Der Kaukasus im Mittelalter

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 5 |

Um 370-451 n.Chr. zogen die Hunnen von ihrem Stammgebiet in die Gegend zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer und weiter bis zum Mittelmeer.

Kurz darauf entstand im Westen des Kaspischen und Schwarzen Meers um 850 n. Chr. das Chasarenreich. Um 1055 wurde dieses Reich von anderen Völkern eingenommen. Und Ende des Mittelalters entstand in Anatolien das Osmanische Reich.

Das Chasarenreich

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Religion

Das Chasarenreich war ein jüdischer Freistaat. Es wurde durch einen Khagan und einen Premierminister regiert. Obwohl die Chasaren mongolischer Abstammung waren, entschieden sie sich zwischen 740 und 861 für das Judentum und für eine sesshafte Lebensweise. Das Judentum wurde zur Staatsreligion. Das Reich bot den Juden, die im übrigen Europa verfolgt wurden, Zuflucht. Aber trotzdem waren die Chasaren auch gegenüber dem Islam und dem Christentum tolerant.

Wirtschaft

Landbau und Handel entwickelten sich schnell. Im 7. Jh. verbündeten sich die Chasaren mit den Türken und Byzantinern gegen die Perser. Im 8. Jh. mussten sie sich zudem gegen die Araber verteidigen, die ihr Reich bis an die Südgrenze des Kaukasus ausgebreitet hatten.

Die Chasaren hatten einen grossen Wohlstand, der auch auf Abgaben der von ihnen unterworfenen Völker, wie Slawen, Magyaren und Hunnen, basierte. Doch war die Haupteinnahmequelle der Handel zwischen Ost und West.

Untergang

Die Macht der Chasaren wurde schliesslich von Swjatoslaw, dem Herrscher von Kiew, in einem Feldzug gebrochen. im 12. Jh. ging das Chasarenreich unter und die jüdische Bevölkerung wanderte nach Osteuropa aus (Ungarn, Bulgarien). Die restliche Bevölkerung wurde gezwungen ihre jüdische Religion aufzugeben und zum Islam zu konvertieren.

Georgien

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Schon mit den Römern kam das Christentum nach Georgien. Im 5. und 6. Jahrhundert geriet Georgien jedoch in Persische Abhängigkeit. König Wachtang Gorgassali, der Begründer der Festungsstadt Tbilissi, befreit sein Land in schweren Kämpfen von dieser Fremdherrschaft. Aber schon Ende des 7. jh. galt es, sich einer neuen Invasion zu stellen, diesmal aus Arabien. Bis zum 10. Jh. dauerten die Befreiungsversuche, die zur Entstehung mehrerer selbstständiger Fürstentümer führten.

Das georgische Reich

Der stärkste König Georgiens, David der Erbauer (1089 -1125), führte intensive Kämpfe gegen die moslemischen Eroberer und gründete ein starkes, einheitliches georgisches Reich. Auch Westeuropa war in der Epoche der Kreuzzüge daran interessiert mit Georgien eine antimoslemische Koalition zu bilden, um Stützpunkte an der Grenze zum Orient zu haben.

Kultur

Das Land entwickelte sich wirtschaftlich und kulturell rapide. Auch das Geistesleben nahm einen neuen Aufschwung. Wissenschaft und Literatur befanden sich auf einem Stand, der in Westeuropa erst im 15. bis 16. Jh. zu beobachten war.

Im goldenen Zeitalter Georgiens, in der Zeit der Königin Tamar (11./12. Jh.) erreichte die georgische, mittelalterliche Kultur ihre Höchstblüte. Die Zahl der Bevölkerung überstieg 13 Millionen.

Der Untergang des Georgischen Reiches

Das Vorwärtsdringen Mongol-Tataren wurde für Georgien zu einer ernsthaften Bedrohung. Die ersten Überfälle der Mongolen konnten von den Georgiern abgewehrt werden. Nach dem Jahr 1230 jedoch, wurde der Widerstand der Georgier gebrochen und die Mongol-Tataren marschierten durch Georgien in Russland ein.

Jahrhundertelange erbitterte Kämpfe liessen das ruinierte Land in mehrere Königreiche zerfallen.
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