Trotzli der Lausbub

Von Josef Konrad Scheuber

Inhaltsangabe

Josef Konrad Scheuber berichtet in seinem Buch „Trotzli der Lausbub“ von einem Lausbub mit dem Taufnamen Josef Fröhlich- Ernsthaft, doch es nannten ihn alle Trotzli. Das Buch enthält 21 Kapitel, die man nach Jahreszeiten in 5 Sinnesabschnitte unterteilen kann. Die meisten Geschichten handeln von beabsichtigten guten Taten, die oft falsch enden. Oft sind die Taten fromm für die heutige Zeit, denn die „Streiche“ spielen sich vor 1960 ab.

Im ersten Abschnitt ist es Ende Winter, so kommt Trotzli eines Tages zu seinem Namen. Er bekommt ihn durch seine Schwestern, die ihm vorwerfen: „Aha, das hat er wieder uns zu Leid und aus Trotz getan!“ Am Abendtisch gab es eine Diskussion, wie sie es öfters gab. Eine falsche Bemerkung zum Satz und schon steht der Name. Der Name spricht sich schnell herum und als Trotzli wieder in die Schule muss, kommt er an seinen ersten Schultag bei Lehrer Langmut mit nassen Kleidern an. Nach einer kurzen Erklärung folgt nun eine längere des Lehrers über die Weisheit des Wassers. Trotzli ist ein Fasnächtler, darum kann er die Finger nicht vom Feuerteufel lassen, wenn er auch die Aufsicht über die Aufsatzschreibenden der Klasse hat. Trotzli zwang ein Schulkamerad den Feuerteufel abzufeuern. Prompt gibt es wieder Ärger. Doch Trotzli hat eine tolle Klasse, die das Missgeschick für ihn wieder hinbiegt. Zum Winterausklang geht der Fasnächtler Trotzli am „schmutzigen Donnschtig“ mit seinem Zirkus Pfeffermaus an die Fasnacht.

Im zweiten Abschnitt, wird es langsam Frühling, darum will Trotzli wieder einmal Freude bereiten. Sein Vater hat Namenstag. Trotzli organisiert ein Fest mit seinen Freunden, mit denen er öfters Pläne schmiedet. Als der Tag kommt, fängt alles an. Im Nu ist wieder eine Katastrophe da. Denn sie schiessen mit einem Mörser im Keller und da beachtet keiner mehr die Musik und die schönen Verzierungen, die als gute Tat gedacht sind. Der ganze Anlass ist für ihn eine Enttäuschung. Am nächsten Morgen freut er sich umso mehr über die Mitteilung, dass er als Ministrant den Ehrenwürdigen Herrn Pfarrer als Stellvertreter des Sakristans zu einem Sterbebett begleiten darf. Als er die Hinterbliebenen sieht, bekommt er einen heimlichen Kummer. Doch den ganzen Kummer kann er besiegen und geht in der Osterzeit am Abend mit Begeisterung zum Rosenkranzbeten, doch ihn stört nur eine Fledermaus, die durch die Kirche flitzt. Er beschliesst, sie mit Köbi ,ein Kamerad, zusammen einzufangen. Was ihnen wiederum mit vielen Missgeschicken gelingt. Nun nach dem missglückten Namenstag dachte Trotzli, er mache seiner Mutter zum Muttertag eine Riesenfreude, wenn er sich auf verschiedenen Wegen bei ihr bedankt. Doch so wie Trotzli ist, kommt nie alles auf Anhieb gut. Als das Fest vorüber ist, sind doch alle stolz auf ihn. Der Stolz trieb ihn jedoch zu neuen Scherzen hin. Weil nicht immer alles gut geht, landet Trotzli in seinem Zimmer und bekommt 14 Tage Kameradenverbot. Er liest und träumt von einem Alpenflug. Der Alpenflug landet im Dunkeln, mit viel Geschrei und einem zerfetzten Buch. Als die 14 Tage herum sind, verabredet sich Trotzli im Glockenturm mit seinen fünf Edelrittern des Turms, wie sie sich zu pflegen nennen. Weil es zur geraden Stunde ist, läutet die grosse Glocke. Trotzli erlebt eine klare Predigt von ihr, ihm wird dadurch einiges klar.

Im dritten Abschnitt ist es Sommer und Trotzli mit Sonnenenergie motiviert auf den Schulausflug. Der wird zu einem unvergesslichen Tag, auf dem dazumal noch bewundernswerten Vierwaldstättersee und seiner Umgebung. Ein Ehepaar stieg ein: „Sie rief fortwährend in heller Verzückung <wändervull> aus, und er sagte jedes Mal dazu. Das müssen wohl Engländer sein, erklärte der Lehrer. “ Nach dem Schulausflug sind die Trotzlianer gut gelaunt und wollen wieder eine Heldentat vollbringen. Sie wollen den Schatz der Burg Ringelnatter finden, doch sie verursachen nur einen Wasserschaden, den sie durch Werbung und ein inszeniertes Theater durch die vielen Eintritte zurückbezahlen. Nach der Rückzahlung stehen die Sommerferien vor der Tür. Die Bundesgenossen, wie sie Trotzli auch nennt, stöbern oft in der Mühle herum, in der Ludwig der Mostlude arbeitet. Durch einen Schrecken heilen sie ihn wie geplant an einem Tag, als er wieder einmal zuviel Getrunken hatte. Kurze Zeit später tritt der 1.Augst ein - Tag der Heimat. Trotzli will unbedingt das Höhenfeuer für das Vaterland anbringen. Das alleine genügt ihm nicht. Er holt sich eine zündende Idee aus einer Zeitung, doch die Idee landet wieder einmal im Zimmer.

Im vierten Abschnitt wird es wieder Winter. Im Winter will sich Trotzli an Netti Pudelweiss rächen, die alles für ihren Hund tut, aber kein Herz für die am Existenzminimum lebenden Bürger hat. Trotzli wird durch eine Sammlung so wütend, dass er es das ganze Dorf wissen lässt. Nach einiger Zeit stirbt ihr Hund an einer Erkältung und die Frau spendet etwas an die Menschen in Not. Als die Frau etwas spendet, denkt Trotzli an den Vinzenz, der bei reichen Leuten sammelte und den Gewinn unter den armen aufteilte. Dasselbe macht Trotzli mit seinen Bundesgenossen in Allerorts mit Erfolg. Nach einer guten Tat wider in der Kirche, heilt er mit Hilfe von Pfarrers Predigt drei „Rätschwieber“, durch ein bisschen „Huhu Huhu“ und ausgehöhlten Kürbissen mit Kerzen drin, die er auf dem Friedhof vor den Grabsteinen aufstellt. Als alle befreit sind von den Sünden, steht Weihnachten vor der Tür. An Weihnachten kommen wie jedes Jahr die Zigeuner. Als man Familie Fröhlich um Hilfe bittet, bei einer Geburt schauen alle nicht schlecht. Weil man Angst hat um das Kind, dass es nicht lange leben wird, tauft man es mit dem Namen Emmanuel. Trotzli nimmt drei Tage später an der Beerdigung des Kindes als Götti teil. Die Zigeuner fahren daraufhin weiter.

Im fünften Abschnitt ist nach dem Winter im Frühling Fussball angesagt. Ein Schuss aufs Tor und das Unglück ist da. Doch Trotzlis Klasse hat einen guten Klassengeist. Und biegt das Missgeschick zurecht. Die Geschichte ist schnell vergessen und alle freuten sich auf das Abschiedsfest. Nicht aber auf den Abschied. Wie immer gut geplant, beginnt das schön gestaltete Fest. Der Lehrer sprach das letzte Wort vor seinen Lausbuben: „Und die Moral von der Geschicht`: Lausbuben sind so schlimm doch nicht! Und darum sei es abgemacht: Humor ist, wenn man trotzdem lacht!“

-- CorneliaTroxler - 24 Dec 2002