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ChristineBurkard 26 Nov 2002

Kann Gentechnik den Hunger in der Dritten Welt bekämpfen?

Es gibt sehr viele verschiedene Gründe für den Hunger in der dritten Welt: Zu den klimatisch bedingten Problemen der Wasserknappheit und auch Ernteverlusten kommen zum Beispiel soziale Probleme, Abhängigkeit von den Industriestaaten, grosse nationale Unterschiede bezüglich Reichtum und Landbesitz, ein enormes Bevölkerungswachstum und noch vieles mehr.

Um euch das Problem etwas besser erklären zu können möchte ich ein Beispiel geben; Reis:
  • Reis ist das meist gegessene und gepflanzte Getreide. In den meisten Entwicklungsländern ist Reis das Hauptnahrungsmittel.
  • Am Anfang wuchs Reis in Trockenheit, doch durch viele Züchtungen und Veränderungen wächst Reis heute aber in einem feuchten und tropischen Klima. Damit 1 kg Reis wächst braucht man zwischen 3000 und 10'000 Liter Wasser und in der Blütezeit 30-35°C.
  • Es gibt mehr als 8000 Reisarten auf der Welt.
  • Reis hat verglichen mit anderen Getreide den geringsten Proteingehalt und besteht vor allem aus Kohlehydraten.
  • Die Reisproduktion wird durch diverse Schädlinge dezimiert:
    • Der "gelbe Stengelbohrer" zerstört jährlich 20-25 Mio. Tonnen Reis. Das könnte Nahrung sein für 100-125 Mio. Menschen.
    • Der "Tungro-Virus" zerstört jährlich 5-10 Mio. Tonnen Reis. Das könnte Nahrung sein für 25-50 Mio. Menschen.
    • Pilze zerstören jährlich 20-40 Mio. Tonnen Reis. Das könnte Nahrung sein für 100-200 Mio. Menschen.
  • Weltweit leiden 134 Mio. Kinder und Jugendliche an schwerwiegeneden Krankheiten, die durch einen Mangel an Vitamin A verursacht werden. Sie führen bei ca. 1 Milion zu absoluter Blindheit und bei einer weiteren Million zum Tod.
  • Gentechnologie könnte diese Probleme lösen. z.B. wurde die Resistenz gegen Schädlinge verbessert. Weitere Versuche zur Resistenz gegen Pilze und Viren laufen. Die ETH Zürich und die Universität von Freiburg im Breisgau produzierten eine Reis-Art, die Vitamin A enthält. Im weiteren könnten Reis so genetisch verändert werden, dass er nicht mehr 3000-10000 Liter Wasser benötigte um zu wachsen.

Aber es gibt nicht nur positive Seiten an Gentechnologie:

  • Zum Beispiel könnten sich die Schädlinge an die neue Situation anpassen und resistent werden gegen die konventionellen Chemikalien, so dass es noch viel stärkere brauchen würde.
  • Neue Pflanzen können das ganze Ökosystem beeinflussen. Angestammte Pflanzen könnten von den neuen verdrängt werden. Durch deren Verschwinden könnten verschiedene Pflanzenfresser, die sich von ihnen ernähren keine Nahrung mehr finden und so zu Grunde gehen. Räuber die sich von den Pflanzenfressern ernähren könnten auch keine Nahrung mehr finden u.s.w.. Die genauen Folgen eines solchen Eingriffes sind noch nicht abzuschätzen, aber es könnte zum Aussterben von Pflanzen- und Tierarten kömmen etc..
  • Die grosse Varietät an Reisarten würde verschwinden, was bei Umweltkatastrophen verheerende Folgen haben kann.
  • Im übrigen würden wohl noch mehr soziale Probleme dazukommen, denn das Problem der Nahrungsknappheit ist vor allem ein Problem der Verteilung. Wenn wir nun Gentechnik einsetzen profitieren vor allem die reichen Leute davon und werden noch reicher, während die Armen immer noch ärmer werden.
  • Im weiteren können Drittweltländer die gentechnisch veränderten Pflanzen nicht selbst produzieren und werden so immer noch abhängiger von den Industrieländern.

EURE Meinung interessiert mich! Schreibt mir doch eure Ansicht zu diesem Thema HIER oder mit dem Betreff Gentechnik an ksiezyc@hotmail.com