AnnaMariaSchenkel, Tannöd, Edition Nautilus 2006

Die Magd Marie Meiler, die erst vor kurzem ihre Stelle als Haushaltshilfe einer alten Frau verloren hat, wird eine neue Arbeit angeboten. Als Magd soll sie arbeiten, auf dem Hof der Danners. Ihr ist nicht ganz wohl dabei, da die Danners den Ruf einer eigenbrötlerischen, zurückgezogenen Familie haben, doch es bleibt ihr keine Wahl, denn bei ihrer Schwester, welche sie vorübergehend in ihrer Wohnung aufgenommen hatte, kann sie nicht länger bleiben.

Einige Tage nachdem Marie ihre Stelle als Magd bei den Danners angetreten hat, beginnen sich die Dorfbewohner zu wundern, weshalb man von den Danners seit Tagen nichts gehört oder gesehen hat und der verwitwtet Bauer GeorgHauer, Bauer Johann Sterzer und dessen zukünftiger Schwiegersohn Alois Huber machen sich auf den Weg zum Hof, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Im Heu des Stadels, finden sie die Leichen von HermannDanner , seiner FrauTheresia, seiner Tochter BarbaraSpangler und seiner kleinen Enkelin Maria-Anna. Ihre Köpfe wurden von einer Spitzhacke malträtiert. Die Magd Marie wird in ihrer Kammer aufgefunden aufgefunden, ebenfalls erschlagen, und selbst vor dem zweijährigen Josef hat der Mörder keinen Halt gemacht, er liegt tot in seinem Bettchen.

Ein Unbekannter versucht den Mord aufzuklären, indem er die Leute des Dorfes befragt und mit jedem Befragten kommt er der Lösung des grausamen Rätsels einen Schritt näher...

Wertung

A.M. Schenkel greift mit dieser Geschichte auf eine wahre Begebenheit zurück, den "Mordfall Hinterkaifeck", mit dem Unterschied, dass ihre Geschichte in den 50er Jahren spielt. Mit ihrem aussergewöhnlichen Schreibstil, mit dem sie den Leser in eine bäuerliche Stimmung versetzt. Der Aufbau ihres Buches "Tannöd" ist in gleicher Weise verwirrend, wie auch genial und erzeugt so Spannung. Das Buch wird zum Einen durch die Interviews mit den Dörflern und zum Anderen durch das Erlebte der von der Tat betroffenen Personen ausgemacht.

Durch den geschickten Aufbau des Buches weckt Schenkel im Leser die detektivische Ader und man versucht automatisch selbst, durch Kombinieren der Schilderungen und Tatsachen den Tathergang zu rekonstruieren und den Täter ausfindig zu machen, was das Buch noch interessanter macht als es onehin schon ist.

Die Interviews mit den Dorfbewohnern sind wunderbar geschrieben, jeder Vernommene hat einen eigenen Charakter, eine eingene Art zu sprechen und zu erzählen, was wiederum der Spannung und Einzigartigkeit des Buches zugute kommt. So kann sich der Leser jede einzelne Person vorstellen und wird dadurch noch mehr in die Geschichte versetzt.

Die eigentliche Geschichte ist von Ausschnitten aus einem ellenlangen Gebet durchsetzt, dessen Zusammenhang mit der Geschichte dem Leser verborgen bleibt.

Wir fanden das Buch SehrSpannend und ExtremUnheimlich.