Arbeitsproduktivität

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 5 |

Def. Die Arbeitsproduktivität ist die Menge von Waren und Dienstleistungen, die eine Arbeitskraft in einer bestimmten Zeit herstellen kann.

Die amtliche Statistik misst die Arbeitsproduktivität (aN) durch das reale BiP zu Marktpreisen je Erwerbstätigen. Sie weisst grosse Unterschiede für die einzelnen Wirtschaftsbereiche auf und ist in der Land- und Forstwirtschaft trotz hoher Zuwachsraten absolut am niedrigsten und hat im öffentlichen Sektor die geringsten Wachstumsraten. Da die Arbeitsproduktivität bei einem Bezug auf Erwerbstätige wegen Vernachlässigung der tatsächlichen Arbeitszeit nur ein grobes Mass ist, wird die Arbeitsproduktivität in Bezug auf die Beschäftigungsstunde gemessen.

Die Arbeitsproduktivität nimmt bei der Bestimmung des Wachstums und damit des Lebensstandarts eine Schlüsselrolle ein und ist besonders als Leitlinie der Lohnpolitik bedeutsam. Eine steigende Produktivität erlaubt es mehr Waren und Dienstleistungen zu erwerben bzw. höhere Einkommen pro Kopf zu erzielen oder mehr Freizeit zu geniessen. Entscheidend für die Entwicklung der Arbeitsproduktivität ist der Einsatz der Produktionsfaktoren. Besonders das Realkapital und das Wissenskapital (=Humankapital und technischer Fortschritt) sind für die Arbeitsproduktivität entscheidend.

Zur Steigerung der Arbeitsproduktivität ergeben sich für die Wirtschaftspolitik folgende Ansatzpunkte:

Aus- und Weiterbildung: Die Qualität der Ausbildung und die permanente Weiterbildung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Weg in die Wissensgesellschaft. (Wird vom Staat durch die Bildungspolitik geprägt.)

Technischer Fortschritt: Forschungserfolge stellen in einem gewissen Masse auch ein öffentliches Gut mit externen Effekten dar. (Der Staat kann durch Patentrechte oder finanzielle Unterstützung den technischen Fortschritt fördern.)

Ersparnis und Investitionen: Zur Steigerung des Realkapitals sind Ersparnisse und Investititionen notwendig. (Der Staat kann die Ersparnisse und deren Erträge steuerlich begünstigen und damit einen Anreiz schaffen.)

Rahmenbedingungen: Wieviel investiert wird, hängt auch von den staatlichen Regulierungen, von der Freiheit des Zugangs zu in- und ausländischen Märkten und von den staatlichen Investitionen in die Infrastruktur ab. (Durch eine Optimierung der Rahmenbedingungen kann der Staat den Produktivitätsfortschritt fördern.)


Quellen:

  • Eisenhut

  • Woll Wirtschaftslexikon

-- SarahFuchs - 05 Mar 2003