-- MicheleLoetscher und Pascale Lötscher - 13 Feb 2003

Industrie im Kaukasus

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 7 |

Öl und Gasressourcen

Die "Kaukasus-Region" verfügt über ein bedeutendes Potenzial an Erdöl und Erdgas. Die Öl- und Gasreserven rund um das Kaspische Meer sind groß: Besonderes Interesse daran haben die USA. Die entdeckten Vorkommen entsprechen denen in den USA und in der Nordsee, wahrscheinlich sind sie weitaus größer. Aufgrund der geografischen Nähe zu den Energieverbrauchern in Europa, Süd- und Südostasien erhält die Ausbeutung für die Interessenten einen hohen Stellenwert. Auch Europa und die aufstrebenden Energieverbraucher China und Indien wollen an der Ausbeutung der Lagerstätten teilhaben. Und natürlich Russland. Wegen des relativ kleinen Binnenmarktes ist es generell möglich, einen großen Teil der Produktion an Erdöl und Erdgas zu exportieren. Als Märkte bieten sich insbesondere Europa und Asien an. Die weitere Erschließung dieses Potenzials hängt wesentlich von der Entwicklung der Energiepreise, der Nachfrage der europäischen und asiatischen Märkte und der politischen Stabilität dieses Raumes ab.

Pipelines

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Die zur Zeit in der Region verlaufenden Pipelines führen in der Mehrzahl über russisches Gebiet. In Planung ist eine Reihe von Pipeline-Routen, die das verändern sollen. Eine Pipeline wurde im April 1999 in Betrieb genommen, die von Baku nach Supsa an der georgischen Schwarzmeerküste führt. Sie ist der Anfang vom Ende des russischen Kontrollmonopols über die Transportkapazitäten. Mittelfristiges Ziel vor allem der Türkei ist es jedoch, eine Pipeline zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan zu bauen. Sie hätte den Vorteil, dass die Öltanker nicht durch den Bosporus fahren müßten, der die nötige Durchfahrtkapazität nicht hat. Die Pipeline würde allerdings durch Kurdengebiet verlaufen müssen, was ihren Bau derzeit noch verlangsamt. Die einfachste Ausbeutung der Lagerstätten in Aserbeidschan wäre möglich durch eine Pipeline über den Iran, die jedoch bei den USA auf große Skepsis stößt

Armenien

  • Industrie: Elektronik, Maschinenbau, Bergbau, Metallurgie, chemische Industrie
  • Rohstoffe: Kupfer, Molybdän (Metall), Blei, Zink, Bauxit, Zink, Basalt, Tuff, Granit, Marmor
  • Export: Produkte der Leichtindustrie

  • Anteil der Erwerbstätigen:
  • Landwirtschaft: 34%
  • Industrie: 31%
  • Dienstleistung: 35%

Die Wirtschaft des Landes basiert auf der Nutzung der Bodenschätze (Kupfer, Bauxit, Zink, Molybän, Gold). Die noch wenig entwickelte Industrie umfasst Maschinenbau, chemische, Textil-, Nahrungsmittel- und Aluminiumindustrie. Seit dem Erdbeben 1988 befinden sich die chemische Industrie, die Elektronik und Elektrotechnik in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Hinzu kommt, dass die Mehrheit der Industrieanlagen energietechnisch betrachtet veraltet sind. Dennoch konnte die Industrieproduktion seit 1995 wieder Zuwächse verzeichnen. Am besten schnitten hier der Bergbau (Marmor, Tuff, Kupfererze, Bauxit, Molybdän) und die Eisen- und Stahlindustrie ab.

Aserbaidschan

  • Industrie: Eisen- und Stahlerzeugung, Maschinenbau, chemische Industrie, Textilindustrie
  • Ressourcen: Erdöl, Erdgas, Eisenerz, Buntmetalle
  • Export: Erdöl, Erdgas, Erzeugnisse der Leichtindustrie, Obst
  • Import: Maschienen, Industrieteile, Nahrungs- und Genussmittel, Metalle, Chemikalien

  • Anteil der Erwerbstätigen:
  • Landwirtschaft: 31%
  • Industrie: 20%
  • Dienstleistung: 49%

Das Öl ist der Reichtum des Landes, Förderung und Verarbeitung stehen auch im Mittelpunkt der Industrie. Trotz Know-how sind die Industrieanlagen technisch veraltet, die Erdölverarbeitung wird aufgrund des Rückgangs der Fördermengen nicht maximal ausgenützt.

Georgien

http://www.georgien.net/Geographie/wirtschaft.html

  • Industrie: Nahrungsmittel, Maschinen- und Fahrzeugbau, chemische Industrie
  • Bodenschätze: Erdöl, Erdgas, Kohle, Barit, Molybdän (Metall) , Eisenerz, Zink
  • Export: Nahrungsmittel, Tee, Metalle, Fahrzeuge

  • Anteil der Erwerbstätigen:
  • Landwirtschaft: 30%
  • Industrie: 20%
  • Dienstleistung: 50%

Zu sowjetischer Zeit konnte eine rege Schwerindustrie aufgebaut werden, die aber in hohem Maße von Zulieferungen aus anderen Sowjetrepubliken, darunter Turkmenistan und der Ukraine, abhängig war. Viele Betriebe wurden zu Beginn der 90er Jahre wegen Energie- und Rohstoffmangels stillgelegt. Bei der verarbeitenden Industrie herrscht die Lebensmittelverarbeitung vor, hier Mineralwasser, Tee-, Wein- und Kognakproduktion sowie die Herstellung von Obstkonserven. In Georgien wird auch Erdöl gefördert, das aber mit 0,2 Mio. t. nicht zur Eigenversorgung ausreicht.