-- TanjaWirth - 20 Mar 2005

Wieviel Erziehung braucht der Mensch?

Text 1: Emile oder Über die Erziehung von Jean-Jacques Rousseau

Rousseaus Grundsatz lautet, dass der Mensch von Natur aus gut ist und durch die Gesellschaft verdorben wird. Der Grund der Fehlentwicklung des Menschen sieht er in der falschen Erziehung. Das Ziel ist nicht die autoritäre Durchsetzung des Willens von Erwachsenen, sondern die Entfaltung der Mündigkeit, Selbstständigkeit und Emanzipation des Kindes. Die Hauptaufgabe des Erziehers bei Rousseau besteht somit im Fernhalten von (äusseren) schädlichen Einflüssen.

Rousseau meint, dass durch die natürliche Erziehung aller Menschen die „gute“ Gesellschaft entstehe, da der Mensch nach seinen von Natur aus guten Anlagen und nicht nach gesellschaftlichen Dogmen erzogen werde.

Text 2: Mut zur Erziehung. Die Herausforderung von Robert Spaemann

Erziehung nach Robert Spaemann ist etwas Selbstverständliches. Sie soll als Hilfe dienen, die Erwachsene den jungen Menschen geben, um ihnen das Hineinwachsen in die Selbstverständlichkeiten zu ermöglichen. Spaemann betont, dass jede Einwirkung von aussen die Persönlichkeitsbildung des Kindes beeinflusst. Dies hat zur Folge, dass eine anonyme Miterziehung durch die Gesellschaft (gesamte Umwelt), auf das Kind einwirkt. Diese zusätzliche Erziehung ist unvermeidlich.