You are here: NKSA » SchauFenster » PppDonnerstag0405

Philosophische Spuren auf dem WIKI

11 May 2005 - 08:01 | Version 96 |

Konzept

  • den Inhalt der letzten Lektion in Kürze festhalten (kein Verlaufsprotokoll!)
  • eigene Überlegungen beitragen, z.B.
    • einen Aspekt weiterführen
    • eine stillschweigende Voraussetzung aufdecken
    • eine offene Frage formulieren und beantworten
    • eine Gegenposition / Gegenthese entwickeln

  • Jeder Kursteilnehmer/in verfasst im Turnus einen Beitrag, in alphabetischer Reihenfolge. Die Beiträge werden bewertet, Note zählt 50%.

  • Bewertungshinsichten:
    • Der Inhalt der Lektion ist korrekt wiedergegeben, so kurz wie möglich, so ausführlich, wie nötig. (4P.)
    • Die Überlegungen
      • sind eigenständig / originell (4P.)
      • führen den Inhalt der Lektion weiter (4P.)
    • Inhaltsangabe und Überlegungen sind korrekt und nachvollziehbar formuliert (4P.)



10.03.05

Das Leib-Seele-Problem

Als Einstieg besprachen wir folgendes Gedicht:

Noch einmal: Mein Körper
Vgl. http://www.lyrik-anthologie.de/lyrik/gernhardt_koerper.htm - DB

Mein Körper rät mir:/ Ruh dich aus!/ Ich sage: Mach ich,/ altes Haus.

Denk aber: Ach, der/ Sieht's ja nicht!/ Und schreibe heimlich/ Dies Gedicht.

Da sagt mein Körper:/ Na, na, na!/ Mein guter Freund,/ was tun wir da?

Ach gar nichts! Sag ich/ aufgeschreckt,/ und denk: Wie hat er/ das entdeckt?

Die Frage scheint recht/ schlicht zu sein,/ doch ihre Schlichtheit/ ist nur Schein.

Sie lässt mir seither/ keine Ruh:/ Wie weiss mein Körper,/ Was ich tu?

(Robert Gernhardt)

Aufgabenstellung: Monismus / Dualismus und Materialismus / Idealismus darauf anwenden

RepetitionGrundbegriffe

Von der Klasse erarbeitete Lösung

Das lyrische Ich macht während dem Gedicht eine Veränderung durch: Es sieht ein, dass das Sein dualistisch ist. Zuerst ist es monistisch, es meint, den Körper weglassen und hintergehen zu können, aber die Interventionen seines Körpers gegen seinen Geist zeigen dem lyrischen Ich, dass es zwei Grundprinzipien des Seins gibt. Zwar sieht es den Zusammenhang noch nicht ganz, es akzeptiert aber den Körper als Kontrollinstanz, in der Beschützerrolle.

Bei der Unterscheidung zwischen Materialstisch und Idealistisch gibt es folgende 3 Perspektiven:
  • Lyrisches Ich: Idealistisch, denn auf das Bewusstsein, den Geist kommt es ihm an. Vor allem am Anfang beachtet es den Körper gar nicht
  • Körper: Sieht sich im Zentrum, also Materialistisch
  • Aussenstehender: Der Körper hat in dieser Auseinandersetzung die Überhand, deshalb ist die Situation materialistisch

=> Schlussfolgerung: Zumindest zuletzt kann man von einer materialistisch-dualistischer Position ausgehen. Zur Methodik: Es ist wichtig, die Perspektiven zu unterscheiden und Entwicklungsprozesse zu beachten.

Eigene Überlegungen

Bei der Auseinandersetzung mit Dualismus und Monismus kam mir spontan die Redewendung „Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach“ in den Sinn. Dieser ursprünglich aus der Bibel stammende Satz ist ein weiteres treffendes Beispiel für eine dualistische Denkweise.

Auffällig ist, dass die ursprüngliche, biblische Bedeutung im Bezug auf den Dualismus gegensätzlich ist zur heutigen Redewendung. Die Juden meinten mit Geist / Fleisch die zwei Seiten derselben Medaille, die beiden Grundprinzipien sollten sich ergänzen und unterstützen. Im biblischen Zusammenhang: Jesus‘ Jünger schliefen ein, anstatt zu beten, er kommentierte es mit dem besagten Satz. Damit wollte er wohl aufzeigen, dass das Überwinden körperlicher Schwächen reine Willenssache ist. Heute jedoch wird die Redewendung hauptsächlich als Ausrede benutzt, die beiden Grundprinzipien als Gegenspieler angesehen. Die Schuld wird auf den Körper geschoben, der nicht „gehorcht“ (Hiermit wären wir wiederum bei Gernhardts Gedichten über den Körper, welche ja genau von dieser Lage ausgehen.). Ein weiterer Unterschied FALL!!! gibt es bei der „Machtverteilung“, sozusagen „Wer herrscht über wen?“: Die Bibel legt den Schwerpunkt auf den ersten Teil des Satzes, „Der Geist ist willig“, wir betonen heute eher die Schwäche des Körpers.

Gute Assoziaition, in alltäglicher Wendung eine nphilosophische Unterscheidung zu erkennen. MAn kann sich fragen, wie stark auch die philosophische Diskussion um das Leib-Seele-Problem geprägt ist, von solchen alltäglichen "Sedimenten". Was ich nicht ganz verstehe, ist der Unterschied Jesus/heute. Offenbar herrschte auch damals das Fleisch (Tatsache, die Jünger schlafen und hätten das wohl auch als Ausrede benutzt. Sie hätten also die Schwäche des Körpers betont). Aber der Anspruch war, dass der Geist die Schwäche des Fleiches überwinden solle und könne (Norm). Interessant wäre zu sehen, wie die jüdische Vorstellung von den zwei Seiten einer Medaille aussähe. Hiesse das, dass es keine "Machtverteilung", keine Hierarchie zwischen den beiden Seiten gäbe. Denn schon in Jesus' Ausspruch kommt ja eine solche Hierarchie zum Ausdruck (Der Geist SOLLTE herrschen, aber das Fleisch herrscht IN DER TAT). - DB

Mehr dazu unter folgenden Links:

http://www.kathweb.de/port/artikel/52.php

http://www.sprengel-ostfriesland.de/bibel/bibel.html#geist

http://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=willig&bool=stufe&suchspalte%5B%5D=rart_ou

Textbesprechung "4. Was bleibt vom Ich? - Die reduktionistische Sicht der Moderne"

BegriffserklaerungReduktion

Einleitung: Zitat F. Crick
Der Biologe und Mitentdecker der Alpha-Helix Francis Crick sagt, dass man alle Vorgänge im Menschen auf das Körperliche, das Biologische beschränken kann ("Sie sind nichts weiter als ein Haufen Neurone"). Er wertet die Gefühle ab, indem er sie als Illusionen darstellt.

4.1 Julien de La Mettrie: Der Mensch als blosse Materie Z. 1-126

Zusammenfassung

Der Autor zeigt anhand einiger Beispielen auf, dass die Wechselbeziehungen und die Abhängigkeiten zwischen Leib und Seele so eng sind, dass es eine Verschmelzung, eine Einswerdung gibt. Das Denken und Fühlen wird auf organische Prozesse zurückgeführt und reduziert. Die Seele ist also ein leerer Begriff, alles liegt dem BewegungsPrinzip zu Grunde. Ww: Entweder UNTERLIEGT alles dem Bewegungsprinzip. Oder das Bewegungsprinzip LIEGT ALLEM zu Grunde. - DB

De La Mettrie argumentiert auch ökonomisch, indem er fragt: "Warum verdoppeln, was offensichtlich nur eins ist?"

Die sogenannten Triebfedern (s. BewegungsPrinzip) unterscheiden sich quantitativ (Ort, Kraft), nie qualitativ. Das heisst, alle Menschen und Tiere - DB bestehen aus den selben Teilen, der Unterschied besteht rein in der Anordnung und der Menge /Energie

Seine Ideen sind also ganz klar materialistisch-monistisch.

Stil: Plauderton bis arrogant; essayistisch

-- ChristineBertschi - 20 Mar 2005

_Inhalt der Lektion Überzeugend wiedergegeben, besonders unsere Überlegungen zu Gernhardts Gedicht (Das Sie NATÜRLICH auf em Internet hätten finden können!) Sinnvoll, eigene Seiten mit Begriffsklärungen einzufügen. _ - DB

24.02.05

Leib–Seele–Problem (Geist / Gehirn, mind / brain)

Das Leib-Seele-Problem ist eines der ältesten und am häufigsten diskutierten Themen in der Philosophie. Es stellt die Frage nach dem Zusammenhang zwischen den geistigen und physiologischen Prozessen eines Objektes. Zu den geistigen Vorgängen zählen alle Prozesse, welche sich im Bewusstsein (hier auch = Seele) abspielen. Physiologische Vorgänge beschreiben alle körperlichen Abläufe. Treffender wäre, dass das L/S-Problem ein trotz grossen Anstrengungen noch ungelöstes Problem ist. Es ist allerdings nur eines unter vielen, die die Philsophie beschäftigt, und das, zumindest in der von Ihnen formulierten Weise, auch erst seit der Neuzeit (Descartes usw.). - DB

Definition des Begriffs „Bewusstsein“

Das Bewusstsein umfasst alle Zustände, die von einem Individuum erlebt werden können und von denen - im Prinzip zumindest - sprachlich berichtet werden kann. Es ist die Instanz, in der mentale Zustände wie Wut, Schmerz und Farbempfindung repräsentiert werden. Zudem befähigt einen das Bewusstsein über etwas zu urteilen und bestimmte Abläufe im Leben zu kennen. In diesem Sinn haben auch Tiere ein Bewusstsein.

Eine allgemein anerkannte präzise Definition von Bewusstsein herrscht nicht vor.

Woher stammt die oben stehende Definition des Bewusstseins? Worauf stützt sich die skeptische Bemerkung, es gebe keine präzise Definition? - DB

Unterschiede und Einstufungen des bewussten Erlebens

Wird man vor die Aufgabe gestellt, das Bewusstsein von Tieren einzustufen, fallen bereits erste Schwierigkeiten an. In der Klasse waren wir uns alle einig, dass die Tiere sehr wohl über ein Bewusstsein verfügen. Dieses weist im Vergleich zum Menschen jedoch qualitative Unterschiede auf und auch in der Intensität scheinen Abweichungen vorhanden zu sein. Sogar das menschliche Bewusstsein unterscheidet sich in der Qualität, ein Kind zum Beispiel, kann vieles noch nicht, was Erwachsene können. Aber auch Menschen gleicher Altersgruppen unterscheiden sich in der Qualität ihres Bewusstseins, haben manche doch ein ausgeprägteres räumliches Vorstellungsvermögen als andere. Unterschied der "Ausprägung" wäre ein Unterschied der Intensität, nicht der Qualität. Ein Unterschied der Qualität ist z.B. die Fähigkeit zu haben, sich Gedächtnisinhalte gezielt zu vergegenwärtigen, oder diese Fähikeit eben nicht zu haben, wie Kinder bis zu einer bestimmten kongitiven Entwicklungsstufe. - DB

Ein weiteres Problem des Bewusstseins ist, dass wir nicht erkennen, ob unsere Zeitgenossen ein Bewusstsein haben, wir können uns jeweils nur bei uns selbst sicher sein. Möglicherweise haben mehr oder weniger Individuen ein Bewusstsein, als wir vermuten. Will man herausfinden, woher das Bewusstsein kommt, muss man sich auch mit dem Bewusstsein anderer Spezies, Menschenkulturen und Objekten auseinandersetzen. Ansonsten reduziert man die Quelle des Bewusstseins auf EINE Erklärung dieses eigentlich mehrdimensionalen Phänomens (= Reduktionismus).

Bewusstseinsunterschiede der Lebewesen

Die Frage, wie sich die Menschen, Tiere und Pflanzen im Bezug auf Qualität und Intensität des Bewusstseins miteinander vergleichen lassen, ist schwer zu beantworten und bis heute ein grosses Rätsel geblieben. Manche Personen sind der Meinung, dass nicht einmal Tiere im Besitz eines Bewusstseins sind, andere wiederum finden, dass sogar Pflanzen darüber verfügen und man sie deswegen nicht dem folterähnlichen Blätterabschneiden aussetzen darf. Dennoch den Menschen scheint ein ganz besonderes und hochentwickeltes Bewusstsein auszuzeichnen. Wobei, wie bereits erwähnt, auch dieses von Mensch zu Mensch in der Intensität und Qualität variiert.

Mensch / Tier

Wie wir oben gesehen haben, ist es wahrscheinlich, dass unsere treusten Begleiter und alle anderen Tiere über ein Bewusstsein verfügen. Jedoch unterscheidet sich dieses in Intensität und Qualität.

Beispiele zur Veranschaulichung:

Unterschiede in Intensität: - Ein Hund riecht besser als ein Mensch. - Fledermäuse können viel besser hohe Töne wahrnehmen als Menschen.

Unterschied in Qualität: - Viele Menschen Nicht MEHR als viele? - DB können rechnen und lesen im Gegensatz zu Tieren.

Bewusstseinstheorien

Einleitender Satz fehlt! Worum geht es hier? Theorien über den Zusammenhang von Leib und Seele bzw. Gehirn und Geist lassen sich sehr grob nach den folgenden zwei Unterscheidungen bzw. den ihnen entsprechenden vier Aspekten einteilen: - DB

Monismus <-> Dualismus
Monismus: Das Bewusstsein ist auf ein einziges stoffliches oder geistiges Prinzip zurückzuführen.

Dualismus: Das Bewusstsein beinhaltet zwei Prinzipien. Leib und Seele sind nicht eben gerade! - DB von einander getrennt und existieren seit Ewigkeiten zusammen. Klarer formulieren: Eine dualistische Position nimmt an, dass Geist und Materie bzw. Seele und Leib unabhängig voneinander existieren, so dass sich das eine nicht auf das andere zurückführen lässt. - DB

Materie <-> Seele
Zweite Unterscheidung = materialistisch vs. idealistisch. - DB

Materie: Gegenbegriff zu "Idealismus" ist "Materialismus". - DB Die Materie stellt das Gehirn und den Leib ins Zentrum Ww; durch den Leib entstand die Seele.

Idealismus: Der Geist oder die Seele steht im Zentrum; durch die Seele entstand der Leib.

In beiden Fällen geht es weniger um eine Frage der Entstehung als um die Frage der ERKLÄRUNG: Z.B. Wie fällen wir Entscheidungen? Ein materialistischer Ansatz würde versuchen, Entscheidungsprozesse mit bestimmten Hirnaktivitäten zu erklären. Ein idealistischer Ansatz dagegen würde dazu auf logische Strukturen und geistige Vermögen (Wille, Vernunft, Verstand) zurückgreifen. - DB

Eigene Überlegung:

Haben Maschinen ein Bewusstsein???

Hätte ich mir diese Frage vor einer Woche gestellt, wäre meine Antwort klar negativ ausgefallen. Mittlerweile bin ich jedoch selbst recht verunsichert. Ich habe festgestellt, dass die Antwort stark mit der Definition von Bewusstsein zusammenhängt. Ein grosses Hindernis für die Beantwortung meiner selbstgestellten Frage ist, dass keine präzise Definition von Bewusstsein existiert. Dennoch werde ich im Folgenden versuchen der Frage auf den Grund zu gehen.

Seit den fünfziger Jahren versuchen Wissenschaftler Maschinen (Computer) künstlich so intelligent zu kreieren Zusammenhang von Intelligenz und Bewusstsein? , damit /dass! sie dem Menschen ebenbürtig erscheinen. Bis heute gibt es jedoch noch einen gewaltigen Unterschied zwischen Computer und Mensch. Computer können nur mathematische, objektivierbare Probleme bewältigen, aber keine alltäglichen, subjektiven Leistungen des Gehirns. Der Computer weiss beispielsweise nicht, wie er sich in einer Menschenmasse zu verhalten hat, oder wie er eine Person aufmuntern kann. Natürlich könnte man beispielsweise einen Roboter auf Druckempfindlichkeit programmieren, damit er jedes Mal ein „Au“ von sich gibt, wenn er grob angefasst wird. Dennoch wäre nach meiner Ansicht immer noch nicht bewiesen, dass der Roboter über ein Bewusstsein verfügt.

Für mich macht es keinen Sinn einen menschengleichen Roboter zu bauen. Der einzige Sinn möge Modus! in der Technik selbst liegen, um deren Können zu beweisen. Ansonsten finde ich, dass wir genügend Menschen auf der Welt haben, die eine Beschäftigung brauchen. Wir müssen nicht noch mehr Personen durch Roboter ersetzen. Ich erachte es ausserdem als gefährlich, wenn wir Roboter kreieren, welche sprechen, denken und Dinge sogar schneller wahrnehmen als wir Menschen selbst. Widersprüchlich. Das setzt voraus, dass Maschinen Bewusstsein haben, was Sie oben ja zurückweisen. -> Argumentationszusammenhang deutlich machen (Z.B. "Selbst wenn man Bewusstsein maschinell erzeugen könnte, wäre es sinnlos, weil und gefährlich, weil...") - DB Der Roboter als unser Abbild und dennoch wäre er uns ein Vielfaches überlegen. Die menschliche Intelligenz müsste der künstlichen weichen, und der Schöpfer würde sich der Maschine unterwerfen, somit würden wir unserer eigenes Grab ausgraben. Alle Maschinen folgen den Befehlen, mit welchen wir ihre Software eingespeist haben Ww. Ich beharre auf der Meinung, dass man erst über ein Bewusstsein verfügt, wenn man weiss, dass man eines hat. Sinnvolles Kriterium. Aber wie können Sie darauf BEHARREN, wenn Sie das Kriterium zuvor NOCH NICHT formuliert haben? - DB Maschinen können jedoch nicht auf dieses Wissen programmiert werden.

Die Überlegungen knüfpen an das Problem an, das Sie weiter oben gennant haben, dass uns Bewusstsein immer nur in der Innenperspektive, also in der ersten Person Singular zugänglich ist. Eine Umschreibung dessen, was Sie unter Bewusstsein verstehen wollen, würde den Überlegungen mehr Schärfe geben. Immerhin schreiben Sie ja von verschiedenen Prozessen oder Leistungen, die mit Bewusstsein gekoppelt sind ("objektivierbare Probleme lösen", "subjektive Leistung"), dann aber auch von Intelligenz, und Sie nennen - en passant - sogar ein Kriterium für Bewusstsein.
  • Rückfrage: Wenn wir als Menschen "mathematische, objektivierbare Probleme bewältigen", geschicht das dann ohne Bewusstsein?
- DB

-- PatriziaZanetti - 01 Dez 2004

Protokoll vom 2.12.04

1. Ankündigung eines neuen Themas:

Hauptfrage; Was ist Identität?

Eingehen auf ein Zitat von Th.W.Adorno:

„Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, dass sie Ich sagen“

Ergebnisse der Diskussion des Zitats: - das Zitat ist sehr böse gemeint, zynisch - Wenn der Einzelne nicht mehr ich sagen darf, ist er kein Individuum mehr

Das Wort ich bedeutet in diesem Zitat, die Eigenständigkeit einer Person (bei gewissen Menschen ist es unmöglich ich zu sagen Ww In welchem Sinne? Sie sagen ja "ich"! Was meint Adorno genau? - DB , denn sie besitzen keine Eigenständigkeit.

Th. W. Adorno geht von einem bösen, zynischen und fiesen Bürgerbild aus. # Erläuterungsbedürftig! Ist da ein Kommentar von Ihnen? Warum "Bürgerbild"? - DB

2. Besprechung der beiden Definitionen der Identität von John Locke ( 18.Jh., "über Identität und Verschiedenheit") und Jürgen Habermas (20.Jh., "Die vernünftige Identität"):

a.) Was sagt Locke in seinem Artikel zur Identität?

b.) Was sagt Habermas in seinem Artikel zur Identität?

c.) Unterschiede der beiden Definitionen der Identität?

a. Definition Locke: Locke vertritt das Bild des persönlichen Ichs WW Schwer verständlich! - DB. Dieses Ich entwickelt sich durch das Bewusstsein Ww Missverständlich. Besonders die instrumentale Präsposition "durch" - DB . Darunter versteht man die Selbstidentifikation mit seinen Taten d.h. der Mensch bezieht das was er tut auf sich selber und ist sich im Klaren über sein Handeln. Das Bewusstsein begleitet die Empfindungen und das Denken eines Menschen. Es ist nach Locke die Bedingung für die Identifikation. Klarer und kürzer: Persönliche Identität entsteht, weil das Bewusstsein sich immer auf sich selber bezieht: Wenn ich etwas denke, fühle oder tue bin ich mir immer bewusst, dass ICH es bin, der/die denkt, fühlt, tut. - DB Das Bewusstsein bleibt immer konstant, veränderlich ist nur der Inhalt des Bewusstseins, damit meint man Ww die Empfindungen und das Denken, das sich während den Jahren entwickelt Die Empfindungen entwickeln sich nicht? - DB

b. Definition Habermas: Nach Habermas muss die eigene Identität von anderen anerkannt sein, denn sie entwickelt sich in der Auseinandersetzung mit der Gruppenidentität. Treffend! - DB Damit möchte Habermas zeigen Arg: Nicht genau die argumentative Funktion dieser Aussage. - DB, dass z.B. ein Kind am Anfang zwar über eine natürliche Identität verfügt, die richtige Identität Ww: Ich-Identität - DB jedoch erst durch das Lokalisieren in ihrer seiner - DB Umgebung erlangt. Um die Identität nach Habermas zu erlangen braucht es also eine Gruppengeschichte, welche die natürliche Identität des Einzelnen überlappt, sodass die Selbsteinschätzung einer Person mit der Einschätzung der anderen übereinstimmt Missverständlich! . Also macht schlussendlich die Auseinandersetzung der Gruppenidentiät #Auseinadersetzung womit? , die eigene Identität aus.

c. Vergleich der Definition der Identität Habermas und Locke:

Locke geht von einer subjektiven Begründung der Identität aus, einer klassischen traditionellen Form der Identität Arg: Vermischung von Methode und Gegenstand: Form der BEGRÜNDUNG oder der Identität selber? - DB . Er blendet die Widersprüchlichkeit und die Beeinflussung des Individuums durch die Aussenwelt aus und denkt, dass der Mensch alleine durch das Bewusstsein, dass er existiert und handelt , eine Identität erlangt. Das steht im Widerspruch zu Habermas Definition der Identität, denn Habermas geht von einer intersubjektiven Begründung aus, von einem Zusammenspiel der Eigenidentiät(dem Idealbild__,__ das jeder sich von sich selbst macht__,__ und in__/__dem er sich so darstellt__,__ wie er in der Idealform sein möchte) und dem Realbild Genitiv!!, so wie einen die Anderen sehen. Entscheidend für die Identität ist nach Habermas, dass jedes Individuum eine Kohärenz von diesen zwei Bildern aufstellt.
  • Habermas' Konzeption von Identität steht, wie wir gesagt haben, keineswegs IM WIDERSPRUCH zu Lockes. Er ergänzt Lockes Konzeption vielmehr um eine soziale Dimension (Aueinsandersetzung mit Rollenerwartungen, Anerkennung).
  • Wir hatten gesehen, dass auch Habermas' Konzeption insofern traditionell ist, als er die Dynamik und Widersprüchlichkeit ausblendet, die heute die "soziale Lebenswelt" bestimmen. - DB

3. eigene Überlegungen:

Die subjektive Identitätsbegründung geht von einer homogenen Gesellschaft aus, bei der sich die Generationen immer etwa gleich entwickeln und fast keine Unterschiede zwischen den Generationen bestehen Bei Habermas nicht anders, vgl. Bemerkung oben. - DB . Unsere Gesellschaft hat sich jedoch meiner Meinung nach sehr verändert und es ist zu simpel nur von einer subjektiven Begründung auszugehen. Denn ich finde, dass man auch die Veränderungen der Aussenwelt mit einbeziehen sollte und die soziale Interaktion untereinander, die in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig ist. Die Beeinflussung des Menschen durch die Aussenwelt wird bei der Definition von Habermas , meines Erachtens nach, überschätzt, während es bei der Definition von Locke unterschätzt und nicht berücksichtigt wird. # Begründung? Sonst widersprüchlich. Habermas betont ja damit einen Aspekt, den Sie, wie sie vorher sagen, für sehr wichtig halten. - DB

Eine ideale Definition der Identität wäre ein Zusammenspiel von diesen zwei Theorien. Ich denke nämlich einerseits ist es wichtig dass man ein persönliches Ich entwickelt, dass sich selber erklären kann und die Fähigkeit besitzt, sich kraft Beobachtungen und Urteilen und seinem Verhalten als Individuum verstehen und die Umwelt zu erleben und sie zu beeinflussen. Andererseits finde ich es nötig, dass man sich mit anderen Personen aus einer Gruppe vergleicht und so ein Verfahren der Unterscheidung durchführt, denn ich finde es kann etwas nur als Teil eines Ganzen Identität erlangen, denn es braucht für diesen Prozess das Wechselspiel vom „Dazugehören“ in einer Gruppe und vom sich „Abgrenzen“. Denn meiner Meinung nach besteht die Identität eines Menschen darin, dass sich dieser Mensch von den anderen Menschen unterscheiden lässt.
  • Ist das Letzte bloss Ihre MEINUNG? Wohl kaum, Sie können sich auf die beiden Texte und das im Unterricht besprochene stützen. Meinungen allein sind in philosophischer Hinischt wenig ergiebig. Es geht um begründete Aussagen, um Argumente.
  • Ihre Überlegung rennt offene Türen ein. Denn Habermas verbindet ja schon Selbstidentifikation, Abgrenzung und soziale Interaktion (vgl. Zeilen 1-11).
    • Ich-Identität mit sich selber identisch bleiben in widersprüchlichen Situationen.
    • Ich-Identität = sich unterscheiden von andern.
    • Sich Unterscheiden von anderen muss von diesen anerkannt sein.
- DB


25.11.04

Arbeitsauftrag vom 11.11.04

Ergebnisse der Besprechung der Einzelarbeit: Sieben Entwicklungstendenzen

Bringen die Entwicklungstendenzen Vorteile mit sich? Sind sie für uns eine Bereicherung? Oder ziehen sie nur Nachteile mit sich? Diese Fragen lassen sich nicht eindeutig beantworten, da die Tendenzen sowohl positiv wie auch negativ bewertet werden können.

Die wachsende Mobilität z.B. kann durchaus eine Bereicherung sein. Durch die Mobiltelefone können dringende Mitteilungen schnell per SMS gesendet werden. Doch dies birgt auch Gefahren. Durch die zunehmende Kommunikation per SMS ist es möglich, das die Menschen unfähig werden, richtig zu kommunizieren, was natürlich risikoreich ist. Gemeint war eigentlich die wachsende PHYSISCHE_ Mobilität bzw. der Zwang dazu! Aber was wäre "richtige" Kommunikation und warum kommt sie durch Handy und SMS in Gefahr? Welches Risiko? - DB

Ebenso ist die Multikulturalität nicht genau einzuordnen. Durch die Vielfalt der Kulturen in der Schweiz, wird uns ermöglicht, ´andere´ Menschen, ihre Religion und ihre Bräuche kennen zu lernen. Ein, zwei Stichworte als Beleg - DB Viele Menschen sehen dies als Chance, also als eine Bereicherung. Andere hingegen, wie z.B. die Nazis Wen meinen Sie genau damit? Offenbar ja nicht die so bezeichnete deutsche Partei der 30er - 40er-Jahre. - DB, fühlen sich von den Ausländern bedroht. Sie sehen diese Entwicklungstendenz eindeutig als Nachteil.

Das steigende Alter der Bevölkerung ist jedoch eindeutig eine Bedrohung für uns. Wir müssen Angst haben, dass wir im Alter kein Geld mehr haben, da es die AHV möglicherweise nicht mehr gibt. Keine positiven Seiten? - DB Diese Tendenz ist eng verbunden mit dem dritten Punkt, der zunehmenden Erwerbstätigkeit von Frauen. Da das weibliche Geschlecht heutzutage oftmals eine berufliche Karriere anstrebt, ist es kaum möglich, diese mit einer grossen Familie zu vereinen. Logisch nicht einwandfrei: Das Anstreben einer Karriere wäre der Grund dafür, dass die Karriere nicht mit einer Familie vereinbar ist? Zumindest ist hier zu erwägen, warum es schwierig ist oder scheint beides zu vereinbaren. Man wird dann sicher zum Schluss kommen müssen, dass das Probelm keineswegs an den karrierewilligen Frauen alleine liegt! - DB Die Geburtenzahl sinkt also stetig. Dadurch entsteht wiederum das ungleiche Verhältnis zwischen den Jungen und den Alten. Folglich ist diese Entwicklungstendenz ebenfalls als Gefahr zu deuten. Nichts Positives an der beruflichen Tätigkeit von Frauen? Sind Sie selber also eine Gefahr für unsere Zukunft, weil Sie eine Matura anstreben? Doch wohl nicht?! - DB

Es ist zu erwähnen, dass jeder einzelne Punkt grosses Konfliktpotential bietet, nicht alle sieben Tendenzen können gänzlich ausdiskutiert werden. Wie man sehen kann, hängen einzelne Punkte stark voneinander ab, sie sind miteinander verbunden.

Wir alle erfahren diese sieben Entwicklungstendenzen in unserem Alltagsleben, ob positiv oder negativ.

Ergebnisse der Besprechung der Gruppenarbeit: Texte zum Ich oder zur Identität

Wir erhielten den Auftrag, uns über folgende Fragen Gedanken zu machen:
  • Welche Ich-Texte stimmen mit meiner eigenen Erfahrung überein? Warum?
  • Welche Ich-Texte sind mir fremd? Warum?
  • Welche Ich-Texte sind für mich erklärungsbedürftig?

Anschliessend gaben einige Schüler ihre Überlegungen bekannt, worauf erkennbar wurde, dass sich die eigenen Erfahrungen und Empfindungen stark voneinander unterscheiden. Die Texte Nr. 2, 10, und 12 sind einigen fremd, anderen ganz vertraut. In aller Kürze: Was sind die Themen dieser Texte? Was wird warum kontrovers wahrgenommen? - DB

Auffallend ist, dass die Inhalte der Ich-Texte den Epochen entsprechen # Inwiefern genau?. Am Anfang # wann? schrieben die Autoren von der “Ich-Stärke“, später ging Ww dies jedoch zur “Ich-Schwäche“ über. Die Beziehung zu sich selbst hat sich somit im Laufe der Zeit geändert. Die Beziehung selber oder das Schreiben darüber? Es ging Ww von der Selbstgewissheit (Descartes, Rousseau) zum Zweifel (Nietzsche, Rimbaud) und bis hin zum Selbstverlust (Lévi-Strauss, Sennett).

V (Überleitung?) - DB

Was ist Identität?

# Logische Hinsicht: - DB
  • Bestimmtheit als etwas
  • Verschiedenheit von anderen
  • Satz der Identität: A=A
  • Satz vom Widerspruch: A nicht gleich ´nicht A´
  • Satz vom ausgeschlossenen Dritten: entweder A oder ´nicht A´

Identität von Gegenständen

Wir haben in zweier Gruppen die Fragen zum Text ´Das Schiff des Theseus´ beantwortet. Unsere Ergebnisse gaben wir danach der Klasse bekannt.

Hier beherrschten wiederum Meinungsunterschiede die Diskussion. Die Schwierigkeit lag darin, dass wir den Begriff “Identität“ unterschiedlich definierten.

Wir kamen dennoch zum Entschluss, dass es für die Beantwortung der Fragen entscheidend ist, aus welcher Sicht man es # was? anschaut. Denn für uns ausserhalb des Schiffes ändert sich die Identität schon, wenn das Schiff neu lackiert wird. Die Identität ist hier also von der Zusammensetzung der Teile abhängig. Für den Kapitän bleibt es immer das gleiche Schiff. Die Identität ändert sich nie, da er sich immer am gleichen Ort befindet (Raum-zeitliche Kontinuität). Arg Wenn eine blosse Lackierung nach aussen die Identität des Schiffes verändert, warum dann nicht auch für den Kapitän, der ja kein Teil des Schiffes ist. Auf ein anderes Modell übertragen: Ändert sich Ihre Identität wirklich schon dadurch, dass Sie - sagen wir - Ihr Haar färben? In meiner Erinnerung waren wir hier doch etwas weiter gekommen! - DB

Eigene Überlegung (zu den sieben Entwicklungstendenzen)

Auch ich erlebe natürlich die sieben Entwicklungstendenzen mehr oder weniger in meinem Alltagsleben.

Was mir persönlich grossen Kummer bereitet ist das steigende Alter der Bevölkerung. Wir haben bereits im Geographieunterricht Gesellschaftspyramiden analysiert und diese zeigen deutlich auf, dass diese zweite Tendenz in den Industrieländern bestätigt wird. Ich mache mir grosse Sorgen, wie es um meine finanzielle Lage stehen wird, wenn ich einmal alt bin. Schon jetzt weiss man, dass es in einigen Jahren Schwierigkeiten geben wird, die AHV zu finanzieren. Doch so lange die Erwerbstätigkeit von Frauen weiterhin zunimmt, gibt es wohl kaum noch Hoffnung für unsere Altersvorsorge. Denn je mehr die Frauen arbeiten und eine berufliche Karriere anstreben, umso weniger Kinder wollen oder können sie haben.

Ich vermute, dass die dritte Tendenz (zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen) weiterhin bestehen bliebt. Denn die heutige Frau will Gleichberechtigung, sie ist emanzipiert. Sie will sich mit dem Mann gleichstellen und ihm in nichts nachstehen. Die emanzipierte Frau will nicht mehr vom Mann abhängig sein. Sie will auf eigenen Beinen stehen. Deshalb muss sie sich finanziell absichern und dies erreicht sie, indem sie sich gut ausbildet und einen Beruf erlernt. Eventuell ist sie nicht mehr bereit, ihre Karriere für Kinder aufzugeben, was zu einer Abnahme der Geburtenzahl führt. __# Anknüpfung an Thema der Lektion (Identität)?

Ihre Besorgnis über trübe Aussichten auf ungesicherte Renten ist nachfühlbar. Philosophisch ergiebig wird diese Besorgnis aber erst dann, wenn Sie sie auf das Thema Identität und/oder Selbstgewissheit beziehen: Was bedeutet das für Sie, für Ihre Identität, dass wichtige "Wegmarken" Ihrer Biographie unsicher werden (z.B. Zeitpunkt der Pensionierung, Vorstellung der Lebensqualität im Alter)? Ihre Ursachenanalyse (zunehmende Erwärbstätigkeit von Frauen) bleibt einseitig. Wenn Sie auch darin Recht haben, dass die Trends einander beeinflussen und verstärken, so ist es kaum EINER der Trends, der ursächlich für die ganze Misere wäre. Philosophisch ergiebiger wäre die Reflexion, wenn Sie Ihre EIGNE Situation mit einbeziehen würden: Als Kantonsschülerin sind Sie doch genau so eine Frau, die Sie da so distanziert als "die emanzipierte Frau" beschrieben und der Sie einen Teil der "Schuld" zuweisen! Was folgt aus diesem Spannungsverhältnis?__ - DB

-- ChantaleWilhelm - 01 Dez 2004


28.10.04

Immanuel Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht

(siehe Illustration von Herrn Burger weiter unten)

Besprechung Thesenblatt „7. Satz“

Solange ein Staat viel Geld für Kriegsführung einsetzt, bleibt wenig für zivilisierende und moralisierende Entwicklungsmassnahmen innerhalb des Staates übrig. So lässt sich die erste These („Weltbürgerliche Gesellschaft ist die Voraussetzung für eine bürgerliche Gesellschaft.“) bestätigen. Zu diesem einen negativen Punkt der Kriegsführung kommt, dass die Kriegsausgänge so unberechenbar sind, dass es sich eigentlich nicht lohnt, einen Krieg zu finanzieren (vgl. 8. Satz, Krieg als „im Ausgang von beiden Seiten so unsicheres“ und somit „bedenkliches Unternehmen“). Dass der unsichere Ausgang und die ökonomischen Folgen eines Krieges die Kriegsführung heute nicht verhindern, zeigt sich am Beispiel der USA, welche für den Irakkrieg und seine Folgen Unsummen von Geld ausgeben.

Besprechung der Thesen zum „8. Satz“

  • 1. These: "Die Staaten stehen in einem so künstlichen Verhältnis gegeneinander, dass keiner in der inneren Kultur nachlassen kann, ohne gegen die andern an Macht und Einfluss zu verlieren."

Bestätigung der These. Heute gibt es keinen Staat ohne Kultur. Ohne Kultur ist kein Zusammenhalt, keine Macht möglich. Beispiel Somalia (kein wirklicher Staat)

  • 2. These: "Schränkt man die Bürger in ihrer Freiheit ein, so hemmt man ihre Lebhaftigkeit und hiermit die Kräfte des Ganzen."

Die Freiheit des Einzelnen wird mit Gesetzen und Regeln definiert, so dass jedem die gleichgrosse und grösstmögliche Freiheit zusteht (vgl. 5. Satz). Diese Einschränkung der Freiheit des Einzelnen durch die Gesetze kann aber nicht als behindernd erachtet werden, im Gegenteil, sie stärkt die Kräfte des Ganzen. Eine grobe Einschränkung, wie sie in der 2. These erwähnt wird, wäre hingegen tatsächlich nicht wünschenswert, da sie einzelne Personen begünstigen und andere benachteiligen würde, was zu Unruhen führte.

  1. 3. These: "Das ganze Geld wurde nicht in öffentliche Erziehungsanstalten investiert, da es für den kommenden Krieg verwendet wird."

Es müsste überprüft werden, ob dies geschichtlich der Wahrheit entspricht. Bezogen auf heutige Verhältnisse vgl. z.B.
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/export/sipri2004.html
  • Ein Zitat daraus: "Die Militärausgaben der Industriestaaten übertrafen [seit 2001] ihre Ausgaben für Entwicklungshilfe um mehr als das Zehnfache und waren größer als die gesamten Auslandsschulden der armen Länder. Es gebe eine "große Lücke" zwischen dem, was die westliche Welt für ihre Sicherheit und was sie für die Bekämpfung der Armut zu zahlen bereit sei."
  • O.K., das müsste man weiter entwickeln, z.B. bzgl. Verhältnis Rüstungs- und Bildungsausgaben; ausserdem: welcher Anteil der Bildungsausgaben sind indirekte Rüstungsausgaben? usw. - DB

  • 4. These: "Geld, welches in öffentliche Erziehungsanstalten investiert wird, führt zu einer Besserung der Gesellschaft."

Diese These wirft eine wichtige Frage auf: Bringt Schulbildung eine Besserung der Gesellschaft? (siehe „Eigene Überlegungen“)

Grundbegriffe

Kants Schrift „Idee zu...“ setzt einige Grundkenntnisse voraus:

Bedeutung von

  • „Idee“
  • „Vernunft“
  • Geschichtsphilosophie: chronologisch / systematisch
  • Das Böse: nach Kant / nach Susan Neiman (amerik. Philosophin von heute)

(Erarbeitung von Thesenblättern)

Eigene Überlegungen: Bringt Schulbildung eine Besserung der Gesellschaft?

Aus der 4. These zum „8. Satz“ lässt sich die Frage ableiten, ob Schulbildung überhaupt zu besseren Menschen und somit zu einer Besserung der Gesellschaft führt.

Die Schule vermittelt nicht nur Kenntnisse in Rechnen und Schreiben, sondern, nebst diesen und vielen anderen Fächern, auch wichtige soziale Aspekte wie Teamfähigkeit, Toleranz, Respektbewahrung vor Autoritäten und Ordnung. Diese Werte spielen im Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft eine wichtige Rolle. Wer seine Mitmenschen akzeptiert (und das wird in der Schule ja auch gefordert), toleriert auch andere Lebensformen oder Religionen und will den anderen auch nicht seine Denkweise als die einzig richtige aufzwingen. Ausserdem hält sich ein ordentlicher und respektvoller Mensch an Regeln und Gesetze. Deswegen vertrete ich die Meinung, dass Schulbildung bessere Menschen und somit eine bessere Gesellschaft macht.

Ich führe meine Überlegungen nun am Beispiel der Schweiz weiter. Ich behaupte, dass wir heute grundsätzlich in einer „guten“ Gesellschaft leben. Trotzdem kommen mir sofort jegliche Beispiele in den Sinn, welche unsere „gute“ Gesellschaft gefährden. Immer wieder kommt es zu Aufständen Wortwahl! Was meinen Sie wirklich? Ausschreitungen? - DBrechtsextremer wie auch linksextremer Gruppen; Raser verursachen schwerwiegende Unfälle; es werden Mörder und Bankautomatenräuber gefasst. Dies, obwohl in unserem Land jeder Bürger das Recht auf Bildung besitzt. Ich glaube nicht, dass die Schule in diesen Fällen versagt hat. Vielmehr wurde sie wahrscheinlich zu wenig ernst genommen. Wenn ein Mensch (oder besser Jugendlicher) die Schule unwichtig und unnütz anschaut und sich dementsprechend verhält, so kann er meines Erachtens auch nicht durch sie gebildet werden. Die Probleme der Gesellschaft gehen also aus Handlungen einzelner Personen hervor. Nicht zu vergessen sind deren Eltern, welche ihre erzieherische Aufgabe nicht selten vernachlässigen. Schliesslich finde ich, die Schule kann und soll nicht alleinige Erzieherin sein. Sie hat unterstützende Funktion in der Erziehung, ist aber grundsätzlich, vor allem in den oberen Klassen, für die Vermittlung von Fachwissen zuständig. Somit bleibe ich bei meiner Aussage, dass Schulbildung bessere Menschen macht, füge aber hinzu, dass dies nur unter zwei Bedingungen möglich ist: Erstens muss die Wichtigkeit der Schulbildung vom Einzelnen erkannt werden und zweitens darf die ausserschulische Erziehung nicht fehlen.

  • Anregende, klar entwickelte Überlegung.
  • Im Sinne Kants ist neben Teamfähigkeit, Toleranz usw. auch so etwas wie Selbstkompetenz oder "personale Kompetenz" bedeutsam für ein freies und faires Zusammenleben, also die Fähigkeit, eigenständig zu Denken und zu Handeln, sich zu engagieren, sich durchzusetzen u.Ä.
  • Wenn Sie als erste Bedingung schreiben, der Einzelne müsse die Wichtigkeit der Schulbildung erkennen, dann stellt sich doch die Frage, ob nicht eben gerade wieder die Schule ihm oder ihr dabei helfen soll und kann?
  • Wie ist das genau: Wenn jeder Bürger ein Recht auf Bildung hat und es dennoch zu Gewaltexzessen kommt, heisst das, dass das Recht allein nicht genügt? Heisst es, dass eben nicht alle gleichermassen Bürger sind? Oder...
  • Mit welchen pädagogischen Kenntnissen,die sie haben, lassen sich Ihre Überlegungen zu Schule und Besserung der Gesellschaft verbinden?
  • Schade, dass Sie Ihre Überlegungen am Ende nicht auf Kant zurückbeziehen: Was heisst das nun im Hinblick auf seine Idee zu einer Weltgeschichte? - DB

-- NoelleReimann - 31 Oct 2004


Skizze zu Kants "Idee..."

%DRAWING% - DB

21.10.04

  • Rückgabe und Besprechung der Philosophieprüfung vom 23.09.04 über Logik. Die Klasse hat hervorragend abgeschnitten! Gratulation!!!

Immanuel Kant: "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht"

Kurze Repetition und Auffrischung der bereits besprochenen Sätze von Kant

  1. Alle Naturanlagen müssen sich einmal vollständig entwickeln.
  2. Die Vernunft (=spezifisch menschliche Naturanlage) entwickelt sich nicht im Individuum vollständig, sondern in der Gattung.
  3. Als vernünftiges Wesen muss sich der Mensch aus eigener Kraft entwickeln.
  4. Der Mensch entwickelt sich, weil seine Anlagen widersprüchlich sind. Wobei diese Widersprüchlichkeit zu einer gesetzmässigen Ordnung führt.
  5. Die Aufgabe der Menschheit ist es, eine bürgerliche Gesellschaft einzurichten. (bürgerliche Gesellschaft= gesetzmässige Ordnung)

Ergänzungen zum Thesenblatt: Satz Sechs

These 4: Für das Erreichen dieser Idee der bürgerlichen Gesellschaft sind drei Voraussetzungen nötig: eine mögliche Verfassung, eine geübte Erfahrenheit mit Regierungsformen und Verfassungen, und ein guter Wille.

Besprechung des 8.Satzes von Kant

Zusammenfassung

Die Natur vollzieht in der Evolution der Menschen einen "verborgenen Plan", um eine perfekte Staatsverfassung, den "allgemein weltbürgerlichen Zustand" herbeizuführen, in dem sich die Anlagen der Menschen voll entwickeln und entfalten können. Wir streben diesen Idealzustand an und fördern dessen Entwicklung. Es gibt drei Hinweise dafür, dass das geht und, dass es sich lohnt.
  1. Konkurrenzverhalten zwischen den Staaten (Zeichen der Ungeselligkeit)
  2. Freiheit der Bürger innerhalb der Staaten wächst (Einschränkung nicht möglich, da sonst negative Konsequenzen für Handel und Gewerbe) ( 3 ) fortschreitende Aufklärung: auch Regierungen müssen den Vorteil der Aufklärung erkennen [Dieser Punkt gehört noch zur wachsenden Freiheit] - DB

  1. schliesslich wird der Krieg für die Staaten
  • zu teuer,
  • zu unsicher, da der Erfolg nicht garantiert ist,
  • zu destabilisierend in Bezug auf das - DB gesamte Staatennetz
so dass es zu einem Zusammenschluss der Staaten und somit zu einem "grossen Staatskörper" kommt.

Thesenblatt: Änderungen und Ergänzungen

Zeile 1: Absicht der Natur (nicht übermenschliche Natur) Zeile 5: vernünftiges Handeln wird der Mensch dazu (nicht die Natur)

1.These: innere Kultur = eigene Wisseschaft jedes einzelnen Staates Wenn ein Staat seine innere Kultur unterdrückt, verliert er an Einfluss und Macht. Nach Kant kann ein Staat ohne seine Kultur keine Macht haben, da er jeden äusseren Einfluss verlieren würde. Ohne die eigene Wissenschaft kann ein Staat nicht existieren.

Besprechung des 9. Satzes von Kant

Zusammenfassung

Im Neunten Satz spielt Kant mit dem Gedanken, die allgemeine Weltgeschichte nach einem Plan der Natur, der auf die vollkommene bürgerliche Vereinigung in der Menschengattung abzielt, zu bearbeiten. Will er das selber an die hand nehmen? - DB Kant nimmt an, dass es einen politischen Fortschritt gibt, da immer, auch wenn das System scheitert, der Kern weitergegeben wird. Die Menschheit lernt aus der Geschichte! Wie genauer? Wie kurz auch immer! - DB

Thesenblatt: Ergänzungen

Neue These 3a: Die Leistung für die Völker- oder Staatengemeinschaft ist der Massstab für die Beurteilung von Politik oder Herrschung. Herrschaft? - DB

Auseinandersetzung mit den Thesen

Kurzprotokoll der ersten Gruppe

Zum 4.Satz These 1: Ohne Gegner keine Weiterentwicklung These 3: Mensch und Natur haben gegensätzliche Vorstellungen

Zum 5.Satz These 1: Anwendung der Gesetze ist korrekt. These 3: Leben in wilder Freiheit geht nicht, da sich der Stärkste durchsetzt. These 4: Dieser These stimmt die Gruppe zu.

Zum 6.Satz These 1: Stimmt nicht, da jedes Oberhaupt ein Mensch ist. Wie soll man es umsetzen? These 2: Mensch= Gattung der Tiere (Gruppe ist sich nicht einig)

These 3: Stimmt, da der absolute Zustand nicht möglich ist, da der Mensch zur Gattung der Tiere gehört. These 4: Übereinstimmung, da sonst ein Chaos herrscht.

Zum 7.Satz These 3: Nach dem 1. Weltkrieg gab es einen Völkerbund, jedoch gab und gibt es trotzdem weitere Kriege.

Zum 8.Satz These 2: Wenn alle Menschen das Ziel verlieren, fehlt der richtige Antrieb um das Ganze voranzutreiben.

Eigene Überlegungen

Für Kant scheint das Konkurrenzverhalten der Staaten, sowie die Notwendigkeit des Krieges für das Fortschreiten der Gattung Mensch wichtig zu sein. Bitte auf entsprechende Stellen als Belegen hinweisen. Für die zweite Aussage hätten Sie Mühe. Oder es zwänge Sie, sie weit präziser zu formulieren! Vgl. weiter unten. - DB Aber kann das Fortschreiten der Menschengattung nicht auch ohne Krieg gewährleistet werden? Kann der Krieg nicht vermieden werden, ohne den Fortschritt zu bremsen? Meiner Meinung nach muss der Krieg als Mittel des Fortschritts abgelehnt werden. Es muss doch andere Möglichkeiten geben, um den Fortschritt voranzutreiben. Welche Möglichkeiten? Wenigstens ein paar Stichworte als Beleg angeben! - DB Wir verfügen heute über Literatur, Kunst, Handwerk und Technik, die durch die Menschheit innerhalb Jahrtausende geschaffen worden ist sind? - DB. Aber kann es sein, dass dies nur möglich war dank des Krieges? Ich schätze es ja sehr, dass ich mit dem Flugzeug in die Ferien reisen kann und nicht mit der Kutsche über Berg und Stein wandern muss, aber war und ist dieser Fortschritt nur dank den Tausenden von Menschen möglich, die auf brutalste Weise ihr Leben verloren haben und verlieren? Besser, nicht nur rhetorische Fragen stellen. Ein Beispiel, wo das nicht so wäre? - DB

Alles, was heute in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geschieht, baut auf Erfahrungen aus der Geschichte auf. Eine pointierte These. Aber ist Sie auch plausibel? Genauer gefragt: Was genau heisst "aufbauen auf"? - DB Also wie Kant sagt, die Menschen lernen aus der Geschichte. Sagt ER es denn SO? - DB Aber analysiere ich die Geschichte, so stehen wir nach dem Krieg bereits wieder vor dem Krieg. Vorhin sagten Sie, alles, was in der Politik etc. geschehe, baue auf Erfahrungen aus der Geschichte auf. In welchem Verhältnis steht Ihre Analyse zu jener vorherigen These? - DB Nun stellt sich bei mir die Frage: Was lernen also die Menschen aus der Geschichte? Eigentlich glaube ich, dass sich der Mensch vom Tier unterscheidet, da er seine Naturanlagen auf den Gebrauch seiner Vernunft ausrichten kann Wortwahl! Was hiesse das konkret "x auf den Gebruch von y ausrichten"? - DB. Aber trotzdem wird Krieg geführt. Wo bleibt die Vernunft des Menschen?

  • __Ansatz zu sinnvollen, sehr weit führenden Überlegungen.
  • Schwierigkeit, dass Sie sich zu wenig genau auf Kant beziehen, zu viele Fragen aufwerfen, zu viele Aspekte aufgreifen und vor allem die Aspekte nie konkretisieren, belegen. So bleiben die Überlegungen in dünner Textluft hängen, wenn ich das so metaphorisch ausdrücken kann. - DB

-- SybilleQuidort - 29.Okt 04


16.09.04

Wegen Sternliwoche in kleiner Gruppe gearbeitet.
  • Die Sätze aus Kants Idee... in eigenen Worten im Zusammenhang reformuliert.
    • 1. Alle Naturanlagen müssen sich einmal vollständig entwickeln.
    • 2. Die Vernunft (= spezifisch menschliche Naturanlage) entwickelt sich vollständig nur in der Menschehit, nicht im einzelnen Menschen.
    • 3. Als vernünftiges Wesen muss der Mensch sich durch eigene Kraft entwickeln.
    • 4. ...

  • Ein Interview mit dem Paläobiologen Simon Conway Morris studiert (DIE ZEIT 35/2004). Obschon Darwinist, nennt Morris verschiedene Gründe für eine teleologische Anlage der Natur.
  • Die Inhaltsangaben zum sechsten und siebten Satz besprochen.


09.09.04

Logik

Übungsblatt
3)
Das wovon alle glauben genug zu haben, ist die bestverteilte Sache der Welt. (M a P)
Der gesunde Menschenverstand ist das, wovon alle glauben genug zu haben. (S a M)
Der gesunde Menschenverstand ist die bestverteilte Sache der Welt. (S a P)

4a)
Kein Philosoph ist ein Verückter.

4b)
Einige Tiere, die schwimmen können, sind keine Fische.

Soentgen 130-132
a)
Singuläre Aussagen werden gleich behandelt wie universelle Aussagen.

b)
Aussagenlogik: 2 Schlussformen und Fehlschlüsse mit eigenen Beispielen nachvollziehen

1. Form: modus ponens (Bejahung des Antecedens)

Wenn die Sonne scheint, ist es warm.
Nun scheint die Sonne.
Also ist es warm.

2.Form: modus tollens (Verneinung des Konsequens)

Wenn die Gründe stimmen, ist die Welt sicherer geworden.
Die Welt ist nicht sicherer geworden.
Also stimmen die Gründe nicht.

1.Fehlschluss: Fehler der Bejahung des Konsequens

Wenn Martina Malaria hat, dann hat Martina Fieber.
Martina hat Fieber.
Also hat Martina Malaria.

2.Fehlschluss: Fehler der Verneinung des Antecedens

Wenn Martina Malaria hat, dann hat Martina Fieber.
Martina hat keine Malaria.
Also hat Martina kein Fieber.

Was ist Aufklärung (Immanuel Kant) Der Titel des Aufsatzes, den wir lesen, lautet aber anders! - DB

4.Satz (Thesen) Besser etwas einbetten, Kontext angeben: z.B. unklar, ob das Kants Thesen sind. - DB
  • Die ungesellige Geselligkeit der Menschen führt zu einem Widerstand, der Ursprung ist für die Entfaltung der Talente
  • Als Kultur bezeichnet Kant die Anerkennung des Wertes des Menschen, die Erschöpfung aller seiner von der Natur gegebenen Anlagen
  • Mensch vs. Natur, Eintracht - Zwietracht, Genügsamkeit, Bescheidenheit - Ehrgeiz, gemächlich - arbeitsam
Dankenswerterweise zitieren Sie hier das Thesenblatt von Senad und Melanie. Dabei fällt mir auf, dass die dritte These klarer formuliert werden sollte: Es ist nicht klar, was was gegenübergestellt wird und im Hinblick worauf. Auch die zweite These bedarf einer Korrektur, denn im Text heisst es: Da geschehen nun die ersten wahren Schritte aus der Rohigkeit zur Kultur, die eigentlich in dem gesellschaftlichen Wert des Menschen besteht; da werden alle Talente nach und nach entwickelt, der Geschmack gebildet und selbst duch fortgesetzte Aufklärung der Anfang zur Gründung einer Denkungsart gemacht, welche die grobe Naturanlage zur sittlichen Unterscheidung mit der Zeit in bestimmte praktische Prinzipien und so eine pathologisch - abgedrungene Zusammenstimmung zu einer Gesellschaft endlich in ein moralisches Ganzes verwandeln kann. Wie präzis erfasst die obige These diese Ausführung? - DB

Der Mensch neigt dazu, sich zu isolieren, braucht die Gesellschaft jedoch um sich zu profilieren.
Um uns entwickeln zu können, müssen wir von Natur aus wiedersprüchlich sein (Antagonismus).

5.Satz (Thesen)
  • Laut Gesetz darf die eigene Freiheit nicht die Freiheit Anderer einschränken.
    Unglückliche Formulierung: Hat das Gesetz Vorrang vor der Freiheit? vgl. Bemerkung zur Freiheit weiter unten! - DB
  • In wilder Freiheit können Menschen nicht nebeneinander leben
  • Die Gesetze der bürgerlichen Verfassung bieten dem Menschen eine ideale Entwicklungsmöglichkeit

In absoluter Freiheit würde es zu einem Kriegszustand Alle gegen Alle kommen, da jeder seine eigenen Interessen durchzusetzen versuchen würde.
Keine absolute Freiheit in unserer Gesellschaft, sondern die grösstmögliche Freiheit ohne die Freiheit, eines anderen einzuschränken. Vorschlag zur Formulierung: Die Freiheit des Einzelnen hat ihre Grenze in der Freiheit der anderen. - DB
Vergleich mit einem Wald: Ein Baum im Wald entwickelt sich anders als ein freistehender Baum. Während ein freistehender Baum "kreuz und quer" wachsen darf, muss die Bäume im Wald gerade nach oben wachsen um zu überleben.

Eigene Überlegungen

Der Mensch als Individuum schottet sich ab, hat aber gleichzeitig den Wunsch, von Menschen umgeben zu sein und sich in der Gesellschaft zu etablieren. Er möchte von Menschen umgeben sein, da ihm dies das Gefühl gibt, selbst Mensch zu sein. Sinvoll, leserfreundlich, sachliche unabdingbar: eine einführende Bemerkung darüber, welchen Aspekt Sie aufgrifen wollen, was Sie damit machen, zeigen wollen u.Ä. So hängen Ihre Überlegungen irgendwo im leeren Textraum. - DB Sein Egoismus erlaubt es ihm jedoch nicht, sich den anderen gleich zu ste zu sehen. Er verspürt den Drang, hohes Ansehen zu geniessen und somit anderen gegenüber höhergestellt zu sein. Dieses Verlangen ist meines Erachtens etwas ganz Natürliches und entspringt dem menschlichen Wesen, wenn es auch von Mensch zu Mensch in unterschiedlicher Ausprägung vorliegt . Der Drang danach, besser zu sein als andere, ist meiner Meinung nach überhaupt nicht verwerflich, sondern gar etwas Positives, da er zu höheren Leistungen und einer grösseren Nutzung des individuellen Talentes führt. In welchem Verhältnis stehen Ihre Überlegungen zu denen Kants? Wäre dies nach Kant verwerflich? - DB Ein gutes Beispiel scheinen mir sportliche Leistungen zu sein. Das Ziel, ein Spiel, einen Wettkampf oder auch nur einen Zweikampf zu gewinnen, motiviert dazu, das eigene Talent durch Training besser auszunutzen und hilft somit, bessere Leistungen zu erreichen. Topleistungen können meist nur bei starken Gegnern erbracht werden, da man sonst häufig sein höchstes sportliches Level nicht erreicht, weil man sich dem Niveau des Gegners anpasst. Diese mentale Komponente des Sports macht es immer wieder möglich, dass ein vermeintlich klar schwächerer Spieler einen viel besseren besiegt. Auch in einer Mannschaft geht es darum, einer der besseren Spieler zu sein; jeder wäre gerne der Star seiner Mannschaft. Dieser Konkurrenzgedanke sorgt dafür, dass jeder Spieler versucht, das Beste aus sich herauszuholen und hart zu trainieren. Dass dabei die ganze Mannschaft durch die Leistungssteigerungen profitiert, ist für den einzelnen Spieler oft nebensächlich. Obwohl es heisst, man gewinnt und verliert als Team, so achtet doch jeder Spieler auf seine eigene Darstellung nach aussen. Als Beweis dafür kann man Spieler nennen, welche nach einem verlorenen Spiel glücklich sind, weil ihre eigene Leistung gut war, aber auch einen Spieler, der trotz des Sieges seiner Mannschaft wütend ist, da er ausgewechselt wurde. Das Modell vom Mannschaftssport ist eine gute Illustration für Kants Überlegungen. Schade, dass Sie es nicht ausdrücklich an Kant anknüpfen, das wäre erhellend. Z.B. die ungesellige Geselligkeit beim Mannschaftsspiel. Der Unterschied zwischen einer Mannschaft (z.B. aus lauter Starspielern), in der die Spieler nur aus Eigeninteresse zusammenspielen (sie müssen ja angespielt werden, um Tore zu schiessen), und einer Mannschaft, die ein (moralisches?) Ganzes bildet... - DB

-- PhilippNoever - 21 Sep 2004


02.09.04

_Keine Korrekturen eingetragen_ - DB

Besprechung des Protokolls von Annigna

  • Ergebnisse müssen zugeordnet werden können (Kant, Geschichte)
  • Geschichte: Unterscheiden zwischen Entwicklung und Auffassung von Geschichte (Vorstellung nicht gleich Inhalt)
  • Eigene Überlegungen: Missverständnis zwischen kausal und teleologisch

Logik

Syllogismen-Liste

Einige Syllogismen waren falsch

Übungsblatt

Besprechung der Aufgabe 2:
a)
Alle Spiele mit tödlichem Ausgang sind verwerflich. (M a P)
Alle Gladiatorenspiele enden tödlich. (S a M)
Alle Gladiatorenspiele sind verwerflich. (S a P)

b)
Einige Tiere, die Federn haben, können nicht fliegen. (M o P)
Alle Vögel haben Federn. (S a M)
Einige Vögel können nicht fliegen. (S o P)

c)
Einige im Wasser lebende Tiere sind Säugetiere. (S i M)
Kein Säugetier atmet durch Kiemen. (M o P)
Einige im Wasser lebende Tiere atmen nicht durch Kiemen (S o P)

Besprechung S.129, Jens Soentgen

Wann sind Syllogismen gültig?
1. Der Mittelbegriff muss genau einmal distribuiert sein.
2. Jeder Term der Konklusion muss gar nicht oder zweimal distribuiert sein.
3. Eine Konklusion mit 2 negativen Prämissen ist nicht gültig und auch nicht möglich.

Gültigkeit von Syllogismen: Distribution
Der Term einer Aussage ist dann distribuiert, wenn er klar definiert ist.

--> Theorieblatt: Logik-Ergänzungen


Übungsblatt Aufgabe 5

a) und d) sind die einzigen gültigen Syllogismen, die allen 3 Kriterien standhalten konnten.

Eine Logik-Probe wurde für Donnerstag, den 23.9.04 abgemacht!

Kant

Aufteilen der restlichen Sätze:
Die restlichen Sätze Kants müssen je von einer 2er Gruppe im Stile der ersten 2 Sätze (siehe Blatt) bearbeitet werden. Eine kurze Zusammenfassung, Argumente des Satzes und Anregungen zu einer Diskussion müssen vorhanden sein.

Videoausschnitt zu "Was ist Aufklärung?" (3sat)
Idee zum Weltbürgertum im Zeitalter der Globalisierung
Stichworte zum Inhalt:
  • M.Luther King wollte Gleichberechtigung und Ko-Existenz
  • Alte Idee hat neue Aktualität: Gleiche Rechte für alle Menschen, trotz unterschiedlichen Kulturen
  • Begriff des 'Dschungelkapitalismus' (J.Ziegler)
  • Organisationen kämpfen für diese Rechte (Informationsrecht, Arbeitsrecht, Recht gehört zu werden, Recht auf Bildung, etc.)
  • Internet als 'wichtiger Motor der globalen Demokratisierung'
  • Kant als Vordenker der Globalisierungsgegner (wollen Frieden)
  • Vernunft führt zu Frieden unter den Menschen
  • Friede ist ohne Zwang möglich als sogenanntes 'Notbedürftnis'
  • Friede muss vom Weltbürger aus kommen, und kann nicht aufgezwängt werden (Kant)
  • eine friedliche Weltordnung setzt an einzelnen Leuten an und nicht an einem Regierungskörper

Besprechung des 3.Satzes aus I.Kant:"Was ist Aufklärung?"
Die Natur hat den Menschen nur spärlich ausgestattet, so dass er gezwungen war, sich selbst zu helfen und das konnte nur von ihm selbst aus kommen. Es scheint ihr auch daran gelegen zu sein, dass der Mensch sich so weit hervorbringt wie nur möglich, und sich damit zur Glückseligkeit hervorarbeitet. Mögliche Thesen zu diesem Satz:
  • Die Natur gab den Menschen die Vernunft, mittels derer der Mensch alles aus sich selbst herausbringen muss
  • Oberstes Ziel ist die Ausbildung des Verstandes
  • Der Mensch kann sich nicht als Individuum, sondern nur als Gattung entwickeln. Generationen bilden dabei nur die Mittel zum Zweck. Der Mensch an sich hat somit keinen Eigenwert mehr sondern ist nur ein Mittel zur Entwicklung der Vernunft.
  • Der Mensch ist somit als Gattung unsterblich

Eigene Überlegungen

Dieser Konflikt zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft konnten wir schon im Psychologie-Unterricht betrachten. Der Mensch an sich strebt nach Individualität: Er denkt, er zweifelt und er unterscheidet. Andererseits ist da noch die Gesellschaft in die sich der Einzelne wie ein Wassertropfen in das Meer einfügen lässt, eigentlich ist er also nichts, sondern nur das Meer ist. Dies entspricht voll und ganz meiner Meinung, da ich diesen Konflikt häufig selbst erleben kann. Fragen wie: Was mach ich eigentlich? Was will ich? Was bringt mir das? erübrigen sich, wenn ich bedenke, dass ich ja eh irgendeinmal sterben werde und wahrscheinlich keine grossen Eindruck auf den Rest der Menschheit hinterlassen haben werde. Die Idee hingegen, dass die Natur uns absichtlich mit weniger ausgestattet hat als die Tiere finde ich obskur. Wir waren ja anfangs auch Tiere und konnten uns mit der Zeit aber so weit weiterentwickeln, dass wir uns über unser Dasein Gedanken machen konnten. Ich glaube nicht daran, dass hinter all diesem ein Ziel steckt, nämlich dass wir gezwungen seien uns weiterzuentwickeln. Meiner Meinung nach hat es sich einfach so ergeben, dass wir eine Vernunft bildeten und begannen, unser eigenes Tun in Frage zu stellen. Ich glaube auch, dass es viele Personen auf der Welt gibt, die nur auf ihr eigenes Wohl ausgerichtet sind und sich einen Dreck darum kümmern, was sie für die Gattung Menschheit tun könnten! Die Idee einer Unsterblichkeit der Menschheit regt mich auch zum Denken an, denn meiner Meinung nach ist solch eine Unsterblichkeit nicht vorhanden: Die Menschen werden sich früher oder später ob all dieser Vernunft noch selber auslöschen.


-- MelanieRoethlisberger - 07 Sep 2004

26.08.04

_Keine Korrekturen eingetragen_ - DB

Besprechung des Protokolls von Aline:

  • Kein Verlaufsprotokoll, sondern Ergebnisprotokoll machen
  • Signatur hineinkopieren

Diskussion über Auffassung und Entwicklung der Geschichte:

Was behandelt Geschichte:
  • Wissenschaft von Gesch.
  • Interpretation der Gesch.
  • Geschehnisse
  • Tatsachen
  • Rekonstruktion von Gesch.

Geschichte:
  • Auffassung, Vorstellung (-> z.B. Geschichtsoptimismus)
  • Entwicklung (-> z.B. Geschichtsverlauf bleibt gleich)

Syllogismen-Übung:

Prämissen können vertauscht werden

Kant:

Teleologisch: auf einen Zweck gerichtet
2. These: Mandeln und Blinddarm sind scheinbar für nichts nützlich
4. These: man braucht einen Sinn im Leben, sonst könnte man in eine Depression fallen
Kausale Erklärung: Die Tiere gingen an Land, weil sie im Wasser zu wenig Futter fanden (deshalb entwickelten sie Füsse)
Teleologische Erklärung: Die Tiere entwickelten Füsse, um an Land zu gehen
Teleologisches höchstes Ziel: Vollständige Entwicklung des Potentials

Eigene Überlegung:

Mit der ersten These "Jedes Potential ist daraufhin angelegt, sich zu entwickeln" stimme ich überein. Wozu wäre sonst Potential da, wenn nicht, um sich zu entwickeln. Ich sehe auch keinen anderen Grund für Potential, als sich zu entwickeln. Wofür wäre es sonst vorhanden?
In der Gruppendiskussion kamen wir jedoch bei der zweiten These "Jedes Organ und jede Anordnung in der Natur hat einen bestimmten Zweck" zu keinem Schluss. Ich bin die einzige, die auch dieser These zustimmt. Meiner Meinung muss das so sein. Ich wüsste nicht, wieso etwas entwickelt werden sollte, ohne einen Zweck zu erfüllen. Ich akzeptiere aber den Einwand, dass man zum Beispiel auch ohne Blinddarm leben kann. Ich glaube jedoch, dass er ursprünglich einen Sinn hatte. Wieso hätte die Menschheit während der Evolution etwas entwickeln sollen, was gar nicht gebrauchtwurde. Vielleicht hat der Blinddarm in der heutigen Zeit keine grosse Aufgabe mehr; ich denke aber, dass er ursprünglich gebraucht wurde. Dies denke ich nicht nur von Organen, sondern auch von Tieren (die Meinung, dass Wespen keinen Zweck hätten, wurde geäussert.) Hier argumentiere ich genau gleich, wie ich es schon beim Beispiel Blinddarm gemacht habe: heute haben sie vielleicht in unseren Augen keinen Zweck mehr, sie wurden aber sicher aus einer Notwendigkeit heraus entwickelt.
Mit der dritten These "Die Natur ist teleologisch zu erklären" habe ich allerdings einige Probleme. Ich erkläre die Natur nicht teleologisch, sondern kausalisch. Meiner Meinung wurde etwas geschaffen oder etwas entwickelt, weil es gebraucht wurde. Hier füge ich wieder mein Beispiel mit den Tieren an: Ich denke, dass sie im Wasser zu wenig Nahrung oder Platz hatten und deshalb bei einigen Füsse entwickelt wurden, um damit an Land gehen zu können. Deshalb stimme ich auch nicht mit der vierten These "Wenn man die Natur nicht teleologisch erklären will, dann kann man sie gar nicht erklären ("Trostloses Durcheinander")" überein. Ich habe nicht das Gefühl, mich in einem trostlosen Durcheinander zu befinden, sondern ich sehe in der Natur sehr wohl eine gewisse Ordnung und Logik. Vielleicht stimmt diese Erklärung nicht, sie genügt mir aber. Wie bereits erwähnt erkläre ich mir die Natur kausalisch. Alles hat sich aus einem bestimmten Grund entwickelt.

-- AnnignaLutz - 01 Sep 2004


19.08.04

1. Einführung in das WIKI Hr. Burger gab uns ein Blatt ab "Philosophische Spuren auf dem WIKI". Wir hatten ca. eine halbe Stunde Zeit, um uns mit diesem Programm auf dem Computer vertraut zu machen. ( _Besser ein Ergebnisprotokoll verfassen_ DB)

2. Fortfahren mit dem Thema Logik Wir lasen und bearbeiteten die Seiten 124-127. Unsere Aufgabe war es, zu jedem Syllogismus ein Beispiel aufzuschreiben. Wir lernten, dass Aussagen immer wahr oder falsch sind.

3. Geschichtsphilosophie: Kant Wir beendeten das Experiment: In welcher Zeit will man Wiedergeboren werden. Dazu betrachteten wir verschieden Vorstellungen der Geschichte; 1. Geschichtsoptimismus 2. Geschichtspessimismus und als 3. Der Geschichtsverlauf blieb unter dem Strich immer gleich. Ökonomie, Wissenschaft und Lebensqualität schrieben wir zum Geschichtsoptimismus. ( _Vermischung von Vorstellung (z.B. Optimismus) und Gegenstand der Vorstellung (z.B. Entwicklung zum Besseren)._ DB) Jedoch gab es in der Klasse noch ein Streitgespräch darüber, ob sich nun der Krieg im Verlaufe der Geschichte positiv oder negativ entwickelt hat. ( _Nicht klar genug formuliert: Der Streit drehte sich ja nicht um die Schlagkraft von Armeen im historischen Vergleich_ wink DB) (Zu einem Schluss kamen wir nicht.)

Eigene Überlegungen: Es ist sehr schwierig zu sagen ob nun ein Geschichtsoptimismus oder doch eher ein Geschichtspessimismus vorherrscht ( _Verwechslung von Vorstellung und Gegenstand. Im Folgenden mehrmals!_ DB). Die Auffassung davon hängt stark davon ab, in welcher Zeit, in welchem Kulturkreis, in welchem Land und in welcher sozialen Schicht man aufgewachsen ist. Betrachte ich persönlich diese Frage aus meinem Standpunkt etwas egoistisch, würde ich sagen, es herrscht ein Geschichtspessimismus vor. Natürlich haben wir grosse Fortschritte in der Wissenschaft und Ökonomie gemacht, doch sieht es wahrscheinlich für mich als Westeuropäer eines Industrielandes eher schlecht aus. Damit meine ich, dass unser Wohlstand wahrscheinlich sinken wird, da die Industrieländer rassant aufholen werden. Die Reaktion von privilegierten westeuropäischen Bürgern auf Wohlstandssenkung und Luxusverzicht würde nicht sehr angenehm ausfallen, wie die Zukunft davon aussehen würde, weiss ich nicht, ich denke jedoch nicht besonders gut. Nun, jemand aus einem Entwicklungsland würde wahrscheinlich mit Geschichtsoptimismus antworten, da er aus ganz anderen Verhältnissen wie ich kommt.

Schlussendlich behandelten wir noch die ersten zwei Seiten in "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht" von Kant. Kant entwickelt hier gewissermassen einen Leitfaden für die Betrachtung der Geschichte der Menschheit. Er geht vom Geschichtsoptimismus aus und versucht zu zeigen, dass man den Geschichtspessimismus auch optimistisch sehen kann. ( _Missverständliche Formulierung._ DB)

_Signatur nicht vergessen! vgl. "kopierbare Signatur" am unteren Rand des Editorfensters._

-- AlineLaszlo

Danke Aline, wenn Ihr Eintrag auch selber nicht restlos klar war, so hat er doch viel zur Klärung einiger Reste aus der letzten Stunde beigetragen. DB


... Protokoll 2.12.04 von 7.40Uhr-8.20Uhr


*1. Ankündigung eines neuen Themas*:

Hauptfrage; Was ist Identität?

Eingehen auf ein Zitat von Th.W.Adorno:

„Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, dass sie Ich sagen“

Ergebnisse der Diskussion des Zitats: - das Zitat ist sehr böse gemeint, zynisch - Wenn der Einzelne nicht mehr ich sagen darf, ist er kein Individuum mehr

Das Wort ich bedeutet in diesem Zitat, die Eigenständigkeit einer Person( bei gewissen Menschen ist es unmöglich ich zu sagen, denn sie besitzen keine Eigenständigkeit.

Th. W. Adorno geht von einem bösen, zynischen und fiesen Bürgerbild aus.


*2. Besprechung der beiden Definitionen der Identität von John Lock ( 18.Jh. über Identität und Verschiedenheit) und Jürgen Habermas (20.Jh. die vernünftige Identität):

a.) Was sagt Lock in seinem Artikel zur Identität?

b.) Was sagt Habermas in seinem Artikel zur Identität?

c.) Unterschiede der beiden Definitionen der Identität

a. Definition Lock: Lock vertretet des Bild des persönlichen Ichs. Dieses Ich entwickelt sich durch das Bewusstsein. Darunter versteht man die Selbstidentifikation mit seinen Taten d.h. der Mensch bezieht das was er tut auf sich selber und ist sich im Klaren über sein Handeln . Das Bewusstsein begleitet die Empfindungen und das Denken eines Menschen. Es ist nach Locke die Bedingung für die Identifikation. Das Bewusstsein bleibt immer konstant, veränderlich ist nur der Inhalt des Bewusstseins, damit meint man die Empfindungen und das Denken, das sich während den Jahren entwickelt.

b. Definition Habermas: Nach Habermas muss die eigene Identität von anderen anerkannt sein, denn sie entwickelt sich in der Auseinandersetzung mit der Gruppenidentität. Damit möchte Habermas zeigen, dass z.B. ein Kind am Anfang zwar über eine natürliche Identität verfügt, die richtige Identität jedoch erst durch das Lokalisieren in ihrer Umgebung erlangt. Um die Identität nach Habermas zu erlangen braucht es also eine Gruppengeschichte, welche die natürliche Identität des Einzelnen überlappt, sodass die Selbsteinschätzung einer Person mit der Einschätzung der anderen übereinstimmt. Also macht schlussendlich die Auseinandersetzung der Gruppenidentiät, die eigene Identität aus.

c. Unterschied der beiden Identitätsdefinitionen und der Begründung der Identität

John Lock Jürgen Habermas die subjektive Begründung der Identität die intersubjektive Begründung der Identität

klassische, traditionelle Form der Identitätsbegründung

Probleme dieser Identitätsbegründung: - moderne Form der Identitätsbegründung - Verbindung des Idealbilds der Identität( so wie man gene sein möchte)mit dem Realbild der Identität (so wie einen die Gruppe sieht)

Beispiel einer intrasubjektiven Identität: Ein Kind wird im Wald ausgesetzt und nimmt das Verhalten der Gruppe auf, indem es anfängt sich wie ein Hund zu verhalten. Das Kind übernimmt die Identität der Gruppe

-- DominiqueBurger - 10 Aug 2004