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Gedichttext hinauf

Bertolt Brecht
Der Pflaumenbaum

Im Hofe steht ein Pflaumenbaum
Der ist klein, man glaubt es kaum.
Er hat ein Gitter drum So tritt ihn keiner um.

Der Kleine kann nicht größer wer'n.
Ja größer wer'n, das möcht er gern.
s'ist keine Red davon
Er hat zu wenig Sonn.

Den Pflaumenbaum glaubt man ihm kaum
Weil er nie eine Plaume hat
Doch er ist ein Pflaumenbaum
Man kennt es an dem Blatt.

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Kurzinformation hinauf

Autor/in: Brecht, Bertolt
Titel: Der Pflaumenbaum
Thema: Gesellschaft
Gedichtform: -
Erscheinungsjahr: 1934
Zeilen: 12
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Rezensent/in: Judith Remund
Schwierigkeit: mittelschwer

Interpretation hinauf

Bertolt Brecht, ein gesellschaftskritischer Schriftsteller, der uns allen sicherlich bekannt ist. Er verfasste das Gedicht "Der Pflaumenbaum", um auf die sozialen Missstände zu jener Zeit aufmerksam zu machen. Sein Ziel war es, die Arbeiterklasse zu unterstützen.

In diesem Gedicht geht es um einen kleinen Pflaumenbaum, der eigentlich ganz nutzlos ist, da er keine Früchte trägt. Damit das Bäumchen nicht zertreten wird, muss es sogar durch ein Gitter geschützt werden. Doch leider hindert ihn genau dieses, als Schutz gedachte Gitter daran, zu wachsen, da der Pflaumenbaum damit viel zu wenig Sonne bekommt. So steht er klein und unbrauchbar in einem Hofe und die Leute können bloss an seinen Blättern erkennen, dass dies eigentlich ein Pflaumenbaum ist.

"Der Pflaumenbaum" ist in drei Strophen gegliedert, welche, mit ausnahme der letzten Strophe, einem strengen Metrum folgen. Es handelt sich dabei um einen Jambus, wobei die ersten beiden Verse fünfhebig und die Versen drei und vier dreihebig sind. Dieser Paarreim endet immer in einer männlichen Kadenz, das heisst die letzte Silbe eines Verses ist betont. Die Sprache ist einfach zu verstehen, da Brecht keine schwierigen oder komplizierten Wörter verwendet. Einzig die gelegentlichen Abkürzungen (z.B. Zeile 5) könnten beim überfliegen des Gedichtes etwas irritierend wirken.

1934 wurde Hitler zum deutschen Reichskanzler ernannt und damit begannen seine Bemühungen um ein reines arisches Volk. Der Pflaumenbaum represäntiert das deutsche Volk, welches angeblich vor äusseren Einflüssen geschützt werden muss. Doch dieser Schutz wird ihm schlussendlich zum Verhängnis, da das Volk dabei, zum Vorteil Hitlers, klein und ungefährlich bleibt. Es kann nicht wachsen um sich zu wehren (Früchte zu bringen), da alles vorgeschrieben und kontrolliert wird. Die Leute werden wie Maschinen, die man beliebig lenken und benützen kann und deshalb erkennt man gar nicht mehr, dass dies eigentlich Menschen (ein Pflaumenbaum) sind.

Verfasser/in hinauf

Judith Remund, Neue Kantonsschule Aarau (4C), hat drei weitere Favoriten:

Quellen & Links hinauf

  • Quelle 1:
  • Quelle 2:
  • Quelle 3:

-- JudithRemund - 02 Nov 2006