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Die Mykener

In der Bronzezeit gab es mehrere politische und wirtschaftliche Zentren in Griechenland. Eines davon war Mykenä, die Stadt des Agamemnon. Die Burg Mykene erhob sich auf einem Hügel oberhalb der Ebene von Argos. Der König (Wanax) lebte in einem Palast mit einer großen Säulenhalle, der gleichzeitig militärisches Hauptquartier und Verwaltungszentrum der gesamten Umgebung war. Um 1600 v.Chr. erreichte die mykenische Kultur ihren Höhepunkt und stellte dabei sogar die minoische Kultur auf Kreta in den Schatten. Gegen 1250 v.Chr. wurde die Sicherheit und der Wohlstand der mykenischen See- und Handelsmacht zunehmend von Eroberern bedroht und die Mykener begannen mit dem Bau von Verteidigungswällen um alle größeren Städte. Doch Militärische Misserfolge, innenpolitische Machtkämpfe und die fast vollständige Einstellung des Handels lähmten die Mykener. Um 1200 v.Chr. verloren die einst so reichen mykenischen Städte und Paläste dann endgültig an Bedeutung oder wurden zerstört. Eine Periode, die oft das "Dunkle Zeitalter" genannt wird, begann. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde die untergegangene mykenische Kultur in Sagen und Mythen verklärt. Eines dieser Heldengedichte ist die Illias. Hier beschreibt Homer (8.Jh. v. Chr.), wie eine Stadt namens Troja an der Westküste der heutigen Türkei von der griechischen Armee unter Führung des mykenischen Königs Agamemnon erstürmt wird. Nach Ansicht der meisten Wissenschaftler hat es so etwas wie einen Trojanischen Krieg vielleicht um 1275-60 v. Chr., gegeben. Dichtung und Wahrheit lassen sich hier nicht einfach auseinanderhalten. Der Trojanische Krieg trägt sich im Niemandsland dazwischen zu. Auf keinen Fall wird es um die Befreiung der "schönen Helena" gegangen sein. Es wird sich dabei wohl mehr um eine Serie von Raubzügen gegen die Küsten Anatoliens über mehrere Jahre handeln. Solche Raubzüge waren bei den frühen Seevölker sehr beliebt. Mykener waren Seefahrer! Die Trojaner konnte durch die ständigen Überfälle und Verheerung keinen Handel mehr treiben, die Wirtschaft lag durch die Verteidigung brach und die Stadt verfiel zusehend. Am Ende könnten die Griechen einen entscheidenden Großangriff, unter Hilfe von Belagerungsgerät (Trojanisches Pferd = Sturmbock?) gegen Troja beschlossen haben.

Die griechischen Heere bestanden ursprünglich nur aus Fußvolk, es lassen sich kaum Spuren von Reiterei finden. Der Boden Griechenlands machte das Auftreten mit einer zahlreichen Reiterei unmöglich. Im Fußvolk selbst rufen die Unterschiede des Standes und des Vermögens auch Unterschiede in der Bewaffnung hervor. Krieger mussten sich selbst bewaffnen und ausrüsten. Das Fußvolk zerfällt hiernach in zwei Arten: schwere und leichte Infanterie. Die eigentlichen Krieger in den griechischen Heeren, das schwere Fußvolk, wird von den Voll- und Halbbürgern gebildet, das leichte von Sklaven und niederen Bürgerklassen. Das schwere und leichte Fußvolk wurde nicht in besondere Truppenkörper abgeschieden. In jeder taktischen Einheit, auch in der allerkleinsten, sind vielmehr schwere und leichte Krieger miteinander vereint. Das leichte Fußvolk ist nichts anderes als das persönliche Gefolge ihrer Herren, können daher von denselben nicht getrennt werden und begleiten sie auf dem Kriegszuge und in der Schlacht als "nackende Knechte". Indem einem schweren Krieger seine Knechte folgen, oder auch indem einige schwere Krieger hintereinander treten und hinter diese ihre Knechte, bildet sich die Rotte, und aus der Nebeneinanderstellung einer Anzahl solcher Rotten entsteht die Schlachtordnung, welche eine Linie von mehr oder minderer Tiefe ist- je nach Anzahl der schweren Krieger, die hintereinander in derselben Rotte stehen und der Anzahl der Knechte, welche einen jeden von ihnen ins Feld begleitet haben.

Die Kampfweise ist der Angriffsstoß. Geführt durch den Schall der Trompeten rücken sie in geschlossenen Scharen gleichmäßig vor und brechen in die feindlichen Haufen.

Die schweren Krieger waren mit Helmen, Beinschienen und mannshohen Lederschilden, mit Schwertern und handlichen Spießen bewehrt. Die Schwerter waren Stoß-, nicht Hiebwaffen mit langgezogener Spitze und wurden nur benutzt, wenn der Spieß entzweigegangen war oder aus anderen Gründen nicht mehr zur Hand war. Sogar Steine wurden lieber geworfen, als dass sie das Schwert gebrauchten. Sie trugen lederne, mit Eberzähnen besetzte Helme und Beinschienen aus Bronze, sehr selten auch Armschienen, aber keinen Panzer. Die Schilde waren gewöhnlich mond-, acht- oder turmförmig, sehr groß und mit einer Randverstärkung aus Leder oder Bronze. Schmuck und Gestaltung waren individuell, gewöhnlich Lederfarben.

Die nackenden Knechte hatten keine Schutzwaffen und waren nur leicht bekleidet, doch hinreichend durch die breiten und hohen Schilde ihrer Herren gedeckt. Sie waren keineswegs zum Einbruch in die feindliche Ordnung, zum Siege im Handgemenge berufen. Aus diesem Grunde führten sie auch nicht die Waffen der schweren Krieger, sondern Wurfspeere, Bogen oder Schleudern, die sie zur Einleitung des Kampfes über die schweren Krieger hinweg oder zwischen ihren Rotten hindurch in den Feind warfen. Messer und Keulen dienten dazu, den niedergeworfenen Feinden vollends den Garaus zu machen.

Die reichen adligen Krieger der Oberklasse fuhren in Streitwagen bis in die vordere Kampflinie, stiegen ab und kämpfte zu Fuß. Streitwagen wurden zu dieser Zeit nicht mehr aktiv im Gefecht eingesetzt. Im Gegensatz zu den losen Haufen der Barbaren, waren die in fester Ordnung kämpfenden Griechen nicht mit Erfolg durch Streitwagen angreifbar und die Aktionsfähigkeit von Streitwagen war im gebirgigen, waldigen Die gewöhnliche Bewaffnung der Gefolgsleute bestand aus zwei schweren Wurfspeeren und einen Schwert. Sie trugen schwere Platten- oder Schuppenpanzer, Helme und Beinschienen aus getriebener Bronze. Große runde Schilde wurden mit einem Traggurt um Nacken und Schulter gehängt und konnten zum Schutz des Rückens nach hinten geschoben werden. Der kretische Bogen wurde als Waffe der Feiglinge betrachtet und seine Benutzung wurde von den adligen Krieger überwiegend abgelehnt.

-- JossenMichael - 27 Nov 2002 -- EdyWermelinger - 27 Nov 2002