Ludwig Uhland (1787-1862): Heimkehr(1815)

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Gedichttext hinauf

Ludwig Uhland
Heimkehr

O brich nicht, Steg, du zitterst sehr!
O stürz nicht, Fels, du dräuest schwer!
Welt, geh nicht unter, Himmel, fall nicht ein,
Eh' ich mag bei der Liebsten sein!

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Kurzinformation hinauf

Autor/in: Uhland, Ludwig
Titel: Heimkehr
Thema: Liebe
Erscheinungsjahr: 1815
Zeilen: 4
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Rezensent/in: Christoph Möhl
Schwierigkeit: mittelschwer

Interpretation hinauf

Johann Ludwig Uhland (1787-1862) war ein deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker. Er galt neben Justinus Kerner als bedeutendster Vertreter der schwäbischen Romantik.

In seinem Gedicht Heimkehr (1815) schildert das lyrische Ich die Rückkehr zur Geliebten. In den ersten beiden Zeilen fürchtet es, dass der versperrt und unbegehbar werden könnte, daher fleht es darum, dass der zittrige Steg nicht einstürzt und der dräuende Fels nicht einbricht. Das lyrische Ich fürchtet gar, die Welt könnte untergehen und der Himmel einfallen (Zeile 3), bevor es sein Ziel, seine Liebste, erreicht hat (Zeile 4). Daher richtet es sich in der dritten Zeile direkt an die Welt, sie solle nicht untergehen, und an den Himmel, er solle nicht einfallen. Inhaltlich sind die ersten drei Zeilen sehr ähnlich, sie beinhalten, welche Ereignisse nicht eintreffen sollten und die vierte beinhaltet im Gegensatz dazu, weshalb diese nicht eintreffen sollten. Diese Heimkehr zur Liebsten, begleitet durch intensive Gefühle und Ängste, ist typisch für die Romantik, die sich vor allem mit Welt der Gefühle beschäftigte.

Das Gedicht besteht aus einer Strophe zu vier Zeilen. Es ist in Paarreimen verfasst und jede Zeile endet mit einer männlichen Kadenz. Die ersten beiden Zeilen sind beide jambische Vierheber und die Abfolge der Wortarten ist ebenfalls bei beiden identisch, es liegt also ein Parallelismus vor. Die dritte ist ein jambischer Fünfheber und damit die längste und schwerste Zeile. Sie beinhaltet einen Parallelismus. In der letzten Zeile liegt eine Synkope vor (Eh’ statt Ehe) und es folgt ein Jambus auf zwei Anapäste, total beinhaltet sie also nur drei Hebungen. Durch diese geringere Anzahl an Hebungen und durch das angepasste Versmass wird diese letzte Zeile schneller. Auch im Versmass sind sich die ersten Zeilen sehr ähnlich (alles Jamben) und unterscheiden sich wie schon inhaltlich von der vierten (zwei Anapäste und ein Jambus).

Durch das ganze Gedicht hinweg scheint das lyrische Ich zu flehen und zu fürchten, jedoch verliert es nie die Hoffnung und den Glauben daran, dass es seine Liebste erreichen wird.

Verfasser/in hinauf

Main.Vorname Name, Neue Kantonsschule Aarau (Abteilung), hat drei weitere Favoriten:

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