ThomasHettche - Der Fall Arbogast, List 2001

Inhalt

Am dritten September 1953 findet ein Jagdaufseher bei einem Pirschgang eine unbekleidete Frauenleiche inmitten von Brombeersträuchern. Die Tote wird als Marie Gruth identifiziert. HansArbogast wird verdächtigt, festgenommen und schlussendlich als Lustmörder zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Vor Gericht gibt er zu, dass er am ersten September das Opfer in seinem roten Coupé mitgenommen, jedoch nicht ermordet habe. Sein Verteidiger WinfriedMeyer schafft es nicht, den Oberstaatsanwalt Ferdinand Oesterle von Arbogasts Unschuld zu überzeugen. Professor HeinrichMaul ist auf Grund von den an Fundort gemachten Fotos davon überzeugt, dass Arbogast Marie Gruth stranguliert hat. Nach etlichen Wideraufnahmeverfahren beschäftigen sich Schriftsteller FritzSarrazin, Strafverteidiger Dr. AnsgarKlein und Gerichtsmedizinerin Dr. KatjaLavans mit dem Fall Arbogast.

Wertung

Eine Perfekte Geschichte für die, die sich gerne mit gerichtsmedizinischen Verfahren befassen. Fast das ganze Buch lang sitzt Hans Arbogast in Haft, nur Anfangs wird kurz der Mord beschrieben. Über einige Seiten hinweg die gerichtsmedizinische Untersuchung der Leiche und unzählige fehlgeschlagene Wiederaufnahmeverfahren des Falls hindern die Geschichte einer Fortsetzung. Ein ausgesprochen guter Schluss macht den Leser Nachdenklich. Denn die Sichtweise bezüglich der Unschuld von Hans Arbogast wird nach einem unerwarteten Zwischenfall in Frage gestellt. Dies verleiht dem Buch zum Schluss doch noch etwas Spannung, denn nach einem aufregenden Beginn ist der Rest des Buches nicht wirklich überzeugend.