FranziskasKurzgeschichte

Bericht

MD-Geräte-Knappheit in der 1B

22 Nov 2005 - 12:21 | Version 24 |

Der Systembetreuer der NKSA weigert sich der Abteilung 1B weiterhin MD-Geräte auszuleihen.

Da die Abteilung 1B, laut dem Systembetreuer, die ausgeliehenen MD-Geräte nicht zurückbringt, hat dieser beschlossen den Schülern keines dieser dringend benötigten Geräte mehr auszuhändigen. Es ist nicht so ganz klar, wer für diese Nicht-Zurückbringen verantwortlich ist. Will jemand ein Gerät ausleihen, muss er sich in einer Liste eintragen. Im Fall der 1B ist es so, dass die Schüler die Geräte im Akzentfach Moderne Sprachen, welches auch Schüler einer anderen Abteilung besuchen, benutzen müssen. Die erste Arbeit, für welche MD-Geräte benötigt wurden, war eine Teamarbeit, und zwar immer ein Schüler der 1B mit einem Schüler der anderen Abteilung zusammen. So kam es, dass sich bei einigen Teams Schüler der 1B in die Liste eingetragen haben, jedoch die Geräte nach dem Gebrauch dem Teampartner überlassen haben. Als die Geräte nach längerer Zeit noch nicht wieder aufgetaucht waren, wandte sich der Systembetreuer an diejenigen Personen, welche in der Liste eingetragen waren - und das waren die Schüler der 1B. Diese hatten natürlich keine Ahnung, wo sich die Geräte nun befanden und verwiesen auf die andere Abteilung. Der Systembetreuer will aber, dass die Geräte von den eingetragenen Schülern zurückgebracht werden, was die Schüler nicht begreifen können. „Hauptsache ist doch, dass die Geräte überhaupt zurückgebracht werden!“ sagte eine betroffene Schülerin, die ein MD-Gerät dringend bräuchte, jedoch keines bekommt. Es gäbe eigentlich keinen Grund ihr das Gerät zu verweigern. Dass sie keines bekommt, liegt nur daran, dass sie Schülerin der Abteilung 1B ist. „Jetzt sind einfach wir die verarschten, da wir die MD-Geräte unbedingt brauchen!“ bringt jemand die Situation auf den Punkt. Die betroffenen Schüler ärgert es, dass sie für etwas gerade stehen sollen, was eigentlich nicht, oder nur zum Teil, ihr Fehler ist. Sie haben jedoch einen Weg gefunden das Problem zu umgehen. Er ist zwar nicht optimal, verhilft ihnen aber zu den benötigten Geräten: Sie fragen andere Schüler, ob diese beim Systembetreuer die Geräte für sie ausleihen können. Es bleibt zu hoffen, dass der Systembetreuer seine Einstellung gegenüber der betroffenen Abteilung bald einmal ändern wird, denn so weitergehen kann es definitiv nicht.


Meldung

Am Sonntag, dem 14.11. 2004, legte ein 15-jähriger unter lebensbedrohlichen Umständen Wäsche zusammen. Seine Schwester, die zur selben Zeit frühstückte, hatte ihn so lange bedroht, bis der Jugendliche keine andere Wahl mehr hatte als sich zu fügen. Ein Augenzeuge berichtet, dass der Junge, da der Tisch belegt war, die Aktion auf dem gefüllten Wäschekorb und auf dem Boden durchführte, was für die Schwester Grund genug war ihm gehörig die Meinung zu sagen. Das Bundesamt für Hausordnung hat dem Jugendlichen jetzt die Tapferkeits-Medaille verliehen.


"Jo, wäiss nééd. E chli Phantasie"

"...nach Neuseeland, Kanada oder England" antwortet Manuel (15) spontan auf die Frage, wohin er sich vorstellen könne, auszuwandern. Warum? - das weiss er nicht genau. Vielleicht wegen der Sprache!? Gut möglich, denn Englisch ist für ihn eine wichtige Sprache, da sie fast überall gesprochen wird und man sich somit auch fast überall damit verständigen kann. Trotzdem - auch wenn es ihn ein kleines bisschen wegzieht - verändern möchte er an seinem Leben, einem Leben, wie es tausende Jugendliche in Mitteleuropa haben, momentan nichts.

Der Tag beginnt bei Manuel um 07.00h, wenn er von Heavy Metal aus dem Schlaf gerissen wird. Er steht auf, frühstückt, schwingt sich aufs Velo und radelt zwei Minuten zur Schule, damit er sich mit Wissen abfüllen lassen kann. Schule ist für ihn nicht ein müssen, denn er weiss, dass Bildung einem im Leben hilft und einen weiterbringt. So besucht er nicht nur diejenigen Fächer, die er muss, sondern besetzt auch das Freifach Italienisch. Manuels Lieblings-Schulfächer sind Deutsch und Sport, als Akzentfach hat er moderne Sprachen gewählt, da man seiner Meinung nach Sprachen immer gut gebrauchen kann. Weil er von morgens bis abends Schule hat, geht er über Mittag selten heim, sondern isst in der Schul-Kantine, da es ihm wichtig ist, auch ein bisschen Freizeit mit Freunden verbringen zu können. Er verbindet auch mal das Schöne mit dem Nützlichen und erledigt in der Mittagspause einen Teil der Hausaufgaben mit Kollegen. Nach der Schule fährt er heim, macht die Hausaufgaben, welche in der Schule noch nicht erledigt wurden und frönt dann den Dingen, welche ihm wirklich Spass machen; er geht gerne biken oder spielt Eishockey, jedoch verbringt er den grössten Teil seiner Freizeit auf dem Fussballplatz. Fussball ist seine grosse Leidenschaft; als ich mit ihm das Interview mache, erzählt er begeistert davon und auch sonst ist diese Sportart ein Thema, über welches er sich ewig und mit fast jedem unterhalten könnte. Im Leben neben dem Fussball spielt Manuel auch gerne mal Gitarre und übersetzt Liedtexte von Metallica, wodurch er Freude an der englischen Sprache gefunden hat. Er schaut auch ab und zu mal fern, vor allem am Abend, einfach, um auszuspannen, richtig müde zu werden und dann ins Bett gehen zu können, ohne in Gedanken noch bei etwas wichtigem zu sein.

Als ich Manuel zum Thema Schweiz und Europa befrage, sagt er mir, er finde es in Ordnung, dass die Schweiz nicht in der EU ist. Seiner Meinung nach gehört sie dort auch nicht hin, da es der ihr nicht viel mehr Mitspracherecht bringen würde und da ein so kleines Land eh keinen Einfluss auf das Weltgeschehen hätte. Er denkt auch, dass die Schweiz ihre Individualität verlöre, träte sie der EU bei. Während unserem Gespräch lässt Manuel immer wieder durchblicken, dass er froh ist, in der Schweiz zu leben, da hier Probleme wie Armut und Krieg nicht den Alltag prägen, und auch wenn er es sich vorstellen könnt, auszuwandern, möchte er eigentlich doch ganz gerne hier bleiben.

Ich konnte erfahren, dass Manuels Grossmutter ihre Wurzeln in Italien hat, und als ich auf diese Wurzeln zu sprechen komme, sagt er, dass seine Grossmutter das einzige sei, was ihn ein bisschen mit einem anderen Land verbinde, er habe jedoch keine besondere Beziehung zu Italien. Als kleiner Junge sei er zwar sehr stolz gewesen, als er auf Italienisch bis zehn habe zählen konnte, jedoch finde er an Italien nur die Sprache, und sonst nichts, schön. Die Schweiz sei und bleibe seine Heimat.

Auch wenn Manuels Haltung gegenüber einem Eintritt der Schweiz in die EU negativ ist, heisst das noch lange nicht, dass er die EU schlecht findet - nein, im Grossen und Ganzen steht er hinter der EU und der Europapolitik. Da er sich nicht sehr für Politik interessiert, weiss er auf die Schnelle nicht, was es daran zu ändern gäbe und was er gerne ändern würde, hätte er die Macht dazu. Er weiss jedoch genau, was er am heutigen Weltbild ändern würde: „Es sollte keine Armen und keine Reichen geben, sondern alle sollten gleich viel haben, und ich würde Krieg abschaffen – er ist unnütz!“.

Was Manuel später einmal machen möchte, weiss er noch nicht genau – Zeit, um das herauszufinden hat er ja noch genügend. Er ist ein Mensch, der von heute auf morgen lebt und den Moment geniesst. Wieso soll man sich schon Gedanken über die Zukunft machen, wenn es sich auch so leben lässt?! Wahrscheinlich möchte er studieren: irgendetwas mit Sport wäre natürlich super! Wieso auch nicht? – Er ist auf dem besten Weg dazu!