time. love. creativity. death. spirit.

NLP-Fragetechnik für die Praxis

Definition NLP:





Warum stellen wir Fragen?

Fragen dienen neben der Informationssammlung vor allem dem Hineinführen in bestimmte innere Zustände. Fragen erzeugen geistige/emotionale Prozesse, sie vertiefen Physiologien. Diese Vertiefen von Zuständen ermöglicht eine deutliche Wahrnehmung aller wichtigen Aspekte des Zustands - und zwar in allen Sinnessystemen. Durch das Suchen der jeweiligen Antworten muss das Gegenüber sich in den entsprechenden inneren Zustand hineinbegeben. Diese Hineinbegeben wiederum lässt sich gezielt lenken. Die Verstärkung der Gefühle ist dabei ein erwünschter und steuerbarer Effekt. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, in welche Richtung ich frage - und mir diese Richtung immer wieder bewusst zu machen.

Fünfzehn Fragetypen im NLP (aus einem Artikel von Martina Schmidt-Tanger)

1. Wiederholung
2. Konkretisierung
3. Zielfokussierung
4. ?
5. Ressourcenaktivierung
6. Emotionalbeteiligung
7. Ebenendiagnose (Verhalten, Fähigkeiten, Glaubenssätze/Werte, Identität, Zugehörigkeit, Vision/Mission)
8. Chunking
9. Reframing
10. Emotionensklärung
11. Momentfokussierung
12. Ökologiehinterfragung
13. Zielkontrolle

Beispiel: Habe ich Sie richtig verstanden, dass ... Aha, Sie denken also ...

Baut Rapport auf, vermittelt Interesse und emotionale Akzeptanz, zur Erkundung des Modells der Welt. Vermeidet Missverständnisse und zu frühe Einengung des Themas. Zum "Reinkommen" in den Prozess. Zur Tempoverlangsamung und zum Vertiefen von Gefühlen durch das Rückspiegeln relevanter Aussagen.

2. Meta-Modell-Fragen (Konkretisierungsfragen) Beispiel: Wer? Was? Wie genau? Immer? Nie? Alle? Man sollte? Wer sagt das?

Fragen, die Tilgungen, Verzerrungen, Generalisierungen auflösen. Zur Erforschung der Tiefenstruktur, d.h. des Erfahrungshintergrunds einer sprachlichen Äußerung, zur Klärung und Bewusstmachung von sprachlichen Inhalten. Landkartenexploration.

3. Fragen, die ins Ziel führen Beispiel: Was möchten Sie erreichen? Wie genau soll die Lösung aussehen? Was ist Ihr Ziel? Wobei soll ich Ihnen helfen? Und zusätzlich alle Fragen, die die Wohlgeformtheitskriterien von Zielen abchecken:

positive Formulierung des Ziels keine Vergleiche Evidence (Woran erkennen Sie, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben oder dabei sind, es zu erreichen?) selbstinitiierbares, selbst gewolltes Ziel genauer Kontext Zur Vertiefung der Zielphysiologie, d.h. des inneren Abbildens des Zielzustandes in allen Sinnessystemen. Diese Zieltrance ist noch verstärkbar durch Fragen nach den Submodalitäten. (Wie klar genau muss das innere Bild sein, wo genau ist es wichtig, dieses warme Gefühl im Körper zu haben?)

Zum Kalibrieren für den Coach. 5. Fragen, die Ressourcen aktivieren

Beispiel: Wer/Was könnte Ihnen helfen? Welche Ihrer Fähigkeiten wären hier besonders nützlich? Worauf können Sie sich in herausfordernden Situationen immer verlassen? Was würde XY an Ihrer Stelle tun?

Zur Aktivierung positiver, problemlösender, zielerreichender Zustände. Zur emotionalen Entlastung des Klienten durch Fokussierung auf Fähigkeiten. 6. Fragen, die hin zur Person oder weg von der Person führen (Aktivierung oder Beruhigung der emotionalen Beteiligung)

Beispiel: (Fragen, die zur Person hinführen): Und was bedeutet dieses Problem der Firma für Sie ganz persönlich? Und wie finden Sie persönlich diese Veränderungsvorschläge? (Fragen, die von der Person wegführen): Was bedeuten Ihre Schwierigkeiten für die gesamte Abteilung? Wie paßt diese Veränderung in die allgemeine Lage Ihrer Organisation? Wie ist die allgemeine politische Haltung zu diesen Zielen?

Zum Anheben oder Absenken der "Betriebstemperatur", d.h. der emotionalen Beteiligung. 7. Fragen auf unterschiedlichen logischen Ebenen (Verhalten, Fähigkeiten, Glaubenssätze/Werte, Identität, Zugehörigkeit, Vision/Mission)

Beispiel: Was genau tun Sie, wenn das passiert? (Verhalten) Welche Fähigkeiten brauchen Sie, um ...? (Fähigkeiten) Was denken Sie über sich, die Welt und andere Menschen, wenn das eintritt? Was muss man glauben, um das zu können? (Glaubenssätze) Was ist Ihnen wichtig dabei? Warum tun Sie das? (Werte) Wer sind Sie in solchen Augenblicken? (Identität) Was ist Ihr Wunschziel für die nächsten 10 Jahre? Wozu ist das wichtig? Was bedeutet das für Sie, für die Firma? (Zugehörigkeit, Vision/Mission)

Zur Klärung der Gesamtheit des Problems, zur Diagnose der am stärksten beteiligten Ebene und zur Interventionsplanung. Zur Fokusverschiebung und zum Wechsel der vom Klienten gewählten Ebenen. 8. Fragen zum Wechsel der Meta-Programme, z.B. Wahrnehmungseinheit, -größe (Chunking)

Beispiel:Wie sieht der größere Zusammenhang aus? Wer ist noch beteiligt? (chunk up) Welche genauen Details sind noch zu klären? Womit beginnen Sie genau? (chunk down)

Beispiel zur Anregung des Wechsels der Meta-Programme. Erhöhung der geistigen Flexibilität. Fokuswechsel. 9. Reframing-Fragen

Beispiel: In welchem Zusammenhang könnte das Problem sogar nützlich sein? Haben Sie schon mal an die Vorteile gedacht, die dieser Sachverhalt mit sich bringt? Und Sie wollen wirklich etwas verändern!? Wirklich?

Zur Anhebung der Betriebstemperatur, des Energielevels durch Provokation. Fokuslenkung, Perspektivenwechsel. Seperator. Intervention zur Landkartenerweiterung. 10. Fragen, die Emotionen klären und emotionale Wertungen abfragen

Beispiel: Und wie geht es Ihnen damit? Sie scheinen ärgerlich zu sein, kann das sein? Wie fühlen Sie sich bei dem Gedanken an..? Was ist, war das vorherrschende Gefühl dabei?

Wechsel von der analytischen Ebene zur emotionalen, stärkere emotionale Erfassung des Ziels/Problems. 11. Hier-und-Jetzt-Fragen

Beispiel: Wie geht es Ihnen gerade? Was ist für Sie gerade wichtig? Was fühlen Sie gerade? Wie geht es Ihnen jetzt, während Sie mir das erzählen?

Rückführung aus der Vergangenheits-/Zukunftsarbeit ins Hier und Jetzt. Prozesspause. Zwischencheck, was im Augenblick, jetzt gerade für den Klienten wichtig ist, wichtig geworden ist. Zur weiteren Prozesssteuerung, eventueller Themenwechsel. Fokussierung bestimmter Inhalte. Klärung von Emotionen. Prozessinformation für den Coach. 12. Ökologie-Fragen

Beispiel: Was sagt Ihr(e) Frau/Mann/Familie/Chef(in) zu diesen Veränderungen? Gibt es einen Preis für Veränderungen, und sind Sie bereit ihn zu zahlen? Wer ist noch betroffen, wenn das Neue eingeführt wird? Welche Konsequenzen hat dieser Schritt?

Zur Absicherung der geplanten Veränderung. Ausweitung des Fokus auf das gesamte System. Klärung von zu erwartenden Störungen, Einbeziehung von Hindernissen, Berücksichtigung von relevanten Informationen. 13. Future Pace-Fragen

Beispiel: Woran genau werden Sie erkennen, dass jetzt das alte und jetzt das neue Verhalten angebracht ist? Welchen Schritt werden Sie jetzt konkret als ersten gehen? In welchen drei Situationen wird das, was Sie gerade hier erfahren haben, für Sie von Relevanz sein?

Zur Verankerung des neuen Verhaltens. Probehandeln in der Zukunft. Konkretisierung, Spezifizierung von Situationen. Der Coach kann als Einstieg einfach schweigen und es dem Klienten überlassen, zu beginnen, oder er stellt eine der folgenden Fragen und macht bereits ein deutliches Leading in eine bestimmte Richtung (in Klammern die wahrscheinlichen Leadings).

Was kann ich für Sie tun? (Aktivitätsfokus auf den Coach) Was möchten sie gerne für sich tun? (Ziel, Aktivitätsfokus auf den Klienten) Was ist Ihr Problem? (Problemfokus, Sache) Womit kommen Sie nicht klar? (Problemfokus, Person)



-- RogerLeMarie - 22 Sep 2004
Topic revision: r4 - 30 Apr 2007, RogerLeMarie
 
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