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Vergleich zwischen Sartre und Kierkegaard

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 3 |

Was will der Text schildern? Der Leser kann sich ein Bild machen, wie die beiden Existentialisten, die beide das Denken wieder an die Selbst-und Welterfahrung des einzelnen Menschens zurückbinden wollen, in ihrer Philosophie Stellung zum Leben allgemein nehmen und wie man für sich selber eine persönliche Lebenseinstellung, ev. durch Lesen dieses Textes, finden kann.

Die beiden Philosophen im Überblick:

Sartre:

Die menschliche ExistenZ ist für ihn durch absolute FreiHeit gegeben. In jedem Moment muss sich der Mensch bewusst sein, wie er entscheidet und muss die Verantwortung für diese Entscheidung übernehmen. Der Mensch ist seiner Seinsverfassung nach nicht darauf festgelegt etwas bestimmtes zu sein, wie ein Stuhl oder ein Stein, sondern er muss sich selber einen Sinn seiner Existenz geben, in dem er versucht zu handeln. Nichts und niemand nimmt dem Menschen die Entscheidungen ab, allein er selbst ist für sein Leben verantwortlich.

Gemäss Sartre kommt dem menschlichen Leben von außen kein Sinn zu. Jedes Individuum muss sein Leben selbst sinnvoll gestalten. Jeder Einzelne kann aus seinem Leben das machen, was er will. Die Freiheit spielt dabei eine zentrale Rolle. Wer frei ist, hat die Möglichkeit zu agieren und sein Leben sinnvoll zu gestalten. Der Mensch ist nichts anderes, als wozu er sich macht, ist der Grundsatz der Existenzphilosophie. Diese Ansichten teile ich mit dem Philosophen Sartre. Denn schliesslich stimmt es, dass wir immer wieder in Situationen sind, in denen wir Entscheidungen zu treffen haben, die unser weiteres Leben bestimmen werden. Jeder Mensch hat es selber in der Hand, wie er sein Leben gestaltet, ob er eine Matura oder eine Lehre absolvieren will, ob er Profigolfer oder Lehrer werden möchte. Jeder Mensch ist für sich selber verantwortlich. Wenn der Willen vorhanden ist, kann jeder Einzelne seine Ziele und seine Träume ganz alleine verwirklichen.

Kierkegaard:

Die Existenz des Einzelnen steht im Zentrum seiner Philosophie. Jeder Einzelne ist etwas Einmaliges. Wahrhafte Existenz bedeutet für ihn die Wahl einer bestimmten Existenzmöglichkeit und die Verwerfung einer anderen. Entscheidet sich der Mensch nicht in eindeutiger Weise, so ist es möglich, dass der Mensch sich selbst verfehlt. Die Freiheit des Einzelnen gewinnt an Bedeutung und der Mensch kann Entscheide fällen, d.h. er trägt Verantwortung. Durch die Freiheit ist man immer in Entscheidungssituationen, die mit Ängsten verbunden sind. Wir haben Angst davor, wie wir unser Leben gestalten sollen. Wir gehen unterschiedlich mit diesen Ängsten um, weichen ihnen aus. Kierkegaard verbindet diese Ängste mit drei verschiedenen Existenzstadien, auf die im weiteren aber nicht eingegangen werden. Für Kierkegaard ist die Handlung das Signifikante. Der Mensch muss sich den Gefahren stellen, mutig sein und selber Erfahrungen sammeln. Kierkegaard ist gegen Halbheiten. Das Christentum zum Beispiel sei sinnlos für jene Menschen, die sich gleichgültig in dieser Gemeinschaft verhalten und sich ohne einen wahrhaftigen, christlichen Glauben anschließen. Das, was man macht, soll richtig ausgeführt werden.

Kierkegaards Ansichten können durchaus sinnvoll für das eigene Leben sein. Jeder muss Entscheide fällen und muss hundertprozentig hinter diesen Entscheiden stehen und alles daran setzen, seinen Weg zu gehen. Jeder sollte so handeln, wie er es für richtig hält, so, dass es einen weiterbringt und man sich als Mensch weiterentwickeln kann.

Vergleich:

Die philosophischen Theorien von Sartre und Kierkegaard ähneln sich. Kierkegaard ist ein Vordenker des Existenzialismus. Er geht auf das einzelne Individuum an sich ein und beschäftigt sich mit dessen Lebenssinn. Entscheidungsfreiheit, Verantwortung und Handlung sind signifikante Aspekte seiner Existenzphilosophie. Sartre meint, dass dem menschlichen Leben keinen Sinn zukommt. Dieser muss Eigenverantwortung übernehmen und aus eigener Kraft ein sinnvolles Leben gestalten. Auch bei ihm spielen Entscheidungen eine essentielle Rolle. Jedoch geht Sartre, was in diesem Textauszug nicht so zur Geltung kommt, mehr auf alle Menschen ein, so zum Beispiel bei der Verantwortung des Menschens. Er sagt, dass der Mensch nicht nur für sein Individuum verantwortlich ist, sondern auch verantwortlich für alle anderen Menschen. Bei Kierkegaard erhält man den Eindruck, dass die Eigeninitiative und und das Selbstbewußtsein ziemlich stark gewichtet werden im Gegensatz zu Sartre, denn bei ihm sind die Entscheidungen immer mit Ängsten verbunden, die man überwinden muss.

Fazit:

Beides sind Philosophen des Existentialismus und bauen ihre Theorien auf ähnlichen Aspekten auf. Sartre und Kierkegaard sind der Meinung, dass der Mensch mutig durch das Leben gehen soll und seine Entscheidungen selbstbewußt trifft und versucht so zu handeln, dass er seine Ziele verwirklichen kann und sich als Mensch weiterentwickelt. Diese beiden Philosophien können durchaus auf das eigene Leben eines Menschens bezogen werden. In seinem Leben steht man immer wieder vor Entscheidungen, die wegweisend sind für die weitere Zukunft. Der Mensch trägt Verantwortung, denn er muss und kann aus seinem Leben das Beste machen. Er ist frei, wir alle sind frei und haben die Möglichkeit einen Weg einzuschlagen, der mit vielen Entscheidungen zu tun hat. Wenn man sich für etwas Bestimmtes entschieden hat, gibt es kein zurück mehr. Man hat diesen Weg gewählt und muss diesen hundertprozentig gehen. Die Entscheidungen sind signifikant für das Leben und man sollte genau und überlegt in seinem Leben entscheiden, denn schliesslich sind es ja diese Entscheidungen, die mitverantwortlich sind, wie wir uns als Person entwickeln. Ich persönlich bewundere die Existentialisten. Sie geben dem Menschen eine radikale und absolute Freiheit, mit der er machen kann, was er will. Jeder ist selber verantwortlich, wie er sein Wesen erwirbt. Dies ist für mich persönlich der Reiz an diesen zwei ähnlichen Philosophien. Ich denke, dass jeder Einzelne mit diesen zwei Theorien irgendwie eine Verbindung zu seinem eigenen Leben schaffen kann und diese mithelfen, sich als Persönlichkeit zu verwirklichen.

-- TommsiTroxler - 26 Nov 2002