-FriedrichGlauser- Wachtmeister Studer, Diogenes Verlag AG Zürich, 1989

Inhalt

ErwinSchlumpf wird des Raubmordes an WendelinWitschi beschuldigt und wird von der Berner Kantonspolizei festgenommen. Einige Tage zuvor wurde Wendelin Witschi erschossen im Wald bei Gerzenstein aufgefunden. Seine Frau behauptet, dass Wendelin Witschi 300 Franken bei sich gehabt hatte, welche nun spurlos verschwunden waren. Kurz darauf bezahlte Erwin Schlumpf im Restaurant mit einer Hunderternote, welches viel Geld für einen armen, vorbestraften Mann ist. Als auch noch das restliche Geld bei ihm entdeckt wurde und er in der Gefängniszelle einen Selbstmord versucht, ist es leicht ihn nicht als den Schuldigen anzusehen.

Doch der etwas eigensinnige Wachtmeister:Studer ist überzeugt, dass Erwin Schlumpf nicht der Mörder des Wendelin Witschi. Studer glaubt an die Unschuld des Inhaftierten und vertraut seiner Inuition, welche ihm sagt, dass Erwin Schlumpf unschuldig ist. Studer hängt sich an den Fall, obwohl er keine Erlaubnis dazu hat. Doch den Untersuchungsrichter hat er schnell davon überzeugt, ihm den Fall zu überlassen. Mit viel Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis tastet er sich voran und lernt das überholte Dorf Gerzenstein kennen, deren Einwohner alle in die Mordgeschichte verwickelt zu sein scheinen, insbesondere auch der GemeindepräsidentAeschbacher. Vor dem Mord hatte Erwin bei Frau Hofmann zur Miete gewohnt. Dort findet Studer eine Pistole, die sich später als Tatwaffe herausstellt. Nachdem Wachtmeister Studer eine Weile nicht so recht vorangekommen ist, die Unschuld seines Schützlings zu beweisen, gesteht dieser den Mord an Wendelin Witschi. Es wird langsam brenzlig, als auf einmal ein Ex-Strafgefangener von der Baumschule Ellenberger Studer eine Schopftüre zeigt, dievon Einschusslöchern geprägt ist. Jemand hatte hier versucht, wie viel Zigarettenpapier es im Pistolenlauf braucht, damit auf dem Holz keine Pulverspuren nachzuweisen sind. Die Kugeln passen exakt zur Pistole aus Frau Hofmanns Küche. Endlich gesteht Armin, der Bruder von SonjaWitschi, dass ihr Vater schon länger geplant hatte Selbstmord zu begehen, um der Familie das Versicherungsgeld zukommenzulassen. Die Familie war einmal reich, war jedoch in den letzten Jahren verarmt. Da aber die Versicherung bei Selbstmord nicht zahlen würde, musste alles wie ein Mord aussehen.Armin war bereit den Komplizen zu spielen und nach der Tat an einem bestimmten Ort im Wald, Waffe und Geldbeutel zu holen. Jedoch lief das mit den 300 Franken schief, welche dann den Verdacht auf Erwin lenkte. Nach einiger Zeit bringt Studer Erwins Verlobte, Sonja Witschi, endlich dazu für Erwin Schlumpf auszusagen.

Der Gemeindepräsident Aeschbacher steuert auf dem Weg ins Gefängnis sein Auto in den See und überlebt nicht. Der schwerkranke Wachtmeister Studer kann sich im letzten Moment noch aus dem Auto werfen und erlangt erst im Krankenhaus das Bewusstsein wieder.

Wertung

Wir, Selina und Flurina, haben eine ziemlich ähnliche Meinung zu diesem Buch. Wir finden, dass die Geschichte eine Urchige und SchweizerischLangsame Atmosphäre verbreitet. Auch die Hauptperson, Wachtmeister Studer, verkörpert diese klischeehafte, schweizerische Gesellschaft, wie sie oft im Ausland bekannt ist und der Gebrauch von Mundartwörtern schafft ein bekanntes, heimisches Gefühl. Die Roman handelt in einer Zeit, welche vor der Erfindung von Computern, Faxgeräten,… spielt, noch hat der technische Fortschritt den heutigen Stand erreicht. Dennoch erscheint die Geschichte zeitlos, als könnte sie auch heute oder zu jeder Zeit, in einem abgelegenen Dorf geschehen. Friedrich Glauser brachte es auf faszinierende Art und Weise fertig das Buch so zu schreiben, dass wir mit Studer den Fall erleben und auch selbst mitdenken konnten. Dadurch blieb die Spannung erhalten und die Geschichte endete mit einem unerwarteten Höhepunkt. Diese letzte unerwartete Wendung verleiht dem Buch eine Individualität, die wir nicht so leicht vergessen werden.