-- FabianZumbuehl - 13 Feb 2003 -- MarcoAmati

Slawische Gruppen im Kaukasus


_Ukrainer_

Kleinrussen, Ruthenen, zweitgrößtes ostslawisches Volk (37 Mill.), hauptsächlich in der Ukraine; Nachfahren altslawischer Stämme.

Landessprachen: Staatssprache Ukrainisch, Verkehrssprache außerhalb der Westukraine auch Russisch, im Süden und Osten überwiegend Russisch. Die Ukrainische Sprache, früher auch ruthenische Sprache oder fälschlich kleinrussische Sprache genannt, gehört mit der russ. und weißruss. Sprache zur ostslaw. Gruppe der slawischen Sprachen; nach der Zahl der Sprecher zweitgrößte slaw. Sprache, gesprochen von etwa 38 Mio. Menschen in der Ukraine und etwa 6 Mio. in anderen Nachfolgestaaten der UdSSR, daneben von kleineren Gruppen in den benachbarten Staaten Polen, Slowakei und Rumänien sowie in den USA (etwa 1 Mio.), Kanada (etwa 700 000), Argentinien, Brasilien und Australien.

Staatsreligion: keine

Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung: Ukrainer 72.6%; Russen 22.2%; Belorussen 0.9%; Juden 0.7%; Moldovaner 0.6%; Tataren 0.4%; andere 2.6%

Kultur: Die kulturelle Entwicklung in der Ukraine ist eng mit der Russlands verknüpft.

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Ukrainische Kultur: http://www.awgd.de/fep2479/galizien/kultur/kultur.html


_Griechen_

Neugriechen, eigener Name Romai, die Bewohner des heutigen Griechenlands (knapp 10 Mill.), ferner der Hauptteil der Bevölkerung Zyperns (500 000) und über 2 Mill. Auslandsgriechen (USA 2 Mill., Ukraine und Rußland 300 000, Türkei 50 000); Nachkommen der alten Hellenen, aber stark beeinflußt durch die slawische Überflutung im 6. Jahrhundert n. Chr. und durch die Einwanderung von Albanern im 13./14. Jahrhundert. Es finden sich noch altertümliche Methoden und Geräte in der Schaf- und Ziegenzucht und im Wein- und Ölbau; auf den Inseln haben sich Mittelmeerkultur und griechische Eigenart besonders gut erhalten. Die Tsakones im östlichen Peloponnes und die Sphakioten Kretas gelten als reine Vertreter griechischen Volkstums.

Sprache: Das Griechische mit seinen zahlreichen Dialekten ist das einzige Mitglied der griechischen Unterfamilie der indogermanischen Sprachen. Die Sprache der Antike unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht vom heute gesprochenen Griechisch. Neugriechisch wird heute von etwa 10 Millionen Sprechern in Griechenland sowie von Minderheiten in Bulgarien, den ehemaligen Sowjetrepubliken, Italien und Rumänien gesprochen.


_Russen_

Die Russen rissen in erster Linie die fruchtbaren Täler Nordkaukasiens an sich. Sie vertrieben die Einwohner entweder in die Berge oder ins türkische Exil, wie es großen Teilen der Tscherkessen erging. Teile des Stammesadels traten in die russische Armee ein. So bestand die Leibgarde des letzten Zaren vorwiegend aus Kabardinern. Georgier und Armenier zogen schon früh nach Moskau und Petersburg. Viele von ihnen paßten sich dort vollkommen der russischen Lebensart an. Kaukasien wurde in der Regel von Militärs regiert. Deren Macht beschränkte sich auf die größeren Siedlungen und die Transitstrassen. An der sozialen Struktur änderten sie nichts. In Städten wie Tbilissi (Tiflis) und Jerewan (Eriwan), den Hauptstaedten Georgiens und Armeniens, entstanden bürgerliche Strukturen. Ihre Studenten gingen nach Rußland, Deutschland und Westeuropa und brachten bei ihrer Rückkehr Kunde über die Entwicklung im "Westen" mit. Wenig beüehrt von derartigen Veränderungen blieben die Bergregionen. Beim Zusammenbruch des Zarenreiches schufen sich die drei größeren Gruppen, die Armenier, Georgier und Azeri, eigene Republiken.

Sprache: Russisch gehört gemeinsam mit dem Ukrainischen und Belorussischen zur ostslawischen Sprachengattung. Russisch ist die Nationalsprache in Russland. Außerdem wird es von sehr großen Minderheiten in Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Lettland, Moldawien, Littauen, Tadschikistan, Turkmenistan, der Ukraine und Usbekistan als Primärsprache, sowie in allen diesen Ländern als allgemeine Verkehrssprache gesprochen. Nach der Auflösung der Sowjetunion wird Russisch als wichtigste Fremdsprache in Osteuropa und anderen vormals mit der Sowjetunion verbündeten Staaten zunehmend durch Englisch abgelöst, gilt aber immer noch als eine der Weltsprachen. Russisch hat sich aus der slawischen Ursprache entwickelt. Dabei war es durch die Christianisierung der Slawen griechischem und lateinischem Einfluss ausgesetzt, der sich aber nur auf den Wortschatz auswirkte. In den letzten 500 Jahren waren es vorwiegend Französisch, Deutsch und Englisch, die je nach der wechselnden politischen Ausrichtung Russlands ihre Spuren hinterließen. Die Koexistenz des Russischen mit einer Vielzahl anderer Sprachen im Vielvölkerstaat Russland hatte hingegen sehr geringen Einfluss auf die russische Hochsprache.


_Armenier_

indogermanisches Volk (8 Mill.) im Kaukasusgebiet, im Iran und weit verstreut als Kaufleute und Handwerker über das östliche Mittelmeergebiet, ferner in den USA, Australien und Frankreich, bis zum 1. Weltkrieg auch in Türkisch-Armenien, wo sie bei Verfolgungsaktionen nahezu untergegangen sind: vom 2. Jahrhundert v. Chr. an mit eigenem, später christlichem Reich, mit eigener Schrift und Literatur; in der Heimat Bauern und Händler.

Landessprache: Armenisch (im Bergland von Mesopotamien, dem südlichen Kaukasus und an der Südostküste des Schwarzen Meers verbreitete indoeuropäische Sprache, seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. überliefert (zunächst als Bibelübersetzung); erste Handschriften aus dem 9. Jahrhundert; bis zum 15. Jahrhundert Altarmenisch (klassisches Armenisch), danach das in mehreren Mundarten noch heute gesprochene Neuarmenisch (ca. 6 Mill. Menschen)) als Amtsprache, russisch existiert als "Zwischennationalitäten-Sprache" fort. Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung: Armenier 93.3%; Aserbadschaner 2.6%; andere 4.1%.

Religionszugehörigkeit: Armenisch-apostolische Kirche (94%)

Kultur: Ameniens Kultur ist seit dem 4. Jahrhundert christlich geprägt. Die Armenier sind eher ein nahöstliches denn ein kaukasisches Volk. Die armenische Kultur ist ein ziemlich spezifisches "Relikt". Die vorderasiatischen Völker bekennen sich spätestens seit dem 9. Jahrhundert mehrheitlich zum Islam, während sich die Armenier die vorderasiatische Kultur, das Christentum und gleichzeitig einige uralte kulturelle Besonderheiten bewahrten. Armenien ist ein Splitter des vorislamischen Nahen Ostens. Diese Tatsache "isolierte" die armenische Ethnie in der Umgebung ihrer heutigen Nachbarn - den Türken, den Persern und den Aserbaidschanern. Mehr noch. Die Armenier selbst erkennen diese Isolierung an, ja, sie übertreiben sie sogar.

Armenische Kultur: http://www.wostok.de/archiv/1-01/kultur/inhaltframe.html

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