PatrickSüskind, Das Parfum, Diogenes-Verlag 1994

Inhalt

Das Parfum von Patrick Süskind begleitet das Leben von Jean-BaptisteGrenouille. In seiner tragischen Kindheit wird er von Amme zu Amme geschoben, da ihn niemand will. Der Grund dafür ist simpel; Grenouille besitzt keinen Körpergeruch. Dies finden alle so abwägig, dass sie ihn als Teufelskind bezeichnen. Schlussendlich kommt er zu MadameGaillard, welche ihn nur aufnimmt, weil sie einen defekten Geruchssinn besitzt. Von ihr wird er fair, wenn auch kaltherzig behandelt. Er wächst mit andern Ammenkindern auf, welche ihn verspotten, später jedoch Angst vor ihm haben. Er hat keine Freunde ausser die Düfte der Welt. Die sammelt er, wenn immer es ihm möglich ist.

Mit der Zeit wird er aber auch Madame Gaillard unheimlich und sie bringt ihn zu Grimal, seinem künftigen Gerbemeister. Dort geht er lange seiner Arbeit nach und tut was man ihm sagt. Doch eines Tages erkennt er seine Chance und macht sich seine Fähigkeiten zu Nutze, um seinem Berufswunsch näher zu kommen. Er nimmt eine Lehre als Parfumeur bei GiuseppeBaldini in Angriff. Schlussendlich verlässt er Baldini um sein Wissen zu erweitern. Dabei stellte er mit Schrecken fest, dass er keinen eigenen Geruch besitzt. Daraufhin entschliesst er sich kurzerhand seinen eigenen Körpergeruch zu kreieren. Dieser scheint Wunder zu wirken, die Menschheit vergöttert ihn.

Dieser Erfolg führt dazu, dass er seine Ziele in den Himmel steckt. Er will das weltbeste Parfum kreieren. Dazu muss er die Gerüche der schönsten und am bestriechendsten Mädchen der Umgebung besitzen. Um seine Ziele zu erreichen, wird er zum Wiederholungsmörder. Als man ihn erwischt ist es bereits zu spät – sein Werk ist vollendet. Niemand kann ihm mehr etwas antun. Dank seinem Parfüm fallen ihm alle zu Füssen. Sein Leben und somit auch das Buch endet damit, dass er immer mehr vereinsamt und schliesslich von der Menscheit zerfleischt wird, als er das ganze Parfüm über sich giesst.

Wertung

Vor allem die grosse Sachkompetenz der Parfümkunst kommt dem Buch sehr zu gute. Neben der sprachlich und inhaltlich gelungenen Geschichte wird einem noch schnell eine Lektion Chemie verpasst. Aber auch die langen Geruchsbeschreibungen wirken wunder. Wenn sie auch manchmal etwas lang und mühsam sind, weil man nicht alle Gerüche kennt und sie sich somit nicht vorstellen kann, stellen sie doch einen unverzichtbaren Teil des Buches dar.

Nach dem Lesen dieses Werkes kann es manch einem passieren, dass er sich dabei erwischt, wie er die Geruchswelt genauer wahrnimmt als zuvor. Das Spezielle daran ist, dass der menschliche Geruchssinn heutzutage schon sehr verkümmert ist und es grosse Überwindung braucht, sich darauf einzulassen.

Die Sprache ist leicht verständlich, wenn auch gewisse Sätze oder Abschnitte zweimal gelesen werden müssen, wenn man beispielsweise in die Kunst des Parfumierens in voller Kompetenz eingeweiht wird. Ein bisschen Erfahrungen in Chemie können natürlich hilfreich sein. Ausser aus dem Beruf des Parfumeurs kommen jedoch weder Fachbegriffe noch unverständliche Fremdwörter vor.

Unser Fazit: Der Roman "Das Parfum" überzeugt durch seine Aussergewöhnliche Handlung und den Genialen Aufbau der Geschichte.