Im Osten stand Österreich-Ungarn gegen Serbien und Russland in einem Zweifrontenkampf, der auch aufgrund strategischer Fehler des österreichischen Generalstabes zu großen Verlusten führte, von denen sich die Donaumonarchie während des gesamten Krieges nicht wieder erholen sollte. Nachdem ein Großteil der österreichischen Verbände gegen Serbien aufmarschiert war (der österreichische Generalstabschef Conrad von Hötzendorf war noch am 28. Juli nicht vollkommen von einem Kriegseintritt Russlands überzeugt gewesen), fehlten wichtige Kräfte an der galizischen Front, die der russischen Übermacht aus fünf Armeen nicht standhielt. Ostgalizien, Lemberg und die Bukowina mussten preisgegeben werden, bis die russische Offensive mit aus Serbien herbeigeeilten österreichischen Truppen und deutscher Unterstützung in den Karpaten zum Stillstand gebracht werden konnte.

Während die Hauptmacht der deutschen Truppen in Frankreich gebunden war, gelang es zwei russischen Armeen, in Ostpreußen einzudringen. Der Befehlshaber der hier zurückgelassenen 8. deutschen Armee plante bereits eine Zurücknahme der Front hinter die Weichsel, als er durch den aus dem Ruhestand reaktivierten General Paul von Hindenburg und dessen Stabschef Erich Ludendorff ersetzt wurde. Diesen gelang es, trotz numerischer Unterlegenheit ihrer Truppen, einen Keil zwischen die russischen Armeen zu treiben und die im Süden operierende Narew-Armee in der Schlacht von Tannenberg (26. bis 30. August) zu umfassen und zu vernichten. In der darauf folgenden Schlacht an den Masurischen Seen (6. bis 15. September) wurde die (östliche) russische Njemen-Armee geschlagen und aus den deutschen Ostprovinzen hinausgedrängt. Auch ein erneuter Angriff von russischen Truppen auf Ostpreußen wurde in der Winterschlacht in den Masuren (4. bis 22. Februar 1915) abgewehrt. Nun startete der deutsche Generalstab zur Entlastung seines österreichischen Bundesgenossen eine Gegenoffensive im Osten, mit der es ihm gelang, die russischen Stellungen bei Gorlice-Tarnow zu durchbrechen und bis Juni 1915 Galizien, die Bukowina und Polen zu erobern sowie im Norden Kurland und Litauen zu besetzen. Im Oktober 1915 endete der deutsche Vormarsch, so dass schließlich auch im Osten eine geschlossene Frontlinie entstand, die von Riga bis Rumänien reichte.

Im Südosten gelang es der im Oktober 1914 auf Seiten der Mittelmächte in den Krieg eingetretenen Türkei, die Dardanellen gegen britische und russische Offensiven zu halten und auch ihre asiatischen Besitzungen (Persien, Armenien, Mesopotamien) bis 1917 erfolgreich zu verteidigen. Die Eröffnung einer Südfront in den Alpen und am Isonzo durch den Kriegseintritt des anfänglich neutralen Italien am 23. Mai 1915 (ihm wurde von den Alliierten u. a. Südtirol, Istrien mit Triest und Süddalmatien versprochen) band zwar erhebliche österreichische Verbände, wirkte sich aber nicht kriegsentscheidend aus, da die italienische Offensive im verlustreichen Gebirgskrieg am Isonzo und in den Dolomiten stecken blieb.

-- ManuelBurkhardt - 20 Jan 2003