FritzDinkelmann, Das Opfer, Lenos 1985

Inhalt:

Der erfolgreiche Prominentenanwalt Dahinden wird Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens. Mit eingeschlagenem Schädel wird er am Ufer der Emme, einem idyllischen Flüsschen in der Solothurner Vorortsgemeinde Derendingen, von einem Renter aufgefunden. Seine Frau ChristaDahinden erfährt von dem Mord und stürzt in tiefe Trauer. Nach einiger Zeit geht sie aber schon wieder ihrem Alltag nach und fühlt sich schuldig, dass sie ihn gar nicht mehr so vermisst. Als sie erfährt, wer der Mörder ihres Mannes ist, beschliesst sie ihm einen Brief zu schreiben, in welchem sie ihn um ein Treffen bittet. Der Mann heisst MartinLampart und hat Dahinden nicht gekannt. Vier Tage nach der Tat hatte er sich bei der Polizei gestellt. Christa will herausfinden, weshalb er ihren Mann getötet hat. Es kommt zum ersten Treffen im Gefängnis, welches ohne ein Wort verläuft. Es folgen noch drei weitere Treffen, in denen Christa und Lampart mal mehr, mal weniger miteinander sprechen. Es baut sich eine Art Freundschaft auf. Beim letzten Treffen erzählt Lampart dann endlich, wie sich der Mord an Dahinden abgespielt hat. Christa glaubt ihm alles. Am Ende fühlt sie sich besser als je zuvor. Zwischen diesen Treffen erfährt man jeweils von Christas wie auch von Lamparts Leben. Die Ehe mit Dahinden machte Christa nicht glücklich. Ihr Mann verschwieg ihr viel, zeigte keine Gefühle, sprach selten mit ihr. Jetzt, wo er nicht mehr da ist, kann sie ihr Leben frei leben. Doch nicht alle Menschen können Christas Benehmen nachvollziehen. Da der Fall Dahinden in den Medien erschien und der Blick dazu beigetragen hat, dass Christa als "die Witwe, die den Mörder ihres Mannes liebt" bekannt wurde, wandten sich viele Bekannte von ihr ab. Einzig ihre türkischen Nachbarn Kemal und Nebahat halten zu ihr und kümmern sich um sie.

Wertung:

Das Buch ist wahrlich kein typischer Kriminalroman. Es führt kein roter Faden durch die Geschichte, der Hauptteil ist nicht das Verbrechen an sich, sondern die Personen die damit in Verbindung stehen. Was das Buch interessant macht, sind die genau geschilderten Details. Sei es die Beschreibung des zertrümmerten Schädels des Opfers oder die Gefühle der zurückgelassenen Witwe, der Autor hat wirklich nichts ausgelassen. Man muss sich schon sehr konzentrieren, um der eigentlichen Geschichte zu folgen. Die einzelnen, Ungewöhnlichen Abschweifungen und die Gedankengänge der Personen in die Vergangenheit kommen immer wieder während des eigentlichen Geschehens dazu und machen das Buch damit komplizierter, aber auch interessanter. Die Geschichte ist somit einfach Anders als gewöhnliche Kriminalgeschichten und auf jeden Fall lesenswert.