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Die Dakerkriege Kaiser Trajans

von Reiner Heubach

Inhaltsverzeichnis

1. DIE GEOGRAPHISCHE LAGE DAKIENS 4

2.1. Von der ersten Staatsgründung der Daker zu bis Decebal 5 2.2. Kaiser Trajan 8 2.3. Die Vorbereitungen des 1. Dakerkrieges 9 2.4. Der 1. Dakische Krieg 10 2.5. Der Zweite Dakerkrieg 15

3. AUSKLANG 19

LITERATURVERZEICHNIS 21

1. Die geographische Lage Dakiens

Wenn man eine Untersuchung der Dakerkriege Trajans vornehmen will, so muß man sich zwangsläufig mit der Geographie Dakiens, d.h. mit dem Siedlungsgebiet der dakischen Stämme im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus, befassen. Das Dakien dieser Zeit befindet sich im wesentlichen auf dem Staatsgebiet des heutigen Rumänien ohne die Dobrudscha. Das Kernland wird durch das geschlossene Gebirgssystem des siebenbürgischen Berglandes eingeschlossen. In der Antike wird dieses Land mit den Worten "corona montium cingitur" bezeichnet. Dieses siebenbürgische Hochland ist von allen Seiten durch Gebirgsmassive umschlossen. Ein Teil besteht aus dem Bogen der Nord - und Ostkarpaten mit Gipfeln bis zu 2100 m Höhe, an dem sich der Kamm der Südkarpaten mit bis zu 2500 m Höhe und das westsiebebürgische Gebirge anschließt. Dieser Höhenzug ist durch das Mesesgebirge mit der Kette der Nordkarpaten verbunden. Die Südkarpatenkette wird durch das Banater Gebirge, bis zu 1445 m hoch, fortgesetzt. Wenn man von den umliegenden Tiefländern, der Donau - Theiß - Ebene westlich, der walachischen Ebene und dem Moldauplateau südlich, das Kernland Dakiens erreichen will, wird man auf keinen allmählichen Anstieg treffen, sondern einen schroffen Übergang überwinden müssen . Die Möglichkeiten in dieses Kernland Siebenbürgens einzufallen, sind aus den natürlichen Bedingungen heraus begrenzt. Außerdem muß man beachten, daß Trajan in der Hauptsache nur aus den römischen Provinzen angreifen konnte, daß heißt nur aus dem unteren und mittleren Donauraum. Für einen möglichen Einfall bot sich dem Kaiser auf der einer Seite die etwa 15 km breite Pforte des Mures - Tales, die durch das westsiebenbürgische Gebirge führt. Eine weitere Einfallsmöglichkeit ist der südlich gelegene Eiserne- Tor- Paß , der in der Antike mit " Tapae" identifiziert wird.

2.1. Von der ersten Staatsgründung der Daker zu bis Decebal

Das dakisch - getische Volk ist uns seit dem Zug des Dareios gegen die Skythen bekannt . Zur ersten nennenswerten Staatsgründung der Daker kam es erst um das Jahr 80 v. u. Z. durch Burebista. Dieser vereinigte alle dakisch - getischen Stämme mehr oder weniger freiwillig, und festigte seine Herrschaft im innerkarpatischen Raum . Die Herrschaftszeit des Burebista ist durch jahrelange Kämpfe gegen die Kelten und Taurisker gekennzeichnet .Diese brachen aus dem Staatsgebiet der heutigen Slowakei ein. Diese Kämpfe dürften sich bis in das Jahr 66 v. u. Z. erstreckt haben. Seinen ersten Erfolg im Kampf mit den auf dem Balkan expandierenden Römern hatte Burebista im Jahre 61 v. u. Z. unter den Mauern der Stadt Histra. Hier gelang ihm ein Sieg gegen C. Antonius Hybrida. Die Folge dieses Sieges ist eine Ausdehnung seiner Macht bis zum Schwarzen Meer. Es gelingt ihm , im Zeitraum weniger Jahre seine Herrschaft über die Dobrudscha und die pontischen Städte von Olbia bis Apollina auszudehnen . Nun setzt wohl ein Bündnis der Daker mit Pompeius ein, der sich im Kampf mit Caesar um die Herrschaft des Römischen Reiches befindet. Doch mit dem Tod des Pompeius 48 v. Chr. war auch das Bündnis mit einem römischen Partner zu Ende. Der neue Imperator des Römischen Reiches betrachtete die Daker als seine Feinde und plante einen Vernichtungskrieg gegen diese zu führen . Doch zu dieser Auseinandersetzung sollte es nicht mehr kommen, denn bevor Caesar 44 v. Chr. im Senat ermordet werden sollte, wurde auch Burebista durch einen Aufstand im Kernland gestürzt und getötet. Mit seinem Tod zerfällt auch wieder die dakische Königsmacht. Es entstehen etwa 4-5 Einzelkönige, die keine konzentrisch - antirömische Politik verfolgen können. Allerdings kommt es an der Donaugrenze auch in der folgenden Zeit zu Konflikten zwischen Dakern und Römern. Die Folgezeit der Auseinandersetzungen zwischen Römern und Dakern ist von wechselnden Erfolgen geprägt, allerdings ist eine Verstärkung des römischen Drucks zu verspüren. Dabei wird oft über dakische Einfälle und römisch Strafexpeditionen berichtet. So zum Beispiel über einen Einfall der Daker zum Zeitpunkt des Aufstandes in Pannonien und Dalmatien von 13-11 v. Chr. . Die Römer reagierten darauf mit dem Feldzug des Vinicius, der die relativ ungeordneten Haufen der Daker verfolgt und schlägt. Diese militärischen Operationen der Römer führen zur Umsiedlung von etwa 50000 Dakern aus dem Donauraum nach Thrakien. Dadurch wurde das Gebiet links der Donau entvölkert und man hoffte, daß damit eine Pufferzone entsteht, die die römischen Provinzen vor den ständigen Raubzügen der Daker schützt. Trotzdem bleibt die Regierungszeit des Augustus von dauernden Auseinandersetzungen im Grenzgebiet gekennzeichnet und macht damit die Donaugrenze zu einer der unsichersten Grenzen des Römischen Reiches. Aus diesem Grund erhalten dann auch die Jazygen die Erlaubnis, wenn nicht sogar die Pflicht, sich in der Ebene der Theiß niederzulassen. Dies geschieht etwa in der Regierungszeit des Tiberius. Man versuchte durch diese Maßnahme die Einfallsmöglichkeiten der Daker in die Donauprovinzen einzuengen. Unter der Herrschaft Neros kommt es dann zur Expedition des Aelius Catus nach Dakien. Nach einer Reihe von römischen Siegen werden in den Jahren von 62-66 u. Z. wieder umfangreiche Umsiedlungen vorgenommen. Ab diesem Zeitpunkt etwa ist eine Erstarkung der Daker zu verspüren. Sie zeigt sich in immer häufigeren Überfällen der Daker, die von den Römern mit Strafexpeditionen beantwortet werden. Darüber hinaus wird von Verständigungen der Römer und Daker berichtet. So soll es ein Abkommen zwischen Kaiser Vespasian und den Dakern gegeben haben, in welchen der Status quo für beide Seiten festgelegt wird . Im Jahr 85/86 kommt es dann zum bisher größten Einbruch der Daker über die Donau ins Staatsgebiet der Römer . Dieser Stoß traf das Römische Reich zu einem Zeitpunkt, an dem es als gefestigt gelten konnte. So ging unter dem derzeitigen Kaiser Domitian die Eroberung und Befriedung Britanniens voran, außerdem hatte man in Germanien große Erfolge gehabt und feierte diese Triumphe mit ausgiebigen Spielen in Rom. Der dakische Vorstoß führte zu einem Angriff auf das römische Legionslager Novae. Dieses Lager wurde erobert und der römische Statthalter in Moesien Oppius Sabinus wurde dabei getötet . Als Anführer der Daker wird Diurpannus genannt. Er war König der Daker und hatte wieder eine Art dakischen Staat durch die Vereinigung der Stämme erreicht . Domitian reiste als Folge dieses Einbruchs selbst an die Donaufront. Währenddessen schlägt der neue Führer der römischen Streitkräften der an Donau, C. Fuscus, die Daker und treibt sie über die Donau zurück. Aus der Erkenntnis des dakischen Angriffs heraus, wird die Provinz Moesia zweigeteilt in Moesia Inferior und Moesia Superior. Daraufhin beschließt Domitian selbst offensiv zu werden. In dieser Situation fühlte sich Diurpannus der Lage nicht mehr gewachsen. Er beschloß zurückzutreten und ihm folgte Decebal auf den Thron. Decebal ist laut Cassidor Dio ein "talentierter Diplomat und großer Heerführer" .

-- AndreasBucher - 21 May 2003