HansjörgSchneider-, Hunkeler macht Sachen, Bastei-Lübbe 2004

Inhalt

Ein brutaler Mord am alten Lastwagenchauffeur Bernhard Schirmer, alias „Hardy“, lässt die Geschichte mit einem Paukenschlag beginnen. Man ist sich rasch einig, der Mord geht auf das Konto einer mafiaähnlichen Schmugglerbande, die aus Albanien stammt. Für Kriminalkomissär PeterHunkeler, die Hauptfigur des Buches, ergibt diese Erklärung aber keinen Sinn, er ermittelt auf eigene Faust. Mit seinen eigenwilligen, von vielen belächelten Methoden manövriert er sich zu Beginn ins Abseits und wird gar vom Polizeidienst suspendiert. Hunkeler gibt jedoch nicht auf. Sein Scharfsinn führt in ins Basler Rotlichtmilieu und in tiefe, dunkle Abgründe der Schweizer Vergangenheit. Er stösst auf Zusammenhänge zwischen dem Mord an Hardy Schirmer und dem an der Prostituierten Barbara Amsler, deren Leiche im baselländischen Allschwiler Weiher aufgefunden wurde. Beiden Opfern wurde das Ohr aufgeschnitten, was im Mittelalter eine gängige Strafe für herumstreunende Zigeuner war. Hunkeler findet auf heraus, dass beide Opfer aus dem fahrenden Volk der Jenischen stammen und ihren Eltern durch das höchst umstrittene Hilfswerk „Kinder der Landstrasse“ entrissen wurden. Er stösst auf die Spur des Basler Apothekenbesitzers Garzoni , der ebenfalls jenischer Abstammung ist, und entdeckt, dass dieser, aufgrund der traumatischen Erlebnisse in seiner Jugend, einen tiefsitzenden Hass auf alle Jenischen hat und darum Morde an diesen begangen hat. Hunkeler verfolgt den flüchtenden Garzoni bis zum Allschwiler Weiher und findet in dort tot auf, erschossen von Barbara Amslers Zuhälter Enrico Casali, der nach deren Ermordung auf eigene Faust Ermittlungen angestellt hatte. Hunkeler bietet Casali an ihn laufen zu lassen, dieser jedoch entscheidet sich für seine Tat einzustehen und wird verhaftet. Hunkeler besucht anschliessend seine in Paris weilende Freundin und erzählt ihr von seinen Plänen sich zwei Esel zu kaufen. Das Paar kehrt in sein Haus im Elsass zurück.

Wertung

Durch die Authentische Schreibweise bringt der Autor, Hansjörg Schneider, die gesamte Atmosphäre sehr glaubhaft herüber. Ein dazu verwendetes Stilmittel sind die von ihm häufig verwendeten schweizerdeutschen und französischen "Dialektwörter". Die gesamte Sprache ist relativ einfach gehalten, wodurch das Buch leicht verständlich ist. Auch die charmante Art von Kommissär Hunkeler hat Hansjörg Schneider sehr überzeugend ins Buch gebracht. Durch die vielen Verdächtigen, deren Unschuld bis kurz vor dem Schluss nicht bewiesen ist, kommt zusätzlich Spannung ins Buch. Auch die Handlungsorte, welche es wirklich gibt, machen das Buch zusätzlich glaubwürdig.