Nadine Hachen: Eine Frau in Berlin (Rezension)

25 Nov 2005 - 20:11 | Version 8 |

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Bibliographische Angaben

Autor/in: Anonyma
Titel: Eine Frau in Berlin
Thema: Überleben einer Frau im 2. Weltkrieg
Genre: Tagebuch
Erscheinungsjahr: 1959/2003
Seitenzahl: 277
ISBN ISBN:3-442-73216-6
Rezensent/in: NadineHachen
Rating: 4

Erste Leseerfahrung

Anfangs musste ich mich oft überwinden weiter zu lesen, es war schwierig sich in die Geschichte zu versetzen. In der Hälfte kann man sich vieles vorstellen, so interessierte es mich weiter zu lesen um zu erfahren, was dieser Frau alles passiert war. Jedoch finde ich den Schluss nicht sehr gut, da er offen ist. Am Anfang des Buches ist man direkt in der Geschichte drinn, aber am Ende auch unerwartet wieder aus der Geschichte draussen.

Verstehenshorizont

Das Buch lässt sich einfach lesen, es hat wengie Fremdwörter. Es ist aber schwierig, sich in diese Person herein zu versetzten, da wir (fast) keine Ahnung davon haben, im Krieg zu leben. Man muss sich auch daran gewöhnen, dass es im Tagebuchformat geschrieben ist.

Beschreibung

a) Inhalt: Man getraut sich nicht mehr, in der eigenen Wohnung zu bleiben, oder die eigene Wohnung ist durch die Bomben kaputt gegangen; deshalb sind alle Keller überfüllt mit ängstigen Leuten. So auch die Frau, die das Tagebuch schreibt. Dort unten in einem Kellergang wird sie von zwei Russen vergewaltigt. Danach konnte sie bei einer Witwe und ihrem Untermieter Herrn Pauli wohnen. Sie haben fast kein Essen, und Wasser müssen sie von einem Brunnen holen gehen. Als einmal irgendwelche Russen in dieser Wohnung aufgetreten sind, lernt sie Pekta kennen, welcher hingerissen von ihr ist. Sie versteht sich nur mit ihm da er Russe ist, sie schützen kann und Essen besorgen kann. Jedoch wollte sie jemanden, der militärisch höher ist als Pekta. Schon am selben Abend als ihr dies bewusst wurde, lernte sie Anatol kennen. Dieser war ein Oberleutnant was ihr gerade gelegen kam, da sich Pekta sowieso schon lange nicht mehr gemeldet hat. Sie hat sich mit Anatol abends bei der Witwe verabredet, dieser erschien mit ein paar Kollegen, welche Alkohol und Essen mitgebracht haben. So fühlen sich sicherer und verpflegt wurden sie auch noch. Nach einer Zeit musste Anatol aus militärischen Gründen die Stadt verlassen, sie lernte aber dadurch den Major kennen, welcher ihr diese Mitteilung überbrachte. Langsam traut sie sich mit dem Major durch die kaputte Stadt zu gehen, sie sahen sehr selten Menschen, nur die Trümmer der Stadt. Als sie am nächsten Tag alleine ihre alten Kollegen besuchen will, sieht sie sogar die Strassenbahn fahren, sie ist praktisch leer, aber sie wusste, dass dies ein Weg zur Besserung war. Geld für ein Ticket möchte sie nicht ausgeben, also lief sie einen weiten Weg. Sie wurde für einige Tage in ein Arbeitslager geschickt, wo sie waschen muss und so auch andere Frauen kennenlernt, welchen das selbe Schicksal hatten wie sie. Sie hatte dort schwerste Arbeit geleistet, kam müde nach Hause und Herr Pauli, der Untermieter zählte jeden Bissen Essen von ihr und mag ihr nichts gönnen, da sie fast nichts mehr zu Essen haben. So entschied sie sich, in die Dachwohnung zu ziehen. Sie wusste nicht, wie sie sich ernähren soll. Plötzlich kam Gerd (ihr ehemaliger Freund noch vor dem Krieg) nach Hause und las ihr Tagebuch. Er hat gemerkt, wie sie sich verändert hat und geht dann auch wieder. Ob er wohl wieder kommt?

b) Form: Das Tagebuch wird eher personal erzählt und ist in der ich Form geschrieben. Das Buch besteht aus inneren Monologen, inneren Bewusstseinsströmen und direkten und indirekten Reden. Eigentlich ist es szenisch dargestellt, aber zum Teil kommen auch raffende Berichte vor, wie zum Beispiel bei den Vergewaltigungen. Ich habe zwei Spannungen gefunden: eine kurze Zeit weiss man nicht, ob sie schwanger ist, und durch das ganze Buch hinweg weiss man nicht, ob sie den Krieg überhaupt überlebt.

Deutung

historisch: Das Buch spielt Ende des 2. Weltkrieges 1945. Ohne diesen Weltkrieg, würde dieses Buch gar nicht exisiteren. femministisch: Die russischen Männer haben die Macht über die deutsche Frau, sie können mit ihr machen was sie wollen, zum Beispiel in deren Wohnungen einbrechen, sie vergewaltigen etc. Wenn man heute an den Krieg zurückdenkt, denkt man an die Soldaten, was diese leisten mussten. Dies war sicher auch sehr schlimm, aber niemand denkt heute, was die Frauen alleine durchmachen mussten. biographisch: Das Buch ist wie ein Sorgenträger von dieser Frau. Alles was sie bedrückt, schreibt sie in das Tagebuch. Früher konnte man noch nicht so offen über ein solches Thema sprechen, und auch durch dieses Schreiben kann sie ihre Gefühle verdrängen.

Wertung

Mir hat das Buch weniger gefallen, man sollte wirklich auch am Krieg interessiert sein. Die ersten 50 Seiten waren langweilig, da immer das Selbe passiert. Als dann Pekta erscheint, wird es etwas spannender. Totzdem musste ich mich stets überwinden, weiter zu lesen.

Verfasser/innen

Main.Nadine Hachen, Neue Kantonsschule Aarau

Rating

Es können halbe Noten von 1-6 erteilt werden. Es können auch weitere Kriterien zur Anwendung gebracht werden, z.B. Spannung, Humor, Figuren.

  Note
Inhalt 4
Form 4
Schnitt 4

-- NadineHachen - 16 Nov 2005