Marneschlacht, erste und zweite, Bezeichnung zweier zwischen deutschen und alliierten Truppen im 1. Weltkrieg ausgetragener Schlachten. Die erste Marneschlacht stoppte den deutschen Vormarsch im Nordosten Frankreichs, die zweite Marneschlacht brachte eine Entscheidung zugunsten der Alliierten. Benannt wurden sie nach ihrem Austragungsort, der Marne, einem Fluss im Nordosten Frankreichs.

1.Marneschlacht

(5.-9. September 1914), Entscheidungsschlacht, die den deutschen Vormarsch kurz vor Paris stoppte. Die deutschen Truppen, die während ihres Marsches nach Paris bisher auf wenig Widerstand gestoßen waren, drehten plötzlich nach Südosten ab: Vermutlich war ihnen bei der Dekodierung eines Befehls ein Fehler unterlaufen. Joseph Simon Gallieni, der Militärgouverneur von Paris, überzeugte den französischen Oberbefehlshaber Joseph Joffre davon, die Deutschen an der sich nun bietenden Flanke anzugreifen. Um Truppen aus Paris an die Front zu schicken, wurden u. a. 600 Taxen eingesetzt. Der Angriff der Alliierten begann am 6. September. Bis zum 9. September waren die deutschen Verbände zurückgedrängt. Die Bedrohung von Paris war beendet.

2.Marneschlacht

Juli-15. August 1918), Schlacht, die einen Wendepunkt im 1. Weltkrieg markierte. Die Deutschen griffen entsprechend den Plänen General Erich Ludendorffs östlich und westlich der französischen Stadt Reims an. Zwar gelang ihnen im Westen die Überquerung der Marne. Doch war ihnen ein weiteres Vorrücken nicht möglich. Am 18. Juli startete der Alliiertengeneral Ferdinand Foch zum Gegenangriff. Die massive Verstärkung der Alliierten durch Amerikaner machte sich schnell bemerkbar. Château-Thierry, wo die amerikanischen Truppen ihren ersten entscheidenden Sieg davontragen konnten, war das Zentrum schwerer Kämpfe. Die deutschen Armeen wurden wieder hinter die Marne zurückgedrängt. Der Gegenangriff Fochs machte Ludendorffs Pläne eines massiven Angriffes in Flandern zunichte und führte eine Entscheidung zugunsten der Alliierten herbei.

-- ManuelBurkhardt - 27 Jan 2003