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Propagada

Kriegspropaganda

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Auf Plakaten, Geschirr oder Alltagsgegenständen wurde für den Krieg geworben. Kriegsanleihen mußten gezeichnet, Freiwillige geworben und Feindbilder gefestigt werden - all dies konnte eine wirksame Bildpropaganda unterstützen. Von allen beteiligten Nationen wurden erstmals moderne Medien wie Film und Fotografie gezielt eingesetzt, um Freund und Feind gleichermaßen zu beeinflussen.

Jede Nation gründete ihr "Kriegspropaganda-Büro", wo sie die "Werbeaktion für den Krieg" koordinierten.

Daneben gab es aber weiterhin zahlreiche halbamtliche und private Organisationen, die ebenfalls Propaganda betrieben; keine Regierung schuf zu Kriegsbeginn eine Zentralstelle, die alle Bereiche der Propaganda überwachte und koordinierte. Dies führte zu Konflikten zwischen den einzelnen Propagandabetreibern, was sich negativ auf die Propaganda auswirkte.

Grundsätzlich war in allen kriegsteilnehmenden Ländern (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, USA) der Beginn der Propagandaarbeit meist unkoordiniert und improvisiert. Je länger der Krieg dauerte, entschlossen sich einige Regierungen, ihre medialen Bemühungen zu bündeln.

Zugleich war die Instrumentalisierung von Schriftstellern und Gelehrten, die Broschüren und Artikel verfaßten, eine weit verbreitete Methode der Propaganda. Die Leser konnten nicht ahnen, daß diese Texte im Auftrag der Regierung bzw. ihrer Propagandastellen entstanden waren.

Preußischer Militarismus und kaiserlicher Großmachtswahn hießen die Übel, von denen die Welt befreit werden mußte. Die Deutschen, das waren vor allem die "Barbaren". Furchteinflößende Visionen von einer deutschen Herrschaft in Europa sollten den Kriegswillen gegen Deutschland stärken.

Nationale Symbole fanden sich auf nahezu allen Plakaten: So warben die USA mit der Freiheitsstatue um Kriegsanleihen, während in Frankreich die "Marianne" voller Pathos die entschlossen marschierenden Soldaten in die "gerechte" Schlacht schickte.

Im Gegensatz zu dem unverhohlen brutalen, zuweilen sogar abstoßenden antideutschen Feindbild, das die Alliierten verbreiteten, erschien die Bildsprache deutscher Propaganda fast harmlos. Zur Abwehr des "Barbaren"-Vorwurfs publizierte die deutsche Propaganda Plakate, die eine kultivierte, friedliebende und harmlose Nation darstellten. Lediglich von privaten Verlegern produzierte Plakate, versuchten den Feind lächerlich zu machen und zu verunglimpfen.

Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen der alliierten und der deutschen Propaganda schien zu sein, daß die Alliierten ihren Kriegseinsatz mit dem Verhalten des brutalen Feinds Deutschland begründeten. Während in Deutschland propagandistischen Bilder fast ausschließlich der Bestätigung des deutschen Selbstbilds als überlegenes Kulturvolk, ein unschuldiges Opfer, das gerade aufgrund seiner Überlegenheit angegriffen wurde.

-- PhilippSchaufelberger - 19 Jan 2003