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RezensionFieberkurveGlauserDanielForrer

KurzkrimiDanielForrer

Lese- und Hörerfahrung "Draussen vor der Tür by Daniel Forrer"

Auf mich machte das Hörspiel einen sehr depressiven Eindruck. All diese Selbstmordgedanken und Fantasien wirken auf mich schon sehr autobiographisch, als ob er in diesem Stück seine Errinnerungen an den Krieg verarbeiten muss. Das Hörspiel wirkt sehr autentisch und überzeugend. Viel innerer Monolog und zum Teil glaube ich auch Selbstgespräche mit "dem Anderen" der den Optimisten in ihm wohl darstellen soll.

Verstehenshorizont

Nachdem ich seine persönliche Geschichte gelesen hatte, wie er zu einem solchen Text kam. Der Krieg hat Borchert wohl innerlich sehr zermürbt und zerstört. Diese dunklen, düsteren Geschichten basieren wohl hautptsächlich auf seinen Erfahrungen mit dem Krieg, die er unfreiwillig machen musste.

Aufbau und Zeit/Handlung:

Die Szenen des Textes haben eine sehr unterschiedliche Länge. Sie sind sehr lange und spielen meistens innerhalb der Szene am gleichen Schauplatz. Auch sind die Szenen figurenbezogen, das heisst in jeder Szene habe wir Beckmann der mit einer anderen Figur interagiert.

Spannung:

Borchert beschreibt nicht eine äussere, handlungsbasierte Spannung, sondern mehr eine Innere. Eigentlich den Kampf Beckmanns mit sich selbst (dem Anderen) und den anderen Figuren. Borchert verwendet ebenfalls viele Wiederholungen als Stilmittel. Sie geben dem Text so etwas Klaustrophobisches. Der Haupcharakter Beckmann bewegt sich ständig auf einer schmalen Linie zwischen Wahnsinn, Verzweiflung und Hilflosigkeit. Sozusagen als Showdown erkennt Beckmann am Schluss, dass die Vorwürfe die er den anderen Figuren machte, genau auch auf ihn zutreffen und er damit gleichzeitig Mörder wie Ermordeter ist.

Erzähler und Figuren:

Dadurch, dass oft zwischen Innerem Monolog und Dialog gewechselt wird, kann man nicht einen klaren Erzähler bestimmen, eigentlich erzählt Beckmann sich und den anderen selbst die Geschichte. So direkt aus dem Text heraus würde ich ihn als leicht schizophren bezeichnen. Die Figur dieses Anderen kann natürlich unterschiedlich stark bewertet werden, es könnten auch nur Selbstgespräche sein. Aber ich denke, Borchert will damit auch diesem Wahnsinn des Krieges noch deutlicher unterstreichen.

Werkübergreifende Methode:

biographische Methode:

Die Geschichte ist sehr deutlich autobiographisch. Wie er da aus dem Krieg zurückkehrt, nicht mehr am Theater aufgenommen wird, auch kommt seine Unsicherheit nach der Rückkehr sehr deutlich zur Geltung.

geistesgeschichtliche Methode:

Ganz klar hat diese Nachkriegszeit Borchert geprägt, oft wahrscheinlich auch negativ, sonst hätte er wohl nicht eine solch düstere und zermürbende Geschichte geschrieben.

literatursoziologische Methode:

Borchert wollte damit ganz klar auf die Situation der Soldaten nach dem Krieg hinweisen. Nach dem Krieg wollte niemand etwas Negatives, geschweigedenn etwas über Krieg hören. Wahrscheinlich ist dies ein weiterer Grund, warum er diesen Text überhaupt geschrieben hat.

Träume:

Hörerfahrung

Ich fand dieses Hörspiel um einiges spannender und auch mitreisender als die anderen, die wir gehört hatten. Es war teils gruselig, manchmal sogar etwas ekelhaft. Verstehenshorizont Es sind ja eigentlich Fantasiegeschichten, somit frage ich mich wie weit der Verstehenshorizont gehen kann. Aber rein von dem mir irgendwie bekannt Vorkommenden, würde ich die Geschichte so etwa zur Zeit des 2ten Weltkrieges einordnen. Der erste Traum hat wahrscheinlich etwas mit der Verschleppung der Juden in Deutschland zu tun, weil er von Menschen handelt die nicht wissen, wohin sie ihre Reise führen wird. Der zweite Traum würde ich ebenfalls so um diese Zeit einordnen, vermutlich nach den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Wofür man das Blut von Kindern brauchen könnte ist mir schleierhaft, vielleicht dachte man es sei eine Art Wundermittel gegen Strahlenschäden vielleicht oder gegen sonstige Krankheiten. Den dritten Traum kann ich schlecht irgendwie zeitlich einordnen, so etwas hätte zu jeder Zeit spielen können. Der vierte Traum spielt vielleicht so zur Zeit der Kolonialisierung, als solche Expedition üblich waren. Auch hier fällt mir die Einordnung schwer. Der fünfte Traum spielt sich auch so etwa im 20. Jahrhundert ab, vielleicht so in der 50er Jahren. Begründet vielleicht durch die Angst vor Ufos oder Aliens, die einen verschlingen könnten.

Beschreibung

Der Autor ist bei allen Geschichten etwas distanziert von den Figuren. Er bewertet sie nicht, sagt also nicht sie seien gut oder böse, die Geschichten wirken wie ein Einblick in deren Leben, ohne dass sie es wissen. Deshalb ist die Handlung bei den Geschichten auch linear erzählt. Der Autor erzeugt diesen Gruseleffekt indem er nicht hinterfragt warum es geschieht, sondern es einfach geschehen lässt. Ausserdem gibt er Hinweise im Voraus die sich der Zuhörer vielleicht überlegt, aber nicht für möglich hällt, weshalb er dann trotzdem überrascht wird.

Deutung

All diese Träume handeln von Ängsten unter denen der Autor möglicherweise gelitten hat. Sei es Paranoia oder die Angst nicht über seine eigene Zukunft bestimmen zu können. Vielleicht verarbeitet er mit diesen Geschichten irgendwelche Kindheitsängste die er so verarbeiten wollte.

Wertung

Der Text ist vielleicht zeitlich nicht mehr aktuell, jedoch halte ich die Grundaussagen der erschiedenen Träume für sehr aktuell, denn wer kann schon von sich behaupten nie einen Alptraum gehabt zu haben oder mit solchen Ängsten gekämpft zu haben.

Lola rennt

Plot:

Lola eine junge Frau wird eines Morgens von ihrem Freund per Telefon geweckt und um Hilfe gebeten. Nach einem erfolgreichen Drogendeal wurde ihm eine Tasche mit 100 tausend D-Mark gestohlen. Nun soll Lola ihm bis 12.00 mittags helfen das Geld aufzutreiben oder er überfallt einen Supermarkt. 3 mal muss sie die gleiche Geschichte erleben und jedesmal ändert sich der Lauf der Geschichte.

Mythos:

In Lola rennt! dreht es sich um die Frage, wie weit kann ich den Lauf der Dinge beeinflussen oder sind wir alle an unser Schicksal geknüpft ohne Möglichkeit es zu ändern. Und in wie weit ändern meine Taten die Geschichte einzelner Menschen.

Thema:

Kann ich mein Leben selbst bestimmen oder ist es schon vorbestimmt.

Tom Tykwer:

Schicksal oder Zufall (1998)

Ich würde ihm zustimmen, was er sagt. Doch denke ich, dass vieles in unserem Leben vom Zufall bestimmt wird. Mir gefällt der Gedanke der Vorherbestimmtheit einfach nicht.