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Kriegsbegeisterung im ersten Weltkrieg

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 6 |

Gründe für die Kriegsbegeisterung am Beginn des Krieges:

Endlich kann sich Frankreich Elsaß-Lothringen zurückholen und sich für die Demütigung von 1870 an Deutschland rächen. Endlich kann Österreich-Ungarn das lästige Serbien am Balken vernichten und so seinen Einfluß in diesem Gebiet zementieren. Endlich kann Deutschland seine prächtige, hochgerüstete Wehrmacht einsetzen und eine alleinige Großmachtstellung in Europa anstreben. Endlich kann Großbritannien etwas gegen die junge Großmacht Deutschland unternehmen, die speziell in Afrika begann, Kolonien zu erwerben, die auch für Großbritannien interessant waren. Endlich hat auch der Zar in Rußland einen Grund für die marode Wirtschaftslage zu nennen. Der Krieg überdeckte Probleme im eigenen Land. Endlich hat auch Serbien die Chance, mit Hilfe der Alliierten ein lang erträumtes Großserbien zu errichten. Anfänglich hatte jeder Gründe für diesen Krieg. Voller Selbstvertrauen marschierten die Völker auf die Katastrophe zu. Man schien von der Unabwendbarkeit eines Krieges überzeugt.

Beispiele:

Vor dem Berliner Schloß versammelten sich am Nachmittag des 1. August 1914 Tausende von Menschen, um gespannt den Ablauf des deutschen Ultimatums an Rußland mitzuerleben. Als um 17 Uhr ein Offizier am Schloßtor erschien und die Mobilmachung verkündete, sangen die versammelten Massen den Choral "Nun danket alle Gott". Die Ungewißheit über das weitere Schicksal war einer Form religiöser Ergriffenheit gewichen. Das "August-Erlebnis" einte die Nation, machte Klassengegensätze und soziale Spannungen vergessen.

Überall in der bayerischen Pfalz gab es begeisterte Umzüge mit Musikkapellen und patriotischen Liedern. Ein Pfarrer aus der Nordpfalz berichtete, am ersten Mobilmachungstag, einem Sonntag, sei die Kirche ungewöhnlich gut besetzt gewesen, denn auch die religiösen Gefühle seien mobil gemacht, man wolle mit seiner Familie nochmals in der Heimatkirche »vor den Weltenrichter und Schlachtenlenker treten, bevor der Abschied kommt«.

Quelle: Aus dem Tagebuch von Leutnant Leopold von Sutterheim

30. Juli 1914 Frühstückstafel im Schloß: Auf einmal meldet ein Kammerdiener: "S. Majestät haben die Mobilisierung der Armee u. Flotte befohlen." Maria Theresia blickte ernst auf uns herab. Der Park lag draußen in tiefer Ruhe. Hoch sprangen die Wasser. Langsam gingen die Posten. Der Herzog sagte nur: "Ein historischer Moment". Darum drehte sich dann ruhig ohne Aufregung die weitere Unterhaltung. Dann befahl mir der Herzog, beim Generalkommando anzufragen.

Gebe Gott, was er will, nur gebe er uns das Beste, sei es Unglück oder Glück.

Kriegsverlauf

-- Main. Baumberger Janine ; Bachmann Tizoc - 19 Jan 2003