Nationalbank

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 7 |

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Aufgabe, den Geldumlauf zu regeln, den Zahlungsverkehr zu erleichtern und eine im Interesse des Landes dienende Kredit- und Währungspolitik zu führen. Die SNB ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts in form einer Aktiengesellschaft, wobei die öffentliche Hand ca. 60% der Aktien hält.

Die schweizer Nationalbank wurde im Jahre 1906 als Aktiengesellschaft gegründet. Das Aktienkapital gehört zu zwei Dritteln Kantonen und Kantonalbanken. Ein Bankrat, eine politische Behörde, beaufsichtigt die AG. Ein dreiköpfiges Direktorium, welches vom Bundesrat gewählt wird, führt die Geldpolitik der Nationalbank absolut autonom. Die Tätigkeit der Nationalbank besteht unter anderem darin, dass Schweizer Franken produziert wird und durch Geschäfte mit Banken in den Umlauf gebracht wird. Dies ist nur möglich, weil sich das Notenmonopol der Schweiz bei der Schweizerischen Nationalbank befindet. Diese Geschäfte mit den Banken haben einen Gewinn zur Folge, auch wenn es sich bei der Nationalbank ursprünglich um ein non-profit Unternehmen handelt. Dieser Gewinn kann jedoch nicht nach Belieben verteilt oder eingesetzt werden, denn in der Bundesverfassung und dem Nationalbankgesetz ist klar definiert, wie die Verteilung zu tätigen ist.

In der Bundesverfassung, Art. 99, sind die Ziele der Schweizer Nationalbank wie folgt definiert: "Die schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank eine Geld-und Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient." Die SNB beschäftigt rund 500 Mitarbeiter, welche alle Schweizer und in der Schweiz wohnhaft sein müssen. Sie führt eine Bilanz und eine Erfolgsrechnung.

Auf der Aktivseite der Bilanz findet sich ein hoher Anteil von Devisen(43%), Gold(25%) und Repo, was soviel bedeutet wie *Repurchase Agreement,(20%). Der hohe Goldanteil, welcher 2600 Tonnen entspricht, ist darauf zurückzuführen, dass die SNB seit 1954 von Gesetzes wegen dazu verpflichtet war, Banknoten auf Wunsch für einen festgelegten Preis gegen Gold einzutauschen. Dies war eine Massnahme, welche das Vertrauen in die Notenwährung fördern sollte. Die neue Währungsverfassung vom Jahr 2000 führte dazu, dass die Bindung des schweizer Frankens zum Gold völlig aufgelöst wurde, was zur Folge hatte, dass die SNB Teile ihrer Goldreserven auf dem Markt anbietet.

Auf der Passivseite macht der Notenumlauf einen grossen Anteil aus, weil bei der SNB der Notenumlauf als eine Schuld angesehen werden muss. Früher konnte man die Noten, wie schon erwähnt, gegen Gold eintauschen, heute jedoch ist diese Schuld nur noch fiktiver Natur. Als zweiter typischer Passivposten sind die Giroguthaben der Banken anzusehen. Sie sind für die Banken das Hauptinstrument zur Steuerung der Liquidität und dienen in erster Linie als Zahlungsmittel unter den Banken. Der Notenumlauf und die Giroguthaben der Banken bilden zusammen die Notenbankgeldmenge.

Wie schon erwähnt, erwirtschaftet die Schweizer Nationalbank einen Gewinn, obwohl es sich ursprünglich um eine non-profit Organisation handelte. Dies ist möglich, weil die SNB von anderen Banken Vermögenswerte einkauft und mit eigens produziertem Bargeld dafür bezahlt. Die daraus resultierenden Zinsen machen also den Gewinn aus.

*Repogeschäft: Ein Repo(Repurchase Agreement) ist ein Wertpapierpensionsgeschäft. Dabei verkauft der Geldnehmer zur Deckung seiner Liquiditätsbedürfnisse Wertpapiere an den Geldgeber mit der gleichzeitigen Vereinbarung, Wertpapiere gleicher Gattung und Menge zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Da es sich aus ökonomischer Sicht bei einem Repo um ein(gesichertes) Darlehen handelt, entrichtet der Geldnehmer dem Geldgeber für die Dauer des Repo einen Repo-Zins. Für Repo-Geschäfte mit der SNB kommen nur Wertpapiere aus dem durch gesetzliche Bestimmungen definierten "SNB-Korb" in Frage. Das Repogeschäft wurde im April 1998 eingeführt und stellt zur Zeit das wichtigste geldpolitische Instrument zur Steuerung der Liqudität dar.

Um detailliertere Informationen zu erhalten ist ein Aufsuchen der Homepage der SNB zu empfehlen. Um auf dieser Seite zu genügend Informationen zu kommen ist ein Acrobat Reader vonnöten. Wer diesen nicht besitzt kann ihn hier downloaden. Viel Spass auf der SNB-Page, welche natürlich ein Vielfaches der hier publizierten Informationen erhält.

-- SimonSupersaxo - 12 Feb 2003