt sich mittels verschieden harten Einsätzen auf das Körpergewicht anpassen.

Der Listenpreis von CHF/Euro 399.- ist etwas happig, das Teil lässt sich jedoch auch günstiger finden.

P.S.: Aktuell habe ich ein Modell der ersten Generation gebraucht abzugeben wink

 
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Angefangen am 10 Feb 2015 - 10:22 - Version 2

Do IT yourself am 30.05.2015

Über Informatik in der Schule wird seit Jahren geredet. In der Schweiz aufgrund des Lehrplans 21 in letzter Zeit intensiver. Aber auch sonst wird in letzter Zeit häufiger ein Schulfach Informatik gefordert (Biblionetz:a00436), weil Informatikkenntnisse zur Allgemeinbildung gehören (Biblionetz:a01051).

Aber darüber reden reicht nicht. Auch wenn es nun im Lehrplan 21 drin steht: Irgendwer muss es auch tun! Aus diesem Grund lädt die Pädgogische Hochschule Schwyz (phsz) zur Fachtagung Do IT yourself am Samstag, den 30.05.2015 nach Goldau ein.

diy-2015.png

"Machen statt (nur) darüber reden" ist das Motto der Tagung, das nicht nur für den Bereich Informatik gilt. Der Konstruktionismus (Biblionetz:w00561) ist ein Prinzip, dass sich auch auf MINT- (Biblionetz:w02201) und andere Fächer ausdehnen lässt.

Do IT yourself! Der Titel der Tagung soll auch programmatisch dafür stehen, dass die Zeit des Redens über Informatik in der Schule nun vorüber ist. Der Lehrplan 21 ist da - und mit ihm der Teillehrplan "Medien und Informatik". Jetzt geht es darum, die definierten Kompetenzen in die Tat umzusetzen. Die Fachtagung bietet dafür Impulse und viele praktische Ideen.

Ich freue mich sehr auf die drei Keynotes von Heidi Schelhowe, Frédéric Thiesse und Damayanti Talky, aber auch die acht spannenden Workshops!

Also: Nicht nur darüber nachdenken, sondern das Tagungs-Programm studieren und sich danach gleich anmelden!

 
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Angefangen am 15 Jan 2015 - 15:20 - Version 4

Geht das Modul "Medien und Informatik" vergessen?

Im Herbst 2014 wurde der Lehrplan 21 (Biblionetz:w02172) von der D-EDK verabschiedet. Im Kurzvideo von SRF mySchool wird erklärt, dass die Harmonisierung ein Ziel des Lehrplans 21 sei: Ein Lehrplan statt 21 unterschiedliche Lehrpläne.

"Medien und Informatik" ist im Lehrplan 21 ein verbindliches Modul (Biblionetz:t17000), die geforderte Verbindlichkeit für digitale Kompetenzen ist somit gegeben.

Somit alles bestens?

Volksschulbildung ist jedoch weiterhin Kantonssache, nichts von schweizweiter Einheitlichkeit. Und wenn ich die aktuellen Zeitungsberichte lese, mache ich mir gewisse Sorgen, wie es um die Verbindlichkeit des Moduls "Medien und Informatik" steht.

Anfang dieser Woche gab der Kanton Luzern bekannt, wie er die Stundentafeln aufgrund des Lehrplans 21 neu zu gestalten gedenkt. Unter anderem berichtet die Neue Luzerner Zeitung in ihrer Ausgabe vom 13.01.2015 über die geplanten Veränderungen (Biblionetz:t17385, meines Wissens nicht online verfügbar):

t17385.jpg

Im Lead des Artikels steht:

So will der Kanton Luzern den neuen Lehrplan umsetzen: Während auf Sekundarstufe Lektionen abgebaut werden, müssen Primarschüler stärker ran: mehr Französisch, Deutsch, Mathematik, Mensch und Umwelt sowie Musik.

Hmm, Medien und Informatik wird nicht prominent erwähnt. Genauer gesagt: Medien und Informatik wird im Artikel gar nicht erwähnt, auch wenn sonst detailliert aufgeführt wird, was sich alles ändert:

Kurzfristig wird die Einführung des neuen Lehrplanes zu Mehrkosten führen, denn auf Stufe Primar wird ordentlich ausgebaut:
  • Mehr Deutsch: In der 1. und 2. Klasse wird pro Woche eine Lektion mehr Deutsch unterrichtet (6 statt 5).
  • Mehr Französisch: In der 5. und 6. Klasse pro Woche eine Lektion mehr Französisch (3 statt 2).
  • Mehr Mathematik: In der 3. und 4. Klasse pro Woche eine Lektion mehr Mathematik (5 statt 4).
  • Mehr Mensch und Umwelt: (neu Natur, Mensch, Gesellschaft): Von der 3. bis zur 6. Klasse pro Woche eine Lektion mehr (6 statt 5).
  • Mehr Musik: In der 5. und 6. Klasse pro Woche eine Lektion mehr Musik (2 statt 1).
  • Weniger textiles und technisches Gestalten: Insgesamt fallen sechs Lehrerlektionen weg. In der 5. und 6. Klasse wird je eine Lektion weniger unterrichtet (2 statt 3). In der 1. und 2. Klasse wird je eine Halbklassenunterrichtsstunde gestrichen.

Woran liegt das? Primär daran, dass der Kanton Luzern das Modul Medien und Informatik in der Primarschule nicht in der Stundentafel aufführt, wie dem Foliensatz der entsprechenden Medienkonferenz PDF-Dokument zu entnehmen ist:

luzern-lp21.jpg

Medien und Informatik ist im Kanton Luzern erst auf der Sekundarstufe I (neu: Zyklus 3) mit zwei Jahreslektionen vorgesehen:

luzern-lp21-2.jpg

Was mir grad mehr Sorgen macht, als dass Luzern das Modul auf der Primarschulestufe integriert unterrichten will, ist die damit einhergehende Gefahr, dass das Thema vergessen geht - der oben zitierte Artikel ist ein Beispiel dafür. Dass Medien und Informatik auch auf der Primarschule eine Neuerung darstellt, die einiges an Weiterbildungsaufwand generieren wird, geht unter.

Ähnliche Sorgen kann man sich auch machen, wenn man die Aussagen des Zuger Bildungsdirektors vom vergangenen Dezember anschaut. Unter dem Titel "In Zug ist schon vieles umgesetzt" (Biblionetz:t17357, meines Wissens nicht online verfügbar) lässt sich der Zuger Bildungsdirektor Schleiss folgendermassen zitieren:

t17357.jpg

Die Einführung des Lehrplans 21 ist sicher nicht gratis. Im Kanton Zug ist aber Sparen angesagt. Wie schaffen Sie diesen Spagat?
Schleiss: Die Regierung hat im Vorfeld die Leitlinien festgelegt. Darin wird festgehalten, dass die Umsetzung keine Mehrkosten verursachen darf.
Das heisst: Es braucht auch keine zusätzlichen Weiterbildungen für die Lehrer?
Schleiss: Nein, braucht es nicht. Sie unterrichten schon jetzt weitgehend kompetenzorientiert. Lücken können wir im Rahmen unserer jährlichen Weiterbildungsbudgets schliessen.

Natürlich ist der Platz in Zeitungsartikeln und -interviews beschränkt.

Ich frage mich aber trotzdem, ob mich diese Nichterwähnung des Teillehrplans "Medien und Informatik" nicht beunruhigen soll. Fliesst dieses Thema nämlich nicht in die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen ein, so bleibt die Verbindlichkeit toter Buchstabe.


Deine Frage ist durchaus berechtigt. Es ist mehr als beunruhigend, dass Kantone die Stundentafel bereits beschlossen haben, jedoch für die Primar- und Sekundarstufe keine eigenen Zeitgefässe für das Modul «Medien und Informatik» vorgesehen haben (z.B. BS; https://www.edubs.ch/unterricht/lehrplan/volksschulen/stundentafel). Es ist zu hoffen (reicht dies?), dass andere Kantone diesem Beispiel nicht folgen werden.

-- ReneMoser - 06 Feb 2015

 
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Angefangen am 04 Feb 2015 - 01:22 - Version 1

40'000 Jahre Medienkompetenz

Kürzlich bin ich auf das Buch 40.000 Jahre Medienkompetenz von Thomas Schmidt aufmerksam geworden. Der Klappentext liest sich folgendermassen:

Das menschliche Gehirn hat sich seit unserem letzten Softwareupdate vor 40.000 Jahren nicht mehr sonderlich verändert – unsere Welt schon. Gerade die atemberaubende Entwicklung des Internets – das zunehmend in alle Lebensbereiche vordringt – lässt viele Menschen ratlos, bisweilen verängstigt zurück.

Die Nachrichten über das Netz der Dinge und seine Erfolgsgeschichten verlocken und selbst die Bundeskanzlerin erkennt, dass wir uns mit dem #Neuland – der digitalen Welt – dringend auseinandersetzen müssen. Experten, Medienpädagogen und Lehrkräfte suchen seit Jahren nach Wegen, wie wir Menschen ins #Neuland begleiten, damit sie keinen Schiffbruch erleiden, sondern die Chancen nutzen. Die einen versuchen aufzuklären, andere wiederum wünschen mehr Restriktionen und Schutz.

Aber welcher Weg ist der richtige? Die Lösung liefert ein Blick auf das eingangs erwähnte Softwareupdate, das uns eigentlich mit allem, was wir fürs #Neuland benötigen, ausgestattet hat. Früher erreichte man das #Neuland nur schwerlich – heute ist es nur einen Klick entfernt. Und dennoch können wir uns getrost auf unsere Urinstinkte und erprobten Kompetenzen verlassen – selbst wenn wir nicht alles im #Neuland verstehen.

Der Medienexperte Thomas Schmidt macht durch die Rückbesinnung auf die eigenen Fähigkeiten Mut, die Herausforderungen des #Neulands anzunehmen, er gibt konkrete Tipps, welche Fallen im #Neuland lauern, und zeigt, wie man sich kompetent auf neuem Terrain bewegt sowie Grenzen und Gefahren erkennt.

Soso, "welche Fallen im #Neuland lauern", "wie man ... Grenzen und Gefahren erkennt."

Dazu gibt das Buch gleich ein eigenes Beispiel ausserhalb des Buches, das wieder zur Serie Eine Lektion in Medienkompetenz passt:

Das Buch wird auch auf dem Weblog Region und Welt vorgestellt (mit dem identischen Text wie oben). Diese Webseite hat nach weniger als 24h bereits über 10'000 Facebook-Likes, findet aber in allen anderen sozialen Netzwerken kein Echo:

40000-jahre-01.jpg

Ein Schelm, wer sich was Böses denkt. Und es stimmt ja gar nicht, dass das Buch in anderen sozialen Netzwerken keinen Widerhall findet. Im Weblog von Frank-Michael Preuss - einem "Redaktionsbüro für Bild & Text" ("Pressearbeit, Online-PR, Social Media, Public Relations - PR-Agentur aus Hannover. Das Redaktionsbüro für Bild & Text übernimmt strategisch durchdachte und praxisnah geplante Pressearbeit und Öffentlichkeitsarbeit in allen Online- und Printmedien") - findet sich ebenfalls eine Ankündigung des Buches (mit dem identischen Text wie oben).

Diese Seite hat Frank-Michael Preuss in einem Tweet erwähnt:

40000-jahre-02.jpg

Und - man staune - dieser Tweet wurde wiederum in weniger als 24 Stunden von 10'002 Personen retweetet.

Ja, meist von Twitterern die sonst nur englisch, aber meist alle das gleiche Twittern: Vermutlich zwei echte und 10'000 gekaufte.

Gekaufte Likes - gekaufte Retweets: Ich kenne das Buch nicht. Aber ich werde kein Buch über Medienkompetenz (Biblionetz:w00542) kaufen oder lesen, das sich solcher Marketingmassnahmen bedient.

Soviel zu den Fallen, Grenzen und Gefahren dieses #Neulands.

 
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Angefangen am 28 Jan 2015 - 22:12 - Version 7

Über das allmähliche Verschwinden von RSS

Im Rahmen des Weiterbildungskurses Persönliches Wissensmanagment mit digitalen Werkzeugen habe ich auf Wunsch der Teilnehmenden im heutigen Kursblock einen Input unter dem Titel Als Lehrperson digital à jour bleiben gehalten.

Unter anderem habe ich RSS (Biblionetz:w01650) als praktisches Datenformat für das Handling von News-Objekten propagiert.


Die blau hinterlegten Folien des Referats stammen von 2009...

Ich bedaure noch immer, wie stiefmütterlich RSS in letzter Zeit behandelt wird. Den grössten Rückschlag für RSS als allgemeines Newsobjektformat war vermutlich das Einstellen des Google Readers im Juli 2013. Selbstverständlich gibt es Alternativen, aber dafür muss man bereits wissen, was RSS ist und wie man diese Alternativen installiert.

Ich hege den Verdacht, dass alle Social-Media-Unternehmen RSS zu unterdrücken versuchen, weil RSS ihrem Geschäftsmodell widerspricht:
  • RSS ist weitgehend werbefrei (keine Werbebanner etc.)
  • RSS ist meist ohne Anmeldung nutzbar, deshalb lassen sich aus der RSS-Nutzung nur schlecht User-Nutzungsprofile generieren (die sich wiederum monetarisieren lassen)
  • RSS ist ein offenes Format, so dass sich User nicht auf eine Plattform / Firma einlassen müssen und dort gefangen sind (Lock-In-Effekt (Biblionetz:w02373))

Mir ist darum klar, warum Facebook, Twitter und Google+ keine RSS-Feeds ihrer News (mehr) anbieten. Weniger klar ist mir, warum z.B. Web-Browser immer stärker auf die RSS-Unterstützung verzichten. Apple hat vor längerer Zeit die RSS-Unterstützung sang- und klanglos aus seinem Browser entfernt. Heute im Kurs musste ich nun feststellen, dass auch im Firefox das RSS-Icon in der Adresszeile seit Version 4 nicht mehr angezeigt wird (weil weniger als 3% der User es angeklickt haben). Natürlich lässt es sich durch ein Plugin wieder hervorzaubern, aber wer nicht weiss, was RSS ist, wird auch nie auf die Idee kommen, ein entsprechendes Plugin zu installieren...)

Ebenfalls Totengräber von RSS sind Dienste wie Pinterest. Sie bieten auf den ersten Blick eine ähnliche Funktionalität an wie ein RSS-Feed, nämlich eine Aggregation von News-Schnipseln aus unterschiedlichen Quellen. Was mich jedoch aggresiv gegenüber solcher Aggregation macht, ist die Tatsache, dass ich einerseits ein Konto benötige, um bei Pinterest mehr als die ersten paar Schnipsel sehen zu können, ich immer auf deren Seite vorbeigehen muss und ich die News nicht (wie bei RSS) automatisiert weiterverarbeiten kann.

Ich lehne mich jetzt etwas weit zum Fenster hinaus, aber ich behaupte, dass Leute das Potential von RSS besser würdigen könnten, wenn sie über Informatikkenntnisse und computational thinking (Biblionetz:w02206) verfügen würden. Sie sähen dann, dass sich ein RSS-Feed als Bindeglied in einer (auch automatisierten) Informationskette verwenden lässt, während Dienste wie Pinterest ineffiziente Informationssackgassen sind.

(Da die Kursteilnehmenden im ersten Teil von heute Nachmittag etwas über Wikis wissen wollten, wissen die nun auch, dass dieser Blog eigentlich auch ein Wiki ist und sie eigentlich alles ändern könnten wink )


Ein bisschen trägt zum Niedergang des RSS auch bei, dass immer mehr Quellen nur gekürzte Texte im Feed anbieten...

-- HerrRau - 29 Jan 2015

Was sich wiederum damit erklären lässt, dass die Anbieter die User auf ihre Plattform locken wollen, wo man sie tracken und mit Werbung bedienen kann...

-- BeatDoebeli - 29 Jan 2015

Und warum machst du das so? smile

-- HerrRau - 29 Jan 2015

Hier im Wiki/Blog? Weil Du der erste bist, der sich darüber beklagt. Und weil je länger der RSS-Eintrag ist, desto grösser auch die Gefahr ist, dass dabei Sonderzeichen und/oder HTML-Elemente hineinrutschen, welche gewisse RSS-Reader zum Stolpern bringen...

-- BeatDoebeli - 29 Jan 2015

Ich würde mich auch über komplette Texte im RSS-Feed freuen smile Mein Tiny-Tiny-RSS kann gut mit vielem umgehen.

-- StephanGoeldi - 30 Jan 2015

OK, ich sollte eh das Wiki auf einen neuen Server und eine neue Wikiversion migrieren. Bei dieser Gelegenheit kann ich versuchen, diesen mehrfachen Wunsch zu erfüllen smile

-- BeatDoebeli - 30 Jan 2015

 
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Angefangen am 25 Jan 2015 - 23:13 - Version 1

Call der GMW-Jahrestagung 2015

Vom 1. bis 4.09.2015 findet in München die GMW 2015 statt (zusammen mit der DeLFI 2015. Diese Woche wurde der Call for Contributions publiziert:

Die Fragen des sinnvollen Medieneinsatzes in Hochschullehre und Forschung sind zentral für die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V. (GMW). Jährlicher Höhepunkt der GMW-Aktivitäten ist die europäische Fachtagung an deutschen, österreichischen und Schweizer Veranstaltungsorten. Die diesjährige 23. Jahrestagung findet zusammen mit der Jahrestagung der Fachgruppe e-Learning der Gesellschaft für Informatik e.V. (DeLFI?) statt. Veranstalter der GMW ist die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Veranstalter der DeLFI? die Technische Universität München (TUM).

Das Motto der gemeinsamen Tagung lautet *„Digitale Medien und Interdisziplinarität: Herausforderungen, Erfahrungen, Perspektiven“.*

1. Themenbereiche

An der Erforschung und Erprobung der entsprechenden mediengestützten Lern- und Arbeitszenarien sind Spezialistinnen und Spezialisten aus unterschiedlichsten Domänen beteiligt. Damit steht die Aktivität der GMW unter dem Zeichen der Interdisziplinarität. Bereits etabliert sind Fächerkombinationen wie die Mediendidaktik oder Medieninformatik. Im wissenschaftlichen Alltag entstehen jedoch deutlich mehr interdisziplinäre Schnittstellen, die nicht unbedingt einen Namen tragen. Diese sind das Thema der GMWTagung 2015. Dabei werden in den einzureichenden Beiträgen u.a. folgende Fragen angesprochen:
  • Wo liegen die interdisziplinären Impulse?
  • Welche interdisziplinären Bereiche können entstehen oder sind schon entstanden?
  • Mit welchen spezifischen Problemen sind sie verbunden?
  • Welche Lösungen bieten sich dafür an?
  • Welche Medienkompetenzen empfehlen sich vor diesem Hintergrund?
  • Wie können diese gefördert werden?

[...]

6. Termine

  • Einreichungsfrist für alle Formate: 01.3.2015
  • Benachrichtigung über die Zulassung: 17.5.2015
  • Einreichung der finalen Beiträge: 21.6.2015

Den kompletten Call lässt sich hier PDF-Dokument.

 
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Angefangen am 24 Jan 2015 - 15:43 - Version 1

Unterrichtsmaterialquelle EducETH versiegt

Aus der Kategorie "Was ist eigentlich aus X geworden?":

Im Jahr 2006 wurde der Unterrichtsmaterialserver educETH.ch unter damals neuer Leitung neu gelauncht. Ein aktueller Besuch der einzelnen Fachbereiche zeigt jedoch: Seit 2006 ist nicht wirklich viel neues Material dazu gekommen.

Schade.

educeth-biologie.jpg

educeth-chemie.jpg

educeth-geografie.jpg

educeth-informatik.jpg

educeth-mathematik.jpg

educeth-physik.jpg

educeth-sport.jpg

educeth-umweltlehre.jpg

educeth-weiteres.jpg

 
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Topic revision: r31 - 13 Feb 2013 - 08:39:07 - BeatDoebeli
 
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