Einkommenselastizität

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 10 |

Um zu berechnen wie sich die Nachfrage nach einem Gut in Abhängigkeit des Einkommens verhält, benutzt man folgende Formel:

Einkommenselastizität = Veränderung der nachgefragten Menge in % / Veränderung des Einkommens in %

Das Resultat der Berechnung zeigt an, wie viel sich die Nachfrage nach einem Gut prozentual verändert, wenn sich das Einkommen ändert. Dabei können grundsätzlich vier Fälle unterschieden werden:

1. Einkommenselastizität gleich Null: Wenn sich die Nachfrage nach einem Gut bei einer Einkommensveränderung nicht verändert, ist die Einkommenselastizität gleich Null.

Beispiel: Die Nachfrage nach Salz oder nach Toilettenpapier wird sich bei steigenem oder sinkendem Einkommen kaum verändern. Dies sind ja auch Güter, die auch wenn sich das Einkommen verändert, immer noch im gleichen Masse benötigt werden!

2. Einkommenselastizität zwischen Null und Eins: Wenn die Nachfrage nach normalen Gütern steigt, ist die Einkommenselastizität positiv. Mit steigendem Einkommen steigt auch die Nachfrage, doch nur im Verhältnis zur Einkommenssteigerung.

Beispiel: Die Nachfrage nach Nahrungsmittel und Bekleidung wird sich bei steigendem Einkommen im gleichen Verhältnis steigern. Das heisst, dass bei steignedem Einkommen im gleichen Verhältnis mehr Kleider gekauft werden.

3. Einkommenselastizität grösser als Eins: Wenn die Einkommenselastizität grösser als Eins ist, steigert sich das Bedürfnis nach Luxusgütern prozentual stärker als das Einkommen prozentual gestiegen ist.

Beispiel: Als Luxusgüter gelten Reisen, Schmuck, Gesundheitspflege, u.s.w. Also werden prozentual mehr teurere Güter konsumiert, als das Einkommen prozentual gestiegen ist.

4. Einkommenselastizität kleiner als Null: Es kommt auch vor, dass mit steigendem Einkommen die Nachfrage nach einem Gut zurückgeht.

Beispiel: Grundnahrungsmittel werden weniger nachgefragt, wenn das Einkommen steigt (inferiore Güter). Anstelle dieser Güter steigt die Nachfrage nach Suplementärgütern.

Für den Unternehmer wäre es nicht nur äusserst wertvoll, die Preiselastizität der Nachfrage, sondern auch die Einkommenselastizität zu kennen. Dadurch könnte er seine Chancen im wirtschaftlichen Aufschwung ( bei steigenden Einkommen ) als auch seine Risiken bei einem Abschwung ( bei sinkenden Einkommen ) richtig beurteilen. So stark ein Unternehmer im Aufschwung provitiern kann, wenn die Einkommenselastizität nach seinem Gut höher als Eins ist, so stark leidet er in einer Abschwungphase.

Zusatz:

Sturukturwandel als folge der Nachfragedynamik: Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleisungen verändert sich mit steigendem Einkommen nicht gleichmässeig. So sinkt mit steigendem Einkommen der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel, insbesondere für Grundnahrungsmittel, weil in diesem Bereich relativ schnell eine Sättigungsgrenze erreicht wird. Davon betroffen ist vor allem der Landwirstschaftssektor. Auch die Nachfrage nach Konsumgütern stösst mit zunehmendem Versorgungsgrad an eine Mengenmässeige Sättigungsgrenze. Dies zeigt sich an Gütern des industriellen Sektors, zum Beispiel in einer stagnierenden Nachfrage nach Radios, Bekelidungen, TV-Apparaten und Autos. Für einzelne Produkte oder ganze Branchen zeichnet sich mit wachsendm Wohlstand eine zunehmende Marktsättigung ab. Dagegen steigt die Nachfrage nach Dienstleistungen wie Reisen, Theaterbesuche und Schönheitspflege u.s.w. an. Dienstleistungen weisen also im Gegensatz zu Nahrungsmitteln und anderen Konsumgütern eine hohe Einkommenselastizität auf. J. Fourastié hat dies analysiert und 1949 in seinem Buch der Evolutionstherie anhand eines Modells dargestellt und erläutert.

Siehe auch:

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-- KathrinHunkeler - 16 Jan 2003 -- LenaThuerig - 16 Jan 2003