Johann Wolfgang Goethe (1749-1832): Gefunden (Entstehungsjahr)

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Gedichttext hinauf

Johann Wolfgang von Goethe
Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grubs mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Vorgelesen:
keine Aufnahme
Kurzinformation hinauf

Autor/in: Goethe, Johann Wolfgang
Titel: Gefunden
Thema: Natur
Gedichtform: Ballade
Erscheinungsjahr: 1803
Zeilen: 20
Link: hier
Rezensent/in: Nicole Hunziker
Schwierigkeit: einfach

Interpretation hinauf

Angaben zu Autor/in und Entstehung

Dieses Gedicht hat Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) seiner Frau Christiane zum 25. Jahrestag ihrer ersten Begegnung übersandt. Es ist 1813 entstanden und gehört in die Epoche der Klassik, Goethe war ein Vertreter der Weimarer Klassik. Wichtig in dieser Epoche waren neue Wertmaßstäbe: Maß, Gesetz und Formstrenge. Auch Natur war ein Thema in der Klassik. Der Mensch hatte in der Klassik das Ziel alles harmonisch in Einklang zu bringen. Dies wollte auch Goethe mit seinen literarischen Werken erreichen. Achtung von Mensch und Natur war wichtig. Alles soll miteinander Harmonieren aber jeder soll selber ein Individuum bleiben.

Beschreibung

a) Inhalt

Im Gedicht kommen die Gefühle des Dichters sehr schön zur Geltung. Unbekümmert und leicht spaziert er im Wald. Beim lesen des Gedichts ist die wunderbare perfekte Welt, die vom Dichter geschafft wird, gut heraus zu spüren. Alles harmoniert miteinander, jeder nimmt auf den Anderen Rücksicht. Die Natur spielt eine wichtige Rolle. Sie ist ein Ort der in sich eine Harmonie darstellt. Der Dichter veröffentlicht mit diesem Gedicht sein Wunschdenken, eine harmonierende Welt. Es handelt sich im Gedicht um eine Blume im Wald, die der Dichter Pflücken will. Die Blume wehrt sich dagegen. Der Dichter macht also eine Personifikation der Blume. Die Blume wird als Mitbewohner der Erde geachtet und ihre „Meinung“ wird respektiert.

b) Form

Die Sprache ist sehr einfach und der Inhalt ist gut verständlich. Diese Ballade weist einen Kreuzreim auf und ein regelmässiges Metrum (2-füssiger Jambus) auf. Sie ist in fünf Strophen mit je vier Zeilen aufgeteilt.

Deutung

Die Aussage des Gedichts ist relativ simpel. Es wird zur Rücksichtsnahme auf die Natur aufgerufen, da die Natur für uns ein wichtiger Zufluchtsort sein soll, den wir respektieren und achten sollen.

Verfasser/in hinauf

Main.Nicole Hunziker, Neue Kantonsschule Aarau (3D), hat drei weitere Favoriten:
  • [Goethe: mit einem gemalten Band]
  • [Eichendorff: Mondnacht]
  • [Goethe: Willkommen und Abschied]

Quellen & Links hinauf