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Wirtschaftsblockade

Seeblockade

Die Hauptaufgabe der britischen Home Fleet im Krieg war neben der Sicherung der eigenen Seeverbindungen und der Abwehr von deutschen Invasionsversuchen die Bildung einer Seeblockade, um der importabhängigen Wirtschaft der Mittelmächte die Nachschubzufuhr abzuschnüren. Direkt nach Kriegsbeginn erließ Großbritannien ein Handelsverbot gegen Deutschland. Zur Durchsetzung wurde zwischen den Shetland-Inseln und Südnorwegen sowie im Kanal bei Dover eine durch Minen und Patrouillenschiffe gesicherte Fernblockade in der Nähe der englischen Flottenbasen errichtet.Dennoch erreichten im Verlauf des Jahres 1914 noch umfangreiche Rohstofflieferungen das Deutsche Reich, so daß die Briten die Blockadebestimmungen verschärften und die Liste der Güter, die von neutralen Schiffen beschlagnahmt wurden, ständig erweiterten. Am 2. November 1914 erklärte die britische Admiralität die gesamte Nordsee zum Kriegsgebiet und legte für die neutrale Schiffahrt dort bestimmte Routen fest, um sie leichter zur Kontrolle in englische Häfen zu zwingen.Obwohl Lieferungen an die Mittelächte nie ganz unterdrückt werden konnten, war die Seeblockade sehr wirksam und führte im Deutschen Reich zu bedrohlichem Rohstoffmangel und zu Lebensmittelknappheit.Insgesamt erwies sich die britische Seeblockade dabei als sehr wirksame und dauerhafte Waffe gegen die deutsche Wirtschaft und gegen die notleidende Bevölkerung, für die sie zur "Hungerblockade" wurde. Auch nach dem Waffenstillstand von Compiègne im November 1918 setzten die Briten die Blockade fort, was die Verbitterung in Deutschland noch zusätzlich steigerte.

Seeblockade: http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kriegsverlauf/seeblockade/index.html

Lebensmittelversorgung

Trotz der Bedeutung einer gesicherten Lebensmittelversorgung für die "Kriegsmoral” fehlten auch in Deutschland bis Kriegsbeginn entsprechende Planungen und Vorbereitungen für einen längeren Krieg. In Erwartung eines schnellen Sieges wurden selbst die normalen Nahrungsmittelvorräte schon in den ersten Kriegsmonaten verbraucht. Erst nach dem Scheitern des Schlieffen-Plans versuchten staatliche Behörden auf Reichs- und auf Länderebene, steuernd in die Erzeugung und Verteilung von Lebensmitteln einzugreifen. Extrem schlechte Ernten und die Folgen der britischen Seeblockade führten zunächst zur Festlegung von Höchstpreisen für Lebensmittel und nur wenig später zu deren umfassender Rationierung. Die miserable Versorgung mit Lebensmitteln erreichte 1916/17 im "Kohlrübenwinter” einen dramatischen Höhepunkt. Während des Ersten Weltkriegs starben in Deutschland rund 750.000 Menschen an Unterernäherung und an deren Folgen. Trotz Frauen- und Kriegsgefangenenarbeit konnte die Arbeit der Männer welche im Krieg waren nicht ersetzt werden und es führte zu einer Nahrungsmittelknappheit.Um die Ernährung der einkommensschwachen Bevölkerungsschichten auf einem noch vertretbaren Preisniveau zu gewährleisten, wurden im Oktober 1914 staatlich festgelegte Höchstpreise für Brotgetreide eingeführt.

Lebensmittelknappheit: http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/wirtschaft/versorgung/index.html

Kohlrübenwinter

Kein kriegführendes Land hatte Vorbereitungen für einen langen Krieg getroffen. Als die von den Entente-Staaten durchgesetzte Seeblockade zu einer spürbaren Verschlechterung der Lebensmittelversorgung in Deutschland führte, wurden 1915 Rationierung und Zwangsbewirtschaftung von Nahrungsmitteln eingeführt. Einen Höhepunkt erreichte die Versorgungskrise im Winter 1916/17: Die Kartoffelernte lag nur bei 50 Prozent des durchschnittlichen Ertrags. Als Ersatz für das Grundnahrungsmittel wurden rationierte Kohl- bzw. Steckrüben ausgegeben.Aufgrund fehlender Arbeitskräfte, Kunstdünger und Zugtieren fiel auch die Getreideernte um 50%.Zwischen 1914 und 1918 über 750.000 Menschen an Hunger und Unterernährung.

Kohlrübenwinter: http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kriegsverlauf/steckrue/index.html

-- NicoleLuetolf,SaschaNlabu- 20 Jan 2003