FriedrichGlauser, Der Chinese, Morgarten-Verlag 1939


Inhalt

Im Novembernebel liegt JamesFarny tot, mit einem Schuss durchs Herz und frisch zugeknöpftem Jackett, auf dem Grabstein der vor kurzem verstorbenen FrauHungerlott-Äbi. Obwohl der Arzt in Pfründisberg meint, James Farny, der Chinese, habe Selbstmord begangen, will WachtmeisterJakobStuder der Sache nachgehen und quartiert sich deshalb im Pfründisberger Gasthaus bei WirtBrönimann ein. Studer stösst schon am ersten Abend auf seltsame Dinge und der Fall lässt ihn nicht mehr los.

HerrHungerlott, der Leiter des Armenhauses, lebt auf grossem Fuss, während die Armenhäusler dünne Suppe löffeln; an den Taschentüchern der Frau Hungerlott, die an einer Darmgrippe gestorben sein soll, finden sich Arsenspuren und das Testament des Chinesen ist unauffindbar, obwohl dieser eine Menge Geld hinterlassen haben soll.

Sack-Amherd, der Direktor der Gartenbauschule, wie auch Herr Hungerlott versuchen sich mit dem Wachtmeister Studer anzufreunden. Doch der vertraut nur seinem treuen Helfer LudwigFarny, der als Einziger als Täter ausscheidet, da er zur Tatzeit nicht in Pfründisberg war. Wachtmeister Studer findet heraus, dass ErnstÄbi, ein Schüler der Gartenbauschule, auch in den Mord verwickelt ist. Die Lage spitzt sich zu, als er in dessen Schrank einen Revolver und einen blutdurchtränkten Morgenmantel findet, eingewickelt in ein Papier, auf dem die Adresse des LehrerWottli steht. Als dann Ernst Äbi tot im Gewächshaus aufgefunden wird, das mit Blausäure über Nacht ausgeräuchert werden sollte, ist für Wachtmeister Studer klar, wer der Mörder gewesen sein muss.

Wertung

Durch seine bemerkenswerte Art zu erzählen lässt Glauser den Leser in eine Welt eintauchen, die schweizerischer nicht sein könnte. Dadurch, dass er viele Dialektwörter einbaut, wirkt der Roman wie aus dem Leben gegriffen. Das Buch ist leicht zu lesen, was der Handlung zugute kommt, die in einem einfachen Dörfchen weit ab von allem spielt. Der Humor kommt auch nicht zu kurz,häufig muss der Leser z.B. über die Bemühungen Ludwig Farnys lächeln, dem Wachtmeister Studer alles recht zu machen. Wer denn nun der Mörder ist, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel und dem Leser wird auch nicht eine fertige Version der Geschichte aufgetischt, er muss sich selbst zusammenreimen, wie es gewesen sein muss. Der Roman ist heute noch spannend, weil er uns tief ins Emmental hineinführt, ohne zu verschönern, schildert Glauser, was wir alle nicht sehen wollen: die Armenhäusler, die ihren ganzen Monatslohn an einem Abend in der Wirtschaft zur Sonne versaufen und nebenan Hungerlott und Sack-Amherd, die die Grossen und Einflussreichen spielen, während hinter dem Haus ein Toter liegt.

Als negativ könnte man erwähnen, dass manche Passagen etwas langatmig und vor allem die ersten paar Kapitel ermüdend sind, da noch nicht wirklich ein Fortschritt in den Ermittlungen des Wachtmeisters zu sehen ist. Mit fortschreitender Handlung wird die Handlung aber immer spannender, bis man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Unser Fazit: Das Buch war Sehrüberzeugend, unsere Wertung: Spannend,Genial.


Literaturverzeichnis:

  • Glauser, F. (2005). Der Chinese. Zürich: Unionsverlag. Kaufen!