These/Argumentation

Fettleibigkeit schränkt das soziale Leben ein.

Das Unterwegssein und die Mobilität werden durch Fettleibigkeit eingeschränkt.

Das Reisen im Flugzeug ist erschwert, da die Sitze sehr eng bemessen sind.

Normalgewichtige haben den Konfort, sich nicht mit solchen Problemsituationen auseinandersetzen zu müssen.

Wenn der Sport wegen Übergewicht unmöglich ist, distanziert man sich auch in diesem Bereich von einem sozialen Umfeld.

ProbeSchreibtestNicole

Der Pianoman (innerer Monolog)

Endlich ist dieser Zug angekommen, soviele Gleise wie es hier im Hauptbahnhof hat, hätte ich beinahe das Abfahrtsgleis des Eurostars verfehlt! Aber nun kann ich ja einsteigen, das macht mir fast ein wenig Angst, all diese vielen Leute! - Glück gehabt, jetzt hab ich grad noch einen freien Sitzplatz am Fenster ergattern können, so kann ich immerhin noch den Sonnenuntergang geniessen, wenigstens etwas Schönes, das sich in meinem Leben geniessen lässt. Wahrscheinlich sowieso der letzte, den ich noch erlebe...bald werde ich vielleicht auch so untergehen, versinken in der unendlichen Stille der Ewigkeit. Hoffentlich fällt mir der Abschied auch so leicht, sowie der Sonne, die sich so mühelos von jedem Tag verabschiedet! Es gibt ja sowieso niemanden mehr, ja nichts mehr in meinem Leben, wofür es sich lohnen würde, noch länger das Elend dieser Welt zu ertragen! Kein Job mehr, keine Freundin, von der Familie vergessen... Das einzige, was ich wirklich gern habe an meinem Leben, sind die Augenblicke, in denen ich der Sonne zusehen kann, wie sie langsam untergeht - nur um danach wieder aufzugehen.

Wer weiss, vielleicht werde ich auch wieder aufgehen, auferstehen an einem anderen Ort? Vielleicht würden sich dort alle freuen mich wieder zu sehen? Wäre ja zu schön um wahr zu sein. Nein, mein Entschluss steht fest, ich werde nach England gehen und mir dort ein anständiges Ende bereiten...Morgen Abend! Dann kann ich meine Leiden und Sorgen endlich für immer vergessen!

Jetzt wird der Eurostar ja schon langsamer, hab gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit umgegangen ist! Wahrscheinlich bin ich doch noch eingenickt, nachdem die Sonne untergegangen ist, wohlverstanden! All diese vielen Leute, die richtig Ausgang zusteuern, da bekommt man ja direkt Platzangst...Endlich kann ich austeigen, aber draussen am Bahnhof ist es fast noch schlimmmer, unzählige Menschen strömen umher! Wie komme ich nun am schnellsten an den Strand von Kent? Am besten nehme ich die nächste Busverbindung, so wie letztes Jahr, als ich an diesem traumhaft schönen Strand Ferien gemacht habe, da musste ich auch einen Bus nehmen. Und da war auch noch die Welt in Ordnung...

Puh, endlich bin ich hier! Wie schön, nichts hat sich verändert, das Meer ruht immer noch in diesen intensiven tiefblauen Tönen, so scheint es zumindest jetzt, im Dunkeln! Ich glaube, bevor ich mich noch ein wenig in den feinen Sand lege, um ein Nickerchen zu machen, nehme ich erst noch ein Bad. Morgen überlege ich mir dann genauer, wie ich vorgehen soll...

Der Pianoman (erlebte Rede)

Endlich war dieser Zug angekommen, soviele Gleise wie es hier im Hauptbahnhof hatte, hätte er beinahe das Abfahrtsgleis des Eurostars verfehlt! Aber nun konnte er ja einsteigen, das machte ihm fast ein wenig Angst, all diese vielen Leute! - Glück gehabt, jetzt hatte er grad noch einen freien Sitzplatz am Fenster ergattern können, so konnte er immerhin noch den Sonnenuntergang geniessen, wenigstens etwas Schönes, das sich in seinem Leben geniessen liess. Wahrscheinlich sowieso der letzte, den er noch erleben würde...bald würde er vielleicht auch so untergehen, versinken in der unendlichen Stille der Ewigkeit. Hoffentlich würde ihm der Abschied auch so leicht fallen, sowie der Sonne, die sich so mühelos von jedem Tag verabschiedete! Es gab ja sowieso niemanden mehr, ja nichts mehr in seinem Leben, wofür es sich gelohnt hätte, noch länger das Elend dieser Welt zu ertragen! Kein Job mehr, keine Freundin, von der Familie vergessen... Das einzige, was er wirklich gern hatte an seinem Leben, waren die Augenblicke, in denen er der Sonne zusehen konnte, wie sie langsam unterging - nur um danach wieder aufzugehen.

Wer weiss, vielleicht würde er auch wieder aufgehen, auferstehen an einem anderen Ort? Vielleicht würden sich dort alle freuen ihn wieder zu sehen? Wäre ja zu schön gewesen, um wahr zu sein. Nein, sein Entschluss stand fest, er würde nach England gehen und sich dort ein anständiges Ende bereiten...Am nächsten Abend! Dann konnte er seine Leiden und Sorgen endlich für immer vergessen!

Da wurde der Eurostar ja schon langsamer, hatte gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit umgegangen war! Wahrscheinlich war er doch noch eingenickt, nachdem die Sonne untergegangen war, wohlverstanden! All diese vielen Leute, die richtig Ausgang zusteuerten, da bekam man ja direkt Platzangst...Endlich konnte er austeigen, aber draussen am Bahnhof war es fast noch schlimmmer, unzählige Menschen strömten umher! Wie käme er nun am schnellsten an den Strand von Kent? Am besten nähme er die nächste Busverbindung, so wie letztes Jahr, als er an diesem traumhaft schönen Strand Ferien gemacht hatte, da musste er auch einen Bus nehmen. Und da war auch die Welt noch in Ordnung gewesen...

Puh, endlich war er da! Wie schön, nichts hatte sich verändert, das Meer ruhte immer noch in diesen intensiven tiefblauen Tönen, so schien es zumindest jetzt, im Dunkeln! Er dachte, bevor er sich noch ein wenig in den feinen Sand legte, um ein Nickerchen zu machen, würde er erst noch ein Bad nehmen. Morgen würde er sich dann genauer überlegen, wie er vorgehen wird...


_Sehr eindrücklich das Leitmotiv des Untergehens: der Sonne und des Menschen. Gut auch, wie Sie die Person für einen Moment einnicken lassen - weniger gelungen dafür der zweite Zeitsprung im letzten Absatz: da gehts zu schnell. Bei der Umwandlung i.M. in e.R. soll die Zeitform gewechselt werden in Präteritum._

Der Pianomann (auktoriales Erzählverhalten)

Die ersten Sonnenstrahlen streiften sein ruhendes Gesicht, benommen blinzelte er in die noch so heilige "Morgenwelt". Wie auch die Sonne, wird er jetzt einen neuen Tag beginnen, sich irgendwie durchschlagen durch den Tag, um schlussendlich wieder zu gehen, froh den Tag überstanden zu haben...vielleicht für immer?

Etwa ein halbes Jahr arbeitete Kaspar Hauser in Paris, als Hilfskellner im Restaurant Le Soleil. Doch wie so vieles andere, verlor er auch diesen Job. Kaspar, der später unter dem Namen Pianoman bekannt wurde, wurde häufig von seinen Mitarbeitern gemobbt, der Chef hatte ständig etwas an ihm auszusetzen, bezahlt wurde er auch nicht gut. Als wäre das alles nicht genug, verliess ihn auch noch seine Freundin, was ihn sehr schmerzte. Denn Sonja bedeutete ihm alles, er hätte ihr sogar die Sonne vom Himmel geholt, was ihn allerdings Überwindung gekostet hätte, denn die Sonne war sein zweiter (mittlerweile wieder sein grösster) Schatz!

Als er aber aufstehen wollte, fiel ihm alles wieder ein, der ganze Horror, seine elende Lage, die riesige Katastrophe... verzweifelt versuchte er, nicht gleich hysterisch in Tränen auszubrechen, wonach es ihm in letzter Zeit jedoch oft zumute war. Er blieb mutlos auf der Bettkante sitzten und betrachtete nachdenklich diese helle Lichtquelle. Sie verfolgte demonstrativ ihre tägliche Route, allmählich in Richtung Westen, ganz langsam, mit dem Wissen, wieder untergehen zu müssen.

Da kam ihm plötzlich die Idee, er würde dieser Sonne folgen, und zwar bis in alle Ewigkeit!

Erörterung zu Christine Holch – Die Kleinen vorneweg

Der Text „Die Kleinen vorneweg“ von Christine Holch thematisiert den Zwiespalt von Meinungen über eine mögliche Inhaftierung von kriminellen Jugendbanden, wobei vor allem auf eine 30-köpfige Bande von kurdischen Jugendlichen Bezug genommen wird. Sie gelten bereits als Intensivtäter und die Öffentlichkeit verlangt nun eine Ausweisung der betroffenen Delinquenten.

Einerseits impliziert die Tatsache, dass die verdächtigen Halbwüchsigen schon mehrfach vor Gericht standen und deren regelmässige Untersuchungshaft verlangt wurde, eine Beendigung dieser widerrechtlichen Vorfälle. Entweder soll dies durch Haft oder aber durch Ausweisung erreicht werden. Der finanzielle Druck, die Pflicht zu sparen sowie die problematische Tatsache, dass viele kurdische Familien nicht als Asylbewerber anerkannt sind, schliessen zusätzlich eine Einzelfallbetreuung aus und favorisieren folglich eine Ausweisung der Betroffenen.

Anderseits setzt sich Holch ebenfalls mit gewichtigen Argumenten gegen eine Inhaftierung dieser Jugendkriminellen ein. Denn zum einen haben viele dieser Jugendlichen eine sehr harte, kriegerische Kindheit durchgemacht. Viele von ihnen seien zudem zu jung, um gerichtlich überhaupt bestraft zu werden. Überdies sei dieses Thema dermassen aufgekocht, da es schon immer Jugendbanden gegeben hätte, sei der Tumult völlig übertrieben. Holch macht ausserdem darauf aufmerksam, dass es eine Zumutung wäre, diese jugendlichen Täter mit den richtig „schweren“ Jungs, die unter anderem auch in die Drogenszene involviert sind, in die Untersuchungs-Haft auszuliefern. Bevor solche Schritte vorgenommen werden können, müsse jedoch die mildere, hoffentlich effizientere Alternative zu Haft, nämlich Erziehung und soziale Trainingskurse, zumindest ausprobiert worden sein.

Viele Jugendliche im Alter von 14- 18 Jahren gehen durch eine Phase, in der sie rebellieren und sich selbst beweisen müssen. Vor allem in diesem Kontext, wenn sie eine schwierige, oftmals tragische Kindheit erlebt haben, stellen die sozialen Umstände besondere Herausforderungen für die Jugendlichen dar. Daher bin ich der Meinung, sollten sicherlich alternative Massnahmen angewendet werden und eine Inhaftierung vorerst ausser Betracht gelassen werden. Denn sowie dem auch Holch Ausdruck verleiht, möchte ich hervorheben, dass eine Haft zusammen mit noch schlimmeren Inhaftierten die Jugendlichen unter Umständen zu unangebrachten Taten verleiten würde. Zusätzlich sollten sie unbedingt von jeglichen Drogen ferngehalten werden, da Drogen meist der ausschlaggebende Faktor für einen definitiven Absturz sind. Einmal in die Drogenszene verwickelt, scheint es fast unmöglich den Betroffenen wieder auf den richtigen Weg zu verhelfen, zumal den kriminellen Jugendlichen rechtlich gesehen nicht nur die Raubüberfälle, sondern letztendlich auch der Drogenmissbrauch angelastet wird, was zu komplizierten Gerichtsverhandlungen mit meist verhängnisvollen Verurteilungen.

Ich spreche mich jedoch für eine Kompromisslösung zwischen den beiden Extremfällen Inhaftierung oder Ausweisung aus. Meiner Meinung nach ist es fahrlässig die Rebellen straflos davonkommen zu lassen, man muss gewisse Massnahmen treffen und ein Zeichen setzen, sodass sie lernen mit den Konsequenzen ihrer Taten umzugehen und Verantwortung für ihr Handeln zu tragen. Indessen muss auch sichergestellt werden, dass ihnen nicht unangebracht harte Strafen aufgebürdet werden, denn dies könnte im Extremfall genau im Gegenteil resultieren, sodass sie sich erst recht gegen die Autoritätspersonen auflehnen und sich separieren, um eventuell sogar Rache auszuüben. Aus diesen Gründen sehe ich es als angebracht, solche Jugendlichen zu Sozialeinsätzen, sei dies Schulhausputzen, Gartenarbeit, Helfen auf einem Bauernhof etc., zu verdonnern. Gleichzeitig sollten sie in einen obligatorischen Erziehungskurs, wo ihnen soziale Fähigkeiten nähergebracht werden, besuchen. Somit würde ihnen eine zweite Chance gegeben, zu beweisen, dass sie sich auch zu benehmen wissen und ich finde, jeder, der diese zweite Chance packt, kann sich des neu verdienten Respekts erfreuen und stolz sein.