Was ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier?

1.Text: René Descartes Unterschied zwischen Menschen und Tieren

2.Text: Peter Singer Ist der Übergang vom Tier zum Menschen fliessend?

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René Descartes // Unterschied zwischen Menschen und Tieren, 1.Fassung

In seinem Text „Unterschied zwischen Menschen und Tieren“ versucht René Descartes den Unterschied zwischen den Menschen und den Tieren zu erklären und kommt zum Schluss, dass die Tiere im Gegensatz zu den Menschen keine Vernunft und keinen Geist haben, sondern dass sie nur durch die Anordnung ihrer Organe, welche sie durch die Natur erhalten haben, gesteuert werden.

Descartes meint den Unterschied zwischen Menschen und Tieren durch zwei Mittel zu erkennen. Mit dem einen Mittel meint Descartes die aus Worten bestehende Sprache und mit dem zweiten Mittel die Allgemeinheit der Vernunft, die nur die Menschen besitzen. Der Vernunft gegenüber steht die Spezialisierung der Organe, bei den Tieren. Nach Descartes gibt es ausser dem Menschen kein anderes Geschöpf, dass fähig ist, Worte miteinander zu verbinden und daraus eine Rede zusammenzusetzen, durch welche die eigenen Gedanken ersichtlich werden. Descartes ist davon überzeugt, dass jeder Mensch, auch der dümmste und stumpfsinnigste dazu fähig ist seine Gedanken zu äussern, weil die Menschen ein Bewusstsein von dem haben was sie sagen. Im Gegensatz zu uns Menschen haben die Tiere, laut Descartes, dieses Bewusstsein nicht; was der Grund dafür ist, dass sie nicht sprechen können. Nicht als Grund ist ein Mangel an Organen zu verzeichnen erklärt Descartes, denn viele Elstern und Papageien haben sowohl die Fähigkeit Worte von sich zu geben, nur haben sie kein Bewusstsein von dem, was sie sagen. Sprechen heisst im Sinne Descartes also ein Bewusstsein von dem zu haben, was man sagt. Sogar Menschen die taubstumm geboren sind oder denen das Organ zum Sprechen fehlt, sind laut Descartes dazu fähig eine Sprache zu lernen, da sie aus sich selbst Zeichen erfinden, durch die sie sich verständlich machen können und sie sich somit bewusst sind, was sie sagen. Diese Erkenntnis bezeugt laut Descartes, dass die Tiere weniger Vernunft haben als die Menschen, dass sie sogar gar keine haben, da es, wie man sieht, nur ganz wenig braucht, um sprechen zu können. Weiter sagt Descartes, dass die Seele der Tiere von ganz unterschiedlicher Natur der unseren sein muss, da ein Affe oder ein Papagei, der zwar zu den Vollkommensten seiner Art gehört, doch nicht mit einem Kind und sei es das blödsinnigste, gleichkäme. Auf keinen Fall darf man, laut Descartes, Worte mit natürlichen Bewegungen verwechseln, da diese nur Auskünfte über die Leidenschaften geben. Descartes bestärkt diese These damit, dass Maschinen, wie auch Tiere, ebenso solche Bewegungen vollbringen können, ohne aber ein Bewusstsein davon zu haben. Die These, dass die Tiere eine Sprache sprächen, die wir nicht verstehen, widerlegt Descartes damit, dass die Tiere dann ja mit der Reihe der Organe, die sie haben und die den unsrigen ähnlich sind, auch mit uns verständlich machen müssen könnten. Weiter will Descartes beweisen, dass die Tiere keinen Geist haben. Dies versucht er mit der Tatsache, das die Tiere in einigen Handlungen zwar mehr Geschicklichkeit beweisen als die Menschen, in anderen Handlungen sie aber gar keine haben. Somit hätten die Tiere, hätten sie mehr Geist als wir, in allen Handlungen mehr Geschick und wären uns somit in jeder Sache überlegen. Da dem nicht so ist, beweist nach Descartes, dass es nur die Natur ist, die in den Tieren nach der Anordnung der Natur handelt. Er vergleicht diese Anordnung mit dem Mechanismus einer Uhr, die nur aus Rädern und Federn zusammengesetzt ist, aber damit die Stunden und die Zeit weit richtiger und genauer zählen kann, als wir Menschen mit all unserer Klugheit.

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René Descartes // Unterschied zwischen Menschen und Tieren, 2.Fassung

In seinem Text „Unterschied zwischen Menschen und Tieren“ versucht René Descartes den Unterschied zwischen den Menschen und den Tieren zu erklären und kommt zum Schluss, dass die Tiere im Gegensatz zu den Menschen keine Vernunft und keinen Geist haben, sondern dass sie nur durch die Anordnung ihrer Organe, welche sie durch die Natur erhalten haben, gesteuert werden.

Descartes meint den Unterschied zwischen Menschen und Tieren durch zwei Mittel zu erkennen. Nach Descartes gibt es ausser dem Menschen kein anderes Geschöpf, das fähig ist, Worte miteinander zu verbinden und daraus eine Rede zusammenzusetzen, durch welche die eigenen Gedanken ersichtlich werden. Descartes ist davon überzeugt, dass jeder Mensch, auch der dümmste und stumpfsinnigste dazu fähig ist seine Gedanken zu äussern, weil die Menschen, im Gegensatz zu den Tieren ein Bewusstsein von dem haben was sie sagen. Dieser Mangel an Bewusstsein ist nach Descartes auch der Grund dafür, dass die Tiere nicht sprechen können und nicht ein Mangel an Organen, denn viele Elstern und Papageien haben sowohl die Fähigkeit Worte von sich zu geben, nur haben sie kein Bewusstsein von dem, was sie sagen. Sprechen heisst im Sinne Descartes also ein Bewusstsein von dem zu haben, was man sagt. Sogar Menschen die taubstumm geboren sind oder denen das Organ zum Sprechen fehlt, sind laut Descartes dazu fähig eine Sprache zu lernen, da sie aus sich selbst Zeichen erfinden, durch die sie sich verständlich machen können und sie sich somit bewusst sind, was sie sagen. Diese Erkenntnis bezeugt laut Descartes, dass die Tiere weniger Vernunft haben als die Menschen, dass sie sogar gar keine haben, da es ja nur ganz wenig braucht, um sprechen zu können. Auf keinen Fall darf man, sagt Descartes, Worte mit natürlichen Bewegungen verwechseln, da diese nur Auskünfte über die Leidenschaften geben, nicht aber bewusst verübt werden. Descartes bestärkt diese These damit, dass Maschinen, die wie auch Tiere kein Bewusstsein haben, ebenso solche Bewegungen vollbringen können. Die weit verbreitete These, dass die Tiere eine Sprache sprächen, die wir nicht verstehen, widerlegt Descartes damit, dass die Tiere, wenn dem so wäre, dann mit der Reihe der Organe, die sie haben und die den unsrigen ähnlich sind, sich auch mit uns verständlich machen müssen könnten. Da dem nicht so ist, können die Tiere, nach Descartes, also auch nicht sprechen. Zum Schluss will Descartes beweisen, dass die Tiere keinen Geist haben. Dies versucht er anhand der Tatsache, dass die Tiere in einigen Handlungen zwar mehr Geschicklichkeit beweisen als die Menschen, in anderen Handlungen sie aber gar keine haben. Hätten die Tiere mehr Geist als wir Menschen, hätten sie in allen Handlungen mehr Geschick und wären uns somit in jeder Sache überlegen. Da dem nicht so ist, beweist nach Descartes, dass es nur die Natur ist, die in den Tieren nach der Anordnung ihrer Organe handelt. Er vergleicht diese Anordnung mit dem Mechanismus einer Uhr, die nur aus Rädern und Federn zusammengesetzt ist, aber damit die Stunden und die Zeit weit richtiger und genauer zu zählen vermag, als wir Menschen es mit all unserer Klugheit können.

2. Geltungsanspruch und Erklärungsleistung beurteilen

(René Descartes // Unterschied zwischen Menschen und Tieren)

2.1 Welche Argumentations- und Erkenntnisziele verfolgt der Text?

René Descartes zeigt in seinem Text den Unterschied zwischen dem Mensch und dem Tier auf. Am Beispiel der Sprache, von der die Menschen Gebrauch machen, die Tiere jedoch nicht, gewinnt Descartes die Erkenntnis, dass die Tiere, im Gegensatz zum Menschen, kein Bewusstsein und somit keinen Verstand und keinen Geist haben. Nach Descartes sind die Tiere nur durch die Anordnung ihrer Organe, also durch die Natur gesteuert.

2.2 Ist der Argumentationszusammenhang des Textes in sich stimmig? Finden sich unausgesprochene gedankliche Voraussetzungen, Fehlschlüsse, Argumentationslücken?

Descartes sagt in seinem Text: „…dass es keine so stumpfsinnigen und dummen Menschen gibt, selbst die Irrsinnigen nicht ausgenommen, die nicht fähig wären, eine Reihe von Worten miteinander zu verbinden…“ (S.56, Z.25-27). Ich kann hier Descartes nicht ganz zustimmen, denn ich denke, es gibt sehr wohl Menschen, zum Beispiel geistig behinderte Menschen, die nicht fähig sind, auch nur einzelne Wörter zu sagen. Auch finde ich die Aussage von Descartes: „…dass Menschen, die taubstumm geboren sind und der Organe beraubt sind, die den anderen zum Sprechen dienen, gewohnt sind, aus sich selbst bestimmte Zeichen zu erfinden, durch die sie sich verständlich machen…“ (S.57, Z.1-3) nicht ganz richtig, denn auch taubstumme Menschen werden einfach eine Sprache lernen, die ihnen gelehrt wird, um sich mit anderen Menschen verständigen zu können und nicht einfach eine Sprache aus sich selber heraus Zeichen erfinden. Ich denke, dass allgemein ist ein wichtiger Kritikpunkt an der Argumentation Descartes’. Er geht davon aus, dass wir ein Bewusstsein haben, von dem was wir sagen. Doch woher wissen wir, dass wir dieses Bewusstsein haben? De Sprache, die wir sprechen, sprechen wir nur, weil sie uns von klein an so beigebracht wurde. Wenn wir mit Menschen kommunizieren, die eine andere Sprache sprechen und einzelne Wörter vielleicht dieselben sind vom Klang her, aber eine völlig andere Bedeutung haben, woher nehmen wir das Bewusstsein, zu wissen was wir sagen, wenn der andere unter dem was wir sagen, etwas total anderes versteht? Bewusstsein hat meiner Meinung nach mit Wissen zu tun und Wissen können wir niemals, denn immer wenn wir glauben zu wissen, ist es nur der Glaube an das Wissen der uns bleibt. Meiner Meinung nach lässt Descartes eine entscheidende Tatsache aus, indem er starr behauptet, Tiere sprächen nicht miteinander. Nehmen wir das Beispiel der Walen: Es ist bewiesen, dass Wale sich mit ihren Gesängen um die halbe Erdkugel miteinander verständigen können. Die Wale senden durch ihren Gesang Töne aus, um ihre Artgenossen, Nahrung und ihren Weg zu finden. Im Grunde genommen, tun wir Menschen nichts anderes. Wir senden Töne aus, die wir Worte nennen und die verschieden Klingen, um unsere Artgenossen zu finden, um uns mit ihnen zu verständigen. Ich finde, wir Menschen und damit auch Descartes eingeschlossen, haben nicht das Recht zu behaupten, nur die Töne, die wir von uns geben, die wir kennen und verstehen können, seien eine Sprache, denn ob das so ist, können wir niemals wissen und kann ich persönlich nicht glauben.

2.3 Welche Konsequenzen oder Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich aus dem Text?

Ich sehe eine gewisse Problematik darin, dass Descartes zum Schluss kommt, Tiere hätten keinen Geist, keinen Verstand und kein Bewusstsein. Wenn man diese Erkenntnis so übernimmt, wird sich schnell einmal daraus ableiten, dass Tiere nur Sachen sind, da sie ja keinen Geist und demnach keine Seele wie die unsrige haben und nur nach der Anordnung der Organe gesteuert werden. Diese mögliche Konsequenz finde ich verheerend, denn wenn wir so denken, werden wir den Tieren niemals den Respekt entgegenbringen, den sie verdienen.

2.4 Wird der Text der Komplexität des von ihm verhandelten Problems gerecht?

Nein, überhaupt nicht. Meiner Meinung nach werden einige, sehr entscheidende und wichtige Aspekte von Descartes einfach weggelassen. Ich finde Descartes hat es sich mit diesem Problem ein wenig zu einfach gemacht. Für mich ist die Erkenntnis, zu der er kommt, überhaupt nicht logisch oder nachvollziehbar, da er einfach zu viele Tatsachen und mögliche Gegenargumente seiner Theorie nicht beachtet, die ich persönlich aber sehr wichtig finde. Daher komme ich auch zu völlig anderen Ergebnissen und Antworten auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Mensch und Tier kommen lassen, doch diese werde ich dann im Essay genauer erläutern.

2.5 Eigene Standpunkte

Meine Meinung stimmt mit der von René Descartes überhaupt nicht überein. Ich bin davon überzeugt, dass auch die Tiere sprechen können. Natürlich ist es nicht eine Sprache, wie wir sie sprechen, aber sprechen heisst für mich, miteinander zu kommunizieren und sich gegenseitig verständlich zu machen, was wir voneinander wollen. Genau das tun meiner Meinung nach auch sämtliche Tiere. Ich finde sogar, dass einige Tiere die Sprache eigentlich viel besser beherrschen, da sie mit weniger Ausdrücken und über Sinnesebenen, die wir Menschen nicht erreichen, miteinander kommunizieren können. Ich nenne als Beispiel ein Rudel Wölfe, das zusammen auf die Jagd geht. Ohne ein „Wort“ miteinander zu wechseln, weiss jeder im Rudel genau, was er zu tun hat und welchen Platz er bei der Jagd einnehmen muss. Diese Verständigung beruht meiner Meinung nach nicht nur auf Instinkten und Gelerntem und Abgeschauten, sondern auf einer wirklichen Kommunikation, einer Sprache untereinander. Es ist klar, dass der Text und die Einstellung von Descartes im Anbetracht der Zeit und der damaligen Gesellschaft angesehen werden müssen. Damals galt ganz klar der Mensch als Krönung der Schöpfung und es wurde gelehrt, dass das Tier nur eine Sache sei. Ich weiss daher nicht so genau, in wie fern ich Descartes „beschuldigen“ kann, für mich wichtige Aspekte in seinem Text nicht zu behandeln. Sicherlich hat er seiner Zeit angemessen grosse Arbeit geleistet und den Tieren immerhin auch gute Eigenschaften zugeteilt. Daher muss ich doch sagen, dass der Lösungsbeitrag des Textes in Anbetracht der zeitlichen Umstände durchaus als erfolgreich angesehen werden kann. Mich stört an Descartes Theorie vor allem die grundlegende Haltung, dass das Tier nur als eine Sache betrachtet wird. Meiner Meinung nach hat auch jedes Tier eine Seele und einen Geist. Vielleicht ist es nicht derselbe Geist den wir Menschen haben, aber das wissen wir nicht. Wir wissen ja auch nicht, ob wir Menschen untereinander überhaupt dieselbe Art von Geist haben. Oder wir glauben es zu wissen und sprechen davon, dass wir es wüssten, doch beweisen können wir es nicht. Meiner Einstellung liegt die Tatsache zu Grunde, dass wir Menschen auch nur Tiere sind und zwar ganz einfach deshalb, weil ich überzeugt bin, dass wir vom Affen abstammen, dass wir von den ursprünglichsten Primaten und schlussendlich von den ersten Mikroorganismen abstammen. Dass sich meine eigene Einstellung und die Descartes’ nicht ganz verstehen, ist daher offensichtlich und sicherlich verständlich.

Essay

Was ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier? 1.Fassung

Einleitung

Die Frage des Menschen nach seiner selbst ist uralt und wurde beziehungsweise wird bis heute immer wieder gestellt. Zahlreiche Theorien und Wissenschaften sind zu dieser Frage entwickelt worden und doch wird diese Frage nie vollständig beantwortet sein können. Jede Antwort kann gültig sein, doch niemals kann nur eine einzige Antwort endgültig richtig sein. Ebenso verhält es sich mit der Frage nach dem Unterschied vom Menschen zum Tier, die fast zwingend mit der Frage nach dem Menschen in Verbindung steht. Denn sobald man sich fragt, was oder wer wir Menschen sind, kommt man irgendwann auf die Antwort, dass wir, rein biologisch gesehen, Säugetiere sind, die sich in Jahrmillionen und Milliarden vom Affen bis zum heutigen Homo Sapiens Sapiens, zum Menschen entwickelt haben. Damit wäre also geklärt, dass auch der Mensch ein Tier ist. Doch, ganz gleich wie die Tiere sind wir doch irgendwie auch nicht, irgendeinen Unterschied ist doch offensichtlich vorhanden? Aber, worin besteht denn genau dieser Unterschied? Diese Frage versuche ich im folgenden Essay zu beantworten. Ich habe mir dazu meine Auseinandersetzung mit dem Thema in drei Kapitel unterteilt. Zuerst werde ich die Stellung des Tieres im Vergleich zur Stellung des Menschen untersuchen, danach werde ich auf die Beziehung des Menschen zur Natur genauer eingehen, um dann auch auf meine persönliche Theorie zu sprechen kommen und zum Schluss komme ich in einer Zusammenfassung noch einmal auf die Anfangsfrage zurück und werde eine mögliche Lösung auf die Frage geben.

Die Stellung des Tieres / des Menschen

Vielleicht liegt es in der Natur des Menschen, sich selber als etwas ganz Besonderes, etwas Einzigartiges, als Krönung der Schöpfung zu sehen. Wir Menschen können denken, wir können sprechen, wir bauen Häuser, Computer, Autos, wir fliegen zum Mond und tauchen auf den Grund des Meeres, wir sind intelligent und entwickeln uns schneller als wir uns dabei zusehen können. Und was tun die Tiere? Sie jagen, töten, fressen, schlafen, spielen, pflanzen sich fort und sterben. Mit solch einer Sichtweise ist es leicht verständlich, dass man ohne weiteres Nachdenken schnell einmal zum Schluss kommt, dass der Mensch eine klare Vormachtsstellung im Bezug auf die Tiere hat. Ausserdem sind die Tiere nur durch Triebe gesteuert, das behauptete schon Sigmund Freud. Nach Freud entwickelt der Mensch aus seinem “Es“ (Triebe, Bedürfnisse) und seinem “Über-Ich“ (Gesellschaft, Eltern) ein eigenständiges “Ich“. Dieses “Ich“ ist dann die Selbständigkeit, in der jeder Mensch selber entscheiden kann, was er tut und ob er seinem Trieb folgt oder nicht. Er ist also durch das “Ich“ fähig, seine Triebe und Bedürfnisse zu unterdrücken. Genau diese Möglichkeit hat ein Tier, nach Freud nicht. Da ein Tier nur vom “Es“ gesteuert wird und kein “Über-Ich“ verspürt, entwickelt es auch kein “Ich“, das heisst, es ist also nicht fähig, selbständig zu entscheiden, ob es seinen Bedürfnissen folgen will oder nicht, sondern es wird, sobald es einen Trieb verspürt auf jedem Wege versuchen, diesen zu befriedigen. Auch diese Theorie stellt den Menschen ganz klar über das Tier, da der Mensch sich, im Gegensatz zum Tier, unter Kontrolle zu halten vermag. Das Tier ist also, wenn man diesen Erläuterungen folgt, ein primitives Wesen, da es nur durch seine Triebe gesteuert wird und keinen eigenen Willen hat, während sich der Mensch durch seine Intelligenz ganz deutlich vom Tier unterschiedet. Doch um noch einmal darauf zurück zu kommen, was Tiere ihr Leben lang, Tag für Tag hindurch tun. Sie jagen, töten, fressen, schlafen, spielen, pflanzen sich fort und sterben. Wenn man nun ein Menschenleben genauer ansieht, kommt man eigentlich auf genau das gleiche Ergebnis. Wir jagen, das heisst, wir gehen einkaufen und kommen mit gefüllten Taschen, anstelle von einem gerissenen Reh zurück. Wir töten, das heisst, das tun glücklicherweise andere für uns, namentlich die Schlächter, Jäger und Metzger. Wir schlafen. Wir spielen; wir würden es wohl eher als arbeiten bezeichnen, im Grunde ist es jedoch dasselbe – wir beschäftigen uns und bereiten uns auf den Ernstfall vor, das heisst wir finanzieren uns unsere AHV. Wir pflanzen uns fort, und wir sterben, das ist offensichtlich und unumgehbar. Ich sehe also keinen grundlegenden Unterschied zwischen dem Leben eines Tieres und dem eines Menschen. Natürlich ist jedes Leben im Detail angesehen unterschiedlich, doch dieser Unterschied besteht schon von Mensch zu Mensch und von Tier zu Tier, denn natürlich ist kein Leben, wie auch kein Lebewesen genau gleich wie das andere. Doch diese Unterschiede kann man nicht als grundlegenden Unterschied zwischen Mensch und Tier betrachten. Der Mensch ist also durch seinen Lebensstil nicht besser oder fortgeschrittener oder einfach nur anders als ein Tier, er kann sich von diesem Gesichtspunkt her also auch nicht einer höheren oder besseren Stellung gegenüber dem Tier behaupten. Nun kommt aber die These auf, dass der Mensch dem Tier durch seine Intelligenz durchaus überlegen ist. Der Mensch ist dem Tier im täglichen Überlebenskampf weit voraus. Wir müssen nicht täglich um unser Überleben kämpfen, wie zum Beispiel die Gazellen in der Savanne. Wir müssen nicht jeden Tag um unser Leben fürchten, wie die Rehe im Wald, deren Ziel daraus besteht, nicht von einem Fuchs gefressen zu werden oder von einem Jäger erschossen zu werden. Der Mensch hat sich dank seiner Intelligenz soweit entwickelt, dass er keine natürlichen Feinde mehr hat, doch ist er darum wirklich überlebensfähiger als die Tiere? Nein, natürlich nicht. Auch der Mensch kämpft jeden Tag um sein Leben, um seine Existenz. Uns droht zwar nicht, von einem Raubtier zerfleischt zu werden, doch droht uns zum Beispiel die Gefahr der Arbeitslosigkeit, wodurch viele Existenzen kaputt gemacht werden. Auch drohen uns Autounfälle und Flugzeugabstürze, die wir mit den von uns, durch unsere Intelligenz, erbauten Autos und Flugzeuge verursachen. Wir bauen Atombomben und Biowaffen, mit denen wir uns selber zerstören. Nicht zu vergessen sind natürlich die Millionen von Menschen, die wirklich tagtäglich ums Überleben kämpfen, sei es wegen mangelnder Nahrung, Krieg, Seuchen oder Naturkatastrophen. Das Leben ist also auch für uns Menschen ein täglicher Kampf und schlussendlich überleben nur die Stärksten, wie es Darwin in seiner Evolutionstheorie sagt. Nun ist auch die These widerlegt, dass der Mensch durch seine Intelligenz überlebensfähiger ist als das Tier. Darum möchte ich nun, um den Unterschied zwischen dem Menschen und dem Tier herauszufinden, wenn da überhaupt einer ist, noch auf die Beziehung des Menschen zur Natur eingehen.

Die Beziehung des Menschen zur Natur

Der Mensch kommt aus der Natur. Der Mensch ist aus der Natur entstanden und ohne die Natur gäbe es keine Menschen. Der Mensch ist Natur. Auch das Tier kommt aus der Natur und ist aus ihr entstanden. Auch das Tier ist Natur. Zuerst war nur Natur. Aus ihr entstanden sind die ersten Einzeller, dann verschiedene Wassertierchen, die sich dann vom Wasser ans Land bewegt haben. Diese Tiere haben sich weiterentwickelt bis zu den Säugetieren, unter denen heute eine Gattung die des Menschen ist. Demnach haben alle Lebewesen auf der Erde den gleichen Ursprung.

Vor ein paar tausend Jahren lebte der Mensch mit der Natur. Er pflanzte die Nahrung an, die der Jahreszeit entsprach. Er tötete so viele Tiere, wie er zum Überleben brauchte und nicht mehr. Er holzte so viel Holz ab, wie er brauchte, um Feuer zu machen und nicht mehr. Die Natur und der Mensch lebten in einem Gleichgewicht. Heute leben wir Menschen gegen die Natur. Wir pflanzen in Gewächshäusern an, was wir wollen, ohne Rücksicht auf die Jahreszeit. Wir töten Unmengen von Tieren, die wir nur dazu züchten, um sie zu töten. Wir produzieren Tiere, um Fleisch im Überfluss zu haben. Wir holzen ganze Regenwälder ab und zerstören damit Lebensraum für tausende von Tieren und sogar für Menschen. Wir verschmutzen durch Abgase von Autos, Industrie und Haushalten unsere Umwelt. Wir verschmutzen die Meere, das Wasser – unsere wichtigste Nahrungsquelle, ohne die wir nicht überleben können. Der Mensch zerstört die Natur und damit sich selber. Wir leben, produzieren und entwickeln uns ohne Rücksicht auf unsere Umwelt, auf die Natur, sogar ohne Rücksicht auf uns selber, auf andere Menschen. Ich denke, der Mensch ist das einzige Lebewesen, das im Stande ist, sich selber zu zerstören und es nicht einmal merkt. Durch unsere immer zunehmende Intelligenz verlieren wir jegliche Instinkte, die genau die sind, die den Tieren das Überleben sichern und die uns fehlen. Wir glauben, dass die Intelligenz uns eine höhere Stellung gegenüber den Tieren verschafft, doch vergessen wir, dass die Tiere etwas besitzen, von dem wir nur noch sehr wenig übrig haben: Instinkte. Schlussendlich geht es jedem Lebewesen nur darum, sein Überleben, das Überleben seiner Gattung zu sichern. Um dies zu tun, besitzen die Tiere Instinkte und wir Menschen Intelligenz. Da wir unsere Intelligenz aber zu einem grossen Teil dazu nutzen, die Natur, die Umwelt und damit uns selber zu zerstören, indem wir Atombomben, Massenvernichtungswaffen, Autos und ähnliches produzieren, wird die Überlebenschance der Tiere schlussendlich auf jeden Fall einiges höher sein.

Zusammenfassung meiner persönliche Theorie

„Der Mensch ist das einzige Tier, das versucht, die Natur zu beherrschen.“ Diese Aussage sagt meiner Meinung nach das Zentrale über den Unterschied zwischen Mensch und Tier aus. Es gibt nämlich keinen fundamentalen Unterschied. Der Mensch ist im zoologischen Sinne ein Tier. Eine Entwicklung der Säugetiere, wie der Hund auch, die Katze und der Affe. Der Mensch ist eine Gattung der Tiere, die eben Mensch heisst, wie eine andere Gattung Hund heisst. Natürlich ist der Mensch einzigartig, doch ist jedes Tier einzigartig. Ein Elefant ist ebenso einzigartig. Dass der Mensch einzigartig ist, heisst nur, dass der Mensch bestimmte Eigenschaften hat, die andere Tiere nicht haben. Im Beispiel vom Mensch ist es die Grösse des Gehirns oder dass er aufrecht gehen kann. Im Beispiel des Elefanten ist es der Rüssel oder die Stosszähne. Es ist also auch kein fundamentaler Unterschied, dass der Mensch intelligent ist. Die Grundlage eines jeden Lebewesen um zu leben, ist sein Überleben zu sichern. Wie schon angetönt tut dies der Mensch durch seine Intelligenz, ein anderes Tier tut dies durch seinen Instinkt. Nehmen wir an, diese Grundlage, das Überleben zu sichern, seien 100%. Daraus abgeleitet besteht diese Grundlage beim Menschen zu 99% aus Intelligenz und vielleicht zu 1% zu Instinkt. Man spricht ja zum Beispiel von Mutterinstinkt. Ich bin also überzeugt davon, dass der Mensch noch einen kleinen Anteil an Instinkten besitzt. Bei einem anderen Tier, beispielsweise beim Affen, besteht diese Grundlage aus 70% Instinkt und 30% Intelligenz, denn wie man weiss, haben Affen einen relativ hohen Anteil an Intelligenz. Bei einem anderen Tier ist es noch einmal ganz anders. Bei einer Ameise zum Beispiel, besteht die Überlebensgrundlage aus 99,9% Instinkt und nur 0,01% Intelligenz, oder vielleicht noch weniger. Ich will damit klar machen, dass die Tatsache, dass der Mensch intelligent ist, nicht als fundamentaler Unterschied zwischen Mensch und Tier angesehen werden kann, denn wie man sieht, besteht auch zwischen den einzelnen Tieren jeweils ein Unterschied, so dass daraus die Regel folgt, dass kein Tier ganz gleich ist wie das andere. Zwischen allen Tieren bestehen Unterschiede, so auch zwischen dem Mensch und allen anderen Tieren. Der Mensch ist in seinem Grundwesen also eine bestimmte Gattung der Spezies Säugetiere. Es gibt also keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.

Schlusswort

Wenn man unbedingt einen Unterschied zwischen Mensch und Tier finden will, besteht er meiner Meinung nach darin, dass der Mensch, versucht die Natur zu beherrschen. Dies tut er aber nur aufgrund seiner Intelligenz und somit ist auch dieser Unterschied kein fundamentaler, sondern nur ein weiterer der Eigenart Mensch. Leider ist aber genau dieser kleine Unterschied zu den anderen Tieren ein sehr gravierender, der Einfluss auf die ganze Tier – und Pflanzenwelt, auf unsere Erde haben wird. Trotz, oder vielleicht genau wegen unserer Intelligenz wissen wir Menschen nicht, wie wir leben sollten. Wir alle sind Teil des Ganzen, Teil der Natur. Darum sollten wir uns auch so verhalten, als Teil des Ganzen. Dies beinhaltet, dass wir wissen, dass wenn wir die Natur und unsere Umwelt beschädigen, wir uns damit selber schaden.

-- NoraRohner - 15 Mar 2005