Theodor Fontane (1819-1898): Ausgang (1888)

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Gedichttext hinauf

Theodor Fontane
Ausgang

Immer enger, leise, leise
Ziehen sich die Lebenskreise,
Schwindet hin, was prahlt und prunkt,
Schwindet Hoffen, Hassen, Lieben,
Und ist nichts in Sicht geblieben
Als der letzte dunkle Punkt.

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Kurzinformation hinauf

Autor/in: Fontane, Theodor
Titel: Ausgang
Thema: Vergänglichkeit
Gedichtform:  
Erscheinungsjahr: 1979
Zeilen: 6
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Rezensent/in: Sabrina Sandmeier
Schwierigkeit: mittelschwer

Interpretation hinauf

Theodor Fontanes (1819 -1898) Gedicht „Ausgang“ entstand 1888 und wurde 1974 zum ersten Mal veröffentlicht. Es besteht aus sechs Versen. Die Strophe beginnt mit einem Paarreim. Die letzten vier Verse hingegen sind im umarmenden Reim angeordnet. Die Kadenzen sind grössten Teils weiblich, nur der dritte und der sechste Vers enden mit einer männlichen Kadenz. Die verwendeten vierhebigen Trochäen schaffen eine schwerfällige, traurige und langsame Atmosphäre, welche mit der Aussage des Gedichtes durchaus in Verbindung gebracht werden kann.
„Ausgang“ ist ein Gedicht aus der Epoche des Poetischen Realismus, welche sich vor allem mit Themen wie „der Mensch in seiner natürlichen Umgebung“, „der Mensch unter dem Einfluss der Natur“ oder mit „den gesellschaftlichen Zwängen und dem Zufall“ auseinandersetzte.
Die Aussage dieses Gedichtes lässt sich am einfachsten durch die von Fontane verwendeten Begriffe wie z.B. „Lebenskreise“, „schwinden“ oder „dunkle Punkt“ ermitteln. Abgesehen von den vorhandenen Metaphern bestehen aber keine zusätzlichen sprachlichen Schwierigkeiten.
Schon der Titel „Ausgang“ deutet auf den Tod hin (Ausgang aus dem Leben). Das Motiv „Tod“ ist ein Thema, welches von Fontane häufig in seinen Gedichten aufgegriffen wird (wie z.B. in „Die Frage bleibt“). Ausserdem bildet es auch ein zentrales Thema des Poetischen Realismus, da der Tod überall im natürlichen Umfeld des Menschen vorkommt und oft auch mit dem Thema Zufall bzw. Schicksal in Verbindung gebracht wird.
Fontane schafft es in nur 6 Zeilen, die Endlichkeit und das Ende des Seins wortwörtlich auf den Punkt zu bringen. Alle Äusserlichkeiten und auch die Gefühle verschwinden. Selbst die Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt stirbt. Das Gedicht bringt einen zwangsläufig zum Nachdenken.

Verfasser/in hinauf

Main.Sabrina Sandmeier, Neue Kantonsschule Aarau 4B, hat drei weitere Favoriten:

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