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Terrorinformationen

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 23 |

1.Abstract

In der folgenden Arbeit betrachten wir Terrorerscheinungen und ihre Auswirkungen auf Meinungen und Handlungen von betroffenen Völkern und Regierungen. Insbesondere interessieren uns die Reaktionen der Regierungen und die Art der Information und Beeinflussung der Bevölkerung. Hier nehmen die Medien eine wichtige Rolle ein. Wie geht die Gesellschaft mit den Infornationen um? Worin liegt die Beeinflussung? Wird sachlich informiert? Oder einfach nur Angst eingeflösst? Eine Schwierigkeit besteht darin, dass die meisten Quellen die Medien selbst sind. Da die Anschläge des 11.September und die darauf folgenden Ereignisse gute Beispiele für unsere Fragestellungen sind, schien es uns sinnvoll, die USA als Schwerpunkt der Arbeit zu betrachten.

2.Terrorerscheinungen in verschiedenen Ländern

Beim Stichwort Terror denkt man meistens an den 11. September oder die Terroranschläge im Nahen Osten. Durch ihre anhaltende Präsenz zum einen oder durch die enormen Folgen andererseits, sind sie stets ein Begriff. Jedoch greift die "Erscheinung" Terror viel weiter. Unterdessen sind Anschläge in Bali, ev. Katar, usw. bekannt. Schon länger sorgen Untergrundorganisationen, beispielsweise die IRA in Irland oder die ETA in Spanien mit Anschlägen für Aufsehen. In Errinnerung sind wohl auch noch die Anthraxterrorwarnungen.

Terror in jeglicher Form löst Angst und Schrecken aus und fordert Regierungen zum Handeln auf. Die Reaktionen fallen je nach Land, Mentalität und Regierung unterschiedlich aus. Oft wir versucht, die Bevölkerung zu manipulieren, ein Beispiel sind die USA.

3.USA

3.1 Terror in den USA

Die Terroranschläge des 11. Semptembers 2001

Am Morgen des 11.September bringen 19 Terroristen vier Passagierflugzeuge auf US-Inlandflügen in ihre Gewalt. Zwei Boeing 767 mit 63 und 92 Insassen werden in die beiden über 400 Meter hohen Türme des World Trade Center in New York gelenkt, die in Brand geraten und bald darauf einstürzen. Eine Boeing 757 mit 64 Menschen an Bord schlägt im Pentagon, dem Sitz des US-Verteidigungsministeriums nahe Washington, ein. Eine weitere Boeing 757 mit 45 Insassen stürzt im Anflug auf Washington südlich von Pittsburgh ab, vermutlich nach einem Kampf zwischen Passagieren und Entführern. Nach anfangs höheren Schätzungen wird die offizielle Zahl der infolge der Anschläge ums Leben gekommenen Menschen später auf 3058 Menschen beziffert. Unter den Opfern befinden sich zahlreiche Mitglieder der Rettungsdieste. Als verantwortlich für die Attacken vermutet die Regierung, gestützt auf Erkenntnisse ihrer Geheimdienste, die islamistische Organisation Al-Qaida, geführt von dem expatriierten saudischen Millionär Osama Bin Laden, dem bereits Anschläge von 1998 auf die US-Botschaften in Daressalam (Tansania) und Nairobi (Kenia) zugeschrieben worden waren.

3.2 Regierung-Medien-Bevölkerung

3.2.1 Reaktion der Regierung

Die Reaktion der Regierung lässt nicht auf sich warten. Am Abend wendet sich der präsident George W. Bush in einerFernsehansprache an das amerikanische Volk und kündigt an, bei der Verfolgung der Täter würden die USA nicht zwischen den Terroristen und denen unterscheiden, die diesen Unterschlupf gewähren. Am 12.September beschliesst der UN-Sicherheitsrat die Resolution1368. In den folgenden Tagen kündigte Bush Vergeltung an und spricht vom "ersten Krieg des 21.Jahrhunderts". Er ruft den nationalen Notstand aus und lässt 35000 Reservisten mobilisieren. Der Kongress gibt Bush freie Hand,Vergeltungsschläge anzuordnen und genehmigt ein Sonderbudget von 40 Mrd. US-$. Nach erfolglosen Verhandlungen mit Afghanistan und Pakistan ruft Bush die Staaten der Welt zum Kampf gegen den Terrorismus auf. Die Streitkräfte beginnen mit den Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen das Taliban-Regime.

Die Regierung steht unter Zugzwang. Bald ruft man zu Vergeltungsschlägen und zu einem allgemeinen Feldzug gegen die Achse des Bösen auf. Es ist für die Regierung strategisch wichtig, diese Militärschläge durchzuführen zu können. Um diese zu legitimieren müssen gewisse Forderungen in der Legislative (Gesetzesänderungen) durchgesetzt werden. Doch dazu muss die Bevölkerung von den Plänen der Regierung überzeugt werden. Dabei erzielt der Appell an den Nationalstolz (-->Ideologie) wohl die grösste Wirkung. Ein Beispiel: Präsident Bush am 22.9.02 in einer Radioansprache: "I want to thank America for the outpouring of support. I want to thank America for their strong will. And I want to remind the people of America, we're still the greatest nation on the face of the Earth, and no terrorist will ever be able to decide our fate."

3.2.2 Die Rolle der Medien

Die Medien nehmen die wichtigste Rolle in der Informationsweitergabe ein. Das Fernsehen und das Radio erreichen Millionen Menschen und beeinflusst sie in ihrem Denken. Leider wird dadurch auch Propaganda ermöglicht und die Pressezensur existiert nachwievor, wobei die Qualität der Berichterstattung sinkt. Die Medien haben massgeblich dazu beigetragen, dass aus den Terroranschlägen der Begriff 11.September wurde, welcher keiner Erklärung bedarf. CNN verbreitete sofort Bilder der einstürzenden Towers, von in den Tod springenden Menschen und den brennenden Gebäuden um die ganze Welt. Nebst CNN und n-tv schalteten auch viele europäische Sender ihr Programm um. Als immer mehr Amateurvideos mit unterschiedlichen Perspektiven der Towers auftauchten, wurden bald nur noch spektakuläre Nahaufnahmen gezeigt. Auch Bilder von jubelnden Palästinensern waren im Umlauf. Später strahlen die Medien Fernseh- und Radioansprachen von Präsident G.W Bush, in welchen er die Menschen aufruft, die Pläne der Regierung zur Bekämpfung des Terrors zu unterstützen (--> Reaktion der Regierung). Die Live-Bilder aus NY ziehen die Menschen in Bann und lösen Empathie mit den USA aus. Sie verstärken das Gefühl, es herrsche Krieg. Hier kann man nicht mehr von sachlicher Information sprechen: Ganz klar ist eine Verbindung zwischen den publizitierten Informationen und den handfesten politischen Interessen der Machthaber zu erkennen. Die Medien werden zu propagandistischen Zwecken beeinflusst und zensuriert. Zum Teil tritt sogar eine Art "Selbstzensurierung" auf: In einer Fernsehsendung nach dem 11. September wurde einem Gast das Mikrophon entnommen, als er sich gegen die militärischen Vorhaben der Regierung äussern wollte.

3.2.3 Ideologie der vereinigten Staaten

Die Ideale, denen die Amerikaner anhängen, sind die Ideale ihrer eigenen Kultur die sie auf die ganze Welt übertragen. Eine wichtige Komponente in der amerikanischen Ideologie stellt mit Sicherheit die liberale Tradition dar. Sie beruht auf John Lockes natürlichen Rechten "Leben, Freiheit und Besitz", und betont somit den Individualismus und den damit verbundene Wunsch nach Selbstverwirklichung. Dies äussert sich insbesondere in einer möglichst freien Wirtschaft ohne Staatseinmischung. Hierzu kommt der moralische Aspekt, bei welchem die Amerikaner ihre eigenen Werte idealisieren. Jetzt lässt sich die Erfolgsorientierung und die scheinbar klare Unterscheidung von Gut und Böse in der Aussenpolitik der USA erklären. Hier vereinen sich die Ideale der Amerikaner: Demokratie, Gleichheit, Glück und Freiheit und die Vorstellung, eine auserwählte Nation zu sein. Daraus entsteht der Glaube an eine Mission der USA, bei der die ganze Welt von diesen Idealen erfährt (--> Sendungsbewusstsein). So wurden für alle Kriege und Interventionen die ideologische Grundlage und moralische Rechtferigung geliefert.

In den Terroranschlägen auf die USA sieht die amerikanische Bevölkerung ihre Ideale gefährdet: die Wirtschaft, die Freiheit, das Eigentum, die Sicherheit und die Demokratie.

3.2.4 Reaktion der Bevölkerung unter Einfluss von Regierung und Medien

Das amerikanische Volk war seit jeher stolz auf den technischen Fortschritt, die wirtschaftliche und politische Macht und die ethischen Ansichten, welche das Land entwickelt hatte. Dieser Nationalstolz wurde durch die Anschläge des 11. September verletzt. Selbst Menschen, welche nicht wirtschaftlich oder sozial von den Anschlägen betroffen waren, fühlten sich und ihre Ideale bedroht. Noch unbegründet machte sich der Wunsch nach Vergeltung breit. Als dann die Aufmerksamkeit auf die Regierung fiel, reagierte diese promt. Mit den Vergeltungsaufrufen wurden die Ängste der Bevölkerung aufgenommen und die Rachegefühle verstärkt. Überflutet von Radio- und Fernsehansprachen, welche mit gezielten rhetorischen Mitteln überzeugend wirkten und mitreissenden Bildern und Reportagen von einstürzenden Towern und sterbenden Opfern, ist das Volk nun von der Richtigkeit eines Vergeltungsschlages überzeugt und unterstützt die Exekutive in ihren Plänen, womit dieser einige Freiheiten gewährleistet wurden. Nebenbei gewinnt der Präsident Bush an Beliebtheit und sichert sich einige Wählerstimmen smile

3.3 Rückwirkung auf die Regierung

Die gebildete Meinung in der Bevölkerung wirkt sich nun wiederum auf die Regierung aus. Zum einen kurzfristig, indem gewisse Beschlüsse starken Protest auslösen können oder ein Fernsehansprache des Präsidenten in wenigen Minuten einen bedeutenden Teil der Bevölkerung für einen Gesetzesentwurf gewinnen kann. Der entscheidende Druck auf den Senat beispielsweise entsteht durch die nächsten Wahlen. Die Politiker müssen um wiedergewählt zu werden der öffentlichen Meinung zumindest teilweise nachgeben. Haben die Demokraten Einwände gegen eine im Volk stark abgestützte Vorlage für die Legitimierung von Kampfeinsätzen, werden sie einen grossen Wähleranteil an die Republikaner verlieren.

4. Fazit

Die Terroranschläge des 11.September forderten die Regierung zum Handeln auf. Auch musste die Bevölkerung informiert werden. Dies geschah vorerst über die Medien, dann sprach auch die Regierung durch die Medien zum Volk. Um weiteres aussenpolitisches Handeln zu gewähren, musste es durch Gesetze legitimiert werden. Dazu musste der Kongress überzeugt werden. Um auch Bestätigung vom Volk zu erhalten, benutzte die Regierung die Medien wiederum um das Volk zu beeinflussen. Dies geschah durch geschicktes Auslegen der Tatsachen und Apell an Nationalstolz und Ideologie einerseits, durch Empathie hervorrufende Bilder und Berichte andererseits.

5. Links

-- MartinaZahno - 28 Nov 2002