Oligopol

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 6 |

Definition

Bei einem Oligopol stehen wenigen großen Anbietern viele Nachfrager gegenüber. Auf oligopolistischen Märkten hat man eine weitgehende Starrheit der Preise festgestellt, d. h., die Oligopolisten erhöhen gemeinsam ihre Preise, z. B. durch Bildung eines Kartells, oder sie überlassen einem Marktführer die Preispolitik und ziehen gemeinsam nach. Dabei kann die Preisführerschaft abwechselnd von verschiedenen Oligopolisten übernommen werden.

Problemkreise und Annahmen bei Oligopolmodellen:

Zumeist wird anhand von Preis – Mengendiagrammen argumentiert, d.h. es wird nur das Verhalten hinsichtlich Preis und Menge analysiert. Da auch mit dieser Einschränkung noch viele verschiedene Verhaltensweisen angenommen werden können, ist es nicht sinnvoll, EIN einziges großes Modell zu erstellen, sondern statt dessen mehrere Modelle mit verschiedenen Annahmen zu konstruieren. Oft wird vereinfacht am Fall von zwei (Duopol) oder drei (Tripol) Unternehmen argumentiert. Wichtig ist die Unterscheidung, ob ein homogenes oder heterogenes Oligopol vorliegt. Es wird unterschieden: Angebotsoligopol (Oligopol) mit mehreren (aber nicht zu vielen) Anbietern und vielen nicht-kooperierenden Nachfragern, Nachfrageoligopol (Oligopson) mit mehreren (aber nicht zu vielen) Nachfragern und vielen nicht-kooperierenden Anbietern, bilaterales Oligopol mit wenigen Anbietern und wenigen Nachfragern.

Entstehung eines Oligopols

Kommt ein Unternehmen mit einem neuen Produkt auf den Markt, so hat es vorerst ein vollkommenes Angebotsmonopol. Je nach dem wie stark die Konsumenten auf dieses neue Produkt ansprechen, ziehen jedoch andere Firmen mit ähnlichen Produkten nach. Es entsteht eine monopolistische Konkurrenz. Ein jeder versucht nun sein Produkt zu verbessern, dabei vermindert sich aufgrund des breiteren Angebots der Gewinn des Pionierunternehmens. Allmählich beginnen die Unternehmungen, die dem Inovationsdruck nicht mehr standhalten, vom Markt zu verschwinden. Unter den anderen Unternehmen herrscht aufgrund des grossen Wettbewrds ein Rationalisierungsdruck, ausfolge dessen sich die Marktform eines Oligopols bilden kann.

Preisbildung im Oligopol

Geht man vom Modell des vollkommenen Angebotsmonopols aus, so ist das gemeinsame Gewinnmaximum der Oligopolisten im Cournotschen Punkt erreicht. Für die Oligopolisten insgesamt ist es also vorteilhaft, gemeinsam die Cournotsche Menge zum Monopolpreis anzubieten. Dies erfordert allerdings eine Absprache unter den Oligopolisten. Für den einzelnen Anbieter kann es aber z. B. bei Vorliegen einer günstigeren Kostenstruktur am besten sein, wenn er seinen Preis senkt und seinen Marktanteil auf Kosten der anderen erhöht. Er muß aber damit rechnen, daß die anderen Anbieter versuchen, ebenfalls kostengünstiger zu produzieren, und auch ihre Preise senken. Dies führt schließlich dazu, daß der gemeinsame Gewinn aller reduziert wird. Es ist daher letztendlich für den Oligopolisten von Vorteil, sich friedlich zu verhalten.

Links

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-- MaurizioDegiacomi - 20 Feb 2003