ProbeSchreibtestLisa?.

Der Piano Mann

15 Sep 2005 - 13:19 | Version 8 |

1. Innerer Monolog

Was habe ich mir da nur eingebrockt? Die beiden Typen sehen nicht gerade freundlich aus. So etwas wie mich bekommen die bestimmt nicht jeden Tag zu sehen. Aber jetzt muss ich die ganze Sache auch durchziehen, ich habe sowieso keine andere Wahl mehr. Wie heissen Sie? Ich kann ihm nicht antworten, ich muss meine Rolle jetzt spielen. Hoffentlich haben die nicht irgendwelche Psychotricks und können herausfinden, dass ich mein Gedächtnis gar nicht verloren habe und einfach nicht sprechen will. Können oder wollen Sie nicht antworten? Verstehen Sie uns überhaupt? Hilfe, ich will hier raus! Sind Sie stumm? Sie brauchen nur zu nicken oder den Kopf zu schütteln. Was soll ich jetzt machen? Was machen Leute, die ihr Gedächtnis wirklich verloren haben in einer solchen Situation? Besser, ich starre ihn weiter einfach nur an. Vielleicht sollten wir zuerst einen Psychologen holen. Aha, der andere kann also auch sprechen. Quatsch, ich habe bis jetzt noch jeden weich geklopft, der will bestimmt nur nicht sprechen. Das wäre nicht der erste Fall in der Art. Können Sie sich noch an etwas erinnern? Hat Sie jemand in diesen Fluss gestossen? Sie dürfen nichts merken, sonst schmeissen sie mich gleich wieder raus und schicken mich nach Deutschland zurück. Wenn ich anders keine Aufenthaltsbewilligung kriege, dann eben so. Die können mich doch jetzt nicht einfach irgendwo einsperren, bis ich was sage oder sie was rausgefunden haben, oder? Oh nein, jetzt steht er auf und kommt auf mich zu. Am besten, ich täusche jetzt einfach mal Panik vor. He, komm zurück, der fällt ja fast vom Stuhl, so sagt er bestimmt nichts. Glück gehabt, der Trick war gut. Wie lange geht das eigentlich noch? Jetzt stellen sie mir schon seit einer Stunde Fragen. Okay, dass ist aussichtslos, schicken wir den zu unserem Psycho, vielleicht kriegt der was aus ihm raus. Hab ich jetzt Glück oder Pech gehabt? Shit, noch so einer Verhör, auch noch mit einem Psychiater. Aber wenigstens bin ich diese Typen los. Stehen sie auf und kommen sie mit. Wir bringen Sie zu unserem Psychologen. Brauchen Sie noch irgendetwas? Mist, jetzt wäre mir fast ein "nein" rausgerutsch. So was darf mir auf keinen Fall passierten, sonst fliege ich auf.

Der Psycho-Heini legt mir ein Blatt und einen Stift auf den Tisch. Wenn Sie nicht reden wollen, können Sie vielleicht etwas aufschreiben oder zeichnen. Ich denke, Sie verstehen mich sehr gut. Das kann er doch hoffentlich nicht beweisen, oder? Wenn ich schreiben, kann er vielleicht etwas mit meiner Handschrift machen. Und niemand darf mich indentifizieren. Also besser zeichnen. Ich sitze hier eh die nächste Zeit fest, war letztes Mal auch so. Damals hat es nicht geklappt, die wollten mich wieder abschieben. Arschlöcher. Okay, ich brauche die nächsten paar Tage Beschäftigung. Also, ein Klavier zeichnen, dann kriege ich vielleicht eins. Sie wollen spielen? Sollen wir Ihnen einen Flügel ins Zimmer stellen? Abwarten, vielleicht habe ich Glück. Für heute sind wir fertig, falls Sie doch was sagen wollen, können sie jederzeit mit mir Kontakt aufnehmen. Ihr Betreuer wird sie informieren. Auf Wiedersehen. Was passiert jetzt mit mir? Wahrscheinlich stecken sie mich in irgendeine Klinik. Diese Frau und vor dem Auto sieht jedenfalls so aus. Sie will, dass ich einsteige. Was soll's, ich habe ja keine andere Wahl. Also einsteigen. Der Fahrer sieht ziemlich kräftig aus, aber ich habe ja nicht vor, abzuhauen.

Oh ja, dieses Gebäude ist auf jeden Fall eine Klinik. Das kenn ich...

2. Erlebter Monolog.

Was hatte er sich da nur eingebrockt? Die beiden Typen sahen nicht gerade freundlich aus. So etwas wie ihn bekammen die bestimmt nicht jeden Tag zu sehen. Aber jetzt musste er die ganze Sache auch durchziehen, er hatte sowieso keine andere Wahl mehr. Wie heissen Sie? Er konnte ihm nicht antworten, ich musste seine Rolle jetzt spielen. Hoffentlich haben die nicht irgendwelche Psychotricks und können herausfinden, dass er sein Gedächtnis gar nicht verloren hat und einfach nicht sprechen will. Können oder wollen Sie nicht antworten? Verstehen Sie uns überhaupt? Hilfe, er wollte hier raus! Sind sie stumm? Sie brauchen nur zu nicken oder den Kopf zu schütteln. Was sollte er jetzt machen? Was machen Leute, die ihr Gedächtnis wirklich verloren haben in einer solchen Situation? Besser, er starte ihn weiter einfach nur an. Vielleicht sollten wir zuerst einen Psychologen holen Aha, der andere kann also auch sprechen. Quatsch, ich habe bis jetzt noch jeden weich geklopft, der will bestimmt nur nicht sprechen. Das wäre nicht der erste Fall in der Art. Können Sie sich noch an etwas erinnern? Hat Sie jemand in diesen Fluss gestossen? Sie durften nichts merken, sonst würden sie ihn gleich wieder rausschmeissen und nach Deutschland zurückschicken. Wenn er anders keine Aufenthaltsbewilligung kriegt, dann eben so. Die konnten ihn doch jetzt nicht einfach irgendwo einsperren, bis er was sagt oder sie was rausgefunden haben, oder? Oh nein, jetzt stand er auf und kam auf ihn zu. Am besten, er würde jetzt einfach mal Panik vortäuschen. He, komm zurück, der fällt ja fast vom Stuhl, so sagt er bestimmt nichts. Glück gehabt, der Trick war gut. Wie lange geht das eigentlich noch? Jetzt stellten sie ihm schon seit einer Stunde Fragen. Okay, dass ist aussichtslos, schicken wir den zu unserem Psycho, vielleicht kriegt der was aus ihm raus. Hat er jetzt Glück oder Pech gehabt? Shit, noch so einer Verhör, auch noch mit einem Psychiater. Aber wenigstens ist er diese Typen los. Stehen Sie auf und kommen Sie mit. Wir bringen Sie zu unserem Psychologen. Brauchen Sie noch irgendetwas? Mist, jetzt wäre ihm fast ein "nein" rausgerutsch. So was durfte ihm auf keinen Fall passierten, sonst würde er auffliegen.

Der Psycho-Heini legte ihm ein Blatt und einen Stift auf den Tisch. Wenn Sie nicht reden wollen, können Sie vielleicht etwas aufschreiben oder zeichnen. Ich denke, Sie verstehen mich sehr gut. Das konnte er doch hoffentlich nicht beweisen, oder? Wenn er schreiben würde, konnte er vielleicht etwas mit seiner Handschrift machen. Und niemand durfte ihn indentifizieren. Also besser zeichnen. Er würde hier eh die nächste Zeit festsitzen, war letztes Mal auch so. Damals hatte es nicht geklappt, die wollten ihn wieder abschieben. Arschlöcher. Okay, er brauchte die nächsten paar Tage Beschäftigung. Also, ein Klavier zeichnen, dann würde er vielleicht eins kriegen. Sie wollen spielen? Sollen wir Ihnen einen Flügel ins Zimmer stellen? Abwarten, vielleicht hatte er Glück gehabt. Für heute sind wir fertig, falls Sie doch was sagen wollen, können sie jederzeit mit mir Kontakt aufnehmen. Ihr Betreuer wird sie informieren. Auf Wiedersehen. Was würde jetzt mit ihm passieren? Wahrscheinlich würden sie ihn in irgendeine Klinik stecken. Diese Frau und vor dem Auto sah jedenfalls so aus. Sie wollte, dass er einsteigt. Was soll's, er hatte ja keine andere Wahl. Also einsteigen. Der Fahrer sah ziemlich kräftig aus, aber er hatte ja nicht vor, abzuhauen.

Oh ja, dieses Gebäude war auf jeden Fall eine Klinik. Das kannte er...


_Gekonnte Mischung zwischen Innen- und Aussenhandlung, sprich zwischen Gedanken und Dialog. Gut, wie Sie dabei das äussere Geschehen jeweilen von innen heraus kommentieren und so auch verständlich machen. Natürlich ist das nur ein Ausschnitt, ein wirklicher Schluss wäre noch zu finden. Rhythmisch gut gelungen._


3. Auktoriales Erzählverhalten

In England wurde ein Mann an der Strand geschwemmt, der nicht sprach aber dafür Klavier spielte. Er wurde "Pianoman" genannt. Niemand schien ihn zu vermissen und niemand wusste, wer er war oder woher er kam.

Der "Pianoman" sass auf einem Stuhl, im gegenüber zwei Verhörsspezialisten. Sie gaben sich alle Mühe, etwas aus ihm herauszukriegen, aber das war nicht gerade leicht, er hatte sich nämlich entschieden, nichts zu sagen. Er sah nur auf seine Uhr, die bei dem Sprung ins Wasser stehen geblieben war. Die beiden sahen nicht gerade freundlich aus, das lag unter anderem auch daran, dass sie ihren Job machen wollten und fast jeden zum Sprechen brachten. Der erste fing mit der Befragung an: "Wie heissen Sie?" Der Pianoman konnte ihm nicht antworten, weil seine Tarnung sonst aufgeflogen wäre. Er war entschlossen, die ganze Sache jetzt durchzuziehen, er wusste, dass er ohnehin keine andere Wahl mehr hatte. Er hoffte, dass sie nicht irgendwelche Tricks hatten und herausfinden konnten, dass er sein Gedächtnis gar nicht verloren hatte und einfach nicht sprechen wollte. Der selbe fragte weiter:"Können sie nicht antworten oder wollen Sie nicht? Verstehen Sie uns überhaupt? Sind Sie stumm? Sie brauchen nur zu nicken oder den Kopf zu schütteln. Der Pianoman fragte sich, was er jetzt machen sollte. Er wusste nicht, was Leute, die wirklich in so einer Situation steckten normalerweise taten. Er fand es besser, den Verhörsspezialist einfach nur weiter anzustarren. Nun meldete sich der andere zu Wort: "Vielleicht sollten wir doch besser zuerst einen Psychologen holen." "Der andere kann also auch sprechen", dachte der Pianoman. Der erste verlor jetzt langsam die Nerven. "Der will bestimmt einfach nur nicht reden. Das wäre nicht der erste Fall in der Art. Bis jetzt habe ich noch jeden weich gekriegt." Er fragte weiter: "Hat sie jemand in den Fluss gestossen?" Der Pianoman wusste, dass sie nichts merken durften. Ihm war klar, dass er dann gleich wieder abgeschoben werden würde. Das war ihm schon einmal passiert und er hatte es immer noch nicht richtig verdaut. Jedes Mal, wenn etwas in seinem Leben schief ging, dachte er daran, wie er wieder abgeschoben worden war, wie er gehofft hatte, ein neues Leben beginnen zu können und wie das Ganze völlig misslungen war. Danach sass er wieder in seinem alten, versauten Leben fest. Es war immer schlimmer geworden, er hatte es nicht mehr ausgehalten und den gleichen Trick noch einmal versuchen müssen. Und dieses Mal war er entschlossen, dass es klappen musste. Wenn sie herausfinden würden, dass er nur schauspielerte, würde er keine Aufenthaltsbewilligung kriegen und müsste wieder zurück nach Deutschland. Und das wollte er auf keinen Fall. Sein Blick landete wieder auf seiner Uhr. Zu dumm, dass sie stehen geblieben war, er hätte jetzt gerne die Uhrzeit gewusst. Er hoffte, dass sie ihn nicht einfach irgendwo einsperren konnten, bis er redete oder sie von selber etwas rausfinden würden. Der Spezialist, der das Verhör führte, sprang nun auf und kam auf ihn zu. "Was soll ich jetzt machen?", fragte er sich. Er entschied sich, einfach mal Panik vorzutäuschen. Er hatte mal gehört, dass Leute, die ihr Gedächtnis verloren hatten, oft Panik bekamen, wenn sich ihnen jemand plötzlich näherte. "He komm zurück, der fällt ja fast vom Stuhl, so sagt der bestimmt nichts!", meldete sich der andere Spezialist zu Wort. Genervt drehte sich der, der aufgestanden war wieder um und setzte sich auf seinen Stuhl zurück. Der Pianoman war erleichtert, sein Trick hatte funktioniert. Er fragte sich, wie lange er hier noch verhört werden würde. Er dachte, dass das jetzt schon mindestens eine Stunde lang so ging. Automatisch schaute er wieder auf seine Uhr. Doch sie war stehen geblieben und zeigte noch immmer die gleiche Zeit an. Die beiden Spezialisten gaben auf. "Das bringt nichts, aus dem kriegen wir nichts raus, schicken wir ihn zum Psychiater", meinte der eine. Der andere stimmte ihm zu. Der Pianoman war sich nicht sicher, ob er jetzt Glück oder Pech gehabt hatte. Einerseits war er froh, diese beiden Typen endlich los zu sein, aber er wollte auch kein Gespräch mit einem Psychiater und er war sich nicht sicher, ob er noch so ein Verhör durchstehen würde.

Der Psychiater legte ihm ein Blatt Papier und einen Stift auf den Tisch. Auch ihm war es nicht gelungen, etwas aus dem Pianoman herauszukriegen. Er hatte fragen können, was er wollten, der Pianoman schwieg ihn einfach nur an und blickte von Zeit zu Zeit, wenn er sich unbeobachtet fühlte, auf seine Uhr. Nun versuchte er es mit dem letzten Trick, der ihm noch einfiel. Er sagte: "Wenn Sie nicht sprechen können oder wollen, können Sie vielleicht etwas zeichnen oder schreiben. Ich bin mir nähmlich ziemlich sicher, dass Sie mich verstehen." Der Pianoman wurde unsicher. Er war sich nicht sicher, was er jetzt tun sollte. Einerseits befürchtete er, dass der Psychiater irgendetwas aus seiner Handschrift lesen konnte und ihn damit vielleicht sogar identifizieren konnte. Und dieses Risiko wollte er auf keinen Fall eingehen. Aber andererseits wäre etwas Beschäftigung schon nicht schlecht, ihm war klar, dass er die nächsten paar Tage wahrscheinlich irgenwo eingesperrt sein würde, bei seinem letzten Versuch war er mehrere Woche in einre Klinik festgessen. Er dachte: "Wenn ich nur zeichne, kann wahrscheinlich nicht sehr viel passieren. Also zeiche ich ein Klavier. Vielleicht krieg ich dann eins. Wäre super." Der Psychiater freute sich, dass er wenigsten ein kleines bisschen Erfolg gegabt hatte. "Sie wollen spielen? Sollen wir Ihnen also einen Flügel ins Zimmer stellen?" Keine Antwort. "Gut das sollte sich machen lassen. Unsere Sitzung ist jetzt beendet, wenn Sie noch fragen haben oder mir doch etwas erzählen wollen, Sie können über ihren Betreuer Kontakt zu mir aufnehmen. Ich werde Sie noch hinaus begleiten, dieser Frau dort unten vor dem Wagen wird Sie hinfahren." Er sagte nicht wohin, er dachte, sein Patient wüsste wahrscheinlich schon, dass er jetzt in eine Klinik eingelieferte würde und wenn nicht, würde er es früh genug merken. Der Pianoman fragte sich, was jetzt mit ihn passieren würde, er vermutete, dass er jetzt in eine Klinik eingeliefert werden würde. Die Frau vor dem Wagen sah jedenfalls so aus und er kannte diese Klinikaufenthalte von seinem letzten Versuch. Wieder sah er auf seine Uhr. Er trug sie immer, obwohl er sie hasste, sie erinnerte ihn an seinen letzten misslungen Versuch, seinem alten Leben zu entkommen. Wortlos stieg er in den Wagen ein. Aus den Augenwinkeln sah er, dass der Fahrer ziemlich kräftig aussah, aber das war ihm egal, er hatte ja auch nicht vor abzuhauen. Sie fuhren auf eine Spezialklinik zu, wie beim letzten Mal.

Der Pianoman wurde hineingeführt und wusste nicht, dass er in wenigen Tagen eine Berühmtheit sein würde. Die halbe Welt würde ihn kennen und darüber rätseln, wer er war und woher er kam.