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Eva Rachel Vögele // Urs Lüthi // The End

Der Seher

14 Jan 2005 - 00:25 | Version 7 |

Ohne das Meer wären wir nicht hier – wer weiss, vielleicht sind wir ja eines Tages gerade wegen diesem Meer nicht mehr auf der Welt. Nein – nicht wegen dem MEER, sondern wegen UNS. Der Mensch als Zerstörer des natürlichen Lebensraumes zahlreicher Fische und Meeressäuger, als Verursacher der Klimaerwärmung, welche das Eis an den Polen schmelzen lässt. Die Folgen sind grausam: wertvoller Lebensraum geht verloren und somit haben viele Tiere, wie beispielsweise der Pinguin und der Eisbär, kein Zuhause mehr. Das Wasser überflutet Inseln und weite Landzungen und sorgt damit für einschneidende Zerstörungen und Kulturverluste.

Das Meer ist demzufolge Anfang und Ende unseres Daseins. Der Evolutionstheorie zufolge entstand erstes Leben im Wasser, irgendwann entwickelte sich dies auch auf dem Land weiter. Doch der Mensch steht der Natur im Wege – es gibt in der modernen Welt kaum noch wirklich „Wahre Menschen“, die im Einklang mit der Natur leben, wie es etwa die Urvölker Aborigines und Indianer getan haben. Nein, die Natur ist dem heutigen Menschen ein Hindernis, eine Bedrohung, die eingedämmt, kontrolliert und beherrscht werden muss.

Kein Wunder, bekommt man Angst, überlegt man sich wirklich, was hier auf unserem „Blue Planet“ eigentlich abläuft. Hört man tief in sich hinein und verschliesst nicht die Augen vor den tiefgreifenden Menschheitsproblemen wie Gewalt, Rassismus und Umweltzerstörung, so kann man den Künstler Urs Lüthi, als Seher und Vorhersager, plötzlich verstehen. Er blickt besorgt, fragend und dem Bild zufolge tief pessimistisch auf das Zeitge-schehen. Dabei versucht er den Betrachter zu mahnen: Die Welt geht in Scherben; das lebendige Wasser verdunkelt sich tödlich. Ende.

URS LÜTHI (*1947) The End, Selbstportrait aus der Serie der reinen Hingabe, 1987/88 ; Acryl auf Leinwand, 150x200cm ; Aargauer Kunsthaus Aarau