-- LeeMuritu - 01 Jun 2004

Lee Muritu

21 Sep 2006 - 20:00 | Version 17 |

HaasFilmAnnaLee

Kommentar zum Hörspiel "Das Verhöhr des Lukulus"

Dieses Hörspiel hat mich nicht besonders gepackt! Grund dafür war ein Mangel an Spannung und Abwechslung. Nach dem das Verhör begonnen hatte war es sehr monoton und es wurden einfach nach und nach verschieden Personen befragt und verschiedene Ansichten über Lukulus geäussert.

Draussen vor der Tür

Kommentar zum Hörspiel

Dieses Hörspiel ist zwar interessant, jedoch äusserst verwirrend! Ich finde das Thema, dass Selbstmord ein zu einfacher Ausweg ist, spannend. Mein Problem lag vor allem an den Charakteren, die ich nicht so ganz verstanden habe. Abgesehen davon hatte ich bisher noch keine wirklichen Probleme, was das Verständnis anbelangt.

Textbeschreibung

1) Äusserer Aufbau

Der Text ist, wie die meisten Hörspiele, in mehrere Szenen gegliedert:

- Gespräch zwischen dem "Tod" und "Gott"

- Der versuchte Selbstmord und das Gespräch mit der "Elbe"

- Beckmann liegt am Ufer und diskutiert über das Leben, das er jetzt führt oder nicht mehr führen will

- Beckmann beim Mädchen

- Beckmann erzählt dem Oberst von seinem Traum

- Beckmann bewirbt sich beim Kabarett

- Beckmann bei Frau Kramer

2) Spannungsaufbau

Wenn man den Text als Ganzes betrachtet kann man eigentlich nicht wirklich von Spaannung sprechen, da es in vielen Situationen um die Gedanken und die Verzweiflung geht. Der Text hat es glaube ich aber auch nicht nötig spannend zu sein, da er ja eigentlich nicht unterhalten, sondern aufklären und verdeutlichen will.

Trotzdem ist in einigen Situationen und vorallem in Gesprächen ein Spannungsaufbau zu erkennen. So zum Beispiel als Beckmann dem Oberst von seinem Traum mit dem knöchernen Xylophon erzählt und zu der Stelle mit dem Blut kommt. In solchen Momenten ist man dann hellwach und verfolgt jedes Wort mit Spannung.

3) Schauplätze und zeitliche Gliederung der Szenen

Zeitlich ist die Geschichte eigentlich vollkommen linear. Jede Szene oder Handlung die nach einer Anderen folgt, hat sich zeitlich auch erst nachher ereignet. Die Schauplätze wechseln stetig von Szene zu Szene. Es wechselt von der Promenade, zur Elbe, zum Ufer, zum Haus des Mädchen, zum Haus des Oberst, zum Kabarett und bis zum alten Haus der Familie Beckmann (bzw. dem Haus der Kramer).

4) Figurenkonstellation

Die Charakterisierung erfolgt ganz klar indirerkt. Man wird plötzlich in die Geschichte hineinversetzt und die Figuren beginnen sogleich mit ihren Handlungen. Erst nach und nach erkennt der Hörer od. Leser wer diese Figuren sind und was ihre Aufgaben und Ziele sind. Die Figuren werden aber niemals von jemandem vorgestellt noch stellen sie sich selbst jemals vor.

Der Ausführungsgrad ist wohl komplex und vielschichtig, da man die Figuren nicht in ein typisches Rollenmuster stecken kann. Man kann von keinem der Figuren sagen: "Ach, das ist so einer! Ganz klar! Der ist so und wird jetzt das machen." Ausserdem scheint keine der Figuren absolut gut bzw. absolut böse zu sein.

Deutung

Biographische Methode

Dieses Hörspiel beinhaltet ganz klar Elemente aus seinem eigenen Leben. Denn auch er hat die Erfahrung gemacht im Krieg schreckliche Qualen durchzumachen (Krankheit, Flucht aus Gefangenschaft), danach zurück zu kehren und festzustellen, dass nichts mehr so ist, wie es war. Obwohl ich daran zweifle, dass er selbst an Selbstmord gedacht hat, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er, entweder aus dem Krieg oder auch zu Hause, Leute kennt, die sich mit dem Gedanken sich selbst das Leben zu nehmen auseinander gesetzt haben.

Literatursoziologische Methode

Borcherts Text ist ganz klar von der damaligen Zeit und politischen Situation geprägt. Er verarbeitet Erlebnisse und Erkenntnisse, welche er durch das Betrachten der Gesellschaft und ihrer Probleme gemacht hat. Er versucht ja auch mit diesem Stück die Leser und Hörer aufzuklären und ihnen eine Botschaft bezüglich der momentanen Situation zu senden.

Geistesgeschichtliche Methode

Borchert wird ganz klar durch die Situation der Nachkriegszeit beeinflusst. Das Elend in Deutschland nach dem Krieg, die sogenannte "Stunde Null", hat bestimmt sehr viele Künstler dazu veranlasst ihre Eindrücke, Hoffnungen und Ängste künstlerisch umzusetzen.

"Träume"

Leseerfahrung

Eigentlich kann ich nicht sagen, dass mir das Hörspiel gefallen hat. Obwohl ich es doch für eine intressante Abwechslung hielt, was das Thema angeht, konnte ich mich eigentlich kaum richtig dafür begeistern. Einige Träume wie z.B. jener mit den Kanibalen oder jener mit der Dschungelexpedition waren äusserst interessant, jedoch waren sie sehr kurz und mussten deshalb sehr schnell erzählt werden, weshalb man kaum die Gelegenheit bekam sich richtig in die Geschichte hineinzuversetzen und mitzuerleben, wie die Spannung aufgebaut wird.

Verstehenshorizont

Das Hörspiel wurde nach dem 2. Weltkrieg geschrieben und handelt von der Angst vor dem Fortschritt und der Ungewissheit, ob es nun wirklich bergauf gehen wird. Der Autor möchte die Menschen dazu aufrufen hinter die Fassade des Aufschwungs zu sehen und zu überprüfen wohin dieser Aufschwung sie bringen wird.

Beschreibung

Das Hörspiel ist in fünf von einander unabhängige Träume gegliedert. Diese Träume spielen alle auf verschiedenen Kontinenten. Keiner der Träume verfügt über ein wirkliches Ende. Sie sind einfach fertig und man hat selbst die Möglichkeit (oder Qual) sich den Ausgang der Geschichte zu überlegen.

Deutung

Wie schon im "Verstehenshorizont" gesagt, versucht der Autor dem Leser mitzuteilen, dass "nicht alles Gold ist, was glänzt". Das heisst, der Leser soll nicht einfach ein Mitläufer sein und sich nun riesig über den Aufschwung nach dem Krieg freuen, sondern auch versuchen herauszufinden, was für Folgen das haben wird und wie das zu Stande kommen soll.

Filmanalyse

Lola rennt!

Plot

Lola bekommt einen Anruf von ihrem Freund Manni, der ihr verzweiflet erklärt, dass er die 100 000 DM für eine illegale Geldübergabe im Zug vergessen hat. Er rechnet bereits mit dem sicheren Tod doch Lola verspricht ihm zu helfen. Das Problem ist einfach die Geldübergabe findet um zwölf Uhr statt und es ist zwanzig Minuten vor. Sie versucht das Geld von ihrem Vater zu bekommen, der es ihr jedoch verweigert. Sie beeilt sich und kommt kurz nach zwölf am Treffpunkt an. Manni war jedoch so verzweifelt, dass er kurzerhand beschliesst einen Supermarkt auszurauben. Zwar geling der Raub, jedoch wird Lola auf der Flucht erschossen. Man meint die Geschichte sei nun nach zwanzig Minuten vorbei. Doch falsch gedacht! Das Ganze beginnt nochmals von vorne, wobei jedoch leicht veränderte Entscheidungen getroffen werden, wie z.B. dass Lola die Bank in der ihr Vater arbeitet ausraubt. Diese Entscheidungen haben eine grosse Wirkung, denn am Ende dieser Geschichte wird nicht Lola erschossen, sondern Manni überfahren. Doch dies kann auch nicht sein! Der dritte Teil beginnt, mit wiederum anderen Entscheidungen (z.B. verschafft sich Lola das Geld diesmal in einem Kasino mit einem Startkapital von lediglich 100 DM). Doch diesmal schafft es auch Manni die verlorenen 100 000 aufzutreiben und die Geldübergabe zu regeln. Die beiden könne jetzt wieder nach Hause gehen mit zuzüglichen 100 000 DM!

Mythos

Es handelt sich um eine Geschichte in der eine Person alles tut um seine grosse Liebe zu retten.

Thema

Muss man sein Schicksal hinnehmen? Kann man sein eigenes Schicksal oder sogar das von Anderen durch einzelne Entscheidungen beeinflussen?

Wolf Haas, Komm süsser Tod

Innerer Monolog:

Es ist vier Uhr morgens und ich steh vor dem Golden Heart, Stammlokal der Rettungsbündler an meiner Seite die bildhübsche Nicole. Mein Schädel brummt nach dieser durchzechten Nacht. Seit zehn Uhr hatten sie und ich ein Bier nach dem Anderen gekippt und gegen Schluss wohl auch ein paar zu viel. Plötzlich taucht ein Lastwagen auf und zwei Männer steigen aus. Einer fragt mich, ob ich der Brenner bin. Doch ehe ich auf diese Frage antworten kann oder auch bloss nicken, kassiere ich einen Schlag in die Magengegend, dass mein ganzer Körper vor Schmerz nickt. Schnell blicke ich suchend umher wo Nicole ist und bin erleichtert, als ich merke, dass sie sich auf Kommando der Männer verflüchtigt hat. Sie prügeln wie wild auf mich ein ohne, dass ich mich wehren könnte und ich denke mir, dass es wohl etwas zu provozierend war mit der Uniform im Lager des Feindes aufzutauchen. Doch dies hat mich nicht mehr zu stören, da ich höre wie bei jedem weiteren Sturz auf den Gehsteig sich meine Uniform in Fetzen auflöst. Als die Typen mit mir fertig sind, lassen sie mich einfach auf dem Gehsteig liegen. Kraftlos, blutig und halbblind höre ich die Sirenen der Kreuzritter, als ob sie sich in meinem Kopf befänden. Später liege ich provisorisch verarztet auf dem Boden und habe das Gefühl, dass ich dieses Pflaster kenne. Es ist der Vorhof unserer Einsatzzentrale. Ich stehe auf und erblicke mich im Spiegel. Brenner, so scheisse hast du schon lange nicht mehr ausgesehn. Meine im Normalzustand nicht besonders schönen Gesichtszüge sind bis aufs äusserste entstellte und ich wasche mir das Blut ab, in der Hoffnung darunter nicht ganz so abgewrackt auszusehen. Pech gehabt! Der Anblick wird nur schlimmer. Ich spiele mit dem Gedanken mir heute frei zu nehmen. Aber nein! Ich würde bloss spöttische Sprüche von den Kollegen ernten, täte ich das so kurz noch vor dem Dienst. Also stolpere ich die Treppen hinab in der Hoffnung Heute frei zu haben. Doch angekommen im Dienstraum blicke ich auf den Einsatzplan: Verdammt! Dreieinhalb Wochen Dienst ohne freien Tag! Dreieinhalb Wochen Dienst zu zwölf Stunden täglich! Muss wohl die Strafe sein für die Schande die Rettungsbünler in unseren Vorhof gebracht zu haben.

Erlebte Rede

Es ist vier Uhr morgens und er steht vor dem Golden Heart, Stammlokal der Rettungsbündler an seiner Seite die bildhübsche Nicole. Sein Schädel brummte nach dieser durchzechten Nacht. Seit zehn Uhr hatten sie ein Bier nach dem Anderen gekippt und gegen Schluss wohl auch ein paar zu viel. Plötzlich tauchte ein Lastwagen auf und zwei Männer steigen aus. Einer fragt ihn, ob er der Brenner sei. Doch ehe er auf diese Frage antworten konnte oder auch bloss nicken, kassierte er einen Schlag in die Magengegend, dass sein ganzer Körper vor Schmerz nickte. Schnell blickte er suchend umher, wo Nicole war und war erleichtert, als er merkte, dass sie sich auf Kommando der Männer verflüchtigt hat. Sie prügelten wie wild auf ihn ein ohne, dass er sich wehren könnte und er dachte sich, dass es wohl etwas zu provozierend war mit der Uniform im Lager des Feindes aufzutauchen. Doch dies hatte ihn nicht mehr zu stören, da er hörte wie bei jedem weiteren Sturz auf den Gehsteig sich seine Uniform in Fetzen auflöste. Als die Typen mit ihn fertig waren, liessen sie ihn einfach auf dem Gehsteig liegen. Kraftlos, blutig und halbblind hörte er die Sirenen der Kreuzritter, als ob sie sich in seinem Kopf befänden. Später lag er provisorisch verarztet auf dem Boden und hatte das Gefühl, dass er dieses Pflaster kannte. Es war der Vorhof ihrer Einsatzzentrale. Er stand auf und erblickte sich im Spiegel. "Brenner, so scheisse hast du schon lange nicht mehr ausgesehn," bemitleidete er sich. Seine im Normalzustand nicht besonders schönen Gesichtszüge waren bis aufs äusserste entstellte und er wusch sich das Blut ab, in der Hoffnung darunter nicht ganz so abgewrackt auszusehen. Pech gehabt! Der Anblick wurde bloss schlimmer. Er spielte mit dem Gedanken sich heute frei zu nehmen. Aber nein! Er würde bloss spöttische Sprüche von den Kollegen ernten, hätte er das so kurz noch vor dem Dienst getan. Also stolperte er die Treppen hinab in der Hoffnung an dem Tag frei zu haben. Doch angekommen im Dienstraum blickte er auf den Einsatzplan: Verdammt! Dreieinhalb Wochen Dienst ohne freien Tag! Dreieinhalb Wochen Dienst zu zwölf Stunden täglich! Muss wohl die Strafe gewesen sein für die Schande die Rettungsbünler in ihren Vorhof gebracht zu haben.

Auktoriale Erzählweise

Es war früh morgens. Vier Uhr sogar schon. Und in wenigen Stunden war bereits Dienstbeginn. Doch Brenner immer noch mit der Nicole im Golden Heart, Stammlokal der feindlichen Rettungsbündler. Dass er sich nur schon dorthin getraut hatte, war äusserst dreist von ihm gewesen. Doch der Zustand in dem er sich nun befand und dies allen Ansässigen offenkundig präsentierte, ging ganz klar zu weit. Sie sassen zu zweit an einem mit Bierkrügen und einem einzelnen Weinglas, dem von Nicole, überfluteten Tisch und der Brenner versuchte ihr Geheimnisse ins Ohr zu flüstern, die er jedoch stattdessen lautstark in die Menge brüllte. Er konnte sich glücklich schätzen nicht bereits vor Stunden aus dem Lokal geschmiessen geworden zu sein. Doch jetzt hatte wohl sogar die Nicole genug und die Wirkung des Glas Wein war wohl verblasst, als sie den Befehl zum Aufbruch gab. Der Brenner, gestützt von ihr, torkelte aus dem Lokal und machte draussen auf dem Gehsteig halt, als ein Lastwagen vor ihnen vorfuhr. Zwei bedrohlich aussehnde Männer stiegen aus ohne gute Absichten. Auf das Kommando des einen schliech die Nicole klang heimlich davon, bevor eine eigentlich unnötige Frage gestellt wurde: "Bist du der Brenner?". Doch es folgte keine Antwort sondern nur ein Nicken mit dem Körper, welches wohl auf den Schlag in die Magengrube zurückgeführt werden konnte, den Brenner kassierte. Das folgende Szenario will wohl keiner mitansehen. Brenner völlig chancenlos und noch benommen vom Alkohol, hatte den beiden nichts entgegenzusetzen. Seine nächste Erinnerung war dann der Boden des Vorhofs der Kreuzritter. Noch weggetreten war er gar nicht in der Lage die Schmach die er seiner Truppe zugeführt hatte zu realisieren und schleifte sich selbst hoch in seine Wohnung, wo er ein paar wenige Stunden Schlaf sammelte vor Dienstbeginn. Als er dann benommen die Treppe hinunterstolperte und den Einsatzplan studierte in der Hoffnung heute frei zu haben, erhielt er die verdiente Quittung fürs Einbringen des "Feindes" ins eigene Lager: dreieinhalb Wochen ununterbrochen Dienst.

KrimiFortsetzung im Haas - Stil