Rahel von Arx // Ferdinand Hodler (1853-1918) // Landschaftlicher Formenrhytmus (Genfersee)

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Dieses Zusammenspiel von Himmel, Landschaft und Wasser... Diese feinen Übergänge von Blautönen... Diese Weite...

Ich sehne mich danach, in diesem Blau, dem Himmel, dem Wasser zu versinken, mit dem ganzen Bild zu verschmelzen. Mit dem Bild eins zu werden...

Am Ufer zu stehen und die klare Seebrise einzuatmen. Meine Füsse vom angenehm kühlen Nass umspülen zu lassen, so dass ein kleiner Schauer meinen Körper umfängt und meine Armhärchen kurz aufrichten lässt. Langsam lasse ich meinen Körper auf die rund geschliffenen Steine niedersinken. Mein Blick richtet sich gegen den über mir ausgestreckten Himmel. Er erscheint mir so endlos. So endlos weit. Am liebsten würde ich irgendwo schwerelos zwischen den Wolken schweben. Die weissen Tupfen um mich herum erscheinen mir so leicht, so durchlässig...

Und doch hätte ich keine Angst zu fallen. Die weichen Rundungen der Schneeberge würden mich sanft in Empfang nehmen und mich mit ihrem frischen Hauch umgeben, der meine Wangen leicht röten lässt. Schlaff und entspannt würde mein Körper weitergleiten, entlang den Schneedecken immer weiter hinab ins Tal zum See. Das Wasser würde sich vor mir auftun und mich in sich aufnehmen, mich sanft wiegen und mir die endlosen Geheimnisse seiner tiefverborgenen Schätze zu flüstern. Ich würde gewiegt und geschaukelt, bis mich die Wellen sanft wieder ans Ufer zurückspülen, zurück zu den rund geschliffenen Steinen. Zurück an den Ort, wo ich hergekommen bin.