FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805): Das Mädchen aus der Fremde (1902)

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Gedichttext hinauf

Friedrich Schiller
Das Mädchen aus der Fremde

In einem Tal bei armen Hirten
Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Tal geboren,
Man wußte nicht, woher sie kam,
Und schnell war ihre Spur verloren,
Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe,
Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
In einer glücklichern Natur.

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Kurzinformation hinauf

Autor/in: Schiller, Friedrich
Titel: Das Mädchen aus der Fremde
Thema: Natur
Gedichtform:  
Erscheinungsjahr: 1902
Zeilen: 12
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Rezensent/in: Bahar Cakan
Schwierigkeit: mittelschwer

Interpretation hinauf

Das Gedicht „Das Mädchen aus der Fremde“ von Friedrich Schiller wurde im Jahr 1796 geschrieben. Schiller war einer der wichtigsten Autoren der Weimarer Klassik. Diese Epoche dauerte von 1794 bis 1805.
Bei diesem Schillers Werk geht es um Liebe von Fremden. Man versteht also, dass der Autor durch das Gedicht Toleranz anderen Kulturen den Lesern zeigen und beibringen will.
Die einfache Darstellung des Gedichts erleichtert das Verständnis. Das Gedicht hat sechs Strophen mit je vier Versen, die in Kreuzreim und mit der Betonung Trochäus gebildet sind. Jede Strophe besteht aus einem Satz.
Enjambements bzw. Nebensätze verwendet Schiller bei der ersten Strophe (V.1-2) und bei der dritten Strophe (V. 3-4).
Das lyrische Ich ist nicht vorhanden, aber man merkt, dass die Gedanken und Gefühle einer Person beschrieben werden. In den ersten drei Strophen trifft der Autor ein ausländisches Mädchen, das schön und wunderbar ist. Hier wird noch das seltsame Gefühl des Autors gezeigt, in dem er neugierig von diesem Mädchen ist und da es aus der Fremde ist, findet sich keine Vertraulichkeit statt.
Erst bei der vierten Strophe wird sich diese Entfernung oder auch Vorurteil durch die Geschenke des Mädchens aufgegeben. Somit wirkt das Verhalten erzieherisch auf den Lesern. Das Verhalten des Mädchens entspricht einem typischen Merkmal der Weimarer Klassik: Die Menschen sollen durch Kunst und Literatur zu Humanität erzogen und dadurch reif für gesellschaftliche Veränderungen werden.
Die Natur (vierte Strophe) nimmt auch einen Platz im Gedicht, was eine wesentliche Rolle in dieser Epoche spielte. Die Natur wird als Spiegel der Innenwelt des Autors dargestellt.
Angaben über Ort und Zeit werden nicht erwähnt, somit wird der Leser ein Teil der Sinnentstehung des Werkes, da jeder Leser von einer anderen Voraussetzung ausgeht, ändert sich auch der Sinn des Werkes bei jeder Person. Am Schluss betont noch Schiller, in dem das Mädchen die schönste Blume einem liebenden Paar schenkt, die Liebe als schönstes Ding. Die Menschlichkeit und Toleranz sind durch dieses Gedicht präsentiert.

Verfasser/in hinauf

Bahar Cakan , Neue Kantonsschule Aarau (4a), hat drei weitere Favoriten:

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Gedicht
Autor

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-- PascalFrey - 22 Apr 2007

-- BaharCakan - 11 May 2007