-- EvaHofmann - 01 Sep 2005

ProbeSchreibtestEva?

Innerer Monolog: Piano-Mann

Der Auftrag

Ja, ich habe mich entschlossen. Zum Glück wurde mir mein Entscheid etwas leichter gemacht. Hätte ich noch mehr Geld auf der Seite gehabt, wär ich mir meiner Sache nicht so sicher gewesen. Aber nun werde ich das, was ich Jahre lang erarbeitet habe, sinnvoll ausgeben. Diese Reise wird meine letzte Reise auf dieser Erde.

Ob es in London anders ist? Werden die Menschen da netter, verständnisvoller miteinander umgehen? Nein, es ist wohl überall dasselbe! Also, ich muss mich konzentrieren! Der Bahnhof. Endlich. Unvorstellbar, ich sehe ihn heute bestimmt zum letzten Mal, hoffe ich zumindest. Ein schönes Gefühl, sich ohne schlechtes Gewissen verabschieden zu können. Gleis 12A. Und einsteigen. So viele Menschen und so wenig Platz. Schäbiger Wagen. Erste Klasse wäre besser, aber das Geld reicht halt nicht weit. Klar, auch Eurostar hat nicht genung Geld, um anständiges Personal zu beschäftigen und die Züge einigermassen gut zu unterhalten.

Es geht los! Wann war ich das letze mal unterwegs und hatte das Gefühl, alles hinter mir lassen zu können? Nie mehr muss ich jemandem begegnen, mit dem ich nichts zu tun haben will..... Eigentlich habe ich mir alles anders vorgestellt. Ich denke mehr, als ich vorgehabt habe. Nein, ich will nicht an misslungene Karrieren denken, auch nicht an Mutter und Vater und überhaupt an nichts Bedrückendes! Nur die Reise geniessen, nur geniessen... Schon London. Jetzt nur noch die Fähre. Dann ist es geschafft. Auf meiner Reise bin ich Chef. Ich selbst habe zu bestimmen und die Sache auch auszuführen, keiner wird mir dreinreden. Und ich, Kaspar Hauser, werde meinen selbsternannten Auftrag ausführen. Nämlich korrekt und unwiderruflich.

Erlebte Rede

Der Auftrag

Ja, er hatte sich entschlossen. Zum Glück war ihm sein Entscheid leichter gemacht worden. Hätte er noch mehr Geld auf der Seite gehabt, wär er sich seiner Sache nicht so sicher gewesen. Aber nun würde er das, was er sich Jahre lang erarbeitet hatte, sinnvoll ausgeben. Diese Reise würde seine letzte Reise auf dieser Erde sein.

Er fragte sich, ob es in London anders sein würde. Gingen die Menschen da netter, verständnisvoller miteinander um? Nein, es würde wohl überall dasselbe sein!Er musste sich konzentrieren. Schon kam er beim Bahnhof an. Endlich. Unvorstellbar, er würde ihn heute bestimmt zum letzten Mal sehen, hoffte er zumindest. Er fühlte sich gut, da er sich ohne schlechtes Gewissen verabschieden konnte. Gleis 12A, und er stieg ein. Da waren so viele Menschen und so wenig Platz. Dazu erst noch ein schäbiger Wagen. Erste Klasse wäre besser gewesen, aber das Geld reichte halt nicht weit. Klar, auch Eurostar hatte nicht genung Geld, um anständiges Personal zu beschäftigen und die Züge einigermassen gut zu unterhalten.

Es ging los! Wann war er das letze mal unterwegs gewesen und hatte das Gefühl, alles hinter sich lassen zu können? Nie mehr würde er jemandem begegnen müssen, mit dem er nichts zu tun haben wollte..... Eigentlich hatte er sich alles anders gedacht. Er überlegte mehr, als er vorgehabt hatte. Nein, er wollte nicht an misslungene Karrieren denken, auch nicht an seine Eltern und überhaupt an nichts Bedrückendes! Er wollte nur die Reise geniessen, nur geniessen... Bald schon war er in London und musste noch die Fähre nehmen. Dann hätte er es geschafft. Auf seiner Reise war er sein eigener Chef. Er selbst hatte zu bestimmen und die Sache auch auszuführen. Keiner würde ihm dreinreden. Und er, Kaspar Hauser, würde seinen selbsternannten Auftrag ausführen. Nämlich korrekt und unwiderruflich.


_In sich schön abgerundete Handlung, mit z.T. anschaulichen Details. Gelungenes Leitmotiv des Auftrags, im Titel und am Ende wieder aufgenommen. Bei der Umwandlung in erlebte Rede sind Ihnen noch einige technische Fehler passiert._

Auktorialer Text

Meine Chefin

Ich wusste noch nicht, worauf ich stossen würde, als ich mich auf der Telephonleitung mit der Leiterin der psychiatrischen Klinik traf. Ich informierte sie über meine bisherige Ausbildung und meine Hobbies und auf dieses Gespräch folgend, traf ich dann eines Tages im Little Brook ein. Die Stelle sagte mir zu und ich war stolz auf die Geschichte dieser Klinik. Während freien Minuten erfuhr ich viel über diesen legendären Piano-man, der meiner jetzigen Chefin, die damals selbst noch in der Ausbildungszeit war, viel zu verdanken hatte.

Das Grün der Klinikwände, der weisse Boden und die Glastüren, in denen ein kariertes Muster den Blick in die Sitzungszimmer verhinderte: Dies alles wirkte abweisend, kühl und auch ein wenig einschüchternd auf Irene. Sie mochte ihren Beruf, aber in diesen düsteren und langweiligen Tagen, wo nichts ausergewöhnliches geschah, langweilte sie sich. Klar, sie liebte die Arbeit mit den verschiedensten Menschen und ihnen helfen zu können, bereitete ihr Freude, wenn ihre Arbeitserfahrungen auch manchmal schwierig zu verarbeiten waren. Gerade als sie gedankenverloren auf den Hof hinunter starrte, traf ein Polizeiwagen ein. Wenn die Polizei mit den Inhaftierten nicht merh weiter wusste, wurden diese in die Klinik überführt.

Die Polizisten gingen auf Irene zu. Sie führten einen Mann mit sich, der nicht nur müde und mitgenommen, sondern auch traurig aussah. Irene wurde erklärt, dass es bis zu diesem Moment noch niemandem gelungen sei, sich mit dem Mann zu unterhalten. Auch erfuhr sie, dass bis lang noch keine Informationen über den Mann bekannt seien. Weder wusste man etwas über seine Herkunft, noch war bekannt, was er getan hatte, als in die Polizei durchnässt auffand. Irene und die zuständigen Pflegerinnen gaben nach mehreren, erfolglosen und zermürbenden Versuchen auf, irgend etwas über ihren neuen Patienten zu erfahren.

An einem normalen Sommermorgen gaben dann die Ärzte ihre Vermutungen über den unbekannten Mann bekannt: er hätte das Gedächtnis verloren oder er würde unter einem Schock leiden. Also druckte man Photos und schliesslich war es meine Chefin, die die Vermisstenanzeige in die Verläge trug. Sie und ihre Mitarbeiterinnen brachten manches Opfer, um irgendetwas über den geheimnisvollen Mann herauszufinden. Die Presse liess der Klinik Little Brook keine Verschnaufpause mehr und Irene musste dem Unbekannten den Platz an ihrem geliebten Klavier überlassen.