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EDUARD MÖRIKE (1804-1875): Er ist's (1829)

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Gedichttext hinauf

EDUARD MÖRIKE
Er ist’s

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

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Vorgelesen:
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Kurzinformation hinauf

Autor/in: Keller, Gottfried
Titel: Rot
Thema: Natur
Gedichtform: Lied
Erscheinungsjahr: 1829
Zeilen: 9
Link: hier
Rezensent/in: BeatKnaus
Schwierigkeit: einfach

Interpretation hinauf

Blut ist ein ganz besonderer Saft

Rot (1853). Der kurze und prägnante Titel eines der vielen, genialen Meisterwerken des Schweizer Schriftstellers und Dichters Gottfried Keller (1819-1890), der dem bürgerlichen Realismus zugeordnet wird. Neben dem Schreiben und Denken setzte Gottfried Keller sich politisch ein, schrieb Gedichte und politische Tageslyrik und beteiligte sich im Vorfeld des Sonderbundskrieges an den Freischarenzügen gegen Luzern. Keller gefiel sich in dieser rebellischen Rolle eines radikalen Demokraten und belegte alles Konservative mit glühendem Hass.

Das Gedicht wurde zu Beginn der Entstehung der Arbeitergesellschaft und der daraus resultierenden Linkspolitik geschrieben. Typische Merkmale für den bürgerlichen Realismus, wie viel Humor, um über die harte Zeit hinweg zu sehen, Detailtreue (Muss der Epoche) und relative Schönheit (Verschiebung von einer objektiven zu einer subjektiven Ansicht des Autors), sind unverkennbar vorhanden.

Das offene lyrische Ich (passiv, aber interessiert das Schauspiel geniessend) befindet sich in einer Bader Stube (Handwerkschirurg/Wundarzt), in welcher ein Kunde über seine politische Einstellung referiert. Aus Schreck sticht der Bader einem Becker in die Ader, worauf ein Strahl aus Blut auf der Nase des Sprechers landet. Dieser wäscht sich darauf kreidebleich das Gesicht. Nun beginnt das lyrische Ich Vergleiche mit der Natur kund zu tun. Bei dem Gedicht handelt es sich offensichtlich um eine Ballade. Jede Strophe ist reimschematisch gesehen durchgehend gleich aufgebaut (a-b-c-b, d-e-f-e etc). Beim Metrum handelt es sich um einen 4-hebigen Trochäus mit alternierender weiblicher und männlicher Kadenz, weiblich beginnend.

Nebst dem unterhaltenden Charakter des Gedichtes durch das gewählte Reimschema und des Inhaltes, weist das Gedicht zudem eine tiefgründige Aussage auf. Dafür muss besonders der Vergleich zwischen Natur und Mensch in den Vordergrund gerückt werden. Es ist ein Vergleich zwischen einer propagierten, politischen Ansicht und der Natur. Keller versucht die Freiheit des Menschen in seiner Entscheidung und die schon gegebene Natur miteinander in Verbindung zu bringen und begründet so seine eigene Ansicht. Rot steht für eine linksgerichtete (soziale) Politik, welche in seinen Augen schlussendlich anderen politischen Systemen unterlegen ist. Die Ideen klängen zwar in der grauen Eselstheorie (grau = langweilig/theoretisch, Esel = dumm) gar nicht so schlecht, sind aber in der farbigen Natur (Wirklichkeit) unbrauchbar. Die individuelle Entscheidungskraft jedes Einzelnen sieht er als Kern für ein erfolgreiches politisches System.

Verfasser/in hinauf

BeatKnaus, Neue Kantonsschule Aarau (Deutschlehrer) hat drei weitere Favoriten:

Quellen & Links hinauf

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