Eveline Hasler

Die Vogelmacherin

Die Vogelmacherin, ein von Eveline Hasler geschriebener Roman, handelt von Kindern, die zugrunde ihres Andersseins und ihrer Fantasie als Bedrohung hingestellt wurden und so als Hexenkinder bezeichnet wurden. Solche Kinder wurden nach einem Urteil, das sie als Schuldig bekennt, zu tode verurteilt.

Der Roman wird aus der Sicht des Protokollschreibers Hackenburger erzählt, dem die hinrichtungen gar nicht gefallen. Er versucht diese hoffnungslos zu verhindern.

Die Geschichte beginnt mit einem fantasievollem Waisenmädchen, Katharina Schmidlin, das in einem Abgelegenen Tal in Romoos aufwächst. Viele Tage verbringt sie an einem Tümpel und beobachtet die Tiere. Manchmal wünscht sich das Mädchen ein Frosch zu sein und mit den anderen im Teich zu schwimmen. Dies gefällt den Erwachsenen nicht. Als eines Tages der zuständige Landvogt zur Visitation kommt, behauptet das Kind vor ihm es könne Vögel machen. Das gefiel den Dorfbewohnern nicht und am wenigsten dem Landvogt. Er klagt sie der Ketzerein an, da allein Gott Lebewesen erschaffen kann. Trotz mehrerer Proteste der Bewohner, ordnet der Landvogt an, dass Katharina von dem ansässigen Protokollschreiber Hackenburger nach Luzern gebracht wird. Dort soll Hackenburger sie dann höchstpersöhnlich in den Turm für die Hexenverhöre geleiten. Dort angekommen sperrte man das arme Kind in ein enges Verlies im Turm. Kurze Zeit später begannen die Verhöhre. Da Katharina ein von Natur aus schweigsames Mädchen ist, bringt sie kaum ein Wort heraus. Um die Worte herauszubekommen, waren Folterwerkzeuge wie die Daumenschraube gebräuchlich. Wie auch in diesem Fall wurden solche Gerätschaften angewendet. So wurden aus ihr verschiedenste Wortfetzen herausgedrückt, die die Erwachsenen mit ihrer eingenen Fantasie verdrehten zum Beispiel soll Katharina Unzucht mit dem Teufel getrieben haben. Imfolge dieser schrecklichen Verhöhre wurde Katharina Schmidlin zu Tode verurteilt und als Ketzerin verbrannt. Während der Zeit der Verhöhre war Hackenburger stets ein regelmässiger Besucher der Katharina. Er sprach ihr Mut zu und schenkte ihr, trotz der hoffnugslosen lage einen kleinen Funken Hoffnung.

Sieben Jahre vergingen. Nach der hinrichtung der Katharina war Hackenburger schwer erkrankt. Zur Genesung weilt er in einem Stift am Buchauer See. Nun da es ihm besser geht hat er eine einmalige gelegenheit sich mit seinem Hobby, dem Naturstudium zu widmen. Doch wie das Schicksal will, wird er wiederum mit einem Fall der Hexenkinder verwickelt. Diesmal handelt es sich um die Geschwister Lehner. Das frühreife Mädchen Maria und der jüngere etwas magere Bruder Isau. Die Mutter der Beiden ist verstorben und der Vater ist Alkoholsüchtig. Unter diesen Umständen beschliesst die Gemeinde dass die Geschwister nicht mehr beim Vater wohnen konnten. So stellten sich die Bäckersleute zur Verfügung um das Geschwisterpaar aufzunehmen. Von nun an mussten die Kinder nicht wie vorher, im Moor Seegras zupfen, sondern sie mussten nun in der Bäckerei zur Hand gehen. Etwa gleichzeitig bekommt der Ort einen Neuen Pfarrer und dieser berichtet in seiner Predigt:"Sein Vorgänger habe ihnen nach der Kriegs und Seuchenzeit altershalber zuviel durchgehen lassen"(S.163) und er würde "Missstände, wenn es seine müsse, mit eisernem Besen auskehren [...] Die Bauern und ihre Kinder dürften nicht [...] in Zuchtlosigkeit versinken [...] man müsse einen Blick auf die Ketzer richten" (S.163) Die Dorfjugend sollten auf den rechten Pfad zurückgebracht werden. Von nun an mussten die Kinder des Dorfes jeden Sonntag einen Rosenkranz beten. Derselbe Pfarrer wurde aufmerksam auf Maria, die verweigerte zu beten. Er versuchte sie zum beten zu bekehren doch Maria weigert sich weiterhin. Die arbeit in bei den Bäckersleuten ist sehr anstrengend und jeden Abend fallen die Geschwister erschöpft in ihr gemeinsames Bett. Aus Angst und Hunger klammerten sie sich aneinander um sich trost zu spenden. Doch als dies die Bäckersfrau sah, glaubte sie, die Kinder seien in Unzucht gefallen. Dies erzählte sie dem Pfarrer und dieser wiederum Verhörte die Kinder in einem langen Prozess. Für den Pfarrer waren die Kinder eindeutig einen Packt mit dem Teufel eingegangen, was für ihn auch erklärt warum Maria nicht beten will. Isau und Maria wurden der Ketzerei angeklagt.

Doch Isau, der Jüngere war erst zehn und damit noch nicht strafmündig, so wurden sie in das Buchauer Stift, wo sich auch Hackenburger befand, zur "aufbewahrung" für vier Jahre gebracht. Diese Vier Jahre verbrachten sie in einem kleinen Gemäuer. Nach diesen schrecklichen Vier Jahren und nach mehreren Fluchtversuchen in die Heimat, wurden die Geschwister Maria und Isau Lehner hingerichtet.

-- SerainaSchwegler - 02 Feb 2003

-- MarkusSchaller - 04 Feb 2003