Manuel Wirz

23 Jan 2007 - 09:57 | Version 25 |



Lyrik-Lexikon

Hörspiel von Ilse Aichinger "Knöpfe"

Interpretation

Das Hörspiel “Knöpfe“ zeigt, was in der Fabrik, in der die Hauptfigur des Hörspiels arbeitet, passiert. Nämlich werden dort Menschen zu Knöpfen verarbeitet. Die Hauptperson, Ann, probiert in der Folge hinter dieses Rätsel zu kommen und von den beiden Vertretern, die dafür verantwortlich sind, mehr zu erfahren.

Am Anfang wirkt das Hörspiel etwas langweilig. Man hat keinen Bezug zur Geschichte. Doch sobald die Geräusche in der Firma ins Spiel kommen, wird vom weiteren geschehen gefesselt. Da alles sehr mysteriös und ungeklärt ist, wird es sehr spannend. Der Leser wird in diesem Text ziemlich im Dunkeln gelassen. Man weiss nicht, was wirklich passiert. Es wird auch nicht aufgelöst. Der Leser muss sich praktisch alles selbst vorstellen.

Der Text ist sehr gut verständlich, da er in der Dialogform geschrieben ist. Jedoch merkt man sehr gut, dass eine zeitliche Distanz besteht, zwischen dem Text und der heutigen Zeit. Er wurde vor fünfzig Jahre geschrieben, daher haben wir nicht denselben “Horizont“. Man merkt es auch, da die Fabrik sehr rückständig ist, sie ist überhaupt nicht modern. Da dieser Text zur “Trümmerliteratur“ gehört, entsteht eine weitere Lücke, denn diese Leute erlebten den Krieg. Wir sind weit weg vom Krieg. Wir haben nicht die geringste Ahnung, wie es wirklich im Krieg ist. Die heutige europäische Gesellschaft, weiss auch nicht wie es ist zu hungern oder arbeitslos zu sein. Natürlich gibt es heute noch Arbeitslosigkeit, aber nicht in dem Ausmass wie damals. Auch die Freizeitbeschäftigungen sind nicht mehr die Selben wie damals. Die von damals erschienen uns primitiv, langweilig und sinnlos. Denn sie hatten ja keine richtigen Beschäftigungen, ausser der Arbeit, wenn sie überhaupt Arbeit hatten. Jedenfalls erfahren wir nichts darüber.

Die Geschichte handelt von einem jungen Mädchen, das sehr froh ist eine Arbeit in einer Knopffabrik gefunden zu haben. Doch als eine Mitarbeiterin verschwindet, erfährt sie, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie will der Sache nachgehen, erfährt jedoch nicht sehr viel. Am Ende gibt sie den Job auf und sucht einen Neuen, mit ihrem Freund. Die Dominanten Rollen in diesem Stück spielen die Männer. Sie sind diejenigen, welche bestimmen, was die Frauen zu tun haben. Sie können die Frauen entlassen. Die Angestellten (Frauen) sollen zu ihnen aufschauen. Rosie und Jean unterwerfen sich auch dem Willen der Vertreter. Doch Ann wehrt sich, sie beginnt selbstständig zu denken und dies wird von Ilse Aichinger positiv dargestellt. Ich denke Ilse Aichinger mag solche Frauen, wie es Rosie und Jean sind, nicht. Dies könnte ein Grund sein, wieso sie Jean (und alle Vorgänger) zu Knöpfen verarbeiten lässt. Ich denke auch, dass es eigentlich ein feministischer Text ist, da Ann im Mittelpunkt steht und am Schluss ja die stärkere, die Intelligentere, als die Vertreter, ist. Da der Text in der Dialogform geschrieben wurde, erfährt man sehr wenig Persönliches von den Hauptpersonen. Man erfährt dadurch auch nicht mehr, als die Figuren, die im Hörspiel vorkommen, Bsp. über Knöpfe, Geräusch. Die Dialoge sind recht kurz und in alltäglicher, gut verständlicher Sprache geschrieben. Man erfährt auch sehr wenig, wie es zu dieser Zeit war. Man erfährt keine Jahreszahlen und keinen Ort. Keiner weiss richtig, was passiert. Wie lange der Krieg schon vorbei ist. Man weiss nur, dass Arbeitsplätze Privilegien waren. Die Leute, welche arbeiten konnten, mussten froh sein darüber.

Mir persönlich hat der Text gefallen. Die mystischen, unheimlichen Geräusche, wie die Unklarheit über die Knöpfe, haben mir sehr gut gefallen. Was mir ebenfalls gefiel, ist, dass Ann beginnt ihren eigenen Verstand einzusetzen und kapiert, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht in der Fabrik. Allgemein gefällt mir der Wandel der Wandel der Gefühlswelt Anns. Sie beginnt plötzlich fast ebenso enthusiastisch für die Knöpfe zu werden, wie Rosie. Doch dann gelingt es ihr, wider klar zu denken und entkommt dem „zum Knopf werden“. Ich mag Geschichten, in denen nicht alles deutlich aus dem Text zu lesen ist. Solche Texte, bei denen man selber mitdenken kann, daher gefällt mir dieser Text.



KurzgeschichteManuel



23.9.2004

Wegen Kälte ins Gefängnis (Jugendstil)

Ein Mann, der kein Heim hat, einer der nirgends zu Hause ist und gerne mal die Strassen besichtigt hat im norditalienischen Biella eine Jacke, die nicht in seinem Besitze war mit nach Hause genommen. Dieser besagte Herr tat dies um die staatliche Zellen ganz nahe und von innen studieren zu können. Der 31-Jährige Mann wollte, dass man ihn verurteilt, damit er den Winter in einer einsamen, dunklen, aber immerhin warmen Zelle verbringen kann. Denn dies war die eigentliche Ursache für die Untat, die der Mann begangen hatte. Er hätte den ganzen kalten Winter hindurch auf einer ungemütlichen Parkbank verbringen müssen und hätte sich dabei wohl die Glieder versteift. Die Richter bemitleideten den armen Herr und beförderten ihn für ein halbes Jahr hinter die Gitterstäbe. Dieser war begeistert und berichtete uns, er sei nun zwar kein Mann mehr, der seine Bedürfnisse in der Freiheit ausleben könne, aber immerhin habe er einen warmen Winter.

Wie grausam hätte man sein müssen, um dem Willen dieses verbitterten Mannes nicht nachgeben zu können. Die Richter hatten keine andere Wahl, als diesen an sich harmlosen, liebenswürdigen Strassenbummler in die Versenkung zu verbannen. Sie sind seinem Wunsche gefolgt und haben ihm die Möglichkeit gegeben seinen wahrscheinlich ersten warmen Winter zu erleben. Da wollen wir ihm nur unser Bestes und ein schönes Weihnachtsfest wünschen.

16.9.2004

Eigener Stil:

Der Badewannenmeister (in der Sprache des Alltags)

Mensch Thomas, Alter, den muss ich dir erzählen! Darüber lache ich heute noch. Da war doch so ein bekloppter alter Sack, der in der Badewanne mit seinen Schiffchen spielte. Dieser besoffne Trottel dachte doch wirklich, er sei auf dem Meer mit seiner beschissenen Schiffsbesatzung. Er dachte sie seien am absaufen und ein Besatzungsmitglied habe schon den Löffel abgegeben. Er teilte der Polizei mit, sie liegen schon in einem 45° Winkel auf dem Meer. Dieser Idiot lockte die gesamte Küstenwache aufs Meer hinaus. Nach anderthalb Stunden gaben diese Affen von der Küstenwache die Suche nach dem “Möchtegerne“ Kapitän auf. Ich hätte den nach zehn Minuten absaufen lassen, diesen alten Spinner! Danach verfolgte die Polizei die Spur des nicht vorhandenen Kapitäns. Dann erst merkten sie, dass es so ein altes, ganzbehaartes, besoffnes Sackgesicht war. Dieser Penner bekommt jetzt den Prozess. Mann, ist das `ne Geschichte. So, gehen wir ein Bier trinken.


_Kommentar bk: Die Adaption umgangssprachlichen Stils ist Ihnen gut gelungen, man hört den Sprecher recht gut aus Ihren Sätzen heraus. Was noch etwas fehlt, ist die inhaltliche Gestaltung. Sie bleiben recht nahe bei der Vorlage und formulieren überspitzt gesagt die Zeitungssätze in umgangssprachliche Sätze um. Gut dagegen der Schluss, wo Sie dem Erzählten eine neue Dimension geben. Das liesse sich noch ausbauen, so z.B.: "Was meinst du? Ich hätte schon genug Bier getrunken? Wie ..? Erfunden? Ich hätte das alles erfunden? Du willst doch nicht sagen, ich ... So eine Frechheit! Nein ... gar nichts ... gar nichts hab ich getrunken" usw. usf. So würde der Text am Ende eine ganz andere Wendung erhalten. Ist aber nur eine Idee._

10.9.2004

Seenot (Jugendstil)
Kopenhagen. – Ein Mann, mit etwas weiter zurückliegenden Geburtsdatum, der gerade in seiner Badewanne sein Körper säuberte und sehr viel Hochprozentiges in seinem Bauch hatte, löste Verwirrung bei der Küstenwache und der Polizei aus. Er gab sich als Kapitän aus, der Notrufe von einem sinkenden Kahn aus sendete. Er berichtete, dass sich sein Frachter schon sehr gegen das Wasser neigte. Weiterhin teilte er mit, dass er Kapitän einer Zwölfmann Besatzung sei und bereits ein Mitglied „Schiff ahoi“ gesagt habe. Daraufhin fuhr die Küstenwache mit aller Kraft, die sie aufbringen konnten, voll besetzt mit aufopfernden Idividuen, hinaus aufs Meer um dieser, in grosser Gefahr schwebender Schiffsbesatzung zu Hilfe zu eilen und ihr das Leben zu retten. Nach anderthalb erfolglosen Stunden auf dem Meer, gaben diese edlen Gemüter, die jederzeit bereit gewesen wären, ihr Leben für eine in Nöten geratene Schiffscrux zu opfern, ihren Rückzug bekannt. Daraufhin verfolgte die Polizei die Telefonnummer des mysteriösen Kapitäns, der auf dem Meer nicht aufzufinden war. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um einen, mit Alkohol zugeladenen Verrückten handelte, der in seiner Badewanne mitten in der Nacht ein Spielchen mit einem Schiffchen machte und die Polizei zum Narren halten wollte.


_Kommentar bk: Sie ahmen den gespreizten, künstlichen Jugendstil recht überzeugend nach: reichhaltiges Vokabular (Synonyme), abwechslungsreicher Satzbau. Die Ironie kommt schön zum Ausdruck, wenn Sie z.B. die Rettungsleute "edle Gemüter" nennen. Dieses Ironische, Künstliche könnten Sie noch weiter auf die Spitze treiben - damit der Erzähler noch mehr als eitler, selbstgefälliger Stilist erkennbar wird._


9.9.2004

Original

Manuel Wirz
Der Dieb auf leisen Pfoten
Aus dem Nebel kommt er geschlichen, ganz leise, denn er will nicht gesehen werden. Ich kann ihn ganz deutlich sehen. Wie der nur so leise und ungesehen durch die Gegend schleicht, unglaublich. Ich bin Inspektor Burton. Man hat mir den Fall von diesem Kater zugetragen. Die Nachbarschaft will Tommy loswerden, denn sie fürchten um ihr geliebtes Gut. Nun, da kommt er und ich soll ihn überführen und ihn festnehmen. Er kommt immer näher. Jetzt hält er ein. Hat er mich gerochen? Hat er mich gespürt? Ich kann genau sehen wie sich sein ganzer Körper dehnt, wie er mit seinen Knopfaugen fieberhaft die Gegend absucht. Aber er hat mich noch nicht erfasst. Jetzt wendet er sich von mir ab. Und jetzt...ich trau meinen Augen nicht...wenn ich mich nicht getäuscht habe, dann hat er eben den klaren Vollmond gemustert und mit dem Kopf geschüttelt! Nun wird es wohl beginnen, der nächtliche Raubzug. Das ist eine miese Gegend hier. Es stinkt unglaublich nach Hunde- und Katzendreck, nach abgestandenen Bananenschalen, nach verfaulten, stinkigen Socken, nach brutal ausdünstenden Abfallsäcken...einfach grauenvoll! Zum Glück wohne ich in einer Zivilisierteren Gegend. Was kann man schon von solchen Leuten stehlen, die in solch einem Quartier wohnen? Jetzt höre ich den Kater ganz deutlich durchs Gebüsch schleichen, es raschelt und knarrt und Tommy lässt ein leises „Miau“ von sich. Wahrscheinlich ist er auf eine Dorne getreten.Das ist meine Chance! Jetzt kann ich ihn packen. Nein!! Er ist bereits aus dem Gebüsch heraus!!! Jetzt sprintet er aufs Haus zu, aber ich habe ihn gleich! Jetzt ist er durchs Katzentor. Im Haus kann er mir nicht entwischen. Ich klingle nun mal an der Tür. „Oh, guten Abend Frau Daffin! Ich wusste gar nicht, dass dies ihr Haus ist.“ Ich spüre, wie sie sich ärgert, wie sie ihre Lippen zusammenpresst. „Schönen Abend noch!“ Mann, komm ich mir blöd vor.

Überarbeitung

Manuel Wirz
Der Dieb auf leisen Pfoten
Aus dem Nebel kommt er geschlichen, ganz leise, denn er will nicht gesehen werden. Ich kann ihn ganz deutlich sehen. Wie der nur so leise und ungesehen durch die Gegend schleicht, unglaublich. IIch bin übrigens Inspektor Burton. Man hat mir den Fall von diesem Kater Tommy zugetragen. Die Nachbarschaft will ihn Tommy loswerden, denn sie fürchten um ihr geliebtes Gut. Ah endlich,Nun, da kommt er und ich soll ihn überführen und ihn festnehmen. Er kommt immer näher. Jetzt hält er ein. Hat er mich gerochen? Hat er mich gespürt? Ich kann genau sehen wie sich sein gesamterganzer Körper dehnt, wie er mit seinen Knopfaugen fieberhaft die Gegend absucht. Aber er hat mich noch nicht erfasst. Jetzt wendet er sich von mir ab. Und jetzt...ich trau meinen Augen nicht...wenn ich mich nicht täuschegetäuscht habe, dann hat er eben den klaren Vollmond gemustert und mit denm Kopf geschüttelt! Nun wird es wohl beginnen, der nächtliche Raubzug. Das ist eine miese Gegend hier. Es stinkt unglaublich nach Hunde- und Katzendreck, nach abgestandenen Bananenschalen, nach verfaulten, stinkigen Socken, nach brutalJ ausdünstenden Abfallsäcken...einfach grauenvoll! Zum Glück wohne ich in einer Zivilisierteren Gegend. Was kann man schon von solchen Leuten stehlen, die in solch einem Quartier wohnen (ja was denn?)? Jetzt höre ich den Kater ganz deutlich durchs Gebüsch schleichen, es raschelt und knarrt und Tommy lässt ein leises „Miau“ von sich. Wahrscheinlich ist er auf eine Dorne getreten. Das ist meine Chance! Jetzt kann ich ihn packen. Nein!! Er ist bereits aus dem Gebüsch heraus!!! Jetzt sprintet er aufs Haus zu, aber ich habe ihn gleich! Jetzt ist er durchs Katzentor. Im Haus kann er mir nicht entwischen. Ich klingle erstnun mal an der Tür. „Oh, guten Abend Frau Daffin! Ich wusste gar nicht, dass dies ihr Haus ist.“ Ich spüre, wie sie sich ärgert, wie sie ihre Lippen zusammenpresst (sehr,sehr gut!!!). „Schönen Abend noch!“ Mann, komm ich mir blöd vor.

Endprodukt

Manuel Wirz
Der Dieb auf leisen Pfoten
Aus dem Nebel kommt er geschlichen, ganz leise, denn er will nicht gesehen werden. Ich kann ihn ganz deutlich sehen. Wie der nur so leise und ungesehen durch die Gegend schleicht, unglaublich. Ich bin übrigens Inspektor Burton. Man hat mir den Fall von diesem Kater zugetragen. Die Nachbarschaft will Tommy loswerden, denn sie fürchten um ihr geliebtes Gut. Nun, da kommt er und ich soll ihn überführen und ihn festnehmen. Er kommt immer näher. Jetzt hält er ein. Hat er mich gerochen? Hat er mich gespürt? Ich kann genau sehen wie sich sein gesamter Körper dehnt, wie er mit seinen Knopfaugen fieberhaft die Gegend absucht. Aber er hat mich noch nicht erfasst. Jetzt wendet er sich von mir ab. Und jetzt...ich trau meinen Augen nicht...wenn ich mich nicht täusche, dann hat er eben den klaren Vollmond gemustert und mit dem Kopf geschüttelt! Nun wird es wohl beginnen, der nächtliche Raubzug. Das ist eine miese Gegend hier. Es stinkt unglaublich nach Hunde- und Katzendreck, nach abgestandenen Bananenschalen, nach verfaulten, stinkigen Socken, nach brutal ausdünstenden Abfallsäcken...einfach grauenvoll! Zum Glück wohne ich in einer Zivilisierteren Gegend. Was kann man schon von solchen Leuten stehlen, die in solch einem Quartier wohnen? Jetzt höre ich den Kater ganz deutlich durchs Gebüsch schleichen, es raschelt und knarrt und Tommy lässt ein leises „Miau“ von sich. Wahrscheinlich ist er auf eine Dorne getreten. Das ist meine Chance! Jetzt kann ich ihn packen. Nein!! Er ist bereits aus dem Gebüsch heraus!!! Jetzt sprintet er aufs Haus zu, aber ich habe ihn gleich! Jetzt ist er durchs Katzentor. Im Haus kann er mir nicht entwischen. Ich klingle nun mal an der Tür. „Oh, guten Abend Frau Daffin! Ich wusste gar nicht, dass dies ihr Haus ist.“ Ich spüre, wie sie sich ärgert, wie sie ihre Lippen zusammenpresst. „Schönen Abend noch!“ Mann, komm ich mir blöd vor.


_Kommentar bk: Den gelungenen Schluss habe ich mich bereits kommentiert: vorbildlich! Zuvor: Sehr anschaulich und recht spannend. Achten Sie dabei noch mehr darauf, dass Sie den 'Drive' beibehalten. Wie spricht Inspektor Burton zu sich selbst bei seinem inneren Monolog? Was empfindet er? Wie könnten Sie die Übergänge so gestalten, dass sie nicht abgehakt wirken? Und: Ist es überzeugend, dass Burton während seiner Fahndung zum Publikum spricht? Ist das Ganze eine Live-Sendung?_


3.9.2004

Der Dieb auf leisen Pfoten

Aus dem Nebel kommt er geschlichen, ganz leise, denn er will nicht gesehen werden. Ich kann ihn ganz deutlich sehen. Wie der nur so leise und ungesehen durch die Gegend schleicht, unglaublich. Ich bin Inspektor Burton. Man hat mir den Fall von diesem Kater zugetragen. Die Nachbarschaft will Tommy loswerden, denn sie fürchten um ihr geliebtes Gut. Nun, da kommt er und ich soll ihn überführen und ihn festnehmen. Er kommt immer näher. Jetzt hält er ein. Hat er mich gerochen? Hat er mich gespürt? Ich kann genau sehen wie sich sein ganzer Körper dehnt, wie er mit seinen Knopfaugen fieberhaft die Gegend absucht. Aber er hat mich noch nicht erfasst. Jetzt wendet er sich von mir ab. Und jetzt...ich trau meinen Augen nicht...wenn ich mich nicht getäuscht habe, dann hat er eben den klaren Vollmond gemustert und mit dem Kopf geschüttelt! Nun wird es wohl beginnen, der nächtliche Raubzug. Das ist eine miese Gegend hier. Es stinkt unglaublich nach Hunde- und Katzendreck, nach abgestandenen Bananenschalen, nach verfaulten, stinkigen Socken, nach brutal ausdünstenden Abfallsäcken...einfach grauenvoll! Zum Glück wohne ich in einer Zivilisierteren Gegend. Was kann man schon von solchen Leuten stehlen, die in solch einem Quartier wohnen? Jetzt höre ich den Kater ganz deutlich durchs Gebüsch schleichen, es raschelt und knarrt und Tommy lässt ein leises „Miau“ von sich. Wahrscheinlich ist er auf eine Dorne getreten.Das ist meine Chance! Jetzt kann ich ihn packen. Nein!! Er ist bereits aus dem Gebüsch heraus!!! Jetzt sprintet er aufs Haus zu, aber ich habe ihn gleich! Jetzt ist er durchs Katzentor. Im Haus kann er mir nicht entwischen. Ich klingle nun mal an der Tür. „Oh, guten Abend Frau Daffin! Ich wusste gar nicht, dass dies ihr Haus ist.“ Ich spüre, wie sie sich ärgert, wie sie ihre Lippen zusammenpresst. „Schönen Abend noch!“ Mann, komm ich mir blöd vor.

26.8.2004

Der Dieb auf leisen Pfoten (Tagebuch)

Tagebuch der Alin Daffin

6.10.1999

Heute kam Tommy nach Hause und was hatte er dabei? Ich konnte es nicht fassen, aber er hatte rote Lederschuhe dabei, die mindestens 1000£ wert sind. Ich habe ihm dann gesagt er solle das nicht mehr machen. Da ich ihn natürlich auch bestrafen musste gab es für ihn heute nichts zu Mittagessen. Ich denke, dass bringt ihn zur Vernunft und er wird nichts mehr nach Hause bringen.

7.10.1999

Als ich heute morgen erwachte, traf mich fast der Schlag. Tommy hatte zwei Blusen, fünf paar Schuhe und zehn Brieftaschen nach Hause gebracht. Alles lag schön aufgestapelt auf einen Haufen in meinem Wohnzimmer. Ich hatte gedacht, dass er nach der Bestrafung gestern etwas gelernt hatte. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein. Aber was mich am meisten traf war, dass er nicht auf meine Worte gehört hatte. Gestern hatte ich ihm klar und deutlich klar gemacht, dass er das nicht mehr tun sollte und was macht er? Er bringt mir gleich eine ganze Wohnungseinrichtung mit. Heute habe ich ihn angeschrieen, was mir jetzt leid tut, der arme Tommy macht das doch nicht absichtlich. Aber ich hoffe natürlich das diese Sache langsam ein Ende hat. Heute habe ich ihm Futter gegeben, aber er darf für eine Weile nicht mehr nach draussen. Das Katzentürchen habe ich verschlossen und sonst gibt es für ihn keinen Ausgang. Ich habe dann auch noch ein langes Gespräch mit Tommy geführt und ich glaube er hat mich verstanden.

8.10.1999

Wie konnte er nun schon wieder raus? Das frage ich mich. Heute morgen hat Tommy schon wieder diverse Artikel mitgebracht. Da habe ich gemerkt, dass ich beim schlafen das Fenster offen hatte. Als ich dann am Morgen die Portemonnaies und Designerkleider sah, wurde ich richtig sauer. Dieser stinkige Kater bringt mir nur Scherereien ein. Ich erkundige mich schon überall nach den Besitzern, kann diese aber nicht finden. Ich war so wütend, dass ich Tommy rauswarf. Später hatte ich dann aber ein schlechtes gewissen und nahm ihn wieder herein. Aber habe noch mal ein langes, intensives Gespräch mit Tommy geführt und er hat mir mit einem „Miau“ bestätigt, dass er mich verstanden hat.

9.10.1999

Heute kam der absolute Höhepunkt. Ich war in der Zeitung mit Tommy. Dieser Kater will mich blöd dastehen lassen. Man denkt nun, dass ich ihn dazu angestiftet habe. Aber ich habe überhaupt nichts damit zu tun. Tommy ging von alleine mit diesen Sachen nach Hause. Jetzt versuche ich die Besitzer zu finden, wurde aber noch nicht fündig. Ich werde Tommy eine lange Zeit nicht mehr rauslassen. Aber ich werde noch ein bisschen mit ihm diskutieren.


kater.jpg

19.8.2004

Grundidee

Ich schreibe einen Krimi in dem mysteriöse Mordfälle, die immer zur selben Zeit in der Nacht geschehen. Inspektor Abberline probiert diese mysteriöse Mordgeschichte aufzuklären. Dabei begibt er sich in grosse Gefahr. Er ist einem Kriminellen auf der Spur, der sehr intelligent seine Opfer ermordet. Er hinterlässt fast keine Spuren. Es wird sehr schwierig werden für Inspektor Abberline diesen Fall aufzuklären. Denn es gibt eine Reihe von Verdächtigen und jeder könnte der Täter sein.

Textsorte: Krimi

Form:
  • Lange, interessante Sätze
  • Langer Text

1.Mein Text als Interview:

Interview mit Kommissar Aberleine:

Interview mit inspektor Abberline

Ein Interview von Journalist Jean- Rène Furer mit Inspektor Abberline

Inspektor Abberline ist am Aufklären eines sehr schwierigen und mysteriösen Falles. Ein Killer ist unterwegs, der fast keine Spuren hinterlässt und immer zur selben Zeit mordet. Er versetzt ganz London in Angst und Schrecken. Nun macht Journalist Jean- Rène Furer ein exklusiv Interview mit dem Mann der London wieder sicher machen soll.

J.R.Furer: Herr Kommissar, haben sie schon eine Spur des Täters?

Inspektor: Ich habe eine kleine Spur, aber noch nichts konkretes.

J.R.F.: Im Klartext?

I.A.: Ich werde nicht in de Lage sein in den nächsten Tagen jemanden Festzunehmen.

J.R.F.: Das wird die Bevölkerung von London sicher nicht gerne hören. Gibt es bereits verdächtige Personen?

I.A.: Natürlich, wenn ich jetzt noch keine verdächtigen Personen hätte, würde ich diesen Fall abgeben. Aber natürlich darf ich keine Namen nennen.

J.R.F.: Warum nicht? Das würde die Bevölkerung sicher ein wenig beruhigen?

I.A.: Aber stellen sie sich vor, ich nenne hier Namen und am Schluss stellt sich heraus, dass diese Person unschuldiger ist, als viele andere hier. Diese Person würde dann mit Sicherheit Schadenersatz verlangen und die Polizei hätte einen schlechten Ruf.

J.R.F.: Sehen sie sich selbst in Gefahr?

I.A.: (lacht) Nicht mehr, als alle anderen hier in London. Natürlich bin ich in grosser Gefahr, aber welcher Kommissar von der Mordkommission ist das schon nicht. Das gehört zum Beruf. Damit muss man leben.

J.R.F.: Wie wollen sie dem Täter auf die Spur kommen?

I.A.: (lacht) Meinen sie der Täter liest keine Zeitung, wenn man nicht weiss, dass er der Täter ist? Ich kann ihnen doch nicht sagen wie ich mich verhalte, wenn ich ihn ernsthaft finden will.

J.R.F.: Können sie uns etwas näheres sagen über den Massenmörder?

I.A.: Nun, es handelt sich um einen sehr intelligenten Killer, der fast keine Spuren hinterlässt. Es ist sehr schwierig auch nur ein einziges kleines Indiz zu finden. Eins ist aber klar, er ist ein ziemlich vermögender Mann. Sonst könnte er seine Spuren nicht so gut verwischen. Und er muss ein Monster sein, so wie die Leichen aussehen...(seufzt)Solche Leute sind sehr schwierig zu fangen. Aber wir tun unser Bestes.

J.R.F.: Gibt es Informationen zu seiner Nationalität?

I.A.: Ja, der Mörder ist mit Sicherheit ein Amerikaner, der aber sehr gut über London informiert ist.

J.R.F.: Wie wissen sie das?

I.A.: Als er die alte, sehr reiche Miss Higgins ermordet hat, liess er eine Karte fallen, auf der die Amerikanische Flagge abgebildet war und es stand „Ich liebe mein Vaterland“. Da schliesse ich draus, dass er ein Amerikaner ist.

J.R.F.: Haben sie noch einen Merksatz für die Londoner Bevölkerung?

I.A.: Bleiben sie ab 9 Uhr zu Hause und mit einigen Leuten zusammen. Nie alleine auf die Strasse gehen!

J.R.F.: Vielen Dank für die Informationen und viel Glück bei den Ermittlungen

I.A.: Kein Problem und vielen Dank

2.Mein Text als Gedicht:

In kalter dunkler Nacht

hat er den ersten umgebracht

Meine Stärken und Schwächen:

Wenn ich eine Idee habe, kann ich mich sehr gut in diese vertiefen. Ich kann aus diesen Ideen sehr gut eine Geschichte gestalten. Mein Problem ist, dass ich mir sehr schwer tue mit spontanen Entscheidungen und Ideen.

All you have to do is to decide what to do with the time that is given to you