Thesenarbeit zum behandelten Thema „Irak-Krieg“

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 2 |

7. November 2002, Fabian Zumbühl, 5k

These:

Der von den USA geführte „Kampf gegen den Terror“ verfolgt in erster Linie nicht das Ziel, die Gefahrenherde auf der Welt einzudämmen; vielmehr sind es wirtschaftliche und politische Interessen, welche die USA zu ihrem Vorteil durchsetzen wollen.

Fakten und Argumente

In den Medien und offiziellen Aussagen der US-Regierung ist immer wieder von einem „Krieg gegen den Terror“ und der „Achse des Bösen“ die Rede. Mit solchen Aussagen rechtfertigen die USA ihr „konsequentes“ Vorgehen. Dass man dem Terrorismus, der zur Zeit wieder eine Blütezeit erfährt, Einhalt gewähren muss, ist verständlich. Dass dabei eine Weltmacht wie die USA dabei eine zentrale Rolle einnimmt und sich mit ihren Mitteln dafür einsetzt ist zwangsläufig unumgänglich. Die tatsächlichen Bestrebungen der USA dürften wohl kaum auf eine „Verminderung der Gefahr durch Terrorismus“ abzielen. Dafür liefert die Geschichte genügend Anhaltspunkte.

Die Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft ist ein klar gesetztes Ziel von George W. Bush. Bei seinem Wahlkampf erhielt Bush grosse Spendenbeiträge von Energie- und Rüstungskonzernen. Auch er selbst war lange Zeit im Ölgeschäft tätig und setzt auf die weltweite Erschliessung von Öl- und Gasreserven. Hinsichtlich solchen Energiequellen hat die Region im und um den Irak viel zu bieten. Aber nicht nur Öl steht im Vordergrund von Bushs Taktik: Was die geostrategische Interessen der USA anbetrifft, nehmen der mittlere Osten und Zentralasien eine wichtige Rolle ein und wer diese Region kontrolliert, ist im Vorteil bei eventuellen Konfliktsituationen.

Während in Tunesien und Bali Anschläge auf den westlichen Tourismus stattfinden, die offensichtlich vom Terror-Netz Al-Kaida ausgehen, versuchen die USA den anderen Regierungen klar zu machen, dass vom Irak eine ernst zu nehmende Bedrohung ausgehe und man zu entschiedenem Handeln bereit sein müsse. Sogar im Alleinkampf würden es die USA mit Saddam Hussein aufnehmen, nur um von der drohenden Gefahr abzukommen. Aussagen von UN-Waffeninspektoren zufolge, sei der Irak zur Zeit gar nicht in der Lage, A-Waffen herzustellen und das übrige Arsenal an möglichen Massenvernichtungswaffen wird als gering eingestuft. Sogar CIA-Chef George Tenet hält öffentlich fest, dass vom Irak keine ernstzunehmende Bedrohung ausgehe. Von vielen Seiten ist zu hören, dass vielmehr ein Angriff der USA die heraufbeschwörte Katastrophe endgültig auslösen könnte. Denn wenn sich Hussein mit dem Rücken zur Wand sieht, hat er nichts mehr zu verlieren.

Fazit:

Das Verhalten Amerikas nach dem 11. September 2001 rief die Weltbevölkerung immer wieder zur Verwunderung auf, waren doch ihre militärischen Aktionen zum Teil sehr verwunderlich. Während in anderen Teilen der Erde aktiv Terrorismus betrieben wird, konzentriert sich Amerika auf ein Land, das allem Anschein nach nicht mal fähig ist, eine von den USA heraufbeschwörte Katastrophe auszulösen, aber eine für die USA geostrategisch und wirtschaftlich wichtige Position besitzt. Betrachtet man Bushs politische Interessen und stellt diese in Zusammenhang mit ihrer Kriegspolitik, so stimmt einiges kritisch. Es wird deutlich, dass die USA nicht nur den guten Weltpolizisten spielen will, sondern auch egoistisch anderweitige Interessen durchsetzen will.