Arbeitsauftrag 18.11.
Eveline Hasler: Anna Göldin
  • Erstellen Sie eine Analyse des Romananfangs: S.7 bis 8 oben. Sie enthält: Charakterisierung des ersten Satzes, Erzählsituation, Einführung der Protagonistin, des Schauplatzes, Zeitgestaltung, sprachliche Auffälligkeiten, Romantyp. Darstellung: Liste oder ausformulierter Text.
  • Erarbeiten Sie drei Interpretationsthesen zum ersten Teil des Romans. Ein Beispiel: Anna wird im ersten Teil als die unabhängige, selbstständige Frau gezeigt.
  • Führen Sie eine der drei Thesen aus, indem Sie sie begründen. Beziehen Sie konkrete Textstellen (Belege) mit ein in Ihre Begründung, zeigen Sie auf, wie und warum Ihre These stimmt. Darstellung: die drei Thesen nummerieren, Begründung zu einer These in einem ausformulierten Text.
  • In den Unterrichtsmaterialien sind die Unterlagen zum literarischen Erzählen und zu den Typen von Romananfängen abrufbar.

Beide Aufgaben lösen Sie im Team Ihres eigenen Schweizer-Roman-Projekts und stellen Ihre Texte ins Wiki auf Ihre eigene Seite. Titel: Arbeitsauftrag 18.11.: Anna Göldin
Termin: Texte im Wiki bis zum 29.11., 10.30 Uhr.

Beispiel-Text für die ausgeführte Interpretationsthese
These: Anna erscheint im ersten Teil des Romans als unabhängige, selbstständige Frau.
Diese These steht eigentlich im Widerspruch zur erzählten Realität im Roman: Anna ist Magd, als solche abhängig von den Herrschaften, sie hat schon an x Orten gedient, und auch bei den Tschudis hat sie als Magd keine Rechte, verdient einen kleinen Lohn, muss sich von allen herumkommandieren lassen.
Trotzdem wird sie schon im 2.Kapitel als die beschrieben, die selbstbewusst der Herrschaft entgegentritt. "Davon ahnen die Herren ja nichts, dass die Häuser eigentlich den Mägden gehören und den Katzen." (S.11)
Frau Tschudi erkennt mit einem Blick, dass Anna im Vergleich zu ihr selber die Unabhängige ist: "Die kann sich ohne Anhang bewegen, unsereiner muss auf Mann und Kinder Rücksicht nehmen..." (S.55)
Annas Vorbild von Unabhängigkeit ist der Vater, sie möchte wie er sich davonmachen aus der Enge, der Armut.
Aber ich frage mich, ob ihr das gelingen kann? Kann sie die innere Unabhängigkeit bewahren gegen den Druck, der von der Gesellschaft gegen sie kommt?

-- KathrinBurger - 17 Nov 2005