EDUARD MÖRIKE (1804-1875): Er ist's (1829)

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Gedichttext hinauf

EDUARD MÖRIKE
Er ist’s

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

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Kurzinformation hinauf

Autor/in: Hölderlin, Friedrich
Titel: Hälfte des Lebens
Thema: Natur
Gedichtform: Lied
Erscheinungsjahr: 1829
Zeilen: 9
Link: hier
Rezensent/in: PierreJungo
Schwierigkeit: einfach

Interpretation hinauf

Das Gedicht „Hälfte des Lebens“, verfasst von Friedrich Hölderlin (1770 –1843), wurde 1805 veröffentlicht. Hölderlin schrieb es in der Zeit der Klassik, es gilt aber als Anfang der Romantik, jener Epoche, wo die Sehnsucht nach der Gegenwelt und das Gefühl bedeutsamer wurden.

Es erweckt beim ersten Lesen den Eindruck, als sei es eine simple Naturschilderung, weil man sich sofort prachtvolle, sinnliche Bilder der Natur vorstellt. Beim genaueren Lesen fällt auf, das Gedicht ist, wie der Titel es bereits erwähnt, in zwei Hälften geteilt. Dies steht in direktem Zusammenhang mit Friedrich Hölderlins Leben, also ist er selbst das lyrische Ich.

In der ersten Hälfte beschreibt er die Zeit, als seine Geliebte Susette Gontard noch lebte. Sie war der Massstab für Hölderlins Schönheitssinn. Er stilisiert dies im ersten Teil mit der wundersamen Naturbeschreibung, „ein Schwanenpaar trunken von Küssen“, die Rose und das heilignüchterne Wasser. Alles scheint zu stimmen und man fühlt richtiggehend die Wärme.

Nachdem Hölderlin aber vom Tod seiner Angebeteten erfährt, zerfällt sein Leben in zwei Hälften. Der so lebensfrohe Dichter fällt immer weiter in eine ernüchternde Isolation. Der zweite Teil des Gedichtes stellt diese Entwicklung dar. Beginnend mit dem Aufschrei zu Beginn des zweiten Abschnitts „Weh mir“, über „den Schatten der Erde“, bis hin zur Kälte und Sprachlosigkeit am Ende der zweiten Strophe. Hölderlins Seele beginnt immer weiter zu veröden und er schliesst mit der Welt um sich ab.

Ein Gedicht welches das Leben des Begründers der Romantik thematisiert. Wie sein Leben zerfällt, so zerfällt auch das Gedicht, auf Wärme und Zufriedenheit folgt die Kälte und die Verwahrlosung. Hölderlin beschreibt die Sehnsucht die Gegenwelt zu erreichen, wo seine Geliebte noch lebte und er glücklich war.

Verfasser/in hinauf

BeatKnaus, Neue Kantonsschule Aarau (Deutschlehrer) hat drei weitere Favoriten:

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